Gedankensplitter

Wieso ist eigentlich Reden im Zug erlaubt? Jedenfalls vor halb neun morgens? Heute ist es lauter als vorgestern. Die Ferien haben begonnen. Eltern mit Kindern machen Ausflüge – so früh schon sind sie munter unterwegs und wollen den Tag auskosten. Zwei Männer plappern viel zu laut über Nichtigkeiten, so dass ich mich in ein weiter entfernteres Abteil setze. Mein mp3-Player ist nicht laut genug, all diese Geräusche zu übertönen. Zumal ich heute ziemlich starken Tinitus habe und nur auf halber Lautstärke hören mag. Ich sehne mich nach meinem Bett. Habe nachts wachgelegen. Kopfkino. Möchte die Decke über den Kopf ziehen, schlafen, Morgenmuffelin ich. (Ob die Depressiven dieser Welt tendenziell morgens eher lieber länger schlafen und die LangschläferInnen dieser Welt tendenziell depressiv sind?)

All diese Gerüche in meinem Zugabschnitt. Muss man Menschen mögen um gerne mit ÖV zu reisen? Rechts von mir Handcrème. Weiter hinten etwas Saures, das an Salatsauce erinnert und gelbgrün riecht. Vor dem Fenster die typischen Emmentaler Häuser mit ihren hohen tiefen Dächern. Nur Häuser und Land. Grün und braun. In den Ohren Red Hot Chili Peppers. Ich träume mich nach Kalifornien. Alles besser als hier im Zug zu sitzen. Warum eigentlich? Weil mir schlecht ist vor Müdigkeit und ich Bammel habe vor all dem Neuen? Kinderlachen dringt durch den Musikschutzmantel. Glücklicher Familienausflug. Soo früh schon.

Wenn neue Leute einsteigen, hilft es, einen Hustenanfall zu haben (ein bisschen übertreiben dient der Sache durchaus). Das Abteil gehört mir allein.

In der Büropause blättere ich im Magazin der Tageszeitung. Von einem jungen Mann lese ich, der sich selbst – weil suizidgefährdet – in die Psychiatrie eingewiesen hat. Dort hat er doch einen Suizid versucht und ist nun zeitlebens behindert. Wie sicher ist die Psychiatrie?, wird gefragt und ein paar Seiten weiter lese ich, dass unsere Gesellschaft an einem kollektiven Heimatverlust leidet. Eine ganze Gesellschaft Heimatloser. Leider fehlt mir die Zeit, den ganzen Artikel zu lesen.

Ich werde dieser Tage von verschiedenen Teammitgliedern in meine unterschiedlichen Arbeitsbereiche meiner neuen Stelle eingeführt. Damit ich die vielfältigen Prozesse verstehe. Notizen mache ich von Hand, begreife, dass ich lesbar schreiben muss, damit ich später lesen kann, was ich geschrieben habe. Nicht nur lesbar, sondern auch logisch.

Am Abend im Zug so viele Leute, dass kein Hustenanfall nützt, zumal ich diesmal die Zusteigerin bin. Dennoch ist es ruhiger als am Morgen. Alle sind allein unterwegs. Und die Parfümgerüche vom Morgen haben sich zum Glück auch im Laufe des Tages verflüchtigt. Direkt erträglich ist es. Ich lese im angefangenen eBook weiter und stelle fest, dass ich mit dem langen Arbeitsweg schon weniger hadere als vorgestern.

Lesen hilft. Immer. Irgendwie.

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28 Kommentare zu „Gedankensplitter“

  1. Ah, dieses unfreiwillige Überfrachtetwerden mit dem Privaten anderer, dem Lärm und der Enge ist wirklich nicht schön! Ich stelle mir vor, wie es mir an deiner Stelle ginge und stelle fest, ich müsste mich auch gewöhnen an ÖV, bin ich doch die Freiheit gewohnt. Ich wünsche dir das nötige Maß an Ausblendungsfähigkeit und allezeit gute Bücher, Soso!

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  2. Geräuschen kann man vielleicht noch irgendwie entgehen, aber Gerüchen …? Das ist für mich immer eine wirkliche Herausforderung gewesen, ob nun am frühen Morgen in irgendwelchen Öffentlichen, wo sich Zahncremes mit Deos, Rasierwässern, Haargels und was weiß ich nicht noch allem vermischt, oder damals bei der Öffnung der Ladentüre, wenn die frisch geduschte und ondulierte Kundschaft sich über das gerade hübsch drapierte Obst und Gemüse hermachte, ja, da möchte man manchmal einfach alle Geruchsstoffe verbieten oder aussteigen …

    Der Hustenanfall hat mich übrigens sehr amüsiert 🙂

    schütze dich gut!
    und du schreibst es, heute war es schon anders als vorgestern und morgen ist wieder neu 😉

    bevor ich jetzt doof werde, höre ich hier auf
    herzlichst
    Ulli

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    1. daaanke. und es wird immer wieder anders sein.
      und doch möchte ich nicht nicht-riechen können, auch nicht taub und nicht stumpf sein.
      morgen fahr ich mit einer kollegin im auto mit. wieder anders wird das sein.
      das ist auch leben. und ja, guter schutz will geübt sein.

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  3. Oh, was Geräusche angeht, kann ich das verstehen, da fühle ich mich oft sehr reizüberflutet, aber ich glaube, das geht wirklich vielen so, vor allem morgens. (Ich bin übrigens auch ein Morgenmuffel). Aber Gerüche stören mich nicht, die machen mich eher sehr sehr neugierig. Da hab ich wohl nochmal Glück gehabt.

    Es wird hoffentlich leichter, liebe Soso. Wünsch dir einen schönen Tag.

    Sherry
    (die seit 5:30 Uhr wach ist, weil sie um die Uhrzeit eben am Besten lernen kann!) =)

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    1. gerüche stören mich auch viel weniger als geräusche. es ist einfach so, dass ich es als überflutung empfinde, das alles miteinander. und eben: einen zu frühen überfall auf meine sinne so früh am morgen. ich hoffe, dass ich diesbezüglich ein bisschen „unsensibler“ werde, ohne aber abzustumpfen.
      um halb sechs freiwillig zum lernen aufstehen? puh. wenns denn sein muss? aber das ist sicher auch nicht der dauer- oder gar idealzustand, wie ich annehme?
      🙂

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    2. Idealzustand ist es natürlich nicht. Meiner ist: nichts zu tun zu haben und sich erst einmal ein wenig gehen lassen, bis ich dann so meine Projekte finde. Aber ich merke auch, dass wenn ich außer „Hobbys“ sonst nichts zu tun habe, wird mir komisch. Ich brauche manchmal schon echte Herausforderungen, die mri auch gegen den Strich gehen, damit ich Widerstand leisten kann. Generell scheint es mir gut zu tun, ab und zu Widerstand leisten zu müssen.

      Also, ich stehe so gegen 6 Uhr auf, weil – und das wird dich wundern – Menschen zwischen 6-8 Uhr kognitiv am leistungsfähigsten sind. Und es ist wirklich so. Damit spare ich ca. elendiges Langstrecken von Pflichten am Tag total ein, weil ich morgens in 2 Stunden schaffe, was ich tagsüber sonst in 6 schaffen würde. 😀

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    3. nichts-zu-tun-zu-haben gibts bei mir kaum, ich habe (im privaten leben) immer eher zu viele ideen, drum fühle ich mich vielleicht auch in der klassischen arbeitswelt immer letztlich fremd und in eine rolle gesteckt, die nur teilweise meine ist. oder sich nur zu einem kleinen teil mit meinen wahren bedürfnissen deckt.

      wegen deiner aussage, menschen seien kognitiv zwischen 6-8 am leistungsfähigsten nur so viel: jede these und jede studie hat wohl irgendwo eine gegenstudie, vermutlich. dass deine studie für dich passt, freut mich. meine studie, die ich vor etwa zwei jahren gelesen habe und die ich oben zitierte, besagt anderes. vielleicht hängt es davon ab, wer die studien jeweils in aufrag gegeben hat? vermutlich lässt sich alles, was man beweisen will, irgendwie beweisen?

      es kommt durchaus vor (sehr selten zwar), dass auch ich morgens sternstunden und wahre gedankenblitze (zum beispiel für geschichten) habe, aber die regel ist es nicht. nicht bei mir. zu deiner studie wäre ich also die alles bestätigende ausnahme. „kognitiv leistungsfähig“ ist ausserdem nur ein kleiner teil des ganzen menschseins und hat nicht unbedingt mit der umfassenden befindlichkeit des menschen zu tun. selbst wenn ich nämlich um 7 kognitiv super drauf sein sollte, bin ich dennoch zu müde und zu dünnhäutig, um das auszukosten. für dich zum lernen (ich nehme an zuhause im geschützten raum?) ist es sicher auch noch mal anders – und vielleicht wahrlich genau das richtige?

      der idealzustand meines lebens? vielleicht so wie jetzt: ich sitze mit dem laptop draussen im schatten und werde an meinem manuskript weiter schreiben (aber ich denke, das ändert je nach tagesform …).

      danke für deine anstöße!!!

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    4. mit „nichts zu tun haben“ meine ich vor allem, dass ich nichts habe, was mit pflicht, deadlines, aufträgen zu tun hat. arbeit, uni, praktika also. sonst: natürlich findet man immer etwas zu tun, aber das sind dinge, die tut man dann halt für sich oder total freiwillig, ohne echten druck.

      ich finde arbeit deshalb oft trotz meines inneren widerstands und meiner faulheit gut, weil es mich lehrt, dass ich auch was schaffen kann, wenn ich gerade nicht schaffen will; und dass ich irgendwann doch etwas schaffen will, auch wenn ich es vorher nicht wollte. und z.b. ist es für mich auch etwas anderes, wenn ich in einem team arbeite und weiß, dass meine kollegen sich auf mich verlassen, als wenn ich mich selbst beschäftige. das sind für mich die positiven aspekte (und vieles mehr).

      weißt du noch, um welche studie es sich handelt? das würde mich sehr interessieren, wie die aufgebaut ist, welche probanden die genommen haben etc. pp. na, und so einfach geht das nicht, dass es zu jeder studie eine gegenstudie gibt. meistens konzentrieren sich folgestudien dann auf einen weiteren aspekt mehr und entdecken dann nochmal etwas, das etwas anders ist als die hauptstudie und müssen das erst einmal replizieren lassen von anderen. und *dann*, wenn die replikationen wirklich immer wieder den selben befund zeigen, kann man von einer echten gegenstudie sprechen. (oh sorry, will dich nicht langweilen.)

      mal so ein paar daten, die mir bekannt sind: menschen schlafen – so ganz vom natürlichen biorhythmus ausgehend – gerade im sommer i.d.r. nicht bis 10 uhr. sie schlafen natürlicherweise auch meistens nicht von 22.00 bis 8 uhr durch, sondern haben nachts oft eine wachphase von 2 stunden gehabt. hier ist es tatsächlich die lebensweise der leistungsgesellschaft, die das verändert hat, damit man tagsüber auch ganze 8 stunden fit bleibt (dabei sind 8 stunden schlaf am stück dafür gar nicht so förderlich).

      ich schätze bei dir eigentlich eher so eine kleine DHEA-/cortisolschwäche morgens. dass da deine stresshormone etwas länger brauchen, um eine spitze zu erreichen – wie bei mir. das haben „morgenmuffel“ oft als befund dann in der laborprobe so rumliegen, aber das beachtet niemand – schon gar nicht der arzt. ein anderer grund könnte auch sein, dass der wechsel zwischen REM und SW-schlaf nicht optimal ist: z.b. zu langer REM schlaf, zu kurze tiefschlafphasen. leider haben wir ja nicht jeder ein schlaflabor und können es testen.

      zudem kommt das künstliche licht. wenn wir wüssten, wieviel schaden dieses künstliche licht anrichtet, ich glaube, die meisten von uns würden es weglassen. ich sag nur: vergleich mal die krebsraten zwischen blinden und nicht-blinden. du wirst schockiert sein.

      oh, ich könnte noch soviel darüber schreiben! aber ich stoppe mal hier und würde mich total freuen, wenn du mir sagen könntest, welche studie das war! (falls du das noch im kopf hast!)

      zur arbeitswelt noch: für mich bedeutet das nicht, sich immer nur in eine rolle stecken zu lassen. ich bin nicht direkt ein anderer mensch, denn die arbeit habe ich mir ja dann auch im idealfall selbst ausgesucht. ich habe nur gewisse pflichten, die erledigt werden müssen, damit alles glatt läuft – für andere, für die, die etwas von meiner arbeit haben, neben dem chef sind das ja auch die menschen, denen wir dann „dienen“. ich glaube schon, dass man da selbst seinen platz finden kann, sofern man unter fairen bedingungen arbeitet und z.b. nicht gemobbt wird. das einzige, das einen etwas begrenzt ist nur, dass die anderen sich auf einen verlassen, weil die „güte“ der arbeit der anderen eben auch von meiner eigenen dann abhängt. aber das kann auch ein schönes gefühl sein, diese art der teamarbeit. ich hoffe, du wirst auf jeden fall bald immer mehr positive seiten daran finden. das würde ich dir zumindest wünschen, weil sonst kostet das viel energie. da hilft vielleicht wirklich eine umbewertung von arbeit. es ist keine beschneidung deiner persönlichkeit, sondern eine erweiterung. ich finde, dass arbeit und verantwortung an sich menschen meistens in einer art ausbilden, die sie reifer und größer macht. das muss natürlich nicht bei jedem der fall sein, aber bei den meisten beobachte ich das …

      lieben gruß!
      sherry

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    5. liebe sherry
      wie gerne würde ich dir sagen, was das für eine studie war. aber ich erinnere mich noch nicht mal mehr, wo ich sie gelesen habe. es war glaub ich eine zeitungsbeilage.

      spannend, was du da über ursachen sagst. danke für deine ausführliche anwort. bei mir ist es ja so, dass ich, wenn ich eben nicht genug schlafe, eine art überreizheit habe (eben vor allem auf sinnliche eindrücke und auf kunstlicht!!!) und dann wird es mir schlecht, ich bekomme kopfweh und fühle mich beengt.

      das ding ist eben auch, dass ich nicht schlafen kann, wenn ich schon um zehn ins bett gehe. dann liege ich einfach noch lange wach. am erholtesten fühle ich mich, wenn ich am stück ungefähr 5-6 stunden tief geschlafen habe und dann aber noch ein bisschen mehr schlafen kann. das mit dem nicht-früh-schlafen, liess ich mir mal erklären, habe mit einer cortisol-überproduktion zu tun, was für HSP (hochsesible personen) typisch sei. dass es länger gehe, bis das cortisol abgebaut sei. offenbar aber auch, um es für den tag aufzubauen, wenn ich dich richtig verstehe? spannend.

      in diesem aufgekratzten zustand habe ich immer das gefühl, neben mir zu stehen. nicht ich zu sein.

      was du über die umbewertung der arbeit sagst: das ist, was ich denke, dass ich tun sollte. ich möchte es so hinbekommen, dass ich mich und meine jetzige sicht dabei nicht abwerte, sondern einfach das ganze aus einer neuen perspektive handhaben kann – und mich aus der opferrolle befreien. ein prozess, für den ich aktuell wenig geduld mit mir habe. kommt aber hoffentlich noch.

      danke für deine impulse, ermutigunen und guten wünsche! das tut echt grad saugut … 🙂

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  4. Oh reden geht, da höre ich zu und mach notfalls einen Blog daraus. Wenn ich’s ruhig haben will im Zug, wähle ich den sogenannten Rugewagon. Dort ist Telefonieren, Filme gucken und Musik hören nicht erlaubt. Dort soll man sich still verhalten.
    Es ist erstaunlich. Alle verhalten sich ruhig außer der wichtige Geschäftsmann, der lautstark in die Tastatur seines Laptops hackt, 2-5 Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Alters und sozialen Status‘, die so wichtige Dinge mitzuteilen haben, dass sie doch telefonieren müssen, UNBEDINGT, und natürlich der oder die mit Kopfhörern, die es auch Mitreisenden im übernächsten Abteil erlauben, den Musikgeschmack des Kopfhörerträgers zu beurteilen.
    Da alle anderen sich ruhig verhalten, sind all diese Geräusche besonders gut zu vernehmen. Da sitze ich dann doch lieber unter ausflügelnden Familien und aufgeregt schnatternden Damengruppen, denn Gespräche stören mich nicht.

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    1. rugewagon hab ich noch nie gehört, bei uns gibts die schweigeabteile (wie sie in echt heissen, fällt mir grad nicht ein), wo ruhe gilt. aber eben, das ruhegebot auch nicht immer konsequent eingehalten wird. allerdings sind diese züge auf meiner strecke nicht dabei (die stecken eher in fernzügen, nicht in regionalen schnellzügen). in solchen abteilen bin ich schon zu den störenfrieden hin gegangen und habe auf das ruhezeichen hingewiesen. mit erfolg, obwohl ich bestimmt heimlich als puristin belächelt wurde. so what?
      (ich frag mich grad, ob mich andere schon verbloggt haben deswegen. wer weiss denn schon, was die andern alles in ihre iphones hämmern?)
      😉

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    2. „ich frag mich grad, ob mich andere schon verbloggt haben deswegen“
      Hihihi. Kann sein ja. Ich falle bestimmt auch manchmal auf.
      Und ja, natürlich bitte ich um Einhaltung des Ruhegebotes. Ich wundere mich eben nur, dass ich da Leute drauf hinweisen muss. Ich meine, Lesen kann doch (fast) jeder. Und für die Nichtleser sind da ja auch Bilder an die Türen „gemalt“

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    3. ah, du bist auch eine dieser störenfriede, die die lauten leute stören mit ruhe-bitte? toll! und doch sind wir mit unseren nacherziehungsversuchen wohl auf verlorenem posten, leider …
      irgendwie wäre es witzig, zufällig in einem blog zu lesen, wie jemand über mich schreibt. na ja, eigentlich doch lieber nicht … 😉

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  5. Ich erinnere mich an eine Frau, die eine halbe Stunde lang schnell ohne jede Pause zu reden wußte, vom Gegenüber hörte ich kein Wort. Na ja, ich denke, Du wirst Dich abhärten. In der 1. Klasse ist es oft nicht viel teurer, aber viel ruhiger. Liebgrüß aus ZW blbl

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    1. 1. klasse? willst du mich etwa sponsern? 🙂 das ist noch teurer! heute durfte ich mit einer freundin von hier mit nach bu’df fahren, weil sie dort einen kurs hatte. war das angenehm … ob es nur heute so wenig verkehr hatte am morgen – wegen ferien, oder ob das immer so ist? mit ihr konnte ich so früh am morgen sogar schon reden … 🙂
      und sie mit mir … und es war sogar schön. es hängt also definitiv von der umgebung und den mitmenschen ab, wie mufflig ich am morgen bin … 😉

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  6. Toller Beitrag, ich denk ich sitz mit dir im Zug!

    Gibt es nicht Pocken zum Aufkleben? Ein paar davon im Gesicht dürfte dir auch mehr Platzfreiheit garantieren. 😉

    Eine Freundin von mir fuhr jahrelang jeden Tag eine Stunde (einfacher Weg) mit dem Zug zur Arbeitsstelle. Sie hat am Anfang auch geschimpft. Am Ende hat sie während dieser Zeit ein paar Freundschaften geschlossen, die heute noch bestehen, obwohl sie schon eine ganze Weile nicht mehr dort arbeitet. Geduld, Geduld, liebe Morgenmuffelin! 🙂

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    1. pocken? na, ich weiss nicht, masern würden vielleicht schon reichen? 🙂
      danke fürs mitfahren. öhm, mich ent-morgenmuffeln klingt nach einem spannenden projekt. aber zur frühaufsteherin mutieren will ich auch nicht wirklich. habe heute bei einer freundin im auto mitfahren dürfen, die an meinem arbeitsort einen kurs besuchte. auch eine ungern-frühaufsteherin. wir haben uns unter anderem über den makel unterhalten, der an uns klebt – den stempel der faulheit, den uns frühaufstehende so gerne aufdrücken. und wir lassen ihn uns aufdrücken … leider.

      geduld, geduld? kein schlechter wunsch, den ich gerne umsetze. dankeschön!!! 🙂

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  7. Ich empfinde Gerüche, gerade frühmorgens, als viel intensiver als Geräusche. Bei Geräuschen kann ich mich vielleicht noch in meinen Kokon zurückziehen, aber manche Duftnoten kann ich einfach nicht ausblenden, da hilft auch keine Entspannung oder Ablenkung. Ich leide darunter, sicher ist meine Nase zu empfindlich. Dafür kann ich auch – schöne – Dinge riechen, die andere nicht wahrnehmen, aber ob das ein Vorteil ist, wage ich zu bezweifeln.

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    1. ich habe auch eine sehr empfindliche nase und fühle mich schnell von schlechten gerüchen belästigt, doch, wie schon oben bei sherry kommentiert, ist es wohl eher eine gesamtreizüberflutung, die mich dann so „überfordert“. es hängt wohl damit zusammen, dass ich am morgen noch nicht ganz wach und „gut geschützt“ bin (der kokon noch nicht rundum geschlossen ist) und mich aber schon der lauten, stinkenden welt da draussen stellen müsste. und das alles dann gibt diesen überreizungseffekt.
      ich rieche auch immer dinge, die andere gar nicht riechen und ernte dann zuweilen blicke die besagen: die bildet sich mal wieder was ein! (nicht im sinne von: die ist eingebildet, sondern: die bildet sich diese gerüche bloss ein).
      tja … und doch: auch diesen sinn mag ich sehr, auch wenn es manchmal eben eine überreizung ist.
      auf die guten nasen!!!

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    2. Oh ja, verstehe, Soso, da kommt Einiges zusammen und wenn man doch eher eine Eule als eine Lerche ist, ist der Kokon noch durchlässig… Ich mag es mir für mich gar nicht mehr vorstellen, aber wer weiß, vielleicht muss ich mich dem auch mal wieder stellen… mit allen Konsequenzen.

      à propos Kokon: Ich habe heute festgestellt, dass in meinem Rolladenkasten ein Wespennest ist, die Einflugschneise befindet sich knapp über meiner Kopfhöhe, wenn ich auf dem Balkon sitze. Heißt: Nicht tolerierbar bis zum Herbst! Von innen höre ich ständig ein knisterndes Geräusch, sehr unheimlich. Ein paar Wespen haben auch schon den Weg in die Wohnung gefunden, durch den schmalen Schlitz, wo sich innen der Rolladengurt befindet. Das geschah, als ich den Rolladen testhalber runter- ud wieder hochlileß. Daraufhin klebten viele zerquetschte Wespen am Rolladengurt, igitt! Weiß jemand Rat? Ich vermute, ich muss doch Gift spritzen…

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    3. oh, ich hatte auch schon wespen … im dachfenster meines früheren schlafzimmers. irgendwas habe ich dann gefunden, was natürliches via google. weiss aber nicht mehr was.

      zum zugfahren und frühaufstehen: ich will eine gelassenere grundhaltung dazu finden, weil ich den job zurzeit will und brauche. sich zu ärgern jeden tag bringt ja auch nichts irgendwie.

      ob die ÖV in der schweiz und in frankreich „anständiger“ als die deutschen sind, weiss ich nicht. ist vielleicht auch von der region abhängig? in berlin fand ich es nicht übermässig schlimm …
      ob sich das messen liesse?

      nun aber ein eulenhafter gutenachtgruss 🙂

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  8. Da fällt mir noch ein (ich hatte es ja nicht hier, sondern bei einer Berliner Bloggerin kommentiert): Ich habe kaum Vergleichsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Schweiz bis auf ein paar seltene angenehme Zugkurzfahrten, halte die Menschen dort aber für wesentlich zivilisierter als in Deutschland. Hier herrschen rauere Sitten, so empfinde ich es, zu raue, und auch deshalb würde ich gern weg von hier. Wie ruhig, tolerant und respektvoll (abgesehen von den seltenen Metrosängern oder -Geldeinforderern) geht es doch in der Pariser Metro zu (die Metro selbst ist recht sauber und stinkt auch nicht, eher die Bahnsteige, wo die clochards lagern), aber sogar in der von Marseille, wo es doch angeblich so gefährlich und dreckig ist. Berlin jedenfalls könnte sich von alldem eine Scheibe abschneiden.

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