atmen

Heute erteile ich Linard Bardill das Wort.
Ein Wort zum Tag und eins zum Leben auch gleich:

Die Zeit heile Wunden
sagt man
doch die Zeit heilt nichts
es ist das Vergessen
das uns wieder lachen
lieben und singen lässt

Darum lobe ich das Vergessen
es macht uns lustig
und hilft uns
die grimmigen grauen
Gedanken fahren zu lassen

Wie der Wein
wie der Schlaf
Wie der Augenblick
der nie schmollt
oder grollt
oder atemlos ist

Ich zähle meinen Atem
Es gibt keine Wunden
Es gibt keine Zeit
Es gibt kein Vergessen

Linard Bardill im November-Newsletter

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8 Kommentare zu „atmen“

  1. Liebe Soso,
    ich glaube, dass ich Schwierigkeiten mit dem mittleren Teil des Gedichts hatte. Aber vermutlich übersehe ich den Kreis, der geschlossen wurde, und der dann wieder in eine andere Richtung führt.
    Danke, dass Du nachgefragt hast,
    herzlich, mb

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    1. ich vestehe den text als die sehnsucht nach dem freisein von der bindung an zeit und raum, ausserhalb des schmerzes sein – in der gegenwart. aber das ist nur eine mögliche interpretation. gut, dass der text so viele ebenen anspricht und eben nicht ganz eindeutig ist.
      schön, dass du dich eingelassen hast.
      danke und herzliche grüsse
      soso

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