Über das Nachdenken nachdenken

Im Buch „Briefsteller“ von Schischkin lese ich, wie die Soldaten in China sich ständig beschäftigt haben, um nicht ins Grübeln zu kommen. Um nicht durchzudrehen.

Na ja, nicht grübeln geht wohl nicht und zu viel macht krank. Das individuelle Maß an persönlicher Grübelei zu finden, ist eine große Herausforderung.

Die eine oder andere kleine und große Frage muss ich mir stellen, auch wenn die Antworten darauf sich im Laufe der Jahre verändert haben.

Sich dem Nachdenken zu verweigern, sich das Grübeln zu versagen, befreit von Ethik, Verantwortung, Moral und Gewissen – eine Freiheit, die ich nicht anstrebe. Macht nun umgekehrt übermäßiges Grübeln moralisch und gar missionarisch? Depressiv zu werden ob zu vielen Nachdenkens, ist eine weitere Option.

Das Leben muss uns, um es leben und verstehen zu können, irgendwie fassbar werden. Und da sind Fragen unvermeidbar.

Selbst Kinder stellen Fragen. Kinder grübeln über andere Dinge nach. Wie weit sie buddeln müssen, bis sie die Mitte der Welt erreicht haben. Und warum-warum-warum die Welt …

Warum? Warum auch nicht!

Doch jetzt packe ich besser mal meine Sachen fertig für die kleine Reise in die große Stadt. Warum? Darum!

18 Kommentare zu „Über das Nachdenken nachdenken“

  1. das neue outfit passt zum frühling. gefällt mir gut.
    und fragenkreisläufe sollte man ab und zu mit reisen in die große stadt unterbrechen. gute reise! und anregenden aufenthalt. habe gerade gelesen, dass momentan eine ausstellung mit werken von valie export dort stattfindet….

    1. herzlichen dank fürs kompliment und den ausstellungstipp. mal gucken, obs passt und was frau freihändig schon eingefädelt hat. am samstag gibts ein konzert mit p.a.s., unsern new yorker freunden, die zu besuch in berlin seien, sagte jürgen.

      ja, immer denken und nachdenken und grübeln geht ja nicht und reisen helfen da oft, die kopfkreisereisen aufzuweichen.

      ich freue mich auch, weil ich noch gar nie in berlin war … 😉

    1. ich habe es sogar schon vor einer woche oder so erwähnt. kein buch zum schnellen lesen. es ist relativ schwer verdaulich, obwohl es leicht zu lesen ist.
      die geschichte geht unter die haut.
      aber ich liebe die bildhaftigkeit und die fühlbarkeit des geschriebenen!

      ich wünsche dir gute lektüre dabei.

      herzlich, soso

  2. Das Mittelmaß ist wohl das Maß aller Dinge.:-)

    Feines neues Frühlings-(blog)-kleid.

    Ich wünsche euch einen schönen, hoffentlich sonnigen Kurztrip.

    Liebe Grüße, Szintilla

    1. danke für das outfit-feedback 🙂

      ist das mittelmaß das maß aller dinge? für alle? bei lakritze fand ich mal einen tollen link über die normalverteilung/das mittelmaß und so weiter. spannend. es wird immer solche brauchen, die den berg (die mehrheit) in der mitte vom rand her stützen. und wenn die wegfallen, purzeln von der mitte welche nach aussen … 🙂

      hach, ich spinne ein wenig rum. auf dem einsamen gehöft ist herrlichster sommer und ich soll dich auch von jürgen lieb grüßen.

      🙂

      1. Ist das Mittelmaß das Maß aller Dinge? Für alle?

        NEIN! Niemals nie nich immer pauschalisieren! 🙂
        Die Mitte, die Balance kann nur Orientierungspunkt sein, da wir alle individuell sind. Aber je weiter wir uns von der Balance entfernen, umso schwieriger wird es. Es ist die Frage: Wie viel Schwierigkeit bin ich bereit zu bewältigen?

        Liebe Grüße zu euch, Szintilla

        1. beim lesen deines kommentars habe ich eine kinderwippe vor mir gesehen. einmal oben, einmal unten. 🙂

          mitte finden ja, aber am besten die eigene!

          das maß an schwierigkeit können wir leider meist nicht selbst bestimmen … aber wir bestimmen zum glück unsern umgang damit.

    1. ja, nachdenken und grübeln sind zwei dinge, aber für mich zwillingsschwestern sozusagen. und die eine hat mich schon oft an die andere weitergereicht.

      und ja grübeln und depression sind bei mir auch sehr nahe verwandte.

      vielleicht habe ich es missverständlich geschrieben und es ist so rübergekommen, als sei nachdenken und grübeln für mich identisch? war nicht absicht …

      danke für die lieben wünsche, bin gespannt auf die große stadt. ist halle weit weg? wenn nicht, könnten wir dich ja endlich mal treffen?

      winkewinke!

      1. Geschwister sind das Nachdenken und das Grübeln sicher – aber Zwillinge? Bei mir jedenfalls nicht …

        B – HAL: Je nach Verkehrsmittel und Fahrstrecke könnte Halle sogar auf dem Weg nach/von Berlin liegen. Mit dem Auto sind es knapp 200 km (oder nur 160?), ich weiß es nicht.

        1. nennen wir sie zweieiige zwillinge … lach. ich verstehe aber schon, was du meinst.

          wegen vorbeireise: mal schauen. oder wir treffen uns in berlin? falls du lust hättest?

          wir mailen noch? aber erst fahren wir einfach mal los … ich war noch nie in berlin … 🙂

  3. Liebe Soso,
    ich mag das Grübeln, Nachdenken und Sinnieren sehr! Solange ich in der Lage bin, eine Grenze hin zur Verzweiflung (ob all der erlebten oder gelesenen oder gehörten Dinge) zu ziehen, kann ich das als Bereicherung empfinden. Und gerade fällt mir zur Verzweiflung etwas ein: das Gedicht von Erich Fried: „Lob der Verzweiflung“. Aber das ist vermutlich zu weit gesponnen … 😉
    Was ich außerdem mag, ist das neue Outfit Deines Blogs! Gefällt mir sogar sehr!
    Euch ein schönes Wochenende,
    herzliche Grüße von uns, Dieter und mb.

    1. danke schön für die lieben rückmeldungen. beim bloglayout war ich schon länger am suchen. vielleicht ist das mal wieder eine längerfristige lösung? wer weiß?

      hach, und ja das sinnen. denken. grübeln. eine jonglage mit vielen unterschiedlichen bällen – immer wieder neu. und manchmal fallen alle zu boden. dann heißt es eben neu anfangen.

      so ist leben immer auch kreisen … und wiederholung.

      herzlich, soso

      1. „Im Zweifel für den Zweifel / Das Zaudern und den Zorn / Im Zweifel fürs Zerreißen / Der eigenen Uniform / Im Zweifel für den Zweifel / Und die Unfassbarkeit / Für die innere Zerknirschung / Wenn man die Zähne zeigt“ (Tocotronic)

        Ich mag das Grübeln, Nachdenken, Sinnieren auch sehr. Und ich mag den Zweifel.

        Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

  4. siddharta fand seine mitte auch zufällig,an einem fluss sitzend oder liegend als eine Dschunke vorbeisegelte und er einen Ton vernahm den ein Musiker dort traf..oder so.—bevor die seite reisst hat er gedacht!

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