artgerechter Konjunktiv

Wenn mein (dein) Leben im Konjunktiv artgerechter wäre als dein (mein) Leben im Präsens, stimmt was nicht.

himmlisch

Langsamer müsste es sein, dieses Leben. So langsam wie ich Yoga übe. Atmen. Da sein – nicht mir vorauseilen in Gedanken. Denken und Bewegung synchronisieren. Die Dehnung spüren UND denken. Yoga, das merke ich immer wieder, ist viel mehr als Bewegung, Dehnung, Stille und Atem. Yoga ist auch hier zu sitzen und mich auf diesen Text zu konzentrieren. Mich konzentrieren. In den Schreibflow kommen.

(Bitte spätestens hier atmen)

Mich nicht ständig vom Gebimmel von Whatsapp ablenken lassen. Mich nicht von Gedanken an vorher und nachher ablenken lassen. Denn das ist es, was ich mag: mich längere Zeit ganz auf etwas einzulassen. Mich längere Zeit – zehn Minuten, mehrere Stunden – hinzugeben an das, was ich tue. Am liebsten an Dinge, die mich inhaltlich begeistern. Mein Ding tun. Das wäre artgerecht (jaja, schon wieder Konjunktiv!).

(Bitte spätestens hier wieder atmen)

Und nein, du musst das nicht Yoga nennen. Aber nenn es mit mir zusammen Selbstsabotage, wenn ich mich immer ablenken lasse. Oder ist es nur ein Zeichen der Zeit?

(Gerne und immer wieder: atmen!)

Da bimmelt es. Dort plingt ein Fenster auf. Ich muss doch nachschauen. Nein, das ist doch krank. Muss ich? Muss ich nicht!

Multitasking ist nichts für mich. Klar, kann ich es. Nein, ich kann es eigentlich nicht. Und noch eigentlicher will ich es gar nicht können. Es ist zu viel.

Und es ist zu wenig artgerecht.