Étagère

Das wird eine Étagère, sagt die Frau vor mir. Sie deutet auf einen großen, einen mittelgroßen und einen kleinen Teller, aufeinandergeschichtet auf dem Rollband. Designergeschirr beim orangen Riesen. Mir gefällt‘s auch. Ah, eine Étagère, denk ich, gute Idee, doch die Verkäuferin versteht Bahnhof.
Eine was?, fragt sie die Kundin. Die beiden duzen sich. Kennen sich. Lachen zusammen.
Eine Étagère, sagt die Kundin nochmals. Die Verkäuferin fragt die Kassiererin an der Kasse nebenan, ob sie wisse. Es hat nicht viele Leute. Alle hören mit. Mit ist es ein bisschen peinlich, wie dumm die Verkäuferin ist. Oder vielleicht, dass sie sich ihrer Dummheit nicht schämt. Hm. Ich schäme mich mal wieder fremd, sozusagen. Dass es die zweite auch nicht weiß, macht das Ganze wohl ein bisschen weniger peinlich. Ich nicke der Kundin wissend zu, die auf ihrem iPhone nach Étagèren sucht, um der Verkäuferin ein Bild zu zeigen. Oder auch nur das geschriebene Wort. Étagère kommt von Étage, hört man doch. Weiß man doch. Von Stock. Von Brett. Von Absatz. Von Stufe. Von was auch immer. Dinge übereinander halt. Sie schwatzen und lachen noch immer. Zwei Nichtwissende sind weniger schlimm als eine. Und wenn mehr Menschen etwas nicht wissen als wissen, gilt es schon als normal.

Was ist normal?, fragte ich Freundin T., mit der und ihrem Mann P. ich essen war.
Alle meinen, nur die anderen sind es. Niemand fühlt sich wirklich normal oder zugehörig, sagt T..

Alles eine Frage der Deutung, grüble ich auf dem Rückweg. An Deutung und Bedeutung, deute ich rum, schon wieder, seit gestern schon, oder immer vielleicht. Weil Peter Stamm da was geschrieben hat in seinem relativ neuen Buch, Seerücken heißt es, das ich lese. Wie da eine junge Frau in einer der Geschichten im Wald lebt, erzählt er. Drei Jahre lang lebt sie da. Sommers wie winters. Wie sie über das Wesen des Waldes nachdenkt und über die Welt, erzählt Stamm. Und wie alles miteinander zusammenhängt. Oder eben nicht. Wie sie sich Fragen stellt über das Dasein. Fragen, wie ich sie gedacht habe. Immer schon. Als Kind im Bett vor dem Schlafen. Nach dem Gutnachtgebet mit meiner Mutter. Ein Sprüchlein nur, ein nettes, wo es um den lieben Gott ging, und ich mich hinterher, solange bis der Schlaf mich einholte, fragte: Wer hat eigentlich Gott gemacht? Was war vorher und dahinter, darunter und darin, in Gott. Und wieso Gott. Wer hat dieses Wort gemacht? War es vor Gott da? Und wer ist Gott überhaupt? Die Sache mit Rauschebart und Wolke war mir schon als Kind suspekt.

Wie schon beinahe immer schickte mir Irgendlink auch heute Morgen seinen Blogtext, damit ich ihn redigieren und auf sein Blog hochladen kann. Über den Urknall schrieb er. Und über das Schaf. Ein Text, der mich anrührte. Nicht, dass wir ähnliches nicht auch schon diskutiert hätten, früher, nicht gestern oder jüngst, aber oft. Doch wenn etwas geschrieben ist, ist es anders. Es ist bedeutungsvoller. Als wäre etwas, das geschrieben ist, wirklicher und wichtiger.

Ist es nicht letztlich das, was wir alle wollen? Etwas bedeutungsvolles tun. Ist nicht fast jedes menschliche Streben von der Idee motiviert, eine Spur in dieser Welt zu hinterlassen? Eine bedeutungsvolle Spur im Sand des großen Nichts. Oder nennen wir es das große Etwas, das aus dem großen Nichts geworden ist. Worüber, wie gesagt, Irgendlink, heute gebloggt hat. Bedeutungsvoll. Was für ein Wort! Doch, so frage ich mich, wer macht, wer sagt, wer ist es, der sagt, was bedeutungsvoll ist? Dieser Liebegottmitrauschebart mit Sicherheit nicht. Doch wenn es nur – nur! – wir selbst sind, die die Bedeutung von bedeutungsvoll definieren, ist es dann nicht egal, was das Wort bedeutet? Ich meine, so – von uns allen gefüllt – ist es beliebig geworden. Wertlos und bedeutungslos. (Ist das nicht wie Kunst ohne jegliche Qualitätseinschränkung? Ein Thema, worüber ich längst bloggen wollte.)

Womit wir bei der Deutung wären, jener Vieldeutigen, Undeutbaren, großen Unbekannten, die alles entscheidend ist, denn sie sagt uns, was ist und was wird. Mein Zustand, von mir gedeutet, wenn ich am Morgen das Bett verlasse, entscheidet über den Verlauf des Tages, zumindest der ersten Stunden. Ich deute, also bin ich. Ich deute alles. Das Wetter ebenso wie die Zeilen einer Mail und erst recht das, was zwischen ihnen hängt. Alles. Deuten ist filtern ist bewerten. Doch eigentlich will ich mich jetzt als Deutende mit dir als Deutendem auf die gleiche Stufe stellen. Unsere Deutungen sind sich gleichwertig. Gleichwertigkeit ist eine schöne Theorie, die aber nur geht, wenn wir zwei die gleichen Kompetenzen haben.

Absolut gesehen geht so was nicht, denn absolut gibt es nicht. Nicht mal in der Mathe. Relation, sag ich da nur, und: denk an Einstein. Alle sogenannten Beweise sind immer nur relativ.
Immer.
Gemessen an.
Im Vergleich zu.
Auf der Annahme beruhend, dass.

Weil eben alles immer von irgendwo an- und ausgedacht werden muss. Dieser Punkt ist der große Schwachpunkt. Vielleicht der Urpunkt. Und hier kommen nun der Mensch und sein Selbstbild ins Spiel. Der Mensch, der tut als sei er das Maß aller Dinge. Im (genialen) Schafskrimi Glennkill, den ich letzte Woche gelesen habe, diskutieren die Schafe über die Seele des Menschen.
Nein, der Mensch kann keine Seele haben, sagen sie, die schlauen Schafe, die gemeinsam auf der Suche nach dem Mörder oder der Mörderin ihres Hirten sind.
So schlecht wie der Mensch riecht und seine Umgebung wahrnimmt, nein, da kann er keine Seele haben. Außer, vielleicht, eine ganz ganz kleine.

Was wissen wir schon über all die anderen Dimensionen, die noch unerforschten? Nur drei sind uns halbwegs vertraut. Halbwegs. Und auch über uns selbst wissen wir nur verdammt wenig. Wissen? Nein, ich strebe nicht nach Wissen, wenn ich mich nach mehr Lebensfülle sehne, auch nicht nach Trost, wenn ich nicht mehr weiter weiß, nicht einmal danach verstanden zu werden, wenn meine Gedanken mal wieder Loopings tanzen, denen niemand folgen kann. Nein, ich sehne mich einfach nur nach Erkenntnis. Danach, die ganz großen Zusammenhänge zu verstehen. Den Sinn dahinter. Den wirklichen. Nichts weniger als das, bitte schön, und dann geb ich endlich Ruhe. Ja, ich leide am Nichtverstehen.

Ständig zerreißt mich das Leben, das ich lebe, entzweit mich immer wieder mit mir selbst. Die eine Hälfte sagt: Egal, wie alles zusammenhängt, Hauptsache mir geht’s gut und ich lebe glücklich vor mich hin. Doch die zweite Hälfte sagt: Ich will verstehen, warum dieser Mensch so und so ist und ich will wissen, warum dies und das dazu geführt hat, dass jetzt dies und das heute so und nicht anders ist. Ist es überhaupt so, oder meine ich das nur? Oh, und schließlich ist noch jene Hälfte zu erwähnen, die – ach, nein, das wollt ihr gar nicht wirklich wissen.

Warum brauchen andere keine Antworten?, frage ich mich. Weshalb könne andere ohne Erkenntnisse leben? Wieso gelingt es andere, ohne dass sie die Zusammenhänge verstehen ihren Alltag zu meistern? Falsche Fragen allesamt. Müßige auf jeden Fall. Was muss es mich denn schon interessieren, wie andere leben, leben können? Warum erliege ich ständig und schon wieder der Versuchung, mich zu messen, mich zu vergleichen? Selig sind die, die solche Probleme nicht kennen, ihnen gehört – ja was? Der Himmel? Heißt es im Buch der Christlichkeit.

Schnitt.

Selig, glückselig zu sein – ist es denn nicht das, was wir uns alle wünschen? Für uns, für alle. Ohne diese rosarote Langeweile allerdings, die wir üblicherweise mit dem Himmel assoziieren. Schöne, friedliche, spannende, lustige, lebendige Glückseligkeit. Zufriedenheit. Ganzheit.

Deute diese Worte für dich. Kannst du alles haben. Jetzt.

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EDIT:
Anmerkungen:
– Das Wort Étagère ist in Deutschland praktisch unbekannt, anders in der Schweiz, wo es recht verbreitet ist (zumal ja hier (fast) alle französisch lernen).
– Dieser Text, vor allem der Anfang, spaziert ein wenig durch satirische Gebiete.

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25 Kommentare zu „Étagère“

  1. „Warum brauchen andere keine Antworten?, frage ich mich. Weshalb könne andere ohne Erkenntnisse leben? Wieso gelingt es andere, ohne dass sie die Zusammenhänge verstehen ihren Alltag zu meistern? Falsche Fragen allesamt. Müßige auf jeden Fall. Was muss es mich denn schon interessieren, wie andere lebe, leben können?“

    Liebe Soso, dann darfst Du Dich aber auch nicht fremdschämen, wenn Leute nach Worten fragen, die Ihnen unbekannt sind, denn schließlich wollen Sie damit ja Antworten und die Dinge verstehen :-). Ich finde es ganz okay zu seinem Unwissen zu stehen und es gehört in meinen Augen mehr Mut dazu, dass zuzugeben, als einfach Kopfnicken und so tun als hätte man alles verstanden. Ist nicht bös gemeint!

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    1. liebe mietze

      da hast du voll gut hingeguckt. stimmt. (ich bin da ein bisschen auf die satireschiene gerutscht, weisst du. 🙂 das mit dem fremdschämen und so).

      ja, nichtzuwissen und es zuzugeben, braucht mut. mich dünkte halt, sie hat sich so in ihrem nichwissen gesuhlt, drum mein diesbezüglicher kommentar – das fand ich eben dumm. eine folge von nichtwissen vielleicht irgendwie, einfach gesagt.

      die „andern“ sind in diesem fall hier ein paar ganz bestimmte menschen, an die ich beim schreiben dachte. auf die das eben zuzutreffen scheint. ist es aber wahrscheinlich nicht. drum eben: falsche frage, die ich da stelle …

      danke fürs feedback!

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  2. Liebe Soso,

    ich wusste übrigens auch nicht, was ein Étagère ist. Klar hört man, dass es etwas mit Etage zu tun haben muss, aber es kann ja alles mögliche bedeuten. Ich finde übrigens, dass Unwissenheit nichts mit Dummheit zu tun hat, darüber habe ich oft nachgedacht. Und ich kenne auch niemanden, der keine Antworten sucht und die Zusammenhänge nicht verstehen will, allein schon deshalb, weil ein Mindestmaß am Erkennen von Zusammenhängen lebensnotwendig ist.

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    1. liebe sherry

      in deutschland wird das wort (femininum) auch kaum verwendet, ich kenne es nur aus der schweiz, doch da relativ oft (bei pflanzen zum beispiel). siehe EDIT im artikel. aber dass eine verkäuferin ein quäntchen allgemeinbildung hat, ist wohl doch ein bisschen zu viel verlangt, hm?

      und ja, dummheit und nichtwissen sind natürlich zweierlei. ich bin da, wie schon bei mietze geschrieben, zeitweilig in die satire gerutscht (nicht unabsichtlich). siehe EDIT!

      danke fürs feedback und mitdenken. 🙂

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    2. Da bin ich aber froh, dass du das nur satirisch meintest, weil ich zuweilen sehr viele „gängige“ Wörter einfach nicht kenne, was ich überhaupt nicht schlimm finde. 😀 Ich frage dann einfach, ich tue das auch gerne, weil andere Menschen einem auch gerne etwas erklären. Das ist zumindest meine Erfahrung.

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  3. ich finde, es macht eben schon einen unterschied, wie nachgefragt wird. na ja, für dummheit kann ja keine/r was. (was natürlich so nicht ganz stimmt, denn auch wenig intelligente leute, können sich weiterbilden).
    jedenfalls können wir uns immer so oder so über etwas informieren, können klug oder doof nachfragen. das war hier gemeint.
    🙂

    ja, die meisten menschen erklären gerne. so auch meine erfahrung. noch lieber finde ich aber dennoch dinge, die ich nicht weiss, selbst heraus. internet oder bücher oder lexika sind dafür genial.
    mag sein, dass ich mich für mein unwissen schäme, eher aber ist es, weil ich so die menge der informationen besser steuern kann und eben auch da und dort vergleichen.
    gut, so an der kasse kannst du das nicht, zugegeben …

    liebe grüsse, soso

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    1. Hm, ich weiß ja gar nicht, was eine dumme Frage ist, wenn sie denn ernst gemeint ist. Ich finde übrigens das Lernen über andere Menschen, durch’s Erklären, durch das Sehen von Mimik und Gestik, durch das Erleben der Erfahrung des anderen Menschen und die menschliche Zuwendung bei dem Prozess sehr wertvoll. Wäre das anders, könnte man alle LehrerInnen ja im Grunde durch Softwarelernprogramme ersetzen, weil’s theoretisch den selben Effekt hätte {hat es aber nicht, das ist ja das Interessante, die menschliche Interaktion scheint also wichtig beim Erfassen und Erfühlen von Wissen zu sein}. Internet und Weiterrecherchieren kann man dann nochmal für sich zur Vertiefung machen.

      Ich habe einmal ein wunderbares Buch gelesen über die Entfremdung des Menschen zu dem, was er lernt. Das hatte ich damals im Abitur, leider habe ich den Namen vergessen. Da ging es genau um diese Prozesse, dass wir durch neue Medien immer mehr das Wissen als zweidimensionale Information abspeichern, aber nicht als echte Lebenserfahrung, als Dingliches und Anfassbares. Ich merke leider selbst, wie ich immer öfter mein iPhone auf der Straße zücke, anstatt eine Person, wie damals, nach dem Weg zu fragen. Das werde ich jetzt wieder beachten. Wir Menschen dürfen nicht vergessen, dass wir einander brauchen. Jetzt bin ich etwas vom Thema abgekommen. 🙂

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    2. ne, das ist nicht „vom thema abgekommen“. im artikel gehts ja letzlich um deutung und bedeutung von wahrnehmung, wissen, halbwissen und dem verknüpfen und verstehen derselben.
      ich bin wohl so ziemlich die autodidaktin was „abstrakte“ dinge betrifft (aber auch nicht ausschließlich) bei sozialen sachen lerne ich gerne und lieber von und mit menschen. das hat sich durch die neuen medien klar verändert, geb ich zu (straßen tu ich zuerst googeln, dann erst fragen, wobei früher wars eben karte lesen, bevor ich fragte).

      eine dumme frage ist nur die nicht gestellte, sagte einer unserer lehrer. ich würde echt nie lachen/grinsen, wenn jemand ernst gemeint etwas nicht weiß und wirklich wissen will. aber wenn sich jemand mit seiner unwissenheit brüstet, finde ich das eben einfach ziemlich dumm. wie schlimm ist dumm? 😉

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    1. wahrscheinlich ist es ein eher „altes“ wort oder eben regional bedingt? ist ja egal 🙂 mein artikel bezieht sich ausdrücklich auf schweizerische allgemeinbildung 😉

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    2. Jaja, aber im EDIT Anmerkungen hast Du’s für Deutschland als praktisch unbekannt … Obwohl Du Recht hast, denn das war nicht Deutschland.

      Altes Wort, wie Chaiselounge oder Kanapee – das wird’s wohl sein.

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    3. ach, es ist manchmal schon schwierig mit allgemeinen aussagen, die regional unterschiedlich sind. letztlich gehts ja nicht um das wort an sich, sondern um wissen, nichtwissen, dummheit und die deutung und bedeutung hinter den dingen und darunter. können wir es einfach dabei belassen? das wort ist nur ein platzhalter.

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  4. Ich stehe an der *Info* eines großen rot-gelb-blauen Geschäftes (das auch die Etageren verkauft)…nur ein paar Stunden die Woche „Gott sei Dank“
    denn, stünde ich da öfter, ich würde durchdrehen! Die Menschen schauen/suchen nicht mehr, sie fordern,wollen,fragen….und wenn ich dann beantworte: „In der ersten Etage“…..erwidern sie ungeduldig: ‚und wie komme ich da hoch?’…

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  5. zunächst und sofort gesetzt: I like it… ein ganz dickes, das aber die Kommentarleiste ohne meine Worte nicht anzeigt… und dann fiel mir gleich das Lied aus der Sesamstraße ein: wer nicht fragt, bleibt dumm… genau. Fragen und hinterfragen ist für mich so normal, wie die Tasse Kaffee am Morgen. Solange es Kaffee im Hause gibt und solange ich Kaffee am Morgen als normal betrachte.
    Vielleicht ist es schwierig i sich zuzulassen, dass es menschen gibt, die dies nicht so tun. Weil sie es nicht brauchen. Weil für sie nur der Kaffee am Morgen wichtig ist, das Dach überm Kopf… Fragen stellen hat auch etwas mit Intelligenz zu tun. Mit Intelligenz und Interesse. Am Sein, am Anderen. Menschen, die keine stellen, können vielleicht einfach nicht anders. Sonst würden sie es tun?

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  6. „Menschen, die keine stellen, können vielleicht einfach nicht anders. Sonst würden sie es tun?“
    ja, hat was. was man nicht kennt, vermisst man ja auch nicht. oder so.
    danke für deine zeilen 🙂
    herzlich, soso

    ähm, das like it. bekomm ich immer auch ohne worte zu sehen. du musst vielleicht bei dir schnell den browser aktualisieren, damit du es siehst? ist aber angekommen. danke!

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  7. Das einzige was ich dazu wirklich noch sagen will, ist, dass man seine eigene Intelligenz nicht zu hoch einschätzen sollte, auch wenn man sie natürlich immer überragend findet…. nur hört sie leider dabei auf, wenn man anfängt auf andere herunterzuschauen, damit man sich selbst besser fühlt…

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    1. ach, liebe mietze, du schätzest mich wohl ganz falsch ein. hab ich dich irgendwie verletzt?

      die essenz von diesem artikel ist nicht intelligenz – ja oder nein, sondern wie wir, als individuuen, deuten, was ist. es geht hier um die sehr persönliche wahrnehmung und bedeutung, die wir den dingen und begegnungen geben.

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    2. Nein, liebe Soso, ich habe es bewusst mit dem unpersönlichen „man“ formuliert, es hat sich auch eher auf die Kommentare hier bezogen. Ich empfinde es einfach als ungerecht, sich über Menschen lustig zu machen, die nicht soviel Zeit wie andere haben, die arbeiten müssen, die vielleicht Existenzsorgen haben und ja, die eben ein Dach über den Kopf wollen (wer will das nicht? ) und die haben leider nicht ständig Zeit Lexika zu wälzen und nach der Arbeit haben sie auch nicht wirklich Lust ihre geistige Bildung voranzutreiben. Manche müssen sich um ihre Kinder oder Eltern kümmern und haben tatsächlich keine Zeit über Gott und die Welt nachzudenken. Deswegen sind sie keine schlechteren oder dümmeren Menschen. Die Griechen konnten nicht umsonst soviel philosophieren, weil Sklaven die ganze Arbeit für sie verrichtet haben.
      Es gibt natürlich auch Menschen, die haben viel Zeit und wollen trotzdem nicht über alles nachdenken, ich find das nicht schlimm, jedem das Seine. Ich hab nur ein bisschen das Gefühl, dass hier die Stimmung eines Elitedenkens aufkommt, „wir die, die die Welt verstehen wollen und darüber nachdenken“, während es auf der anderen Seite dann die gibt, die in Euren Augen dumm sind und unintelligent. Das fand ich ungerecht.
      Ich möchte nicht sagen, dass ich besser bin, weil ich auch oft Menschen doof finde, aber das Herumgehacke auf dieser Verkäuferin, die sich eben ganz bewusst nicht auf die Ebene der Käuferin stellen wollte, finde ich ein wenig, naja… es erscheint mir fast, als würde die eine Seite die andere nicht verstehen, denn für mich ist die Satire der Geschichte, dass die Verkäuferin die Käuferin mit ihrem Getue blöd findet und sie ein bisschen provozieren will. So liest jeder die Geschichte ein bisschen anders. Und ich kann mir gut vorstellen wie die Verkäuferin sobald sie Feierabend hatte in ihrem blog von der blöden Käuferin schreibt 😉

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    3. danke fürs klären, da bin ich beruhigt. manchmal ist satire und ernst zu mischen nicht so einfach. ich jedenfalls habe mich ja im artikel auch besserwisserisch gezeichnet (also überzeichnet) – eben satire …

      schreibend wollen wir inhalte transportieren und stossen dabei immer an grenzen. an jene der „übersetzung“ vor allem. eben: es geht in allen bereichen um die deutung. von worten ebenso wie von verhaltensweisen.

      ich respektiere alle – auch menschen mit existenzsorgen (habe ich ja auch grad akut).

      schlaf gut und alles liebe für dich
      soso

      ps: dass die verkäuferin provozieren wollte, ist mir tatsächlich nicht eingefallen. das ist ja mal ein guter aspekt! dann wäre sie aber ganz schön schlau 🙂

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  8. Das Wort ist schon auch bei uns bekannt. es gibt ja diese Étagèren aus Porzellan für Pralinen oder Kekse etc..
    Hm, ich frage mich immer wieder:“ Wenn andere Menschen nicht so viel über das Leben nachdenken, ja, was denken die denn den ganzen Tag????? 😉
    Und wie kann man, wenn die Dinge brennen noch wegsehen und nicht darüber nachdenken?
    Ich weiß es nicht!

    ..grüßt dich Monika (die schon richtig angekommen ist im neuen Heim)

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    1. du kennst solche menschen auch? oh, da bin ich aber beruhigt. hab schon gedacht, ich sei die einzige, die solche menschen trifft *zwinker*

      ja, alle denken was und alle denken, dass das, was sie denken bedeutungsvoll ist, pauschalisiere ich hier mal. bedeutung ist relativ. tja.

      ich freu mich, dass du gut umgezogen bist! wie schnell du bist! gutes neueinrichten und wohnlichdichfühlen schon bald!

      liebe grüße, d.

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  9. Liebe Soso,
    ach weißt Du, ich halte Dich für einen total lieben Menschen. Deswegen war ich so irritiert über den Artikel, weil ich Dich darin gar nicht wiedergefunden habe, Satire hin oder her. Ich hoffe, dass es nicht der Auslöser war, dass Du jetzt keine Lust mehr zum bloggen hast, ich wollte Dich nicht verletzen oder so, ich war einfach nur ein bisschen sauer.
    Ich freu mich jedenfalls, wenn ich wieder von Dir hier lesen kann. Fühl Dich gedrückt

    Deine mietze

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    1. ach du, liebe mietze, es kommt grad so viel zusammen.
      der letzte text – das war auch ganz ich, mehr noch als in andern sogar, oder tiefer. wunder auch.

      ich bin viele und lasse mich, wie sherrys akeem viel zu oft dazu verleiten, nur die netten, gefälligen seiten zu zeigen. nenn es scham. selbstschutz wohl auch.

      (ich hatte aber tatsächlich bei jenem text den eindruck, dass die essenz des textes kaum reflektiert (bemerkt?) wurde.)

      mach dir aber bloss kein gewissen, du seist „schuld“. so viel
      macht haben die kommentare und kommentatorinnen denn doch nicht über mich. ich nenne es blogmüde. darf ja auch mal sein.

      deine rückmeldung tut mir dennoch total gut, du liebi. 🙂

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