zu Besuch

Liebe Luisa, heute hast du mir einmal mehr aus dem Herzen gesprochen. Du weißt es ja, Dein Internettagebuch, dass ich seit vielen, vielen Jahren fast täglich besuche, tut mir einfach gut. Deine Gedanken haben immer wieder meinen Blick geklärt und geschärft, haben mein Herz geweitet und mir neue Impulse gegeben.

Und was du heute gebloggt geschrieben hast, ist einfach so genial. So genial, dass ich Dich hier mal wieder zitiere. Dankbar, aber das weißt du ja hoffentlich auch 🙂

soziale netzwerke und internet tagebücher erinnern mich übrigens sehr an afrikanische heilrituale: alle erfahren alles. die person, um die es geht, steht in der mitte (und natürlich ist jede tagebuchschreibende person mittelpunkt und ausgangspunkt für alle betrachtungen), das /globale/ dorf gruppiert sich drum herum und jetzt gehts los. die person in der mitte äußert sich, alle anderen lachen, spotten, singen, weinen usw. vorausgesetzt die person in der mitte hält so viel öffentlichkeit aus, ist heilung möglich. das geheimste wird zum allgemeinsten. es gibt nichts mehr zu verheimlichen. eine last fällt ab. nun ist es aber im internet so, dass „der feind“ mithört, daten klaut, informationen speichert. mein leben wurde in den siebziger/achtziger jahren so gründlich von der polizei durchschnüffelt (ich war mit einer frau befreundet, die in den untergrund ging, hatte nichts damit zu tun, aber erklär das mal wem) dass ich mich heute aufs wohligste durchlässig fühle.

Quelle: http://www.salamandra.de/tagebuch/start.php (luisa in bayern – 18.01.2012 um 06:52:13)