Sonne, Mond und andere Fragen

1.)
Vermutlich würde ich noch einmal richtig intensiv leben wollen, sollte der Arzt eines Tages sagt, dass … Vielleicht würde ich mit dem Liebsten eine letzte Reise wagen? Nach Australien-Neuseeland zum Beispiel. Und Schreiben würde ich. Ganz viel. Und ganz still werden. Vielleicht sogar anfangen, das Leben zu lieben, zu genießen. Vielleicht dem Tod, der mich holen will, dankbar sein dafür, dass er mir das Leben doch noch lieb gemacht hat. Ob ich mich dagegen wehren würde? Ob ich versuchen würde, dem Tod zu entkommen? Ich lebe auf diesen einen Moment hin: Endlich möglichst unbeschadet am Ende ankommen, glücklich auf mein Leben zurückschauen, das Lebensbuch zuklappen und sagen: Well done!

Zuweilen beneide ich „Menschen ohne Phantasie“, wie sie Marlen Haushofer in der Wand nennt. Sie müssen nicht über solche Dinge nachdenken.

Gibt es dieses Lied in allen Dingen wirklich, das alles verbindet? Oder ist alles aus purem Zufall entstanden und nichts hat einen tieferen Sinn außer den des Augenblicks, wie das Marlen Haushofer hinter der Wand erkennt und ihre Protagonistin schreiben lässt ? Meine Sehnsucht danach, dass alles eine sinnvolle Ursache hat, ist sehr groß. Ein Leben ohne solche mag ich mir einfach nicht vorstellen. Und tue ich es ab und zu doch, erfüllt mich größte Abscheu dem Leben gegenüber. Alles Tun und Sein wäre vergeblich und würde uns von jeglicher Mitverantwortung für die Welt entbinden.

2.)
Ich lese, also bin ich. Und immer werde ich Teil der Geschichte, die ich lese. Ich identifiziere mich mit Figuren, werde selbst zur Figur, lebe andere Leben als nur meins. Das eigene Leben ist nicht begrenzbar. Alle andern Leben, reale und fiktive (so es diesen Unterschied denn gibt) fließen an mir vorbei und durch mich durch. Wie Jostein Gaarder sinngemäß in Der seltene Vogel schreibt: Jeder einzelne Wassertropfen, der ins Meer fließt, ist nicht nur und nicht länger ein einzelner Tropfen im Meer, er ist das Meer. Und er war immer schon das Meer. Auch.

Ich bin nicht nur Teil des ganzen, ich bin das Ganze. Auch. Selbst im Spektrum aller Kontraste und Dualitäten. Sie sind nur Facetten des Ganzen. Ebenso wie alle Rollen, die wir spielen. Doch jetzt, und jetzt, und jetzt, wo ich diese Gedankenfetzen und Ideen in Sätze umforme, den Formen Namen gebe, zeigen sie sich als Teile. Um anschließend ihre Form wieder zu verlassen und eins zu sein …

All das schreitet durch die Tür meiner Wahrnehmung, zieht dort die Schuhe aus und setzt sich hin. Ich schaue und nehme für wahr. Manchmal bin ich überfordert. Zu viele Eindrücke.

Ich lese Siri Hustvedt. Was ich liebte. In Worte gegossene differenzierte, detaillierte Beobachtungen. Bilder, die auf eigenen Füßen stehen. Einfach nur ihre Worte zu lesen, ist das pure Vergnügen – die Handlung in ihrer Dramatik mal ausgeblendet. Jedes Wort stimmt. Nie schwülstig, nie auf Effekt angelegt. Schlicht, aber nie billig. Zwar eine bewusste Sprache, aber keine raffinierte oder eitle. Authentisch und unexhibitionistisch. Die Sprache transportiert den Inhalt so, dass der Inhalt optimal gesehen werden kann. Die Form stellt den Inhalt dar, Inhalt und Form sind eins.

Dem Ich-Erzähler gelingt es mehrheitlich, sich – obwohl er wesentlicher Teil der ganzen Geschichte ist – auszublenden, die Rolle des Beobachters und Chronisten auszufüllen. Das Ziel, endlich die Geschichte zu erzählen, die erzählt werden soll, stellt er höher, als seine eigene Befindlichkeit, die trotz des Dramas, das er zu verarbeiten hatte, wenig Raum* einnimmt. Dennoch: Kein Roman ist ein objektiver Bericht. Ein Roman erzählt die Sichtweise von Dingen aus einem bestimmten Winkel. Wie der zehnjährige Matt es nach einem Basemallmatch sinngemäß sagt:
Nur schon, wenn ich da statt dort gesessen wäre, hätte ich alles ganz anders erlebt.

(((Lies zwei Zeitungsartikel zum gleichen Thema: In aller vorgeblichen Objektivität wird Subjektivität sichtbar: Wo setzen die verschiedenen AutorInnen ihre Schwerpunkte, wenn die Fakten abgehakt sind? Sind sie kritisch?)))

Schreiben ist das Übersetzen von persönlich gefärbter Wahrnehmung in Buchstaben. Schreiben ist die Wiedergabe von verdautem Geschautem. Ein Schauen, das nicht aufhört sehen zu wollen, was dahinter wirklich ist, was wirkt, was einwirkt, was bewirkt, was ursächlich ist. Und eher was hinter als vor dem Vorhang ist, wirkt bei den Lesenden nach. Wiedererkennen tun wir uns, wenn der Spiegel klar ist. Dann sehen wir mit dem Herzen. Der ganze Farbkreis steht uns zur Verfügung. Alle Farben. Deshalb ist jedes einzelne Bild, das wir mit Worten, Pixeln und Pinseln malen eine Synthese. Ist Ausschnitt und ist alles zugleich. Spezifisch, also alle Details mit der ihnen eigenen Struktur, wiederzugeben, ist die große Kunst jeder Kunst.

Schreiben ist Leben, ist Malen mit allen möglichen Farben und Techniken. Wir arbeiten am sich stetig wandelnden Bild. Dabei lassen wir immer weit mehr weg, als wir sagen und schreiben können. Doch selbst was wir weglassen, ist Teil des Bildes. Des ganzen …

3.)
Sonne und Mond zu sein

Ich lese.
Verdaue Geschriebenes.
Bin Mond.
Reflektiere.
Folge.

Ich schreibe.
Verdaue Wahrgenommenes.
Bin Sonne.
Strahle.
Denke.

Du liest.
Verdaust Geschriebenes.
Bist Mond.
Reflektierst.
Folgst.

Du schreibst.
Verdaust Wahrgenommenes.
Bist Sonne.
Strahlst.
Denkst.

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* EDIT: Vom zweiten Teil des Buches an wird der Autor in seiner Befindlichkeit sichtbarer. Er resümiert frühere Erkenntnisse und überträgt sie auf die Gesamtzusammenhänge und sein Leben.

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24 Kommentare zu „Sonne, Mond und andere Fragen“

  1. Liebe Soso,

    aaah, nun liest du eins meiner Lieblingsbücher! schöne Worte hast du für die Schreibweise von Frau Hustvedt gefunden! Es war zunächst auch bei mir die Sprache, in die ich mich verliebte, später in die Geschichte selbst und in all die beschriebenen Kunstwerke … manche sehe ich noch vor mir! Für mich ist es noch immer das beste Buch von ihr.

    Die Lebensfreude … wohnt im Weit, sowie auch die Liebe, das Mitgefühl, der Mut- Angst, Neid und Gier im Eng … dachte ich gestern- seit Anfang des Jahres ist mein Thema die Weite, aber wie das so ist, wenn man ins eine hineingeht möchte, muss man die Kehrseite betrachten, sich beobachten, wo man eng wird, wo weit und dann das Ziel nähren …

    dein Gedicht mag ich und mal bin ich Sonne und mal Mond und mal weit und mal eng, alles ist Willkommen, alles zusammen macht mich reich-

    genieße den Sonntag
    herzlich grüße ich dich
    Ulli auf dem Weg zur Höri (Halbinsel im/am Bodensee)

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    1. am bodensee ist heute auch freundin m., vielleicht sehr ihr euch „zufällig“!

      danke für deine zeilen. ja, wie sie kunstwerke, besonders die von bill, beschreibt, grenzt an magie.

      der anfang von teil zwei hat mich buchstäblich umgehauen. darauf war ich nicht gefasst – trotz der gut gestreuten vorzeichen. nun bin ich gespannt auf den rest (bin in der mitte ungefähr).

      herzlich, d.

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  2. Hallo Soso

    Ich würde den Glauben an was auch immer nicht aufgeben.
    Denkt man sich die Wissenschaft, so wie sie sich heute noch gibt, konsequent durch, bleibt tatsächlich nur noch eine rein mechanische zufällige Welt.
    Das heisst jetzt nicht, dass die Wissenschaft und ihre Methoden falsch sind.
    Schliesslich tippe ich hier gerade in eine Wundermaschine, die ich dieser Wissenschaft verdanke. Aber. Die Wissenschaft hat ihre Grenzen, über die sie so nicht hinaus kommen kann. Da wo Leben anfängt versagt ihre Mechanik.
    Vor lauter ganz Objektiv bleiben, vergessen viele Wissenschaftler manchmal das Denken. Es bleibt ein reines abzählen und messen. Es werden Studien über Studien gemacht, die nicht mehr sind als reines Abzählen.
    Ich finde es lohnt sich dem ehemaligen Leiter des Max Plank Institut zu zuhören dem Hanspeter Dürr. Er ist für mich ein neuer Wissenschaftler. Wenn ich ihm zuhöre bin ich zuversichtlich, dass wir nicht in der rein mechanischen Ecke stecken bleiben werden. Es ist nicht nur ein Genuss ihm zu zu hören. Mit seinen Engelslocken bietet er auch rein Optisch einen Genuss.
    Einfach Googeln er ist nicht zum übersehen ! (-;
    Die Quantenphysik hat uns gezeigt, dass reine Objektivität nicht mehr weiter hilft. Obwohl die Quantenphysik noch keinen Schritt in den Bereich des Lebendigen gemacht hat, sieht jede moderne Physikerinn ein, dass alte Dogmen im Weg sind, wenn Frau/Mann weiter verstehen will.

    Natürlich ist das jetzt nicht so wirklich eine Antwort auf alles was Du geschrieben hattest. Ich habe ja alle die Bücher von denen Du schreibst nicht gelesen. Aber ein bisschen war da schon die Frage nach mehr als nur Materielles…

    Liebe Grüsse
    patrick
    von den Kieselsteinen

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    1. du trifftst den kern meines „dilemmas“, lieber patrick.
      die wissenschaft nährt meinen wissensdurst aber nicht den seelenhunger nach „mehr“. quantenphysikalische ansätze faszinieren mich auch schon seit langem.
      im buch der hustvedt, das ich grad lese, sagt leo, der ich-erzähler und relativ „nüchterner“ mensch, kunsthistoriker, dass er den tod eines lieben menschen zwar „weiss“, aber nicht glaubt.
      wie im artikel „kontraste“ schon thematisiert und auch hier im obigen text, ist mir je länger je klarer, dass das eine ohne das andere nicht geht. weil alles verbunden ist.

      ich denke, ahne, dass du das ähnlich wahrnimmst. danke für deine zeilen!

      herzlich, soso

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    2. ich lese gerade, dass dich auch die quantenphysik interessiert, da habe ich doch einen Buchtipp für dich: der quantensprung des denkens von natalie knapp- habe ich gerade selbst empfohlen bekommen und liegt nun hier, muss aber noch warten, da ich mich gerade mit der vergessenen generation beschäftige … eins nach dem anderen

      herzlichst ulli

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    3. du liebi, falls du den tipp an mich gibst: faszinieren tut sie mich, ja, aber drüber noch mehr lesen? nein, danke, weisch, ich lese ja seit einiger zeit keine sachbücher mehr.
      merci trotzdem für den tipp.
      herzlich, soso

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    4. Lieber Patrick,

      die „Wissenschaft“ ist auf dieser Ebene nur am spekulieren und weiß es auch. Und wenn einer von diesen Wissenschaftlern behauptet, er habe das Wissen oder könne in irgendeiner Weise belegen, dass alles nur Zufall sei, dann lügt er schlichtweg oder ersäuft in seiner eigenen Arroganz. Selbst der größte Kopf dieser Jahrzehnte – Steven Hawkins – der der größte Atheist schlechthin ist, spricht immer nur von seiner Theorie, seiner Annahme und seinen für ihn logisch konsistenten Erklärungsansätzen und nicht von der Wahrheit/Realität oder gar von Wissen. Ich finde auch generell, dass man Wissenschaftlern Unrecht tut, wenn man behauptet, sie würden nicht nachdenken, sondern nur messen. Sicher gibt es einige, die genau so handeln, aber ohne eine echte Theorie und einige sinnvolle Vorüberlegungen und Hypothesen und dem echten Willen, seine eigenen Hypothesen dem Scheitern auszusetzen, darf man eigentlich kaum in renommierten Journals irgendetwas veröffentlichen. Und gerade Wissenschaftlern wird in ihrer Ausbildung kritisches Denken beigebracht, immer wieder müssen sie runterbeten, dass es sich bei ihren Theorien lediglich um Modelle und verzerrte Abbilder der Realität handelt – nicht mehr und nicht weniger. Nur ist es so, dass diese Abbilder zumindest weitaus tiefer, präziser, inniger überprüft und durchdacht worden sind, viel systematischer und störrobuster, als wir es als Laien je könnten. Auch war nie von Objektivität die Rede, weil wir Menschen Objektivität niemals leisten können – aber zumindest kann man von intersubjektiver Nachvollziehbarkeit zwischen den Wissenschaftlerin (Kenner einer bestimmten Materie) sprechen.

      Bevor ich Wissenschaftlerin wurde, habe ich über Wissenschaft und Studien ähnlich gedacht wie du und einige andere, die Angst haben, man wolle ihnen den Zauber rauben – bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich selbst in diesem „Dilemma“ saß und gelernt habe, wie diszipliniert man eigentlich denken muss, gerade das Denken und Planen und Vorüberlegen und zigtausend Eventualitäten (Störvariablen) einfangen ist so unglaublich schwierig und zeitaufwändig, dass ich dir leider überhaupt nicht zustimmen kann in deinem Urteil über Wissenschaftler.

      Natürlich hat die Wissenschaft ihre Grenzen, vielleicht sogar noch viel mehr Grenzen als der Nichtwissenschaftler, weil Wissenschaft sich selbst Grenzen setzt. Nichtwissenschaftler hingen können an alles Mögliche nach Belieben glauben, einfach weil es ihnen gut tut oder weil es in ihr Lebenskonzept passt. Der Wissenschaftler hat diesen Luxus leider nur im privaten Bereich, nicht aber im Labor. Doch was er im Labor entdeckt, lässt ihn im privaten Bereich leider irgendwann nicht mehr los, deshalb wird er einen großen Kampf führen, immer und immer wieder. Das ist der Punkt, an dem Wissen zur Belastung werden kann.

      Lieben Gruß,
      Sherry

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    5. liebe sherry
      das sind äusserst spannende ergänzungen. ich danke dir herzlich.
      in der tat ist es mir nicht wirklich bewusst gewesen, wie dieser innere kampf aussehen könnte, der dem von kunstschaffenden letztlich ähnelt, da beide einer ganz bestimmten „sache“ (erkenntnis, „wahrheit“, etc.) auf der spur sind. suchende und forschende beide! zwar sind gewiss nicht alle wissenschaftlerInnen so selbstkritisch und gründlich (auch nicht alle kunstschaffenden), und viele verlieren diese intensität im laufe des desillusionierenden lebens …
      deine gedanken machen mich irgendwie zuversichtlich.
      ich danke dir dafür.
      herzlich, soso

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    6. Wissenschaft ist aus dem Hunger entstanden die Welt, das Leben begreifbar, erklärbar zu machen, Kunst und Religionen gehören für mich zum selben Kreis. Alle drei nähern sich von verschiedenen Seiten und es ist äusserst spannend sie zusammenzubringen.
      Bei allen dreien mag ich keinen Dogmatismus, wir können immer nur sagen: soweit, wie wir es bis hierhin verstanden/ergründet haben.
      Andererseits mag ich ja auch die Felder, die bis heute nicht messbar, nicht erklärbar sind und uns mit Mythologien beschenken.

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  3. Mir ist es auch sehr zuwider, zu denken, alles sei purer Zufall, nichts habe einen wirklichen Sinn(eszusammenhang), wir seien Neben- und Abfallprodukte des Universums. Das erstaunt mich immer wieder, dass ich Angst vor diesem Gedanken habe, wo sich doch eigentlich am Ablauf des Lebens nicht wirklich etwas ändern würde, alles wäre wie gehabt – eigentlich. Wäre da nicht unser Bewusstsein, das mit so einer „Wahrheit“ oder „Erkenntnis“ vielleicht nicht gut umgehen könnte. (Andererseits bin ich ja Deterministin und bin dadurch auch nicht zu einem resignierenden Menschen geworden … Hm! Schwer.)

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    1. ach, liebe sherry, ich glaube, ähm, ich weiss, was du meinst. es wäre ja nicht anders, das leben, aber es würde sich eben anders im bewusstsein anfühlen. die wahrnehmung, so unfassbar sie ist, ist letztlich die wichtigste türe unseres lebens. alles kommt durch sie hindurch, was uns geschieht und was wir tun. was wir denken auch. vielleicht ist die wahrnehmung eine art drehkreuz-türe?

      das leben ist voller paradoxa. wir lieben, obwohl es gefährlich ist, weil wir wissen, dass lieben auch verlieren einschliessen. aber wir tun es trotzdem, weil sonst leben sinnlos wäre. sinnlos und gefährlich – müsste ich hier wählen, wäre mir das zweite lieber.

      herzlich, soso

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    2. Ja, liebe Soso. Wie du weißt, habe ich Beides in mir. Mein Vater war Musiker und durch und durch Künstler. Ich selbst habe Klavier gespielt und schreibe etc. (wenn auch eher so, dass ich mich dem nicht so ganz widme. Ich hätte um Haaresbreite auch den anderen Weg gehen können, weil ich beides liebe). Ich kann dir als eine, die beides ein wenig in sich hat bestätigen, dass die Motivation, die Schaffenskraft und auch die Liebe eines Wissenschaftlers sehr verwandt ist mit den Motivationskräften eines Künstlers. Deshalb habe ich die beiden immer als verwandt angesehen, auch wenn beide eineinander mit größter Skepsis betrachten. Ich wünschte, beide würden sehen, dass sie das Selbe umkreisen, nur mit anderen Mitteln und Werkzeugen.

      Ich weiß, dass einige neue Disziplinen mit sehr großer Arroganz auftreten: zu diesen zähle ich einmal die theoretischen Physiker und einmal die Neurowissenschaftler. Aber die holen sich sehr oft gegenseitig wieder auf den Boden der Tatsachen, deshalb mache ich mir da noch keine großen Sorgen.

      So, mein Magen knurrt jetzt ganz animalisch und unfeinsinnig. Essen ist fertig! 😀

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    3. Hallo Sherry

      Tut mir Leid, ich habe zu spät gesehen, dass Du mir geantwortet hattest.
      Ich freue mich, dass Du Wissenschaftlerinn geworden bist.
      Ich bin immer bereit mich überraschen zu lassen.
      Ich persönlich hatte im Gymnasium sehr schlechte Erfahrungen gemacht und habe die Schule zwei Jahre vor Ende verlassen.
      Seit her träume ich von einer Uni, wo auch Strauchler wie ich willkommen sind.
      Dass Du Dir so viel Mühe gemacht hattest mir zu antworten zeigt doch, dass Du nicht gemeint warst mit meinem Pauschal Angriff.
      Inzwischen gebe ich Computerkurse an der ASZ in Zürich. Eine Schule von Migranten und Sans Papiers gegründet. Dort fühle ich mich wohl, da ich mich selber auch als Sans Papiers fühle ohne Matur ohne Lehrabschluss.
      Dort geben übrigens immer wieder auch Studentinnen und Studenten Kurse.
      Vielleicht liesst Du ja die Zeilen trotzdem noch.
      Also alles Gute als Wissenschaftlerinn.

      liebe Grüssse
      patrick

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    1. du liebi, ich verstehe gut, was du meinst. inklusive hunger …
      apropos: kennst du amélie nothombs „hunger auf leben“ (ihre biografie der ersten zwanzig jahre)? passt zum thema.

      mir wird bei dem, was du über wissenschaftlerInnen schreibst, klar: alle kochen mit wasser und alle scheissen gleich (war mal so ein runing gag bei einem exchef/künstler).

      e guete appetit und herzliche grüße, soso

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  4. Zu 1) Wir verlassen uns besser nicht darauf, dass der Gedanke an den Tod das frei gewordene Leben zurück bringt. Ich sehe es gerade bei einer lieben Freundin, bei der Krebs diagnostiziert wurde. Sie ist voller Angst und darüber hinaus einfach auch zu krank, um das Leben und die Möglichkeiten, die man vielleicht oft nicht wahrnimmt, zu erkennen. Wenn man den Gedanken an die eigene Endlichkeit zulässt, sollte man eigentlich schon anfangen, anders zu leben, besser. Wenn der Gedanke zur konkreten Möglichkeit wird, ist es vielleicht zu spät. Warum ist es nur so schwer, uns über die Eingrenzungen und Erwartungen durch andere hinwegzusetzen und uns das Beste zu holen, was das Leben zu bieten hat?

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    1. liebe a.

      ich danke dir für diesen kostbaren gedankenstrang, den du da anschiebst. warum uns „die andern“ hindern, unser leben zu leben? vielleicht ist es nur ein gutes alibi? weil uns der mut fehlt?

      deiner freundin wünsche ich ein möglichst schmerzfreies abschiednehmen und frieden zu finden mit dem, was ist.

      herzlich, soso

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  5. Nach einer Weile „Intensivleben“ will ich eine Zeit der Ruhe haben, keine neuen Möglichkeiten vom Leben geboten bekommen. Einfach SEIN ist das Größte dann. Irgendwann geht es weiter- oder auch irgendwann nicht mehr….
    Gruß von Sonja

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  6. Danke für deine Gedanken und für das Gedicht, Soso. Menschen, die weniger wahrnehmen, die nicht so durchlässig sind, haben es einfacher, denke ich oft. Aber ihnen entgeht auch soviel – doch sie merken es ja nicht einmal, also vermissen sie auch nichts. Dennoch möchte ich nicht mit ihnen tauschen und du sicher auch nicht.

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    1. nein, ich möchte, trotz allem, mit niemandem tauschen. und dass du siri hustvedt auch magst, wundert mich gar nicht. so wie du die welt siehst und deine eindrücke verbloggst, ahne ich, dass wir einen ähnliche „blick“ auf solches haben. danke für deine vielen kommentare und likes auf meinen diversen virtuellen spielplätzen. schön, bist du da!

      herzlich, soso

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