Schnittstellenbabel

Samstagabend. Ich sitze am Ofen in meiner Künstlerinnenhöhle. Das Feuer singt und glüht vor sich hin, während ich diese Zeilen hier in die Tastatur haue. Seit heute Nachmittag bin ich, Irgendlinkseidank, drahtlos mit der weiten Welt verbunden. Ein langes Kabel macht es möglich.

Kabel. Stecker. Steckdosen. Router.

Seit Tagen ein wiederkehrendes Thema. SchweizerInnen wissen: Elektrogeräte zwischen Genf und Romanshorn haben, wie das hübsche Bildchen zeigt, meistens drei Stifte in den Steckern, während die deutschen Stecker jedoch immer nur zwei Stifte haben. Diese sind allerdings nicht länglich-schmal wie jene Schweizer Zwei-Stifte-Stecker angeordnet, die es ja ebenfalls gibt, sondern rundlich, so wie die früheren in der Schweiz. Kurz gesagt: ich habe das Babel der Schnittstellen betreten.

Ein bisschen fühle ich mich wie eins meiner Elektrogeräte – Getreidemühle, Mixer, Verlängerungskabel ecetera – das dieser Tage mit einem neuen Stecker versehen wird. Neukonfiguration allerorten.

Jedes Mal, wenn ich einen Schweizer Stecker abschneide, tut es ein klein bisschen weh. Anschließend schäle ich die drei im Kabel verborgenen Kupferdrähte blank und führe sie in den neuen deutschen Stecker aus dem Baumarkt ein, wo ich sie festschraube, damit sie mir auch hier, dank Strom aus der Dose, zu Diensten stehen können.

Gut verkabeln und dann einfach einstecken?

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