artgerechter Konjunktiv

Wenn mein (dein) Leben im Konjunktiv artgerechter wäre als dein (mein) Leben im Präsens, stimmt was nicht.

himmlisch

Langsamer müsste es sein, dieses Leben. So langsam wie ich Yoga übe. Atmen. Da sein – nicht mir vorauseilen in Gedanken. Denken und Bewegung synchronisieren. Die Dehnung spüren UND denken. Yoga, das merke ich immer wieder, ist viel mehr als Bewegung, Dehnung, Stille und Atem. Yoga ist auch hier zu sitzen und mich auf diesen Text zu konzentrieren. Mich konzentrieren. In den Schreibflow kommen.

(Bitte spätestens hier atmen)

Mich nicht ständig vom Gebimmel von Whatsapp ablenken lassen. Mich nicht von Gedanken an vorher und nachher ablenken lassen. Denn das ist es, was ich mag: mich längere Zeit ganz auf etwas einzulassen. Mich längere Zeit – zehn Minuten, mehrere Stunden – hinzugeben an das, was ich tue. Am liebsten an Dinge, die mich inhaltlich begeistern. Mein Ding tun. Das wäre artgerecht (jaja, schon wieder Konjunktiv!).

(Bitte spätestens hier wieder atmen)

Und nein, du musst das nicht Yoga nennen. Aber nenn es mit mir zusammen Selbstsabotage, wenn ich mich immer ablenken lasse. Oder ist es nur ein Zeichen der Zeit?

(Gerne und immer wieder: atmen!)

Da bimmelt es. Dort plingt ein Fenster auf. Ich muss doch nachschauen. Nein, das ist doch krank. Muss ich? Muss ich nicht!

Multitasking ist nichts für mich. Klar, kann ich es. Nein, ich kann es eigentlich nicht. Und noch eigentlicher will ich es gar nicht können. Es ist zu viel.

Und es ist zu wenig artgerecht.

Advertisements

14 Kommentare zu „artgerechter Konjunktiv“

    1. … ich auch

      halten wir also immer wieder inne, einfach nur so, um wahrzunehmen, was gerade dann ist und wenn es nur das Geräusch des eigenen Atems ist …

      ein sehr feiner Text, liebe Soso
      herzliche Grüße
      Ulli

      Gefällt mir

    2. danke dir. ja, atmen. ich übe. eigentlich wollte ich dazu ein bild für „elementar“ finden. fand ich aber nicht. so ist es halt ein soso-artikel geworden … 🙂

      Gefällt mir

  1. Sehr schöner Text über Dinge des Lebens, die man doch eigentlich kontrollieren können müsste, es aber niemals schafft, weil hier und dort und da und am anderen Ende der Welt, etwas ruft, jemand schreit, sich etwas bewegt oder gar steht. Und zwischen all den Momenten atmen wir einfach ein und genauso einfach wieder aus, beinahe unmerklich.

    Gefällt mir

    1. willkommen hier und herzlichen dank für deine zeilen. jaa, die sache mit der kontrolle … ich bin mir nicht mehr so sicher, ob das überhaupt so erstrebenswert ist. trotz meiner dahingehenden tendenz.
      ich übe mich im prioritäten neu setzen – in richtung „weniger ist mehr“. nicht immer sehr erfolgreich …

      Gefällt mir

  2. Huch! Hier siehts schon wieder ganz anders aus, ich war wohl zu lange weg. Tolles Design, und ein herrlicher Beitrag. Er ist so rhythmisch wie das „Atmen“, um das es geht, oder wie Wellen am Meer. Gelungen! 🙂

    Gefällt mir

    1. schön, dass es dir hier gefällt. wars du schon so lange nicht mehr hier? danke fürs kompliment fürs theme – ist das neue von wp.
      und danke für deine zeilen zum text. ums atmen gehts, um den rhythmus in mir, den ich am wiederfinden bin … ja.

      Gefällt mir

  3. Nachts, wenn ich nicht schlafen kann, kann ich manchmal lesen oder hören, wozu mir am Tag die Ruhe fehlt. Das bleibt aber nicht im Gedächtnis. Gedanken ruhig im Kopf sich bewegen lassen, ist etwas, das ich vom älter sein schätze, morgens mal ein Stündchen später aufstehen. Danke für den Artikel und lieb Grüß in die Schweiz.

    Gefällt mir

    1. drum freu ich mich so auf die pensionierung. wegen der frei verfügbaren zeit. manchmal, wenn ich nachts nicht schlafen kann, denk ich, dass sich nun die tags nicht gedacht wordenen gedanken melden … weil ich sie tags „abgewürgt“ habe. weil ich keine zeit für sie hatte. tja …

      liebgrüss in den „norden“ 🙂

      Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.