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irgenwann und immer

Irgendeinsch findts Glück eim …, singt Kuno auf dem letzten Kilometer zur dritten und letzten Wohnungsbesichtigung des Tages. Das Glück – findet es mich, finde ich es, habe ich es schon, ist es gar von Räumlich- und Örtlichkeiten abhängig?

Ist es Zufall, dass dieses Lied gerade läuft, während ich zu jener Wohnung fahre, der ich nach deren Besichtigung fünf Sternchen und tausend “like it!” geben werde. (okay, auch die beiden andern bekommen mindestens je drei bis vier Sterne).
Ist es Zufall, dass in diesem Lied von zuhause die Rede ist. Von Heimkommen und davon, dass irgendwann und irgendwo allen das Glück über den Weg läuft.
Ist es Zufall, dass ich jemanden kenne, der jemanden kennt, dem er mich als neue Mieterin sehr empfehlen kann?

Eigentlich hat mich das Glück schon gefunden, begreife ich – später bei Freundin L. und ihrem Liebsten H. Am Küchentisch. Und später am Telefon mit Irgendlink. Das Glück in Menschengestalt, heruntergebrochen auf Wörter, heißt Liebe, heißt Frendschaft, Mitgefühl, Solidarität. Und seine große Schwester ist Dankbarkeit.

Wie auch immer die Wohnungssuche weitergeht: es wird gut. Es gibt immer einen Weg, wie schon mein Vater mich lehrte. Und ja, irgendwann ist es da das Glück, das ja schon immer da war. Und irgendwann lass ich es sogar ein. Endlich. Immer? Jetzt!

 
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Geschrieben von am 22. Februar 2012 in Herzgespinst

 

buchstabieren

Ich buchstabiere “meine neue Wohnung”. Mal so, mal so, mal so. Und neu. Und anders. Mit jedem neuen Inserat entsteht eine neue Befindlichkeit. Will ich da, will ich dort wohnen? Wie fühlt es sich an, so nahe bei …, so fern von …, wie weit ist es bis … Immer wieder Berg-und-Tal-Fahren. Hoffnungen. Emotionen. Erinnerungen an eins. Herzklopfen. Türen, die aufgehen. Scheinbar. Dann wieder zu klappen. Morgen geh ich hin. Ich schaue mir zwei oder gar drei Wohnungen an. Mal schauen, was wird. Daumen drücken erlaubt!

Noch mehr und ganz anders buchstabiert wird im im Blog Zeitnetz. Die Buchstabentextilien, welche die Frau Weberin in den letzten Tagen und Wochen gewoben hat, sind so inspirierend und spannend, dass ich sie hier, zumal das Alphabet bald zu Ende ist, erwähnen will. Doch lest selbst.

Meine Antwort, sozusagen ein Plädoyer für das X:

Zugegeben, einfach handzuhaben ist das sperrige, unrunde Teilchen wirklich nicht, doch ich liebe es heiß. In schweizerdeutsch kann ich kurz „xe“ schreiben (sprich: gseh). Ich meine damit „gesehen“, oder xunge für gesungen. Mit nur zwei Buchstaben schaffe ich Vergangenheiten, die es in sich haben. Ich liebe das x auch, weil es anders ist als die anderen. Weil es aneckt. Weil es schief in der Landschaft steht. Weil es so schön aussieht. Offen nach außen, in sich drin zentriert. Ein dynamisches Kreuz. Und eigentlich, wenn ich es mir so überlege, wäre ich – würde ich eines Tages als Buchstabe wiedergeboren, und das ist gar nicht so unwahrscheinlich – wohl ganz gerne so ein x.

Und ihr, habt ihr auch (einen) Lieblingsbuchstaben? Wenn ja, welche(n)? Warum? Hat er, haben sie eine Farbe?

 
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Geschrieben von am 21. Februar 2012 in alleTexte, Geschreibsel, Herzgespinst, laut gedacht

 

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glasklar

In der Welt der Träume ist vieles glasklar. Bilder erschließen mir ihren Sinn, ohne dass ich darüber nachdenken muss. Ich weiß alles. Im Traum gibt es keine Fragen. Antworten auch nicht. Nur Geschichten. Was ich mit ihnen mache, bleibt mir überlassen. Möglich ist alles. Ob hier wie dort, wird sich zeigen. Erwachend murmle ich, dass der Alltag die Leinwand sei. Unsere Leinwand. Und die bemalen wir!
Und die Farben?, fragt Irgendlink, ebenfalls noch irgendwo zwischen drüben und hier.
Die Farben, hm, die Farben quetschen wir aus den Tuben der Lebenserfahrung.
Ich sehe uns, wie wir um die auf Kanthölzer gespannten Leinwand sitzen und mit unsern Pinseln, die für unsere Visionen und Ideen stehen, Schicht um Schicht unserer Geschichten aufschichten.
Je älter je mehr Farben haben wir!, murmle ich.

Gemeinsam malen wir unser Bild. Der Alltag – dieses grenzenlose Ding voller Einschränkungen und Sachzwängen – ist unsere Leinwand. Weiße Stellen hat es, solange wir leben jedenfalls. Die einen Ecken malst du, andere male ich, doch auch Schnittmengen gibt es. Da. Auf diesem Aufschnitt erkenne ich deinen Stil und Strich kaum. Gut so. Viele Gesichter hast du. Ich auch. Diese viele Schichten machen deine Geschichte zu deiner Geschichte.

Die gestrige Farbschicht stand eine Stunde lang im Zeichen der Pressefotografie. Erstaunt war ich, wie großen Spaß es macht, so ein Shooting mit Nikon. Das aufgebaute Zelt auf dem Feld unter dem Hof. Daneben das vollbepackte Rad mit Sack- und Lenkertaschen.

Eine Matte vor dem Zelt, darauf die Reisetastatur mit Bluetooth. Das iPhone. Der Live- und Life-Blogger bei der Arbeit. Lässt sich auch mit K schreiben, sagt er später, beim Frühstück, Like-Blogger.

Noch so eine Schicht: Das Heute. Jeder Tag. Tägliche Lebenskunst. Vergängliche Steinsäulen am Flussufer der Kunst.

 
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Geschrieben von am 20. Februar 2012 in alleTexte, Herzgespinst, laut gedacht, Sofasophien

 

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Fruchtsalat, heute, bunt

Eine Künstlerin fragt sich – womöglich –, ob denn nicht alle Menschen dieses Bedürfnis nach Ausdruck haben, das jede ihrer Zellen durchdringt. Und wie das wohl geht, ohne Ausdruck zu leben.
Eine Nichtkünstlerin fragt sich: Wieso müssen die Typen aber auch ständig alles kommentieren, ausdrücken, darstellen, was ist. Purer Luxus. Unnötig! Dass ist, was ist, reicht doch.

Wohl ticken die meisten Menschen so. Und dazwischen ist ein Graben. Mal klein, mal groß – Toleranz die Brücke, die die beiden Ufer verbindet. Falls da eine ist. Gebaut muss sie von beiden Seiten aus sein.

Künstlerin ist für mich keine Qualitätsauszeichnung, meint also nicht, wie viele Ausstellungen eine schon hatte und wie teuer ihre Bilder sind. Künstlerin und Künstler zu sein, ist ein Zustand. Die Bezeichnung meiner inneren Haltung und Gesinnung. Meine Fähigkeit oder Art, das Leben zu betrachten. Es als Leinwand für meine inneren Bilder – denen in Pixeln und denen in Worten – zu sehen. Und auch, wo ich die Prioritäten in meinem Alltag setze …

(von mir so ähnlich im Café WeltenAll kommentiert)

Schnitt.

Die Weisen sagen:
Wenn du müde bist, schlafe.
Wenn du wach bist, stehe auf.

Die moderne Medizin sagt:
Wenn du müde bist, nimm etwas, das dich wach macht.
Wenn du schlafen willst, nimm ein Schlafmittel.

Wie wenig es braucht, um weise zu sein.
Wie lange es gebraucht hat, um so blöd zu werden.

Quelle: Armatiques Blog. Der erste Abschnitt ist ein Zitat von Samarpan, der Rest stammt von ihr.

Schnitt.

Ach, Papieradressbücher! Davon liegen bei mir auch noch ein paar rum, die ich einfach nicht wegschmeißen kann. Zwar gehören viele Adressen zu Menschen, die ich seit Jahren aus den Augen verloren habe, doch ist es eben schön, darin zu blättern und an sie und das mit ihnen Erlebte zu denken. Wie an dünnen Fäden bleiben alle Menschen, die ich je kannte, immer mit mir verbunden. Und ich mit ihnen. In wie vielen Adressbüchern ich wohl drin stehe?

Heute habe ich alle Adressen im iPhone gespeichert. Gesichert auch im Rechner. Ohne Strom und Akku habe ich keinen Zugang zu meinen Daten. Ein wenig beklemmend ist das schon. Zuvor habe ich mir jährlich eine akribisch aktualisierte Adressliste ganz klein ausgedruckt und hinten in den papiernen Kalender geklebt. So waren alle und alles immer dabei. Wie heute im iPhone.

Andere Zeiten kommen immer. Und ein bisschen tut Neues ja immer weh. Zähne. Schuhe. Einlagen. Und ein bisschen trauere ich Altem immer nach. Auf einmal ist das Neue Alltag. Plötzlich alt.

(so ähnlich von mir neulich bei Blinkyblanky kommentiert)

 
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Geschrieben von am 19. Februar 2012 in alleTexte, Herzgespinst, Sofasophien

 

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Nischenzöix

Die einzige Grenze ist Ihre Fantasie!, wirbt eine App für sich. Hat was.

Vielleicht gut, dass es Grenzen gibt. Manchmal. Wäre meine Fantasie grenzenlos, hätte ich keine Zeit für all die Ideen, die mich zusätzlich zu all den bereits vorhandenen überschwemmen würden.

Ich verbringe diese Tage in dichter Arbeit. Die PR-Sache für Irgendlinks geplante Reise ums Meer, um die Nordsee ((für die ich immer wieder und ausgesprochen gerne Werbung mache)) wird immer komplexer. Zwei lokale Zeitungen sind aufgesprungen. Vorerst punktuell. Wer weiß, was wird.

Daneben hinke ich um Wohnungsinserate herum und hoffe, dass – wie immer – alles schon zur richtigen Zeit kommt. Meine Erfahrungen sagen das eine – es kommt gut! –, meine Ängste das andere.

Dazwischen Nischen. Die braucht es. Nischen zum Spielen. Und Träumen von der großen Reise, die ich nur von Ferne miterleben werde.

Ich brauche Bilder. Dies hier heute montiert und auf alt – auf lonesome bikeboy, ihr wisst schon – getrimmt:
Zelt und Rad hat J. auf der Radreise von hier nach Andorra – im Frühling 2010 – fotografiert. Ihn selbst habe ich im Sommer 2011 in Rendsburg geknipst. Vor der längsten Rolltreppe der Welt, die ganz schön kirre machen kann. Plümerant sozusagen … siehe dazu auch pixartix. Da hat es nämlich mal wieder Nachschub. Ihr wisst schon … pixartix, DAS Bilderblog!

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Bild: iDogma -
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).

 
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Geschrieben von am 17. Februar 2012 in alleTexte, Augenblicke, Herzgespinst, iDogma

 

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unfertig

Vor ein paar Tagen, genau gesagt, als wir damit angefangen haben, Irgendlinks Fernradreise-Liveblogprojekt professioneller anzugehen, dachte ich: Wenn er seine Europenner-Website fertig redesigned und relauncht hat, werde ich mal so richtig Werbung machen – hier auf dem Blog und mit einer Rundmail. Denn was ich bei mir kaum kann, kann ich bei andern sehr gut: Erkennen, was gute Kunst ist und ein bisschen pushen. Außerdem freuen sich meine Freunde, Freundinnen und meine treue LeserInnen womöglich genauso wie wir über das, was da werden wird. Das Projekt ist einfach zu gut, um es nicht sichtbar zu machen. Und wenn alles fertig ist, dann rühre ich für meinen Liebsten die Werbetrommel. Dachte ich.

Wenn ich so und so, dann … Wenn wir so und so, dann … Über den Konjunktivismus und die lange Bank der Prokrastination habe ich hier schon viel geschrieben. Wie ein Kehrreim ist das Thema. Wie ein Ohrwurm. Hartnäckig und klebrig. Glück vorgaukelnd, Sehnsüchte weckend und Illusionen nährend taumelt es durch unsere Gegenwart und vertröstet uns auf später.

Ich behaupte nicht, dass es nur das Jetzt gibt. Zu sehr prägt mich die Vergangenheit. Zu sehr werfe ich Schatten in die Zukunft, in die nahe ebenso wie die ferne, in meine und auch in die von J., denn letztlich sind sowohl das Projekt „Ums Meer“ als auch mein Umzug in sechs-sieben Wochen jetzt noch Zukunft. Doch Zukunft muss vorbereitet werden. Die Zeit ist der rote Faden auf dem die bunten Lebensperlen baumeln. Holzperlen. Glasperlen. Süßwasserperlen. Alle echt. Manchmal fällt eine zu Boden, rollt unters Sofa, und zeigt sich erst beim nächsten Staubsaugen. Manche Perlen verblassen, andere fassen wir so oft an, später, dass sie glatt und glänzend werden, während wieder andere Risse bekommen. Und doch baumeln sie alle am gleichen Faden.

Rote Fäden haben es an sich, sich zu verheddern. Manchmal führen sie uns aus dem Labyrinth scheinbar nicht mehr heraus. Manchmal scheinen sie sich rückwärts zu bewegen und wir vergessen kurz, dass auch rückwärts vorwärts ist, weil die Zeit nicht der Chronologie einer Zeitachse, sondern jener der Spirale folgt.

Was ich sagen will: Nein, die Europenner-Seite ist noch nicht fertig, doch lesbar. Sehr sogar! Und wer wissen will, was es mit diesem Wort auf sich hat, lese hier weiter. Die Seite wächst beim Gehen. Der Weg wächst, wenn du ihn gehst. Ein irisches Sprichwort, meine ich mich zu erinnern, das die Vorversion von europenner.de untertitelte. Ich hoffe, dass ich richtig zitiert habe.

Zur Reisevorbereitung in Sachen PR gehört unter anderem die Überarbeitung des Jakobsweg-Buches, das J. vor vierzehn Monaten auf irgendlink.de live gebloggt hat. Dort rückwärts lesbar – heißt der neueste Artikel zuoberst –, wird es jetzt auf europenner.de in lesefreundliche Weise neu ins Netz gestellt >>> hier zum Text. Irgendlink hat es sanft überarbeitet und ein klein bisschen geschlankt. Für mich ist es auch mit Abstand – nicht mehr im Live-Modus, da Vergangenheit – eine wundervolle Lektüre.

Auch „Ums Meer“ wird Irgendlink wieder live bloggen. Und live Bilder einstellen. Wir alle können mitreisen.

Ich zitiere aus dem Brief, den wir an Menschen, die das Projekt womöglich finanziell unterstützen wollen, versenden werden.

Reisen Sie mit!

Als Sponsor oder Sponsorin unterstützen Sie Rincks aktuelles Projekt finanziell oder materiell. Im Gegenzug erscheint Ihr Firmenlogo auf Rincks Reise- und Alltagsblog irgendlink.de. Selbstverständlich werden Sie auf Wunsch in Publikationen namentlich erwähnt. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Auch als Spenderin oder Spender können Sie mitreisen: Kleine oder große Spenden sind herzlich willkommen. Wir verraten Ihnen auf Anfrage gerne die Bankverbindung zur Überweisung Ihres Beitrags.

  • Mit 30 Euro ermöglichen Sie Rinck zwei Wochen freies Internet bei T-elekom.
  • Mit 50 Euro ermöglichen Sie Rinck drei Tage Verpflegung aus dem Gaskocher von Trangia.
  • Mit 100 Euro kann sich Rinck fünf Campingplatz-Nächte leisten
  • Mit 200 Euro ermöglichen Sie ihm freies Internet für die ganze Reise bei T-elekom.
  • Mit 200 Euro: Der Künstler kann sich einen Rundum-Service für sein Fahrrad leisten. Neue Bremsbeläge, neue Schläuche, neue Reifen.
  • Mit 500 Euro: Jürgen Rinck kann sich einen ganzen Monat verpflegen und vielleicht sogar eine norwegische Pizza essen gehen.
  • Mit 1000 Euro: Campingplatz und Verpflegung für einen Monat sind gewährleistet.

Wer das Projekt mitträgt, wird auf Wunsch in Publikationen und im Blog namentlich dankend erwähnt.“

(((Vielleicht hat ja auch hier jemand Lust, sich ähm, finanziell, *hüstel* zu beteiligen?)))

Fertig sind die PR-Dokumente noch nicht. Noch baue ich an einem Interview, das wir dem Versand teilsweise beilegen wollen. Auch die Web-Auftritte sind noch nicht fertig. Vielleicht nie. Wie im richtigen Leben. Bloggen und leben haben ziemlich viele Ähnlichkeiten. Beides geschieht laufend. Beides endet erst mit dem letzten Atemzug oder dem letzten Punkt. Ob fertig oder nicht. Und ob das jemand je wissen kann?

Oh, die Spülmaschine ist fertig. Toll, wenigstens sie kann es.

 
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Geschrieben von am 14. Februar 2012 in alleTexte, Herzgespinst, kulturell, Literatur

 

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Wissen und hören

Gestern mit den Ritualfrauen Karten gezogen. Erhellende Erkenntnisse über mich selbst gewonnen. Meiner Intuition vertrauen will ich. Weitergehen.

Im Zeitalter der grenzenlosen Kommunikation versuche ich bei mir zu bleiben – und mit mir selbst im Gespräch. Selbstgespräch nach innen. Hinhören. Still sein.

Nicht immer reden. Nicht immer schreiben. Wissen, wenn es Zeit dafür ist. Und wann.

Bildvarianten auch auf 

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Bild: iDogma -
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).

 

 
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Geschrieben von am 13. Februar 2012 in alleTexte, Augenblicke, Herzgespinst, laut gedacht

 

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to be or not to be

Nicht, dass ich den Anspruch hätte, hier shakespearesches Niveau erlangen zu wollen, keine Angst, doch dieser Titel muss heute einfach sein. Höchstens to blog or not to blog, wäre eine Alternative und vielleicht sogar, heute und hier, eine passende Analogie.

Selbstbeweihräucherung und Exhibitionismus im Internet – ja, davon gibt’s genug. Und ein wenig tun das alle, die sich auf dien eine oder andere Art sichtbar machen. Ob nun in der virtuellen Welt oder in der höchst realen.

Wenn du voran kommen willst, musst du dich trauen. Zeige, was du kannst!, hatte mein Vater vor vielen Jahren einmal gesagt. Ich war noch in der Ausbildung. Und ob er trauen gesagt hat, weiß ich nicht mehr mit Sicherheit. Andere sagen: Stell nicht dein Licht unter den Scheffel. Mach dich nicht klein!, sagen dritte. Leicht gesagt … Mut und Selbstvertrauen waren leider nicht mit in meiner Schoppenflasche. Und was meint vorankommen wirklich? Spitze Ellbogen hatte ich noch nie.

Darum sinne ich seit gestern Abend darüber nach, ob es gut oder doof ist, wenn ich darüber blogge, dass ich den Februar-AppIt meiner iPhoneArt-Community gewonnen habe. Okay, keine supergroße Sache, doch Fakt ist, dass meine Bildserie – aus über hundert Bildern – am meisten Stimmen bekommen hat. So ein AppIt-Wettbewerb findet alle paar Monate statt. Die Aufgabe besteht jeweils darin, das Bild des letzten Gewinners oder der letzten Gewinnerin möglichst originell zu verändern und zu bearbeiten. Diesmal war es ein langweiliger Baum, der es sogar fast geschafft hat, mich zum Nichtmitmachen zu bringen. Doch auf einmal hatte ich total Spaß und war voller neuer Ideen.

Der Preis? Wie gesagt: Die Siegerin oder der Sieger darf das nächste zu bearbeitende Bild beitragen. Nein, wirklich keine große Sache. No money! Dennoch freue ich mich sehr. Zu sehen, dass meine Bilder eine Aussage haben, die ankommt, tut gut.

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Darf ich so etwas bloggen? Ist geteilte Freude doppelte Freude oder erwecke ich mit solchen Nachrichten Neid?

Bin ich noch ich – auch ohne Blog? Lasse ich mir gar von all diesen Grübeleien die Flügel stutzen?

Schnitt.

Diese Tage sind voller Bilder. Zum einen sucht Irgendlink für seine Drucksachen und das Werbematerial – nicht zu vergessen auch für seinen Stand an der Messe “Kunst direkt” in Mainz in fünf Wochen – nach aussagekräftigen Bildern, zum anderen brauche ich ein Bild, das sich zum verrückten und inspirierten Bearbeiten durch andere iPhoneArtistInnen eignet. So saßen wir gestern Nacht vor dem großen Bildschirm und reisten durch Dänemark, Schweden und Norwegen. Auf einmal war es Sommer. Sommer 2010. Beide waren wir damals noch Frischlinge in der iPhoneographie. Die Bilder sind dennoch bezaubernd und das Fernweh räkelt sich erwachend. Da und dort finden wir Bilder, bei denen es uns sofort in den Fingern juckt: Das will ich bearbeiten. Appen.

Zum Beispiel das hier (das rechte Bild gibts groß bei pixartix)

       (einfach aufs Bild klicken!)

Es war ein kalter Tag in Norwegen. Wir fuhren immer nordwärts, heißt eigentlich nordwestlich, Richtung Meer. Kalt meint hier fünfzehn Grad, während in Deutschland und der Schweiz Rekordtemperaturen um die dreißig Grad gemessen wurden. Auf der Suche nach einem Geocache waren wir in einem Dorf gelandet, Selbu, das ein hübsches Heimatmuseum, direkt neben der Kirche, sein Eigen nannte. In welcher notabene grad eine schlotternde Braut ihrem Liebsten das Jawort gab, während wir uns im Heimatmuseum aufwärmten. Einer dieser Tage, die so typisch für unsere Art zu reisen sind. Einfach schauen, wohin es uns verschlägt.

Im Museum eine sehr angenehme Dame, die uns alles erklärt. Auch die kleine Kunstausstellung – eine sehr beeindruckende Rauminstallation, die aus mindestens fünfhundert an der Decke an Fäden aufgehängten Stricknadeln bestand.

So klicken wir uns gestern Abend weiter an die norwegische Küste. Von da aus zum Polarkreis und schließlich zurück durch Schwedisch-Lappland. Mein Herz klopft heftig. Nicht nur vor Fernweh. Ich bin dankbar für all das zusammen mit J. Erlebte. Da keimt Hoffnung, dass das Leben nicht nur nicht gut ist, nicht nur bloß schwer, nicht nur ständig voll neuer Hürden und Widerstände. Nein, das Leben ist auch schön. Oft sogar. Und ich, ich bin.

 
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Geschrieben von am 11. Februar 2012 in alleTexte, Augenblicke, Fallmaschen, Herzgespinst, laut gedacht

 

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Nachspiel

Wenn etwas kaputt geht, muss es repariert werden. Richtig? Und wenn etwas kaputt geht, so dass es sich nicht mehr reparieren lässt, muss es ersetzt werden. Eigentlich ganz einfach. Als neulich beim Ausparken aus der Garage mein rechter Außenspiegel zerbrach, habe ich mich deshalb am nächsten Tag an den Laptop gesetzt um im weltweiten Netz nach einem Ersatzspiegel zu fischen. Nach ein paar Mails mit dem Händler meiner Wahl war klar, dass das gebrauchte Teil zu meinem alten Sternchen passen müsste. Zwar hatte ich mich ein wenig über die wiederholt männliche Anrede des Ersatzteilhändlers genervt, ihn gar demonstrativ mit Frau angesprochen, doch schließlich wurden wir uns einig. Ich zahlte die Rechnung und wartete.

Als vor zwei Tagen der Postbote ein überdimensioniertes Paket ablieferte, war meine Freude groß. Nicht nur wegen des Altpapiernachschubs zum Anfeuern. Es ist doch ein wenig unheimlich, mit einem gesprungenen Spiegel zu fahren. Ausgepackt war das Teil schnell, doch dann drehte und wendete ich es erst eine ganze Weile hin und her. Schließlich kratzte ich mich am Kopf.

Ist das nicht ein linker Spiegel oder mein ich das nur?, fragte ich Irgendlink. Auch mein Liebster begutachtete das Teil von allen Seiten, nickte, schüttelte den Kopf und beschloss, in der Garage nachzugucken, ob wir mit unserer Schlussfolgerungen richtig lagen. Lagen wir.

Mann, wie konnte ich nur so doof sein und rechts mit links verwechseln!, murmelte ich und öffnete meine Mails um die Sache in Ordnung zu bringen. Nein, doof war nicht ich, doof waren die andern. Schwarz auf weiß habe ich einen rechten Außenspiegel bestellt. Ha! Männer, rechts und links – waren das sonst nicht eher die Frauen?

Nach dem ich auf meine Mails an den Händler keine Rückmeldung erhielt – außer dass meine Mail im S-P-A-M gelandet sei –, rief ich heute Morgen dort an. Meine Empörung legte sich schnell. Herr S. wand sich und ich rang derweilen um Fassung, um nicht laut loszuprusten.

Sie hätten zeitgleich zwei Bestellungen für zwei Außenspiegel bekommen, sagte der gute Mann. Für einen rechten und für einen linken. Es kam, wie es kommen musste: Die Spiegel – oder waren es die Pakete? – wurden verwechselt. Murphy am Werk! Dem anderen Kunden, der offenbar ein wenig schneller als ich reagiert hatte, vermutlich telefonisch und darum ohne Umwege über den S-P-A-M-Ordner, wurde umgehend ein richtiger, nämlich ein linker Spiegel nachgesandt. Warum dieser Kunde jedoch daraufhin statt nur den rechten, den ich brauche, auch gleich noch den linken retourniert hat, habe ich wirklich nicht verstanden. Ob er zwischenzeitlich auf dem Schrottplatz gefunden hat, was er brauchte?

Nun ist sein Paket auf der Reise. Doch statt zurück an die Firma, hat er es auf deren Wunsch an mich geschickt. Cool, so werde ich schon bald stolze Erhalterin eines noch größeres Paket sein. Jippie, das ist ja wie Weihnachten und Ostern zusammen. Schon bald werde ich drei Außenspiegel haben. Davon habe ich doch schon immer geträumt. Andererseits … was fange ich bloß mit zwei falschen, linken Spiegeln an? Und nur einer ist der richtige, der rechte. Nein, auf meine politische Gesinnung wird das keine Auswirkungen haben, doch ich werde den Verdacht nicht los, dass mir das Leben etwas sagen will. Bloß was?

 
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Geschrieben von am 10. Februar 2012 in alleTexte, Fallmaschen, Satirchen

 

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und dies noch …

einfach draufklicken, schon bist du mittendrin … Herzlich willkommen! :-)

 
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Geschrieben von am 9. Februar 2012 in alleTexte, Augenblicke

 

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