undurchdringlich # 1

Undurchdringlich liegen sie da, die
Folien. Undurchdringlich, un-
erträglich dicht. Blickdicht. Wenn
ich sie bewege, ein wenig nur, hin und her, und
sie neu ordne, aufschüttle wie
eine Bettdecke, neu
arrangiere … Auf einmal sehe
ich zwischendurch. Neue Farb-
mischungen an der Wand.

– Schnitt –

Kürze! Da – nimm die Schere. Das Messer. Schneide weg, was zu viel ist. Säble weg. Na, mach schon.

Ja. Aber. Was denn noch? Hab ich doch schon. Ist doch alles wichtig, was noch da steht.

Noch tausendfünfhundert Zeichen zu viel! Zu lang! Kürze!

– Schnitt –

Beim nächsten Artikel mache ich alles anders. Gaaanz anders. Zuerst schreibe ich, statt als Rohstoff und Ausgangsmaterial ein Brainstorming mit zig spontan aufgeschriebener Details zu verwenden, nur Stichworte auf. Nur die Knochen. Die Essenz. Das Gerüst. Statt mit viel fange ich das nächste Mal mit wenig an. Wie die Töpferin. Nicht wie die Bildhauerin wie bisher, die wegklopft, was zu viel ist. Weil sie sieht, was darin sitzt, was darunter, dahinter wartet und befreit werden will.

War ich nicht immer schon eher die Steinhauerin denn die Töpferin? Habe ich nicht immer schon lieber ab- statt aufgetragen?

Und jetzt? Wage Neues!

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