heimgehen

Verdichtung. Zufriedenheit. Über-
holspur. Wiederholung. Müdigkeit. Lebens-
lust. Anderes. Jetzt. Neu. Bereit.

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Da war die Idee, neulich, alle meine Notizzettel, die sich links neben meinem Laptop angesammelt haben – Traumfetzen, To Do-Listen, Geschichtenanfänge, Blogideen – allesamt aneinander gereiht ab- und aufzuschreiben. Sie zu verdichten. Einzukochen. Wörterkompott. Da muss doch ein roter Faden drin sein. Gemeinsamer Nenner. Essenz. Endlich weg mit den alten Zetteln. Platz schaffen. Platz für neue Zettel.

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Ebenfalls neulich gedacht, dass ich – theoretisch zumindest – noch gut und gerne vierzig Jahre täglich kochen werde, Zwiebeln schneiden. Und jede Woche putzen. Jeden Monat das Bett frisch beziehen. Jedes Jahr dem Sommer nachtrauern. Jedes vierte Jahr den neunundzwanzigsten Februar als Bonustrack genießen. Stetige Wiederholung – sie kneift und sie erleichtert. Ich muss nicht denken, einfach nur leben, muss einzig der Spur folgen, die ich einst gelegt habe. Irgendwann. Aus irgendeinem Grund. Grundlos vielleicht. Nur gehen muss ich. In ständig enger werdenden Kreisen. Der Mitte entgegen. Und dabei immer wieder Neues entdecken.

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Gestern auf dem Heimweg – nachmittags von der Arbeit und abends kurz vor zehn nach dem Yoga – auf einmal die Erkenntnis, dass ich dabei bin, heimzufahren. Nach Hause. Dass ich hier, in der Fremde, zuhause bin. Endlich wieder zu Hause. Nicht mehr in Bern, nein, jetzt hier zuhause. Auf dem einsamen Gehöft. Verinnerlichte Erkenntnis – auf einmal war sie da. Zufriedenheit im Bauch. Glück unter der Haut, genau da, wo dick und warm mein Blut durch die Adern fließt. Vielleicht weil ich lebe. Oder ganz und gar ohne Grund.

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