Literatur einmal anders

Gestern Abend in der Galerie Prisma. Wir genossen Literatur. Texte von Tucholsky. Doch für einmal nicht in Form einer klassischen Lesung, sondern als literarisches Cabarett.

Texte und Lieder, die Tucholsky für und über Frauen (und Männer) geschrieben hat. Interpretiert wurden die Texte und Lieder von Silvia Bervingas (als Margot Müller im vorletzten saarländischen Tatort bekannt geworden) und Helmut Hofmann (Piano). Eine geniale Vorstellung!

Er telefoniert (vorher):

IMG_3514_smSie telefoniert (mitten in der Vorstellung):

IMG_3508_be_smIch schreibe (nach der Vorstellung):
Das Rauschen der Stimmen
Kanon aus Wörtern
neue Melodien
so noch nie gewesen
immer ähnlich
nie gleich
Wörterrausch
und Champagner im Blut
Gespräche sprudeln
und gewinnen an Tiefe
die reden,
verlassen in Wortbooten das Ufer
spülen dem offenen Meer zu
die Paddel im Boot
lassen sie sich treiben
Kontrolle wie lose Seile
spröde Seile, die genauso lange halten,
wie wir sie nicht überstrapazieren
ungefragt zerreißen sie sonst
und nun ist da Meer – uferlos
wir alle mittendrin
Gespräche zerrinnen durch die Ritzen
Stimmen
verstummen
unbestimmt
(verstimmt oder stimmig)
akustischer Leerraum
kurz
Stille
nun wieder Fülle
Wörter tanzen erneut
ich ersehne das Ufer
Mein Kopfkissen. Das Bett.
Bin ich müde!
Lass uns heimgehen, Liebster!

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Bilder:
undogmatische Appspressionismen (iPhoneArt mit Gimpunterstützung).

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