Teilen? Ja, aber …

Wie wäre mein Leben, wenn ich es wirklich leben würde. [Ohne Fragezeichen]. Nicht nur so tun, als ob. Nicht nur dieses seichte sinnlose Mich-Treiben lassen, das ich zuweilen praktiziere und dann Leben nenne.

Es ist eine Art Leben, von der ich träume, die mit Wirklichsein zu tun hat. Wenn ich unter der Dusche stehe und den Duschstrahl genieße. Wenn ich das Wasser auf meinem Körper spüre. Und meine Hand auf seiner Haut. Wenn ich am Bach sitze und sein Rauschen höre. Wenn ich einfach bin – ohne mich von andern Dingen, die in meinem Kopf herumturnen, ablenken zu lassen.

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Wenn ich einfach nur bin, lebe ich. Manchmal kommt mir alle Dinge, die ich tue – Denken, Lesen, Filmeschauen, selbst Geocaching oder Appen – wie Ersatzhandlungen vor. Ersatz für jene Essenz des lebendigen, wirklichen Lebens, der ich, seit ich Kind war, nur noch selten begegnet bin: Meiner Wildheit. Meiner eigenen Kraft. Meiner Mitte. Alles nur Ablenkung. Aber will ich denn zu-gelenkt werden? Zu-mir-hin-gelenkt werden? Nein, ich will nicht werden. Ich will sein. Ich will aktiv nicht passiv. Ich will Präsens nicht Konjunktiv. Ich will sein und handeln, was ich will. Was immer ich will. [Was will ich denn?]

Doch da ist auch diese Wut noch. Ach, und wie mich dieses Doch stört. Auch der Trotz stört. Als wäre ein Fleck auf der Linse. Ein Klecks, der das ganze Bild stört. Mein Bild von mir und mein Bild von Wirklichleben, vom Wirklichsein.

Ich schreibe, bis ich leer bin. Mit geschlossenen Augen. Hinterher nur die Tippfehler wegmachen, sonst nicht. Sonst nichts? [Na ja, ein bisschen Stilarbeit, aber nur minim, ehrlich!]

Und dann teilen. Teilen? Wieso? Immer? Alles? Teilen? Sind wir, ich zumindest, teilgeil? Postings da und dort. Blog. Mail. Wozu? [Das Kind auf der Schaukel ruft: Mama, schau her!].

Um gesehen zu werden? Um mich selbst zu spüren. Meiner selbst gewiss zu sein und bewusst. Kanten spüren. Und den Sprung im Kopf. Wörter, die purzeln. Sich lieben und aneinander reiben. Sich die Hände reichen. Eins zieht das andere über die Grenze: Komm auch. Komm mit. Teile. Wer du bist: Sei.

[Und teile …]

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Appspressionismus: Bild von A-Z auf dem iPhone kreiert (mit Decim8 bearbeiteter Screenshot, mit Polamatic montiert ).

[Heute oben ohne (Titel)]

Ach, so viel könnte ich erzählen, so viele Bilder posten. Zum Beispiel vom Bärlauch-Paradies, das wir vorgestern entdeckt haben … Oder vom Grand Little Canon, das wir heute zufällig gefunden haben …  Oder ein Lied singen von der App-Lust, die mich wieder gepackt hat.

Doch das größte Wort der letzten vier Tage mit dem Liebsten (neben Hatschi und Gesundheit meine ich) ist DANKE. Ja, ich bin dankbar.

Für die Liebe. Für das Leben. Für die Kreativität. Für den Frühling.

Und ich wünsche mir, dieses Grundhaltung in den Alltag zu retten. Und dir und dir wünsche ich das auch.

Nur dies noch: … heute habe ich, nachdem Irgendlink wieder nordwärts gefahren ist, mein App-Blog „Sofasophia appt die Welt“ aus dem Winterschlaf geküsst. Die kleine Bildergalerie dort soll den Auftakt zu einer neuen Bilderschau machen. Und meine Freude am Kreieren ausdrücken …

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Appspressionismus: Bilder mit dem iPhone fotografiert (mit Gimp nachbearbeitet und montiert, mit den Apps befunky und PicGrunger auf dem iPhone nachbearbeitet).

Sofa-Appspressionismen

Die schon fast überwunden geglaubte Erkältung ist über Nacht nochmals mit mir in den Ring gestiegen. Schnupfen und Husten. Gestern haben Irgendlink und ich trotzdem eine wunderbare Geocaching-Wanderung
unternommen und genoßen. Und jetzt gehen wir auch gleich wieder los – mit vielen Taschentüchern im Gepäck.

Frühling, ich liebe dich!

Ein Tag ist einfach ein schönerer Tag, wenn ich ihn mit dem Liebsten starten kann. Darüber freuen sich sogar die Eier vom einsamen Gehöft.

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Appspressionismus: Bild und Text von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert mit ProCamera 7, montiert und bearbeitet mit Polamatic).

Vom Warten

Warten wir nicht immer auf irgendetwas? Wir vielleicht nicht – ich aber auf jeden Fall. Als ich klein war, wartete ich darauf, groß zu werden. Und heute warte ich im Winter darauf dass es Frühling wird. Im Frühling warte ich auf den Sommer, im Büro auf den Feierabend, und am Bahnhof auf den Zug.

warten auf den zugDank der neugekauften App Polamatic (ja, sie macht süchtig, ich gestehe es), macht das Warten wenigstens ein bisschen weniger Kein-Spaß als ohne sie. Dass der Zug eine halbe Stunde verspätet eintrifft, finde ich dennoch ein bisschen lästig. Tatsächlich fällt sogar der Originalzug aus, dafür erbarmt sich der Nächste, eine halbe Stunde später, aller Wartenden – und wird noch voller als voll. Am Anfang stehe ich noch ohne Mantel in der Sonne, doch bald wird es mir dann doch zu kühl. Die letzten Sonnenstrahlen schwinden und endlich kommt unser aller Zug doch noch.

In B. angekommen spaziere ich gemütlich nach Hause, statt mit der Fahrrad möglichst schnell heimzuradeln. Am neuen Hochschul-Campus vorbei. Es ist noch nicht mild. Lauer Frühlingsabend. Kurz nach sieben Uhr. Blütendüfte. Ich knipse ein Mondbild mit Baum und schnuppere an Blüten, mich zum tausendundersten Mal fragend, warum nachts Blüten stärker duften als tags.

Zuhause finde ich meinen Schlüsselbund nicht. Nicht dort, wo ich ihn normalerweise befestige. Ich suche alle Taschen ab. Kein Schlüssel. Bestimmt habe ich ihn in aller Hast im Büro stecken lassen. In der einen Hand die Post, in der andern meine Tasche, dann auf den Zug rennend (der eine halbe Stunde zu spät gekommen ist). Bestimmt steckte er dort und mein Kollege hat ihn beim Verlassen des Hauses entdeckt und auf den Tisch gelegt.

Gut, dass ich einen Reserveschlüssel im Gärtchen versteckt habe. Bloß wo? Huch, er ist weg. Was nun? Mit dem Licht meines Telefons suche ich alles ab. Kein Schlüssel. Aber das kann doch nicht sein? Jemand muss ihn gestohlen haben. Jemand geht tagsüber in meine Wohnung und schaut sich meine Bilder an. Meine Bücher. Meinen Laptop. Ich fühle mich nackt. Sitze auf der Bank in meinem Gärtchen und überlege, was ich tun soll. Zu Freundin T. radeln und dort warten, bis der Liebste kommt? Hoffentlich hat dieser seinen Wohnungsschlüssel im Gepäck.

lieblingsthingsIch sitze und denke. Ich spüre jene Angst, die Menschen kennen müssen, bei denen eingebrochen worden ist. Ich sitze und auf einmal spüre ich den Schlüsselbund an meiner Gurtschlaufe. Ach ja, ich hatte ja gar keine Zeit, den Schlüssel woanders hinzuklemmen als an die Gurtschlaufe! Wie konnte ich das nur vergessen?! Ich hatte ja keine Jacke an und bin gerannt!

Erleichtert öffne ich die Haus- und Wohungstür, doch noch bleibt das Rätsel mit dem verschollenen Zweitschlüssel zu lösen. Später, mit mehr Ruhe und besserem Licht, finde ich auch den gut versteckten Reserveschlüssel und atme beruhigt aus.

Und wenn der Liebste nun auch bald da ist, ist für heute genug gewartet.

Und dann? Fängt dann endlich das Sein an?  🙂

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Appspressionismus: Bilder von A-Z auf dem iPhone kreiert (fotografiert & montiert mit den Apps TurboCollage und Polamatic).