es poltert hinter den Rippen

Ein bisschen lärmt es schon, mein Herz, wenn ich an übermorgen denke. An die abenteuerliche Autofahrt nach Österreich. Nach Hallstatt. Nach Bad Goisern um genau zu sein, denn dort haben wir uns für eine Nacht in einer Frühstückspension einquartiert. Nach zwölf Nächten auf einer dünnen Matte in Schlafsack und Zelt wird es für Irgendlink sicher schön sein, mal wieder auf einem weichen Bett zu schlafen. Stell ich mir jedenfalls so vor.

Schon morgen oder auf jeden Fall übermorgen – insch’allah – wird der Liebste nach beinahe tausend Kilometern sein Reiseziel erradelt haben. Oh, nein, falsch! So kann man das nun wirklich nicht sagen. Reiseziel meine ich. Das Ziel war schließlich die Reise. Das Bildersammmeln. Das Schreiben von unterwegs. Das Unterwegssein überhaupt. Der Zielort ist nicht mehr und nicht weniger als ein Zielort. Eine vorübergehende Endstation. Eine weitere Station im Leben. Eine temporäre Innehaltestelle. Einfach ein Ort, ein weiterer Ort auf der Lebenslandkarte.

Dennoch: Dieser Ort stand und steht im Fokus von Irgendlinks livegebloggter Reise, denn dort, in Hallstatt, sollen ja demnächst hundertzwanzig auf Keramik gebrannte Bilder – entstanden auf dieser zwölftägigen Reise – in den für die Ewigkeit gebauten Kellern des Memory of Mankind eingepökelt werden. Oder so. Die Duplikate dieser Bilder sind übrigens käuflich (okay, das ist [jetzt auch] ein Werbespot).

Soweit so gut. Mein Herz lärmt, wie ich schon schrieb. Unbekannte, un-erfahrene Strecken jagen mir immer Respekt ein, obwohl ich mich als doch recht routinierte, auch langstreckenerprobte Autofahrerin bezeichnen würde. Aber den Osten der Schweiz sowie Österreich kenne ich nicht wirklich gut. Österreich, zu meiner Schande sei’s gesagt, kenne ich eigentlich überhaupt nicht. Erst zweimal war ich über der Grenze. Und über der Grenze meint genau das. Kurz rüber und wieder zurück. Und jetzt will ich also einfach losfahren, via München und Salzburg ins Salzkammergut. Herzklopfen, lautes, wie gesagt.

Die Vorfreude ist es auch, natürlich, die meinen blutigen Pumpmuskel zappeln lässt. Endlich Irgendlink – statt am Telefon zu hören oder in zig Viber-SMSen zu lesen – live zu erleben, ist eben einfach anders. Ein Unterschied wie zwischen Tiefkühlpizza und selbstgemachter. Wie zwischen Sonne im Fotoalbum und Sonne in echt. Wie zwischen Internet und echtem Leben. Ungefähr.

Da kann es schon mal vorkommen, dass wir ein bisschen spinnen beim Simsen.

Manchmal kommt man über den Südpol zum Nordpol, schreibe ich heute Morgen im Zug zur Arbeit. Und über den Ostpol zum Westpol, denke ich.
Oder über Chieming nach Salzburg!, schreibt er.
Umwege sind häufiger als Abkürzungen. Mein Wort zum Tag, schreibe ich in Olten.
Wenn Apple die Klobürste erfunden hätte, wäre deren Benutzung selbsterklärend, schreibt er. Noch später. Vermutlich auf einer Toilette. Keine weiteren Angaben.
Optimal – schön kühl, schreibt er von unterwegs. Da ist es bereits Nachmittag und bei ihm regnet es wohl ein wenig.
Optimal ist doch optimal, tippe ich schnell im Büro nach Nordost.

Jetzt aber fertig … weitere intime und geistreiche Zitate erspare ich euch gerne. Besser so.

Besser noch ich hau mich jetzt mit Buch ins Bett, auf dass das polternde Herz zur Ruhe kommen möge.

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Mehr über Irgendlinks aktuelles Projekt „Bilder für die Ewigkeit“ auf seinem Blog irgendlink.de und auf der Projektseite (hier klicken).

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13 Kommentare zu „es poltert hinter den Rippen“

  1. Dann bist Du bei Hubert von Goisern zuhause … Der ist Bad Goiserer — und ihr werdet das Glück haben und ihn treffen. Hach. Ich glaub, ich bin ein wenig neidisch.

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  2. Eine gute und dann irgendwie doch einigermaßen entspannte Reise wünschen wir Dir auf dem Weg zu Eurem Treffen, liebe Soso! Auch von uns herzliche Grüße an den reisenden Radler, wir sind mehr als gespannt, was er wohl von seiner Reise mitbringen wird …
    Eine gute Zeit Euch,
    herzlich, mb und dm

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    1. die grüße nehme ich gerne mit – im kofferraum hats grad noch platz dafür. da, wo nachher das rad zu liegen kommen wird. was er mitbringen wird? ja, darauf bin ich auch sehr neugierig!
      herzlich und dankeschön!
      soso

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  3. Trotz Herzpoltern – 🙂

    Ich wünsch dir eine sichere Fahrt, ein gutes Ankommen und ein freudiges Wiedersehen, das klappt schon alles. :-))

    Liebe Grüße, Szintilla

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    1. ich druck mir jetzt gleich noch die strecke aus, damit ich nicht nur das iphone als navi benutzen muss. danke für die lieben, guten wünsche!
      herzlich zurückgrüß, soso

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  4. „Insch’allah“ … Ich kann nicht mehr. Lag auf dem Boden, weil das so süß kam. Und so total richtig an der perfekten Stelle. Ach, ich wünsch‘ dir ein gutes Ankommen, liebe Soso. Ich habe übrigens noch nie gehört, wie ein Mann über eine unbekannte Strecke rumsinniert. Tun die nur so, oder sind die wirklich so sicher beim Fahren? Ich bin eine mieserable Autofahrerin. Hab‘ ständig Angst, aber fahre trotzdem zu schnell. Bescheuert …

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    1. insch’allah – wir sind beide (fast gleichzeitig) gut angekommen!

      und verfahren hab ich mich auch bloß einmal 500m! bin richtig saustolz auf mich!

      schöön ist es hier! so schön wir emmental und berner oberland zusammen. heute beim fahren geübt: eile mit weile. hat sich gelohnt.

      daaanke!

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  5. Ich kann dein polterndes Herz verstehen und hoffe, du hattest eine gute Fahrt! (bin spät dran mit Lesen) Ah, da sehe ich, es ist alles gutgegangen und war schön, freut mich, Soso!

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