mich einholen

Eine Art Spurensuche ist es. Nein, falsch eher eine Selbstsynchronisation – das trifft es besser. Oder vielleicht ein Update? Ich weiß es nicht so genau.

Ich rannte mir hinterher – schon eine ganze Weile. Ich habe aufgeräumt. Ich habe endlich mal wieder Mails geschrieben. Ich habe endlich mal wieder Blogs gelesen und ich habe alle Notizzettel auf dem Schreibtisch ins Tagebuch abgeschrieben. Ich habe sogar mal wieder Tagebuch geschrieben.

Und nun habe ich mich eingeholt. Endlich. Und jetzt könnte ich eigentlich endlich das tun, was ich am besten tun kann, wenn alle Pflichten erfüllt sind und der Rücken frei: mein Loch im Eis-Manuskript öffnen und weiterschreiben. Endlich. Doof nur, dass ich jetzt eine Pause brauche. Dass ich vermutlich nun zu müde bin. Dass ich morgen wieder arbeiten gehen muss. Und übermorgen auch. Ebenso am Mittwoch.

Wie es andere bloß schaffen – oder schaffen es auch andere nicht, ständig auf gleicher Linie mit sich selbst zu sein?

Über meine Filter nachgedacht habe ich heute auch. Über mich als HSP. Und dass ich, als die hochsensible Person, die ich bin, für alles sozusagen länger brauche, denn ich muss mehr ausmisten. Meine Filter haben größere Löcher, als die der meisten Menschen, und lassen darum mehr Zöix rein. Gutes ebenso wie Mist. Ich brauche – ich bräuchte – mehr Zeit zum Leben. Zeit, die ich mir immer anderswo abzweigen muss. Und so gibt es immer wieder neue Lecks, die ich hinterher wieder mit Hinter mir her-Rennerei  stopfen muss.

Brauchen?! Müssen?!

Lasst mich doch einfach sein!, sagte ich als Kind, wenn meine Eltern zu viel von mir wollten.

Lass dich doch einfach sein!, sage ich zu mir. Jetzt.

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34 Kommentare zu „mich einholen“

  1. Das ist mal wieder ein Großwort. Sich sein lassen. Fühlt sich gut an. Komischer Weise habe ich eine ähnliche Aufholjagd hinter mir – seit Wochen das Gefühl, im Schadensbegrenzungsmodus zu arbeiten. Und nun scheint es zu gelingen. Fast alles abarbeitenswichtige ist abgearbeitet. Wenn ich an die gesellschaftliche Verzahnung denke, ist jetzt irgendwo jemand anderes in den Schadensbegrenzungsmodus gegangen, um das, was ich ihm aufgetischt habe, abzuarbeiten. Manchmal denke ich, man sollte jegliches gesellschaftliche Interagieren für eine bestimmte Zeit auf Eis legen und jeder sollte Zeit haben, über das Leben zu sinnieren. Ein Jahr der Stille. Welch skurile Utopie.

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    1. ich habe erst heute die doppelbedeutung von „lasst mich sein!“ begriffen. das kind, das ich war, wusste oder ahnte es bestimmt. die sehnsucht ist sich gleichgeblieben nach stille, rückzug und nicht(s)-müssen.
      pflichtenerfüllen ist zuweilen wie an zu kurzen bettdecken ziehen. immer guckt ein stück haut hervor und friert. immer zu wenig.
      und immer eine verschiebung des druckes. wie eine blase unter einer klebfolie, die partout nicht rausgeht, ausser mit der stecknadel.
      ich hoffe, dass es auch bei dir bald wieder luftiger wird. 🙂

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  2. liebe Soso,

    bei der Überschrift „mich einholen“ musste ich an einen Drachen an der Schnur denken, den man dann, wenn er lange genug in der Luft war, wieder einholt … und irgendwie hat dein Text für mich auch etwas damit zu tun … du holst dich wieder zu dir zurück, nachdem du soviel für andere und den neuen Brotjob gemacht hast- es ist oft so, dass wir uns dann verlieren bei all dem Müssen und Tun und als HSP gleich zweimal … bei mir ist es in den letzten Jahren besser geworden, weil ich mir den Tag nicht mehr so voll packe und schon beim aufstehen weiß, wohin ich will bzw. was getan werden muss- bei meiner unregelmäßigen Arbeit ist es gut mir auch für die sogenannten freien Tagen einen ÜBERSICHTLICHEN Rahmen zu stecken, ganz nach dem Motto: weniger ist mehr, in dem Fall mehr Lebensqualität- natürlich bin ich manchmal auch unglücklich, dass mich Lucie schon lange nicht mehr gesehen hat, aber ich weiß, die Zeit wird auch dazu wiederkommen- vielleicht hat es auch etwas mit Vertrauen in mich und meine Kräfte zu tun? An Tagen, an denen ich arbeite, plane ich ansonsten wenig anderes, damit ist viel mehr Ruhe bei mir eingekehrt, die Meditation kommt dazu …

    lieber Irgendlink … ein Jahr der Stille finde ich gar nicht so abstrus, nichts anderes machen viele Mönche und Laien, manche sogar drei Jahre, drei Monate, drei Wochen und drei Tage …

    einen ganz lieben Gruß an euch beide
    herzliche Grüße
    Ulli

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    1. liebe ulli
      mir gefällt das bild mit dem drachen an der schnur. ich sehe mich als kind, wie ich die drachenschnur wieder einrolle.
      bei sich sein … eigentlich vielleicht das sinnvollste, was wir tun können, damit wir uns andern (mit)teilen können.
      aber eben … ich übe da noch ziemlich. hoffentlich kann ich, wenn ich eines tages alt und weise bin, sagen: ja, ich habe es gelernt. we’ll done …
      danke für deine zeilen und das mutmachen!
      herzlich, soso

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  3. Schön, dass Du wieder bloggen kannst. Monika sagte oft: lasse Kind in Ruh, da denke ich auch noch dran. Man kann einen Punkt machen und sagen: ich kann die Zeit nicht zerdehnen, kann nicht alles richtig machen, kann versuchen zu machen, was geht. Liebgrüß in die Schweiz.

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  4. Die Seite HSP kenne ich, weil ich mich vor Jahren dort gefunden habe, nachdem ich nach meinen eigenen „Symptomen“ oder Eigenarten gegooglet habe. Ich kann dieses Gehetztfühlen sehr nachvollziehen. Den Wunsch nach Ruhe, nach dem Abwerfen von Ballast. Ich denke dabei oft an kleine Kinder im Sandkasten, wie sie matschen dürfen und bauen, was immer sie auch wollen … und die „Sandformen“ aus buntem Plastik wegschmeißen …

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    1. ich denk grad, dass meine lieblingsbloggerInnen wohl meist HSP „sein müssen“, weil das ja auch im denken/philosophieren sichtbar wird.

      das abwerfen von ballast, ja, eine meiner dauersehnsüchte. das sandspiel illustriert das super.

      nunauf ins büro … ohne sand! 😉

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  5. uiuiui, das kenne ich zu gut. Mich überfällt dieses Gefühl. mir hinterher zu rennen, auch recht häufig. Und manchmal gebe ich dem auch nach. Vor allem, wenn es darum geht, lang, laang aufgeschobene Gänge zu Ämtern und Ärzten endlich mal… ansonsten habe ich ganz gut gelernt, mich wieder in die Spur zu bringen “ Ich lebe nur einmal“ und es ist besser, zu tun, was ich gerade tun möchte. Und irgendwann werde ich schon Lust haben, die Dinge zu tun, die gerade liegen bleiben. UNd dann gehts mir wieder gut.

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  6. Oh jeh, ich renn mir auch oft hinterher, aber nur weil ich so eine elende Saisonarbeiterin bin. :-/ Tagelang nehme ich mir vor, dass ich etwas in Abgriff nehme, komme aber nicht aus den Puschen, irgendwann passt es plötzlich und dann fluppt das auch.

    Inzwischen habe ich mich damit abgefunden und kann mich ganz gut sein lassen. 🙂

    Liebe Grüße, Szintilla

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    1. Pegelarbeiter ist auch schön. So könnte man das auch nennen. 🙂

      Herzliche Grüße, Szintilla

      ps. Ich meinte übrigens in Angriff nehmen und nicht in Abgriff, Arbeit abgreifen tu ich eher selten *g*

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  7. Liebe Soso, ich jedenfalls schaffe es auch nicht, immer „auf gleicher Linie mit mir selber“ zu sein, fühle mich oft überfordert und/oder müde, aber wenn man sich findet, mit sich einig ist, und sei es bloss für ein paar Stunden, ist das wunderbar, nicht?
    Herzliche Grüsse,
    Jan

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    1. ja, das ist wunderbar, liebe jan. ich möchte nur, dass es der übliche zustand wäre, der normale quasi, und nicht der seltene. aber vielleicht ist das gar nicht möglich und ein kampf gegen windmühlen?
      ich wünsch uns trotzdem viele dieser momente!
      herzlich, soso

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  8. Tja, ich laufe mir noch immer hinterher, hab mich noch nicht eingeholt, obwohl ich am Wochenende sogar am Stück 10 Stunden geschlafen habe!
    Der Sommer hat sich hier vorerst verabschiedet und heute kommt es mir richtig herbstlich vor, so schwer und drückend – Novemberfeeling!

    Ein Sabbatjahr machen manche Leute, das hilft uns HSP nur leider nicht, weil das Leben ja weiter auf uns einprasselt, nicht wahr?!

    ..grüßt dich Monika

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    1. schlaf ist für mich eine wesentliche tankstelle, aber die dinge sind danach nicht erledigt. sie fallen höchstens leichter.
      und pausen inkl. sabbaticals sind daher „nur“ aufschübe. aber gut tun sie trotzdem! dir gutes dich-wieder-einholen, liebe monika!

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  9. Im Rahmen dieser Aufarbeitungsaktion kam ich jedenfalls in den Genuss, wieder einmal eine E-Mail von dir zu bekommen, ich danke dir dafür! Und sobald ich selbst soweit bin, antworte ich auch, wir verstehen uns da ja. 🙂

    Dieses Getrieben- und Überfordertsein kenne ich leider selbst auch zu gut. Damit es besser wird, muss man aber nicht auf mehr Zeit warten, sondern neu sortieren. Auf ein paar Dinge muss man verzichten, es geht einfach nicht alles. Früher hab ich auch mehr Blog-Artikel geschrieben, und vor allem mehr private E-Mails an Menschen,die ich mag. Aber Manches muss inzwischen warten, Manches habe ich aufgegeben. Wichtig ist, immer wieder neu zu entscheiden: Was ist mir wichtig, was hat Zeit, und was kann (muss) weg?

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    1. genau. neubewerten der aktuellen situation, immer wieder.
      und merken: es sind nicht die menschen, die mir „zu viel“ sind, höchstens die „kommunikationsmethoden“. oder so irgendwie. weil: den austausch schätze und brauche ich wirklich.
      paradox ist’s ja schon irgendwie …

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  10. Wie gut ich das nachvollziehen kann, liebe Soso!
    Oft habe auch ich das Gefühl, mir hinterherzurennen und wenn ich mich dann mal eingeholt habe, ist das ein gutes Gefühl. Dumm nur, dass es nicht lange anhält, denn schon geht es weiter… Früher habe ich viel mehr gearbeitet, viel mehr geschafft als heute, doch ich kann und will das nicht mehr. Am Alter liegt es aber meiner Ansicht nach nicht, es ist eher so, dass ich mich früher überfordert und weniger auf mich geachtet habe. Nun ist es – leider? – irgendwie umgeschlagen, ich will mehr auf meine Bedürfnisse schauen, doch die Folge ist, dass ich mir nicht mehr hinterher komme. Ob ich auch HSP bin, weiß ich nicht, aber da ich mich auch immer so leicht „beeindrucken“ lasse von allem, was ich wahrnehme, und anscheinend viel zuviel gleichzeitig in mich eindringt und mich beschäftigt und von „Wichtigem“ ablenkt, halte ich das nicht für unmöglich.
    Manchmal – selbstkritisch wie ich bin – denke ich allerdings, ich rede mich mir selbst schön – von wegen hochsensibel, ha! – bzw. benutze meine Sensibilität nur als Alibi und dass es in Wahrheit so ist, dass ich einfach ein fauler und bequemer Mensch bin, eine unrealistische egoistische Träumerin, die sich am liebsten den ganzen Tag lang treiben lassen und tun möchte, was sie will… Ja, in Wahrheit möchte ich als Hauptberuf Reisende und Flaneurin sein oder einfach immer tun, wonach mir gerade ist, Schreiben, Fotografieren, ab und zu hier bloggen etc…. Hätte ich viel Geld und wäre Privatier (Privateuse, Privateurin? lach, gibt es eine weibliche Form davon?), würde ich mich jedenfalls niemals langweilen.
    Ich wünsche dir, dass es besser wird mit dem Gleichgewicht und dass du dich öfter einfach „sein lassen“ kannst, wie du bist!

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    1. was du da eben geschrieben hast, liebe rote welt, könnte fast alles von mir sein. das „weniger ist mehr und tut mir besser“ praktiziere ich auch schon eine weile. allerdings ist immer das schlechte gewissen mit an bord, wenn ich andere sehe, die viiiel mehr schaffen und scheinbar nebenbei, ohne gross müde zu werden. natürlich habe ich mir deine fragen auch schon gestellt, wie viel ich mir schönrede resp. ein alibi für meine „faulheit“ (mangelnde belastbarkeit) schaffe. aber wenn es doch so ist, dass ich so vieles wahrnehme, ist es doch letzlich egal, ob ich eine „legale HSP“ bin oder einfach nur so bin, wie ich bin. die HSP-ettikette macht es nicht einfacher oder weniger einfach, sie hilft nur, mir und andern gegenüber toleranter zu denken und zu handeln. theoretisch. aber noch immer lasse ich mich zu oft von den leistungsfähigeren menschen um mich herum einschüchtern.

      privateuse wäre ich auch gerne. die zwei drei menschen, die ich kenne und die sich das leisten können, sind leider nicht besonders glückliche menschen.
      ob es da doch einen zusammenhang mit dem „lebensmotor geregelte/selbständige arbeit“ gibt? in unsern köpfen, anerzogen, mit dem selbstwert gekoppelt?

      mich auf wesentliches zu konzentrieren, ja, das täte ich gerne vermehrt. nur: was ist wesentlich?
      wie auch immer … es ist ein einziger balanceakt, dieses leben, denk ich grad.
      danke für deine zeilen!

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  11. Du sprichst das schlechte Gewissen an, Soso, aber bei aller Selbstkritik, die uns beiden zu eigen ist, müssen wir ja schon auf uns selbst achten und wenn uns das Zuviel nicht gut tut, ist es eben so. Ein schlechtes Gewissen brauchen wir schon allein deshalb nicht zu haben, weil das Weniger ja als Konsequenz zu weniger Einkommen führt.

    Ich kenne auch Einige, die viel mehr schaffen. Ich habe Bekannte, die ohne zu murren einfach „ihren Job machen“, ohne Überstunden zwar und ohne Karriereambitionen, die aber auch nicht groß darüber nachdenken, ob die Arbeit ihnen Spaß macht – das sind die „Realisten“, die dann Erfüllung im Feierabend, an Wochenenden und in gelegentlichen Reisen finden. Ich habe aber auch eine Freundin, auch Freiberuflerin, die dauererschöpft ist und ackert und ackert und sich wie im Hamsterrad fühlt. Sie macht das, um sich ein gutes Leben in Wohlstand, besser Luxus, leisten zu können. Aber darüber vergisst sie manchmal ihre Umwelt… und ihre Freunde… Mit beiden möchte und könnte ich nicht tauschen.

    Ich habe, nachdem ich mich 1996 als Freie selbständig gemacht habe, gut zehn Jahre auch geackert wie eine Blöde. Manchmal hatte ich über drei Wochen keine freie Zeit, kein Wochenende und ich habe auch oft die Nacht durchgearbeitet, bis zur völligen Erschöpfung. Ich weiß nicht, wie es weitergegangen wäre, wenn nicht das große Projekt, für das ich quasi ein „Dauer-Abo“ hatte, plötzlich eingestellt worden wäre. Damals war ich froh, dass eine Last von mir fiel, ich machte die Arbeit schon länger nicht mehr wirklich gern. Es blieb nur ein kleinerer Brotberuf, dem ich immer parallel nachgegangen war trotz der Zeitprobleme – zum Glück! – und den ich heute noch habe. Mit dem Ende des Projekts fiel ein privater Einschnitt zusammen, wenngleich er von mir gewollt war, war er doch im wahrsten Sinne des Wortes einschneidend. Danach brauchte ich viel Zeit für mich, um mich neu zu orientieren im Leben. Durch das viele Arbeiten hatte ich auch viel Geld gespart. So konnte ich es mir eine Zeit lang leisten, weniger zu arbeiten und zu mir zu kommen. Nun ist das Geld weg und das, was ich noch verdiene, zwingt mich zu einem bescheideneren Leben. Das macht mir im Prinzip nicht soviel aus, denn da meine Eltern wenig Geld hatten und ich auch im Studium improvisieren musste, habe ich das nicht verlernt. Aber mittlerweile ist der Punkt gekommen, an dem ich doch wieder etwas mehr finanziellen Spielraum haben möchte. Nur wie erreichen?

    Die Umorientierungsphase führte mich auch zu der Erkenntnis, dass ich früher nur soviel gearbeitet hatte, um mir Anerkennung zu holen. Mir fehlte da was von früher und ich glaubte fälschlicherweise, durch berufliche Leistung könnte ich mir die holen, doch natürlich blieb sie aus, jedenfalls von denen, von denen ich sie mir immer gewünscht hatte. Sie war sogar gar nicht gern gesehen – ich hatte bescheiden zu bleiben und galt nun als Nestbeschmutzerin, als eine, die zu hoch hinaus und „etwas Besseres“ sein wollte.

    Heute weiß ich, dass ich in zweierlei Hinsicht einem Phantom hinterhergelaufen bin und dass dieses Karriere- und Aufstiegsdenken gar nicht wirklich meins war und ist.

    Klar wünschen wir uns alle Anerkennung und die Anerkennung für das, was und wie wir sind als Menschen, ist sicher das, was zählt, denke ich heute. Trotzdem, brauchen wir nicht auch Anerkennung dafür, dass wir eine „Leistung“ für die Gesellschaft erbringen? Dabei kommt es zwar im Grunde gar nicht darauf an, ob wir dafür bezahlt werden oder nicht. Aber solange wir Geld brauchen, um davon unser Leben finanzieren zu können und nicht von anderen oder vom Staat abhängig zu sein, müssen wir ja eine Arbeit haben.

    Und diese Arbeit, das ist eben auch eine Erkenntnis meiner langen Nachdenkphase, soll mir Spaß machen, verdammt, ja, ich bin eine Träumerin geworden! Ich möchte ein Zusatzeinkommen mit Dingen erarbeiten, die ich wirklich gern tue. Und da bin ich wieder bei dir, Soso, und vielleicht unseren unrealistischen Träumereien. Ich lasse mich zwar weniger von den Menschen einschüchtern, die anscheinend so überaus leistungsfähig sind (irgendwann brechen sie vielleicht mit Burnout oder einer schlimmen physischen Krankheit zusammen und was hatten sie dann davon?), aber ich lasse mich einschüchtern von Menschen, die beharrlich ihre Träume verwirklichen und das schaffen, weil sie so ein großes Selbstbewusstsein haben. Nehmen wir das Schreiben und Fotografieren: Oft denke ich, dass andere gar nicht besser sind als ich, aber sie sind von sich vollkommen überzeugt und verkaufen sich entsprechend gut. Es kommt gar nicht darauf an, unbedingt besser zu sein! Zu wenig Achtung der eigenen Fähigkeiten, zu hohe Ansprüche und Selbstkritik und Angst vorm Scheitern können einem auch einen Strich durch die Rechnung machen.

    Und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, nicht mehr selbständig zu arbeiten, ich glaube, der Zug ist abgefahren. Als Freie/r muss man aber immer auch mehr kämpfen – nicht einfach, das!

    Was wesentlich ist…, hm, das muss wohl jeder für sich entscheiden, denke ich…

    PS: Ich merke, ich bin doch gar nicht so faul, ich will ja etwas tun… Alles sehr persönlich…, soll ich trotzdem…? Ach, egal!

    PPS: ups, wie lang, sorry, liebe Soso!

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  12. Entschuldige, Soso, bin vollkommen von deinem Thema abgeschweift! Aber du hast damit gerade bei mir etwas angesprochen, was mich zurzeit sehr beschäftigt! Ich hätte es jedoch auch für mich behalten und euch nicht damit „zuschwätzen“ können, 🙂

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    1. bist du abgeschweift? hab ich nicht gemerkt. 🙂
      ich hab dir gerne zugehört und dabei wieder einmal, wie oft, gedacht, dass wir uns irgendwie schon ähnlich sind in der bewertung von sachverhalten. heute dachte ich: mein reichtum ist meine einfachheit. zwar hab ich im verhältnis zu andern eher wenig geld, doch dafür habe ich viel freiraum. und das ist auch reichtum. eine andere währung einfach …

      danke für deine zwei kommentare und die impulse darin.
      herzlich, soso

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    2. Ach, da bin ich ja froh, danke, liebe Soso! 🙂 Freiraum ist in der Tat eine Währung, die das Leben bereichert! Ich wünsche dir und allen Kommentaren hier ein schönes Wochenende!

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  13. Ja, da kann ich nur zustimmen, es dauert auch bei mir lange, ehe mein HSP-Hirn die zahlreichen Reize verarbeitet hat. Ich bin froh, alles so intensiv wahrzunehmen, weil das Schöne viel farbenfroher ist.

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