Die Sache mit der Wahrheit

Seit Tagen denke ich über diese Sache mit der Wahrheitssuche nach. Angestoßen von Sherrys Artikel über den weinenden Nietzsche, gehe ich der Frage nach, was uns wirklich antreibt – wohlwissend, dass ich diese Frage nicht werde beantworten können. Nicht abschließend jedenfalls. Wahrheitssuche haftet die Aura von Heldenhaftigkeit an – man denke nur an Artus und die Gralsgeschichten und an all die Philosophen und Denkerinnen, die bei ihrer Suche gefährliche Abenteuer erlebten und dabei oft mit dem eigenen Leben bezahlten. Ein bisschen verwandt und doch anders sind da die für ihren Glauben oder eine Überzeugung oder Ideologie einstehenden Menschen, die sich ähnlich auch nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Während die ersten noch auf der Suche nach Antworten sind, sind die zweiten bereits Gefunden-Habende – und somit für mich höchst suspekt. Obwohl, wenn ich es mir so überlege … ist nicht finden das Ziel von suchen? Andererseits ist die Wahrheitssuche letztlich eine Art unendliche Geschichte, denn in Wirklichkeit ist die Wahrheit ja wie eine Kugel. Unfassbar. Endlos.

Ein bisschen zynisch gefragt: Suche ich um des Suchens willen? Ganz unzynische Erkenntnis: Wenn ich sie gefunden habe, die Wahrheit, erkenne ich schnell, dass sie nur eine Teilwahrheit ist und suche weiter nach anderen Teilwahrheiten und werde dennoch jedes Mal ein klein bisschen weiser, weil ich immerhin weiß, dass es DIE Wahrheit so gar nicht gibt. Und ich weiß, dass ich im Grunde nichts weiß.

Als ganz junge Frau, ständig in irgendwelchen Umbrüchen und depressiven Phasen, glaubte ich noch, wenn ich die Wahrheit nur erst gefunden haben würde, wäre alles gut. Doch mit jeder neuen Erkenntnis, obwohl sie mich immerhin ein wenig vorwärts gebracht hatte, wurde ich ein wenig desillusionierter. Heute ist mir, als wolle sie gar nicht gefunden werden (jedenfalls was mich betrifft). Als verberge sie sich in allem. Als sei sie in der Stille. Als sei sie nirgends. Als sei sie Ich selbst. Und du. Du auch. In Wahrheit ist die Wahrheit nicht mehr und nicht weniger als das große Alles und das große Nichts. Schrieb ich vor langem mal in ein Notizbuch. Aber da dieser Satz zugleich so wahr und so vage ist, nützt er niemandem etwas. Außer, dass es entspannend ist, die Wahrheit sozusagen entblößt zu haben. Aufzuhören, nach ihr suchen zu müssen und dennoch auf eine unfassbare Art Teil von ihr zu sein.

Dass ich damit am Ende meiner Suche bin, ist leider und zum Glück nicht so. Anstelle der Wahrheit suche ich heute Antworten. Vorläufige. Auf große Fragen. Und nein, bei diesen Antworten muss es sich nicht um die große Wahrheit handeln, ich gebe mich auch mit kleinen Antworten zufrieden. Viele kleine Antworten können manchmal mehr bewirken als eine einzige große (den Wechselkurs kenne ich allerdings nicht). Mit den kleinen Antworten meine ich die alltägliche Essenz aus alltäglichen Gesprächen mit alltäglichen Menschen. Da ein Pfefferkorn, dort ein Stück Brot. Dort ein Stück Schokolade. Nahrung für meinen Mind, der kaum je zur Ruhe kommt. Auch wenn er nicht mehr an die große Wahrheit glaubt, will er dennoch etwas zu kauen haben.

Auch das habe ich inzwischen begriffen: die Sinnfrage beantwortet jeder und jede anders. Sich und der Welt. Weil jeder und jede sie auch anders stellt. Weil die Motivation, sie überhaupt zu stellen, von Mensch zu Mensch total unterschiedlich ist. Für den einen ist es eminent wichtig, dass das, was er tut, nützlich ist, während für die andere, das was sie tut, möglichst viel Geld einspielen muss. Du fragst mich, ob das denn eine richtige, eine existentielle Sinnfrage ist oder zu banal? Wer bin ich, sag ich dir, zu beurteilen, welche Sinnfragen gehen und welche nicht? Was weiß ich schon wirklich über die Menschen?

Kommen wir – weil es grad so passt – zur Eitelkeit, zum Ego, zur Sehnsucht nach Anerkennung. Nenn es Perfektionismus. Wenn ich ganz ehrlich mit mir selbst bin, entspringen mein Wunsch und meine Sehnsucht nach Sinn und nach Antworten, die meinen Wahrheitshunger stillen, dem Bedürfnis richtig zu leben und damit meinem Anspruch an mich zu genügen. Will heißen: Perfekte Entscheidungen zu treffen, richtig zu handeln, adäquat zu leben in einem Netz von Ansprüchen, die ich selbst und meine Umwelt an mich stellen. Richtig lebt hieße  auch scham- und angstfrei, innerlich heil und ausgeglichen, in Balance und im Frieden mit mir selbst, frei von all meinen Mimosenhaftigkeiten und meiner geringen Stressresistenz, kurz und gut: nützlich, brauchbar, vielseitig einsetzbar, die eierlegende Wollmilchsau persönlich zu sein. Und natürlich alles locker und easy zu können. Ach, diese vielen Herzen in meiner Brust!

Gut zu wissen, dass ich mit solcherlei Allmachtsphantasien (die ich hier zugegeben doch ein klein wenig überzeichnet habe) nicht allein bin. Das lese ich in einem spannenden Sachbuch namens Verletzlichkeit macht stark, das demnächst erscheinen wird und das ich für meine Zeitschrift besprechen werde. Dass Scham und Angst jene zwei Energien sind, die einem Leben aus vollem Herzen zuwiderlaufen, sagt die Autorin Brené Brown immer wieder. Und dass wir nur dann wirklich aus vollem Herzen leben können, wenn wir authentisch und verletzlich sind. Wobei das Wort Verletzlichkeit mit unglaublich vielen Vorurteilen und falschen Synonymen zugekleistert sei. Schwächlich zum Beispiel. Dabei geht es um das Gegenteil. Wahres Menschsein heißt verletzlich zu sein und sich dafür weder zu schämen noch davor zu fürchten. Sich dafür selbst genug sein. Aber natürlich, ich weiß es und ihr wisst es ebenso, ist auch das nur eine weitere Antwort, eine weitere Teilwahrheit. Aber nicht die schlechteste!

Teil 2 des Vortrages auf youtube: hier klicken
Teil 3 des Vortrages auf youtube: hier klicken

Erschienen ist das Buch bereits auf englisch unter dem Titel Daring greatly (Link auf Brené Browns Website)

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52 Kommentare zu „Die Sache mit der Wahrheit“

  1. Da beneide ich dich grad ein bisschen, dass du das schon lesen kannst…habe auch was zur Scham geschrieben…Scham und Schreiben- mein Thema, ja, und Angst auch…und lächeln musste ich bei deinen Mimosenhaftigkeiten, die ich in Teilchen beobachten konnte, dort, bei diesen Frühstücksplatten von der Eistüten-BH-Frau….

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    1. als ich – als vegi – keinen von fleisch kontaminierten käse essen wollte, meinst du? so sachen find ich zwar noch gar nicht sonderlich mimosenhaft, sondern normal. (wie ja niemand freiwillig brot isst, dass zb von einem hund abgeleckt wurde). ekeln tu ich mich dennoch ziemlich schnell …

      gleich guck ich bei dir im blog, was du geschrieben hast. kommw kaum zum blogs lesen, sorry.

      herzlich, soso

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  2. Liebe Soso,
    ich glaube, das ist ein guter Ansatz oder Ausgangspunkt – zu ahnen, dass es DIE Wahrheit nicht gibt, aber doch nicht anders zu können und zu wollen, als (sie) zu suchen …
    Vielleicht lässt sich immer mal wieder eine kleine Antwort finden. Vielleicht auch nur eine große.

    Ganz herzliche Grüße von einer, die das „richtige“ oder „sinnvolle“ Leben immer nur in der aktuellen Situation für sich als stimmig oder unstimmig empfinden oder erkennen kann. Immer kommt beides vor.
    Die (Lebens-)Kunst mag darin bestehen, eine Haltung anzunehmen, die beides erlaubt, auszuhalten, denke ich manchmal.

    Mo

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    1. ja, liebe mo, das ist wohl dieses paradoxon, eins mehr, das uns da umtreibt: suchen, im wissen, dass das gefundene den hunger nicht länger als bis zum nächsten tag stillen kann.
      vielleicht ist – so spinne ich grad – die wahrheitssuche, die suche nach sinn, überhaupt so ähnlich wie der physische hunger? so eine art innerer trieb? bei mir jedenfalls schon.

      und wie bei dir ist es bei mir auch oft so, dass ich ein paar tage „ruhe“ habe (antworten habe, stimmigkeit empfinde) und bald darauf wieder losziehen, weitersuchen muss. dieses auf und ab halte ich oft nur schlecht aus. vielleicht wird aus dem „oft“ ja eines tages ein „ab und zu“ und ein „immer besser“?

      ich danke dir für deine zeilen herzlich!

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  3. Liebe Soso,

    ich glaube auch nicht, dass wir jemals die eine große Wahrheit entdecken oder erfassen werden können, dafür sind unsere Gehirne zu klein. Woran ich aber glaube ist, dass es Menschen gibt, die sich viel tiefer in ein Thema heranwagen, ohne Rücksicht auf die eigenen Verluste an wohligen Gedanken und Glaubenssätzen. Und diese Menschen schätze ich persönlich sehr, weil ich in ihnen höhere Ziele zu erkennen meine, die weit über jedes Dogma, jede Religion, jede Selbstverherrlichung und esoterische Beruhigung hinausgehen. Es gibt diese Menschen tatsächlich sehr selten, aber es gibt sie. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich Wissenschaftlerin geworden bin. In der Hoffnung, dass ich bereit bin, noch mehr bequeme Glaubenssätze loszulassen, für ein größeres Ganzes an Erkenntnis. Dabei weiß ich selbst noch nicht einmal, was man mit der Erkenntnis großartig anfangen kann. Viel lieber wäre auch ich auf Droge, stärker als jetzt oder hätte eine wirklich gute Ausweichmöglichkeit. Ich beneide zuweilen sehr religiöse Menschen, obwohl ich Religion verachte … Ich beneide auch Menschen, die in allem, was geschieht, einen „guten Grund“ sehen … Ich beneide sovieles. Aber diesen Pfad kann ich nicht mehr verlassen, auch wenn ich noch längst nicht so weit bin wie jene, die ich dahingehend sehr bewundere.

    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir …

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    1. „Dabei weiß ich selbst noch nicht einmal, was man mit der Erkenntnis großartig anfangen kann.“

      ach, liebe sherry, das finde ich grad sehr spannend, dass du das schreibst, weil ich so ähnliches gestern notiert habe. manchmal denke ich: hätte ich doch mehr von deiner gründlichkeit (oder von andern) und könnte besser in zusammenhängen denken, übergreifend, und hätte ich doch bloss mehr wissen und dies und das … und dann? was dann? was wäre anders, wenn ich mehr verstünde? wenn ich mehr erkennen würde? wem würde es dienen? wer hätte etwas davon? ist das alles denn nicht bloß eitle „hirnwichserei“? und dann wieder denke ich: egal, ich suche vielleicht wirklich einfach um des suchens willen. weil ich es nicht aushalte, NICHT zu suchen.

      das mag töricht klingen. vielleicht ist es auch – wie im kommentar an mo geschrieben – eine art trieb, der mich vorantreibt?

      muss ich die antwort auf das „wieso suche ich?“ denn kennen? auch was genau ich suche, weiss ich eigentlich nicht. ich kenne nur die vielen fragen und weiss, dass es vermutlich nie eine antwort geben wird, die mich wirklich befriedigt.

      und das, liebe sherry, das gibt mir zu denken. weitersuchen muss ich vielleicht auch, um nicht zu resignieren. um nicht zu verbittern, denn vermutlich, so ahne ich, dass nicht nur ich die antwort nicht finden kann, sondern dass es auch wirklich keine antwort gibt.

      uff, das klingt schräg. ist aber egal. ist ja nur eine momentaufnahme – wie alles im leben.

      danke für deine gedanken hier!

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    2. Liebe Soso,

      danke für deine Antwort. Jetzt, da du das voll lustig „Hirnwichserei“ genannt hast, ist mir ganz klar geworden, dass Erkenntnis doch wichtig ist. Dass der Wunsch nach ihr mit einem großen Druck der inneren Verantwortung für unsere Welt zu tun haben könnte. Dass – auch wenn die Wirkung für uns persönlich nicht sofort spürbar, sie doch den Folgegenerationen etwas über unsere Natur erzählen kann, auf das wir in einer vermutlich noch schnelllebigeren Zeit nicht kommen würden. Wenn wir überhaupt eine Chance haben wollen, irgendwann der Nachwelt etwas zu hinterlassen, mit dem es eine bessere Welt schaffen kann, eine Reflektiertere, eine vielleicht sogar Vorsichtigere, dann unsere unter Schmerzen gebierenden Erkenntnisse. Manchmal, wenn ich überlege oder mich darin hineinversetze, wie diese Art von Mensch in einem dunklen Kämmerlein (und so war’s z.B. bei Nietzsche wirklich), der Zeit seines Lebens seine Bücher und Weisheiten gar nicht verkauft gekriegt hat, dennoch da sitzt und mit seiner schlimmen Migräne seine Erkenntnisse festhält, weil er davon überzeugt ist oder weil es seine einzige Hoffnung war, dass Menschen ein, zwei, drei Jahrhunderte später seine mühevolle Geburt verstehen wird, dann macht mich das zwar auch traurig, dann lässt mich das zwar Verzweiflung des anderen spüren, aber es hinterlässt auch einen großen Respekt in mir. Übrigens waren für mich auch Hemingway und Dostojewski Menschen dieser Art, die sehr konsequent waren in dem, was sie schrieben und dachten.

      Nein, das Suchen ist für mich nicht des Suchens willen, denn das Suchen tut mir nicht immer gut. Vielleicht würde ich meine Entscheidung (die ja noch noch einmal eine Bewusste war) auch wieder rückgängig machen, wenn ich könnte (oder aber auch nicht.) Würde ich etwas Bestimmtes suchen, das mir gut wäre, würde ich jetzt lieber nach einer Art Philosophie, Glauben oder Religion suchen, die mich ein wenig ruhiger stellt, die mich auffängt und mir die Sicherheit gibt, die ich brauche, um „glücklich“ zu sein. Und genau hier habe ich ja diesen Unterschied gesehen zwischen Menschen, die durch ihre Reise (oder Suche) auf ihr eigenes Glück scheißen und jenen, die auf der Suche nach dem sind, das sie glücklich machen kann. Ich bin da eine Nuance nach „rechts“ (oder links) gerückt zu jenen, die irgendwann ihr Glück nicht mehr so hoch bewertet haben auf ihrer Suche. Aber ich bin noch lange nicht da, wo die anderen sind, die wirklich hart gegen sich sind. Und wenn ich eine Mutter werden möchte oder eine Ehefrau bleiben, dann werde ich diesen Punkt vermutlich auch niemals erreichen können. Ich kann nämlich auf mein eigenes Glück vielleicht bis zu einem gewissen Maße verzichten, aber nicht auf das anderer.

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  4. Liebe Soso,

    das ist ein feiner Artikel!!!
    Dieses Mal habe ich auch alle Kommentare gelesen- ich glaube auch nicht, dass es DIE Wahrheit gibt, soll heißen, dass das, was für mich wahr ist, nicht unweigerlich für andere stimmen muss. Dennoch gibt es Berührung und Überschneidungen und dann denke ich, dass dort eine Art wahrer Kern liegt. Ich kann immer nur vom Jetzt aus etwas als wahr erkennen, manches lässt sich auf die Lebensreise mitnehmen und darf sogar wachsen, anderes verschwindet wieder- stellt sich als Trugschluss heraus, als zu kurz gedacht-

    Wichtig erscheint mir die Motovation, warum ich überhaupt Wahrheiten finden möchte … z.B. um neurosefreier zu werden und von dort aus eben hilfreich für andere zu werden und sein und das gelingt zunehmend, macht mich glücklich. Ich suche weder Wahrheiten, noch Glück für mich allein, sondern immer auch in Bezug auf die anderen, die Umwelt, die Welt an sich, aber ich kann nicht wirklich hilfreich sein, wenn ich nicht selbst ehrlich in meine Abgründe geschaut habe. Immer wieder muss ich feststellen, dass wir Menschen auf einer gewissen Ebene gar nicht so unterschiedlich sind, wie wir glauben oder man uns glauben macht …

    wahrlich, ein großes Thema, immer wieder!
    Aber hier höre ich jetzt erst einmal auf, weil der Tag ruft und das heißt telefonieren und dann wieder kochen gehen.

    dir wünsche ich einen feinen Sonntag und sende dir herzliche Grüße
    Ulli

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    1. Liebe Ulli …

      Ich glaube, dass es die Wahrheit gibt. Ich glaube aber nicht, dass wir sie jemals erfassen werden, weil wir a) zu subjektive Wesen sind und das auch nicht loswerden können (unsere Beschaffenheit will es so, dass wir aus Erfahrung lernen, und Erfahrung verleiht uns eine Brille) und b) zu begrenzt sind, um so etwas Großes sehen zu können. Das hieße nämlich, dass wir alle vorhandenen Zusammenhänge (sprich Variablen und Faktoren) nicht nur sehen können müssten, sondern auch noch richtig interpretieren müssten. Das halte ich für unmöglich!

      Danke für deinen schönen Kommentar!

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  5. ich habe weder die anderen kommentare gelesen,noch die videos angesehen, will aber schnell loswerden, dass ich nicht glaube, dass es auf große wahrheiten ankommt, sondern vielmehr auf die kleinen alltäglichen wirklichkeiten, und was man an ihnen lernen und verändern kann.
    im residenz verlag gibt es eine reihe, die sich „unruhe bewahren“ nennt, ich glaube darum geht es tatsächlich, die scheinbar unveränderlich feststehenden „wahrheiten“ unermüdlich hinterfragen und nach neuen wegen suchen, wo nur sackgassen zu sein scheinen.

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    1. Die Frage, die sich mir stellt ist, warum die kleinen Wahrheiten wichtiger oder anders sein sollen als die großen Wahrheiten? Für mich sind ja kleine Wahrheiten ein Weg voller Indizien, die zu einer „größeren“ (was auch immer das ist) Erkenntnis führen können.

      Ich sehe das so wie du, dass man sich die Unruhe bewahren sollte. Das wäre aber nicht nötig, wenn wir dazu in der Lage wären, die absolute Wahrheit zu erfassen. Da würde es nämlich weder Widersprüche noch Grenzen geben können, wir wären dazu in der Lage, alles in Einklang zu bringen (allein dadurch, dass alles für uns erklärbar erschiene). Aber das wird vermutlich niemals passieren.

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    2. Ich glaube aber eben nicht, dass es das gibt; die absolute Wahrheit. Wie denn auch? Wenn wir alle unterschiedlich sind, in unterschiedlichen Umwelten leben und anders werten und fühlen? Wirklichkeit, das ist das was wirkt, was auf mich einwirkt, was sich auswirkt, das ist ein relativ konkreter Begriff für mich, aber die große allgemeingültige Wahrheit, was soll das denn sein? Außer vielleicht, dass es sowohl den Tod gibt, als auch die Geburt.

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    3. Ich glaube, dass ich die Wahrheit weniger an uns als Beobachter festmache als du, deshalb gibt es für mich eine absolute Wahrheit in dem Sinne, dass selbst unsere Wahrnehmung, so unterschiedlich sie oft auch sein mag, anscheinend mehr Überschneidungen und Basispunkte aufweist, als wir meinen, sonst könnten wir uns nicht wenigstens auf ähnliche Begriffe und Gefühlszustände einigen.

      Ich rede von einer kosmischen, physikalischen und der damit einhergehenden metaphysischen Wahrheit, die wir nicht erfassen können, die aber auch dann da wäre, wenn wir gar nicht erst existierten. Wenn wir immer nur von der Wahrheit sprechen, die wir selbst generieren, argumentieren wir immer nur auf Basis der Annahme, dass wir nicht nur Maßstab unserer selbst sind, sondern Maßstab über ALLES Seiende. Und für so wichtig halte ich uns nun nicht.

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    4. in der tat ist sich die unruhe zu bewahren ein wichtiges teilchen in dieser kette, um sozusagen lebendig zu bleiben, in bewegung, suchende. und ja, das mit den kleinen wahrheiten und antworten geht mir ja, wie schon gesagt, auch so.
      ob nicht letztlich alle sackgassen in eine letzte grosse sackgasse führen? eine meiner fragen, die ich mir oft stelle, aber die antwort am liebsten gar nicht wissen will.
      danke für deinen anstoss, liebe mützenfalterin.

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    5. liebe sherry, was wäre, wenn wir sie wüssten, die wahrheit, die ganze? wäre sie einzelnen, besonders klugen vorbehalten, oder allen, und könnten wir sie denn fassen? und was würden wir damit anfangen?
      ist es da nicht besser, mit kleinen stücken zu hantieren, die je nach bedarf, erweitert werden können. durch weitersuchen? hach … ich wieder … 🙂

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    6. ich verstehe diese diskussion nicht. Wahrheit ist ein menschlicher Begriff, etwas, das wir uns ausgedacht haben. Etwas, das wir konstruiert haben. Wie kann es da eine große Wahrheit geben, die alles umfasst, alles aufhebt, das wäre dann doch wohl so etwas wie Glauben, das Göttliche, oder? Geht es darum?

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    7. liebe Sherry, liebe Mützenfalterin,

      vielleicht müssten wir uns bei dieser wichtigen Diskussionen auch erst einmal auf bestimmte Begrifflichkeiten einigen- ihr wisst ja, dass ich mit dem tibetischen Buddhismus gehe, hier wird von der relativen und der höheren/absoluten Ebene gesprochen – auf der relativen Ebene stimmt all das, was sowohl Soso, wie auch du Mützenfalterin ansprichst, hier liegen all die Unterschiedlichkeiten, die Momentaufnahmen, die Alltagswahrheiten, auf der absoluten Ebene aber scheint es eine Wahrheit zu geben, die ich zwar teilweise erahnen kann, aber noch weit davon entfernt bin dafür Worte zu haben, für mich ist es ein Weg und ich bin wahrlich überrascht, besonders in diesem Jahr, wie neu er sich anfühlt und doch alles in sich trägt, was ich bisher erfahren und gelernt habe. Wichtig dabei ist die Erfahrung. Wir können noch so viele Bücher lesen, wenn wir nicht die persönliche Erfahrung miteinschließen, bleibt das alles im Kopf hängen.

      Als ich vorhin kommentierte fiel mir nachher auf, dass ich nicht auf die Begriffe der Angst und der Scham eingegangen bin. Soweit ich es für mich verstanden und erfahren habe, kann ich sagen, dass die Angst und wohl auch die Scham Kontrahenten der Liebe und des weit offenen Raums sind. Mit Liebe meine ich nun nicht die partnerschaftliche oder gefühlsduselige, sondern die allumfassende Liebe, die mich daran erinnert in Verbundenheit zu gehen und zu bleiben.

      Oh seufz … ich hoffe nur, dass dies nicht wieder so esoterisch klingt, ich finde es wirklich schwierig dies in Worte zu fassen und all das ist Teil meiner derzeitigen Sprachlosigkeit, die ich letztens in meinem Blog benannte.

      Ich freue mich über diesen Austausch – danke

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    8. ihr lieben, das ist ja wirklich äusserst spannend hier … danke!

      begrifflichkeiten klären ist in so einem zusammenhang wirklich eine grosse herausforderung, denn selbst wenn wir die gleichen wörter verwenden, sind unsere „füllungen“ verschieden. das meine ich, wenn ich sage, dass es keine letzten antworten und umfassende wahrheiten gibt.
      allerdings kann ich mir durchaus so etwas wie einen gesamtzusammenhang vorstellen, den sherry in einem der kommentare „die wahrheit“ nennt. aber eben … das ist meine vorstellung. und ich wage nicht, sie als absolute erkenntnis zu bezeichnen.

      ist vielleicht die allumfassende liebe, die wir alle in unseren liebesbeziehungen (zu partnern, freundInnen, kindern) ahnen, ebenso zu verstehen? wir ahnen etwas noch größeres, weil wir ausschnitte sehen. und doch, auch dieses größere ist immer nur ein ausschnitt unseres menschlichen verstehens.

      ich sehe es so: es gibt dinge, die sind einfach. ob wir sie nun erklären können oder nicht. dann wieder gibt es dinge, die haben wir uns ausgedacht, damit sie uns beim leben helfen (oder alles noch schwieriger machen?).

      die übergänge dazwischen, so denke ich grad, sind ziemlich fließend.

      mit denken komme ich hier und jetzt nicht weiter. denken ist mir manchmal eher hinderlich, wenn ich die komplexitiät des lebens fassen will. was ja eh unmöglich ist.

      nochmals: danke!

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    9. @soso:

      liebe soso, ich habe ja bereits gesagt, dass ich es für so gut wie unmöglich halte, dass wir die wahrheit jemals komplett erfassen, dazu haben wir zu wenig kapazität. würden wir sie erfassen, gehe ich davon aus, dass so etwas wie hass, neid, krieg, spaltungen der menschheit von uns abfallen würden, weil alles erklärbar wäre. wenn alles erklärbar / verstehbar wird, fällt unser größter feind – die angst – von uns weg. das ist aber nur so eine idee.

      @mützenfalterin:

      ich kenne keinen einzigen menschlichen begriff, der sich komplett außerhalb des erfahrenen einfachso gebildet hätte. wir haben bis jetzt anscheinend genügend dinge gefunden, die wir so ähnlich wahrnehmen (tisch, stuhl, ordner, baum, pflanze, essbares), dass wir über eine gleiche / ähnliche definition mit wortetikettierung verhandelt haben. wenn es soviele überschneidungen in der wahrnehmung gibt (und die muss es geben, sonst würden wir ständig nur kauderwelsch beim anderen verstehen), dann scheint es also zumindest eine physikalische realität zu geben, die wir verzerrt, in teilen, in kleinen formen wahrnehmen – diese wahrnehmung aber wiederum total kleinkarriert oder grob ist, weil unsere sinnesorgane und unser gehirn nicht mehr für ihre analyse hergibt. und ich weigere mich, die wahrheit / realität auf unsere wahrnehmung runterzubrechen und zu behaupten: wahrheit / realität / zustand x seien nur vorhanden, weil wir darüber reden oder weil wir es wahrnehmen. es gibt m.e. eine grundlage auf dessen basis wir überhaupt irgendetwas wahrnehmen, und gerade die tatsache, dass wir genügend aspekte unserer realität ähnlich wahrnehmen, sagt, dass diese wahrheit / realität / zustand x unabhängig von uns bestehen muss.

      anders kann ich es nicht erklären. und mit gott hatte das jetzt weniger zu tun, auch wenn gott zu dieser wahrheit gehören kann.

      zusammenfassend: es gibt eine große wahrheit / wirklichkeit / realität, die alle widersprüche, grenzen, andersartigkeiten in sich aufnehmen kann, weil sie jeden aspekt in sich beinhaltet, den wir als subjektive beobachter in der lage sind zu sehen – und zudem noch viele andere weitere aspekte, die wir aufgrund der beschaffenheit unserer sinnesorgane und begrenzten kognitiven ressourcen nicht sehen. alles zusammen kann eine neue qualität ergeben, eine höhere ebene dessen, was für uns wahrnehmbar ist: das wäre dann die wahrheit.

      und selbst, wenn dieses wort – wahrheit – oder dieses konzept davon nur eine menschliche erfindung ist, so scheinen wir einen begriff für einen zustand zu suchen, und zwar kulturunabhängig. deshalb kann ich diesem wort nicht den boden komplett entziehen, und für mich bedeutet es demnach nicht, dass es ohne unsere wahrnehmung keine wahrheit geben kann. selbst, wenn die erde unbewohnt wäre, die erde wäre anwesend. sie braucht unsere wahrnehmung für ihre existenz nicht.

      ich komme jetzt leider an meine wortgrenzen.

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    1. Liebe Sherry,

      und ich danke dir für deine weiterführenden Gedanken und Worte, an denen es mir derzeit mangelt- du beschreibst all das, was ich meine, wenn ich von der relativen und der absoluten Ebene rede …

      weiterhin muss ich bei der Diskussion ständig an Rilke denken, auch an Haikus, an Koans, an musikalische Kompositionen und an Bilder, die uns berühren, die in uns weiterschwingen- all dies umschreibt, hat wahre Kerne, inspiriert uns tiefer hinein zu spüren … und ich glaube, dass es in diesem Feld weitaus mehr zu entdecken gilt, als wir zulassen. Genau hier kommt die Angst ins Spiel, vielleicht weil es zu groß ist?!

      ach, mich macht das alles unzufrieden, in mir drinnen ist es sehr viel klarer, als ich es herausbringen kann … ein Übungsfeld!

      danke, dass ch dabei sein kann, trotz diesem Gestammel …

      liebe Grüße in die Runde
      Ulli

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    2. ach, ulli, darum geht es doch gerade auch auch in meinem text: dieses unvollkommen-sein (samt dazugefühlter scham und angst), das wir alle sind/verkörpern, mutig zu leben. alle sind am einen ort spezialistinnen und am andern ort am stammeln. das IST menschsein. ich
      weiß aber schon, wie du es meinst.
      danke!

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    3. vielen lieben Dank, weißt du, mich macht es grad ein bißchen schuckelig, dass ich solch eine Mühe habe mich in Worte zu fassen, aber nach der Wortlosigkeit folgt hoffentlich wieder der Wortefluss … ich übe mich in Gelassenheit –

      herzlichst
      Ulli

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  6. danke für die erklärung, sherry, aber das, was du übereinstimmungen nennst, gemeinsames empfinden und wahrnehmen, da glaube ich eher an macht. und wahrheit ist für mich immer noch eine sache, an die man glauben kann, wohingegen wirklichkeit etwas ist, das ich spüre, das mein leben beeinflusst.

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    1. Ich verstehe das, was du als Wirklichkeit spürst als genau den Punkt, an dem es bei uns allen Überschneidungen gibt. Ich glaube nicht, dass es nur reine „Macht“ ist, bzw. ich kann die Macht hier nicht wirklich integrieren. Denkst du, du würdest ein Stück Brot als Telefon wahrnehmen können? Ich glaube, wäre dem so, hätte unsere Spezies nicht überleben können. Wir müssen schon gewisse Dinge (gerade Überlebenswichtige) auf eine bestimmte Art wahrnehmen (und vor allem „ähnlich“), damit wir sie so handhaben, dass wir überleben können.

      Dass Wahrheit und Wirklichkeit verschiedene Dinge sein können, sehe ich absolut ein. Da sie für mich aber sehr eng zusammengehören, benutze ich sie (schlampigerweise) oft synonym miteinander.

      Danke auch für deine Erläuterung …

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    2. tut mir leid, sherry, aber was du als übereinstimmungen bezeichnest, verstehe ich als sprachkonventionen. wir haben gelernt, dass das ding mit den blättern und dem stamm baum heißt, also nennen wir es baum. das ist sprache. also sind sprachkonventionen schon wahrheit? ist verständigung, also gelingende kommunikation wahrheit? übereinstimmung?

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    3. Nein, ich glaube, ich hab’s wieder nicht gut erklärt. Die „Wahrheit“ an diesem Beispiel ist, dass du den Apfel – wie die meisten von uns – als rund, rot und essbar erfährst und ihn so handhabst. Du würdest den Apfel – wie die meisten von uns – z.B. nicht als Nagel wahrnehmen und versuchen, ihn mit einem Hammer in die Wand zu schlagen. Die Zuordnung des Wortes ist hierbei weniger relevant als die Tatsache, wie du mit diesem Objekt umgehst. Würde dir als Mensch ohne Sozialisation in der Wildnis ein Apfel begegnen, und würde mir als Mensch in der Wildnis ein Apfel begegnen, würden wir – unabhängig voneinander und vom Vorwissen anderer Familienmitglieder – irgendwann vermutlich herausfinden, dass man den Apfel essen kann. Und wenn auch nicht, würden wir den Apfel mit unserer Gebärdensprache nicht als 10-Meter-Großes Rechteck oder haariges Monster beschreiben, sondern als klein und rund und hart.

      Das ist die Wahrnehmung, die sich interindividuell überschneidet. Nicht das Wort „Apfel“. Ich hoffe, ich hab‘ mich jetzt besser ausgedrückt …

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    4. okay. das habe ich jetzt verstanden. es gibt also überschneidungen der wahrnehmung, einfach weil wir als spezie identische grundbedürfnisse haben. das kann ich so stehen lassen. und das ist also für dich die basis der wahrheit?

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    5. Zumindest die Basis einer vorhandenen physikalischen Wirklichkeit, die wir entsprechend unserer sensorischen, kognitiven, organistischen Beschaffenheit zwar extrem unvollständig und sogar verzerrt wahrnehmen (z.B. es gibt gar keine Farben, aber wir sehen sie oder wir komplettieren Töne, obwohl es Frequenzlücken gibt), aber immerhin gemeinsam wahrnehmen. Es geht also nicht nur um unsere Spezies und ihre ureigene Beschaffenheit, sondern auch um ein „Außen“, eine „Realität“, die Zugang zu uns hat.

      Ich denke, dass wir einen winzigen Teil dieser Wirklichkeit wahrnehmen, mehr nicht. Aber die Wirklichkeit (oder allumfassende Wahrheit) ist dennoch vorhanden, und unsere Unfähigkeit, sie wahrzunehmen, mindert ihre Existenz nicht.

      So in etwa! Schwere Geburt, ich weiß. Vielleicht sollte ich auch noch einmal die Wörter Wahrheit und Wirklichkeit besser voneinander unterscheiden (und definieren). Aber für mich sind sie sehr nah verwandt. Wahrheit ist vielleicht die Schlussfolgerung der das „Urteil“ über die Wirklichkeit. Und solange wir nur einen Bruchteil der Wirklichkeit wahrnehmen, kann unsere Wahrheit auch nur klein sein. (Oder brüchig, verzerrt, falsch.)

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    6. ja, jetzt kann ich da tatsächlich eher mitgehen. womit ich schwierigkeiten habe, sind diese ideologischen wahrheiten, die als unverbrüchlich, unzweifelhaft dargestellt werden, obwohl sie nur menschliche konstrukte sind. deine auffassung sprengt jedoch mein vorstellungsvermögen, denn, das ist meine meinung, das ist die beschränkung meines denkvermögens, alles was wir wahrheit nennen, kann eben auch nur das sein, was wir selbst wahrnehmen und so wie wir es wahrnehmen muss es nicht dem entsprechen, was wirklich (außerhalb von uns) ist.

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    7. ihr beiden, ich bin fasziniert von den nuancen dieser diskussion, die bei mir ganz neue gedanken in bewegung bringt. ich danke euch herzlich für die inputs zu wirklichkeit, wahrheit, konvention und wahrnehmung (und vielem mehr!). gerne dürft ich natürlich hier weiterdiskutieren. ich lese sicher mit …

      wie auch immer: gute nacht und grosses dankeschön!

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    8. ja, liebe elke. das mit der ideolgischen wahrheit ist echt schwierig. und die höchste form des dogmatismus ist für mich ja religion. sie entbindet den menschen komplett von seiner eigenen meinungsbildung, wenn man es ganz ernst nehmen will.

      aber ich habe mich oft gefragt, ob man nach dieser erkenntnis – nämlich, dass ideologische wahrheiten eben vielleicht auch genau die selbe „willkür“ haben wie moralische vorstellungen – tatsächlich eine menschenverachtende neben einer menschenliebenden ideologie hinstellen kann und behaupten kann: beide sind gleichwertig, beide sind legitim, beide sollten gelebt werden düfen.

      geht das? gibt es da vielleicht nicht doch einen anhaltspunkt dafür, dass wir menschen nicht nur das recht, sondern auch die pflicht haben, uns für „menschenliebende“ ideologien einzusetzen und die anderen zu degradieren? was denkst du?

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    9. das ist moral, wovon du sprichst, ethik, oder wie auch immer man es nennen will. natürlich gibt es regeln, begriffe, die ich eher vertreten kann, und andere, die ich ablehne, aber für mich sind das unterschiedliche auffassungen, die zu unterschiedlichen wirklichkeiten führen. aber immer noch nicht dieses ding, das wahrheit gennant werden könnte. auffassungen übrigens, die durchaus gewertet werden sollten, über die man streiten kann und muss, weil es werte gibt, eher als die wahrheit.

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  7. Wahnsinn! So ein Beitrag und noch dazu solche Kommentare! Wahrheit hin oder her, sowie die Suche nach ihr – wenn ich nicht gerade dabei wäre, die Küche zu streichen (zum ersten Mal seit 15 Jahren), (und noch dazu deshalb eine heillose Unordnung um mich und den Computer wuchert), würde ich mitmachen, so nur einstweilen: Wahnsinn! 😉

    Liebe Grüsse,

    Jan

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    1. liebe jan
      viel spaß in der wahren wirklickeit des küchestreichen und herzlichen dank für deine zeilen.
      tolle leserinnen gibt es, jawohl, und tolle leser auch!
      herzlich soso

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  8. Ich habe mich zuletzt bewusst aus dieser guten Diskussion herausgehalten. Immer mehr fühlte ich mich durch Eure Art und Weise, die eigenen Standpunkte verdeutlichen zu wollen, die der anderen verstehen zu wollen, aber auch immer wieder hinterfragen zu müssen …. an mein Studium der Philosophie erinnert. Es fühlt sich einfach auch hier sehr gut an zu sehen, zu lesen, mit welcher Ernsthaftigkeit und Erkenntnislust über ein Thema respektvoll miteinander diskutiert und gerungen wird. Das hat mir unglaublich gut gefallen.

    LG mb

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  9. Schöner Blog! Gefällt mir. Fasst entspannend wird spannend über alles – egal ob gross oder klein – gesprochen. Meinen Glückwunsch dazu.

    Zum Thema: Suche, Finden, Sinn und Eigensicht … Das Leben ist nicht auf solche Begrifflichkeiten angewiesen. Wir schon. Aber das kann sich ändern. Wenn wir glücklich aber auch unglücklich sind, dann doch nur, weil es einen Punkt gibt, der das bewirkt und wir alle anderen „übersehen“. Es wabert um uns und wir sind konzentriert oder fokusiert, schauen mehr weg als hin und sehen nur Ausschnitte. Gut wer sich erinnern kann oder genug Phantasie und Herz hat um sich vorstellen zu können, wie es zu den erschreckend dämonischen Schatten auf der Wand kommt.

    Nicht jede Erklärung wird stimmen. Und es ist sehr schwer auch von diesen Abschied zu nehmen und sich den Neuen, von denen im Voraus schon klar ist, dass auch sie wieder ersetzt werden, wieder zu verabschieden. Der eine wird sich nichts mehr zuwenden, der andere geniesst die Phase, der dritte will nur schnell durch alles durch und es abhacken, dem Werden entehen, ist sein Ziel.

    Zu werden, beweglich zu sein, auf Impulse von aussen reagieren oder zu agieren und Impulse zu setzen – und all das im richtigen Verhältnis – wer so lebt, denkt nicht drüber nach, denn dieses Leben ist intensiv -, der sucht auch nicht das Leben, er lebt einfach, er braucht es nicht finden, denn es umgibt ihn und kommt auf ihn zu, der kennt den Sinn und kann kaum was damit anfangen, der kennt viele Ansichten und macht sich alle und doch auch keine zu eigen. Der ist Beständig und flexibel und er lacht statt zu weinen, begrüsst das Neue und Andere, statt zu kämpfen, der bewahrt indem er verwirft …

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    1. viele dank für den auführlichen kommentar und willkommen hier!

      schön, wenn es dir hier gefällt und du wieder vorbeikommst und mitliest.

      liebe grüssse
      sofasophia

      ps: deine gedanken sind spannend, ich lasse sie auf mich wirken.

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