Rätselslösung

Wie ich da im Büro hockte, am Mittwochvormittag wars, und mit rauchendem Kopf an einer für Nichteingeweihte möglichst leicht verständlichen Anleitung für das Führen unserer monatlichen TeilnehmerInnenstatistik brütete, fiel mir ein, dass mich Kollegin F. am Dienstag gebeten hatte, mich doch biitte-biitte der Kaffeekasse anzunehmen.

Da mein Kopf summte, war mir eine handwerkliche Abwechslung höchst willkommen. Während ich stundenminutenlang Fünf-, Zehn-, Zwanzig-, und Fünfzigrappen- sowie Ein- und Zweifrankenstücke in Zehnerstapel türmte, musste ich ans Steinmännchenbauen denken. Nicht ganz unähnlich, denn hier wie dort geht es darum, die bereits bestehenden Türme nicht durch Unachtsamkeit ins Wackeln zu bringen. ZEN im Büro.

Schon beinahe fertig, dachte ich dankbar daran, dass mich kein einziges Telefonklingeln aus meiner materiellen Meditation gerissen hatte. Kaum gedacht, schreckte mich auf einmal doch ein Bimmeln aus meiner Ruhe auf. Ein ehemaliger Projekt-Teilnehmer hatte eine Frage, die ich ihm allerdings nur unter Zuhilfenahme unserer Datenbank beantworten konnte. Doch mein PC döste auf Standby. Die Tastatur hatte ich gar leichtsinnigerweise unter den Destop geschoben und die Schreibunterlage war mit Münztürmchen vollgestellt. MIst!
Einen Moment bitte, ich muss erst den Tisch freiräumen? Nein, das konnte ich nun wirklich nicht sagen. Ich bat den Teilnehmer darum, kurz zu warten, zog die Papiere, auf die ich meine Türme gebaut hatte, vorsichtig zur Seite und betete zum Gott der Münzen, dass meine Türme einen Umzug überleben mögen. Vermutlich war er grad auf dem Klo, der Münzgott, denn die Zwanziger, die Zehner und die Fünfziger kämpften arg mit der Schwerkraft, einige kippten gar halb um. Doch immerhin hatte ich nun wieder Platz für meine Tastatur und konnte die Datenbank samt benötigtem Teilnehmer-Dossier öffnen und dem wartenden Herrn die gewünschte Antwort erteilen.

Schon bald konnte das Türmchenbauen weitergehen und bald darauf das große Zählen. Ich schätze zweihundert Franken und beschloss meine BlogleserInnen ebenfalls mitschätzen zu lassen (siehe letztes Artikelchen). Irgendlink, am Abend beim Bilderbetrachten, vermutete 183.– Franken in Kleingeld und Leserin Szintilla ungefähr hundert Franken weniger … alle drei lagen wir daneben. Irgendlink am wenigsten, er hat sich nur um etwa vierzehn Franken verschätzt, denn ein Zweifrankenstück, 89 Einfranken-, 104 Fünfzigrappen-, 88 Zwanzigrappen-, 66 Zehnrappen- und 18 Fünfrappenstücke ergeben zusammen genau 168 Franken und zehn Rappen.

Klar, ich hätte das alles der Bank überlassen können, werde ich auch, bald!, doch die Summe brauche ich halt fürs Kassenbuch. Ab und zu ein bisschen Sisyphusarbeit muss doch einfach sein.

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4 Kommentare zu „Rätselslösung“

  1. Jetzt lese ich die Lösung vor dem Rätsel, das macht aber nichts, denn ich habe mich köstlich amüsiert über die komische Situation und sie bildlich vor mir gesehen, das hat ja was Slapstickhaftes, köstlich! 😉

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    1. ein wirklich richtiges rätsel war es ja auch nicht … mehr ein schmunzelrätsel … ja, die situation war zu köstlich … ich habe mir so halb von aussen zugeguckt … 🙂

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