Minestrone alla Rinckenhofese

Hilfe – Foodporn nun auch auf Sofasophien?! Ähm, ja, oder … eher nein … denn so richtig Foodporn kann ich nicht. Und nein, auch zu einem Kochrezepteblog soll dieses Blog hier nicht mutieren – keine Angst.

Aber heute muss es einfach mal sein, dass ich was Essbares blogge. Nicht nur, weil wortwörtlich Saure Gurken-Zeit ist (und ja eh kaum jemand da ist und Blogs liest?) und wir heute den ganzen Tag Gemüse und Früchte geerntet und geschnippelt haben, sondern einfach weil es mir Spaß macht, eines meiner Lieblingsrezepte mit euch zu teilen.

Nach einem Nachmittag mit süß-sauren Zucchini einmachen und Johannisbeerkonfitüre kochen, meinte Irgendlink auf einmal:
Ich hätte heute Abend Lust auf Minestrone! Da läuft mir doch glatt das Wasser im Munde zusammen.

Minestrone hat viele Gesichter – jede Region und jede Köchin hat ihr eigenes Rezept. Diese „dicke Suppe“ aus Italien und der Südschweiz basiert auf kleingeschnittenem, nicht püriertem Gemüse. Bei mir sind Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Pasta und Karotten Pflicht. Die Kür machen jene Gemüse und Pilze, die es grad im Kühlschrank oder Garten hat. Die einen tun auch Bohnen und Erbsen rein, andere Fleisch. Als Vegi brauche ich letzteres nicht. Zumal die Suppe, mit Parmesan bestreut, eine vollwertige, gesunde Mahlzeit ist. Heute haben Kohlrabi und Zucchini die Kür gebildet.

Nein, hier gibt es kein Rezept, sorry!
Dies nur: Basis ist Gemüsebrühe, dazu Salz und Pfeffer und viel Gemüse.

Alle Zutaten, ausser dem Käse, den Penne und Gewürzen, stammten heute aus dem Irgendlinkschen Garten … :-)

Guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren!

Noch ein Resümée

Ich habe gestern aus lauter Lust am Bauen (und weil es draußen eh zu heiß war), unsere Reiseroute zurecht gebastelt und auf Dropbox geladen. Im gleichen Ordner findet ihr auch meine täglichen Lagerplatz-Screenshots.

Nur für den Fall, dass das jemanden von euch interessiert, hier zwei Links … :-)

Link zu Dropbox (das letzte Bild ist sehr groß, kann mit Rechtsklick in Originalgröße betrachtet werden … Schweiz von Nord nach Süd)

screenie für blog

Unsere Wanderung durch die Schweiz – Der Anfang

Link zur Karte auf dem Browser (GPS)

Ahnungen

Wenn man doch im Voraus wüsste, wie etwas wird!

Wenn ich, nur so als Beispiel, gewusst hätte, wie wunderbar die Wanderung wird, hätte ich bestimmt viel weniger Angst davor gehabt loszuziehen. Dennoch hatte ich zum Glück schlussendlich mehr Mut als Angst im Gepäck, sonst wäre ich ja daheim geblieben.

[Das Leben: Immer wieder liegen Angst und Mut in zwei Waagschalen. Wenn die Schale mit Mut/Übermut schwerer ist, gehen wir los. Ist die Angstschale schwerer, bleiben wir da.]

Das Leben ist ein einziges Pendeln, ein einziges Ebbe-und-Flut-Ding. Gedanken kommen und gehen. Wichtig werden sie zuweilen erst im Kontext mit anderen. Wie die Trockensteinmauern der Rustici im Tessin. Große Steine, dazwischen kleine. Beide brauchts. Das Dach kann nur gebaut werden, wenn die Mauer trägt. Alles was wir je gelernt haben, baut auf Vergangenes auf, wir sind nichts ohne unsere Vergangenheit und unsere Geschichte, auch wenn letztlich nur der Stein, den ich in diesem Augenblick aufhebe und in die Mauer einfüge, zählt.

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Rustico-Mauer

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Verlassenes Dorf bei Linescio

Wieder da

Da? Wo ist das? Bin ich denn nicht immer da, auch wenn ich nicht da bin?

Die letzten Tage, unsere Rückkehr in Betten, an Tische, in Räume, unter Dächer, gingen wir langsam an. Den schützenden Kokon, den ich mir auf der Wanderung aus Glückseligkeit, Stille und Zufriedenheit gewoben habe, gilt es nun, den Anforderungen des Alltags anzupassen, so dass er wie maßgeschneidert sitzt und mich vor Stürmen, Hitze und Kälte schützt. Damit ich das „Neue Leben“ artgerecht leben kann. Artgerecht – wie das geht, gilt es täglich neu herauszufinden. Klar aber ist, dass ich oft genug meine Art und Unart ignoriert habe.

Ich stelle mir neuerdings vor, dass ich diese neu angezogenen Kokonqualitäten aus einer Art Seelencloud downloade. Irgendwo in meiner ganz persönlichen Cloud liegen womöglich noch mehr Schätze, die nur darauf warten, gefunden zu werden.

Wir sitzen auf der Terrasse des einsamen Gehöfts und trinken Kaffee und Tee. Grad legt ein Huhn ihr heutiges Ei und gackert dabei lautstark drüben im Stall.

Irgendlinks Garten grünt und blüht. Ernte. Johannisbeeren, Karotten, erste Kartoffeln, Zwiebeln, Zucchini undundund. Heute ist Marmeladentag. Noch mehr Schätze, die warten. Absichtslos gewachsen, weil sie nicht anders können.

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Einfach sein

Reisefakten & -weisheiten

Seit einem Tag sind wir wieder in der Zivilisation meiner Wohnung. Zeit für einen kleinen Rückblick auf unsere 18-tägige Wanderung vom Wasserschloss der Reuss, wie der Zusammenfluss von Reuss, Aare und Limmat heißt, bis zu ihrer Quelle auf dem Gotthard …

0 Ahnung hatten wir, wohin die Reise führen wird, als wir loszogen

1 Brandblase nur gab es in 18 Wandertagen, von heißem Wasser
1 fettes Schweizer Messer mit Lupe, Schere und Säge wanderte mit
1 repariertes Loch in meiner Luftmatratze

2 Flussbäder nahmen wir im Durchschnitt pro Tag und Person
2 Zeltplatz-Paradiese haben wir entdeckt (mindestens!)
2 Wandernde waren wir, unterwegs von hier nach dort
2 Holzsplitter unter Fingernägeln gab es

3 Zeckenbisse
3 Hotelübernachtungen
3 Schifffahrten
3 Tuben Kondensmilch
3 x bei Bauern auf dem Land gezeltet

4 Füße unterwegs von Nord nach Süd
4 heiße Duschen in 18 Tagen

5 Bus-/Postautofahrten
5 x umsteigen von Linescio bis nach Hause

6 Kantone der Schweiz durch- und bewandert

7 Zwerge getroffen
7 abgebrochene Fingernägel (mindestens!)

8-tung Dung – in Kuhwiesen insbesondere!

9 – 11 war die Zeit, in der wir meistens frühstückten, unsere Tagebücher und Blogs fütterten und das Lager wieder verließen

12 x wild gezeltet

13 – 15 kg Gepäck pro Rucksack, je nach Menge des Proviants

16 und mehr Begegnungen, Kratzer, Brennnesselküsse, Mückenstiche …

1001 tolle Gespräche, Schweigeminuten, Lachsalven …

+++++++++++

Unterwegs-Gedanken

  • Wandern/Gehen ist wie Lesen.
    Du liest dir gehend/wandernd laufend deine eigene Lebensgeschichte vor.
  • Gut ist gut genug: Wenn es zwei Wege gibt – einen über den Berg und einen auf Zweidrittel Höhe des Berges und du hast 15 kg auf dem Rücken -, musst du nicht unbedingt ÜBER den Berg.
  • Wenn ich zu schnell gehe, bekommt es mir nicht gut. Auch zu langsam nicht. Vergleichen bringt nichts, wenn ich wandere. Einzig in meinem Tempo zu gehen tut mir gut.
  • Wenn ich Schritt für Schritt vorwärts gehe, komme ich auf den Berg, sogar bei Regen und knapp fünf Grad.
  • Auch nach dem Berg geht es weiter.
  • Tiefpunkte gehören zum Leben, denn das Leben ist nicht ideal.
  • Einmal Gelerntes habe ich zwar gelernt, aber das Wissen darum muss von Mal zu Mal neu aktiviert werden.
  • Stille ist für mich essentiell.
  • Mir selbst und meiner Intuition vertrauen, auch mal Grenzen mutig überschreiten, funktinoniert meist besser als zu viel denken und hinterfragen.
  • Es gibt immer noch neues und unerwartetes zu entdecken, auch wenn ich schon viel gesehen und erlebt habe.
  • Es finden sich immer wieder neue Wege und Lösungen, wenn wir sie brauchen und offen für sie sind.
  • Ich erlaube mir alles, was mir gut tut – in Verantwortung meiner Mitwelt gegenüber.
  • Niemand kann meinen Weg gehen, ich kann niemandes Weg gehen.
  • Nichttun tut nichts anderes als gut – ich will es auch in meinen Alltag integrieren.
  • Ich kann gut (eine Weile?) ohne andere Geschichten sein, ohne Bücher. Das erstaunt mich sehr.
  • Je wilder die Reuss wird, desto wilder fühle ich mich – wild, ursprünglich, der Natur verbunden.
  • Traditionen sind die Steine im Fluss unserer Gesellschaft. Vom Wasser der Zeit geschliffen.

Bild zum Tag #16

Lass uns morgen einen gemütlichen Tag machen!, sagten wir vorgestern.
Das Gepäck blieb beim Hüsli, nur Proviant und Jacken nahmen wir mit.
Rauf nach Morella di Sotto führte die Wanderung, von 700 auf 1200 Höhenmeter, nur ein bisschen weniger Tagessteigung als Hospental-Gotthardpass – allerdings auf nur ca. fünf Kilometer: also sooooo steil.

Herrliche viereinhalbstündige Wanderung! Und der Regen erwischte uns erst, als wir gut geschützt durch den Wald wieder abwärts stiegen.

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Erste Bildzeile: gestern unterwegs/oben auf dem Berg
Zweite Bildzeile Bild 1 + 2: Feierabend. Irgendlink repariert den vor 9 Tagen “vom Wolf” zerrissenen Rucksackregenschutz
Dritte Bildzeile und letztes Bild von zweiter Zeile: Morning has broken, like the first morning

…. und nun gehe ich ein letztes Mal im Bach baden, bevor wir um halb zwölf mit Postauto, Bus und Zug nach Hause fahren.

Bild zum Tag #15

Zur letzten Station unserer Reise, bevor es morgen dann wieder nordwärts geht, haben wir spontan das Gelände des Hüsli von Freunden erkoren. Dieses kleine Rustico (Steinhaus) liegt oberhalb des Maggiatals auf etwas über 700 Höhenmetern.

Gestern sind wir “nur” etwa drei Stunden gelaufen. Von Dunzio runter nach Mogheno zur Busstation (nach Cevio) ging es so steil runter wie vorgestern rauf. Was ganz schön an die Gelenke geht!

Nach unserm Einkauf in Cevio fuhren wir mit dem Postauto nach Linescio über schmale Haarnadelkurven. Das letzte Stück zum Hüsli ging es dann ausschließlich zu Fuß. Zuerst runter im die Schlucht, über eine steinerne Brücke eine endlose Treppe wieder rauf.

Kaum dort angekommen, fällt der angekündigte Regen.

Hier bleiben wir bis morgen.
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Gestern unterwegs