Ohne Leine

Ich lasse mich von der Leine. Ich werde darum eine Weile offline sein. Gut so. Ich freue mich drauf. Vielleicht werden die zwei Wochen genügen, damit ich nachher nicht mehr zurück an die Leine, heißt online, gehen will? Wer weiß.

Ferien nennt sich das bei uns in der Schweiz. Urlaub hier in Deutschland, von wo aus wir morgen nordwärts fahren. Nach Süddänemark. Nach Haderslev. Ferien heißt zwei Wochen nicht arbeiten. Zwei Wochen nicht früh aufstehen müssen. Zwei Wochen nicht und nichts müssen. Nur tun, was ich will. Am Manuskript weiterschreiben und -feilen vielleicht. Womöglich mal wieder einige Bilder aufnehmen? Mal sehen.

Nur tun, was wir wollen. Nichts müssen. Nichts sollen. Nicht mal meinen, bloggen zu müssen.

Und mich erholen. Die Migräne gestern Abend war ein deutliches Zeichen meines Körpers. Mich wieder mehr nach innen wenden, soll ich, sagt er mir. Nicht immer rennen. Nicht immer Erwartungen erfüllen. Nicht immer nett sein. Nicht immer die andern zuerst …

Darum habe ich mich heute ruhig verhalten. Erholung und Alleinsein statt mit Irgendlink und den andern der Col Art-Kunst zu frönen. Und ein gutes Buch lesen.

ewigdeincoverEwig Dein habe ich gelesen. Wäre da nicht die Empfehlung Emils gewesen, der zwei Bücher des Autors Daniel Glattauer gelesen und im Blog empfohlen hat, hätte mich der Titel wohl in die Flucht geschlagen.

Im Supermarkt lernt Judith, Mitte dreißig und Single, Hannes kennen. Kurz darauf taucht er in dem edlen kleinen Lampengeschäft auf, das Judith, unterstützt von ihrem Lehrmädchen Bianca, führt. Hannes, Architekt, ledig und in den besten Jahren, ist nicht nur der Traum aller Schwiegermütter – auch Judiths Freunde sind restlos begeistert. Am Anfang empfindet Judith die Liebe, die er ihr entgegenbringt, als Genuss. Doch schon bald fühlt sie sich durch seine intensive Zuwendung erdrückt und eingesperrt. All ihre Versuche, ihn wieder aus ihrem Leben zu kriegen, scheitern – er verfolgt sie sogar bis in ihre Träume …

(Quelle: www.hanser-literaturverlage.de)

Ein Buch, das unter die Haut geht. Eine Geschichte, die ich sicher nicht so schnell wieder vergessen werde. Und eins ist sicher: Sobald ich die andern beiden Bücher von Glattauer in die Finger bekomme, werde ich sie ebenfalls verschlingen. Der Autor versteht es vorzüglich, seine Figuren so dreidimensional, menschlich und glaubwürdig zu malen, dass ich beinahe damit rechne, ihnen auf der Straße zu begegnen.

Auf dem Rückweg von meinem sonnigen Waldspaziergang kann ich darum der Sitzbank nicht wiederstehen, die – von zwei Birken umrankt – mich geradezu nötigt, die letzten Seiten des Buches zu verschlingen. Books are a girl’s best friend!

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LIebe Leserinnen und Leser, ich sage jetzt auf Wiederlesen bis irgendwann im Oktober oder so und winke euch herzlich zu.

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19 Kommentare zu „Ohne Leine“

  1. „Ewig dein“ hab ich auch gelesen, eine intensive Story, die mir auch noch nachgegangen ist. Das gruselige ist, dass man nicht weiß wie man selber mit so etwas umgegangen wäre. Wahrscheinlich recht ähnlich … Ich wünsch euch einen tollen Urlaub, gutes Wetter und nur nette Leute um euch herum! 🙂

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    1. ähnlich wie du habe ich beim lesen dieses buches auch immer überlegt, wie ich damit umgegangen wäre …
      danke für die guten ferienwünsche. die haben sich erfüllt. wir sind heute nacht wieder auf dem hof gelandet …
      und ich bin somit wieder online … 🙂

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    1. danke für die gute wünsche. du meinst wegen der neuen outdoorjacke, gell? ja, der kauf hat sich mehr als gelohnt. der ostsee-wind war ganz schön heftig. aber es gab auch die stunden ohne wind. mit viiiiel sonne! die haben wir genossen. sehr sogar!

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  2. Ich habe von Glattauer „Gut gegen Nordwind“ gelesen, gern, aber ich habe Freundinnen, die es absolut unsäglich fanden, was ich gar nicht verstehe. Ja, liebe Soso, lass dich von der Leine, ich wünsche dir/euch nochmal schöne Ferien in Dänemark! (Das Wort Ferien gefällt mir besser als Urlaub)

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    1. das wort ferien … es riecht für mich nach wind und sonne 🙂
      und was die meinung anderer buchleserInnen betrifft: letztlich ist es doch einfach geschmackssache, was jemand mag? rein objektiv betrachtet muss man einfach sagen: der glattauer kann wirklich saugut schreiben.

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  3. Liebe Soso,

    jetzt hast du dich schon eine Weile von der Leine gelassen und ich wünsche dir, dass es dir rundum geglückt ist und du viele beglückende Augenblicke hattest und hast … übrigens … sagt man in D sowohl Urlaub, wie auch Ferien … ich schließe mich da Rotewelt an, ich mag Ferien auch lieber …

    herzliche Grüße
    Ulli

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    1. ein paar wenige male waren wir auch online, nur schnell mails checken in offenen wifis … aber im grossen ganzen war es eigentlich sehr gut, nicht immer so online-abhängig zu sein.
      die ferien haben sehr gut getan. ich mag einfach meer. und die mir noch fast unbekannte ostsee hat mir wirklich sehr gut gefallen.
      danke schön!!!

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