Alltag und so

Eine Woche ist es her, seit ich das letzte Mal gebloggt habe – Lust-Bloggerin, die ich geworden bin.

Was soll ich schon im Alltag bloggen? Mein Alltag tut so als seien alle Tage allen Tagen ähnlich. Sind sie auch, äußerlich zumindest.

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Da sind zum einen jene Tage, an denen ich im Büro arbeite – noch reduziert, da ich noch immer im Schongang unterwegs bin – und mein Weg dorthin (drei Stunden täglich im öffentlichen Verkehr unterwegs, Bücher lesend, Menschen beobachtend, mich gut schützend). Und da sind jene Tage, die mit Schreib- oder Lektoratsaufträgen, Hausarbeit, Einkaufen und Begegnungen gefüllt sind.

Doch dann sind da noch die Zeiten, die nur mir gehören. Ja, ich erlaube mir Pausen, halte an, halte inne, gönne mir Sofastunden. Mit oder ohne Buch. Dösend zuweilen, manchmal gar nichts tuend, nur sitzen und sein. Und nachdenken zuweilen, über die Ursachen von Problemen. Über die Welt und warum sie beim Um-sich-selbst-Drehen eiert.

Nachgrübeln über Widersprüche. Über meinen Wunsch, voranzukommen. Erfolgreich sein zu wollen, zum Beispiel mit meinen noch immer unfertigen Manuskripten, obwohl ich doch gar nicht wirklich an mich selbst glaube. Und schon trifft die Illusion von irdischem Erfolg auf die Frage, ob Erfolg nicht einfach Zufriedenheit und Glück sein könnte. Und dann taucht ein Wunsch auf: Genug Geld zu haben, um tun und lassen zu können, was ich will (schreiben zum Beispiel) – aber dabei bloß keine Kapitalistin zu sein. Natürlich nicht. Und bin es doch. Teil einer Maschinerie zu sein, die mir gar nicht wirklich gefällt.

Widersprüche, die mich innerlich beinahe zerreißen. Gewissensfragen. Das Karussell, auf dem ich sitze, eiert.

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Appspressionismus: auf dem iPhone kreiert (genau so mit der App Hipstamatic fotografiert). Geschrieben &  hochgeladen ab Laptop

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