Stell dir vor, es ist Krieg und niemand schiesst

Ich träume davon, dass sich Menschen über Grenzen hinweg die Hände zur Versöhnung reichen. Dass sie nicht länger das tun, was die Befehlshaber befehlen – kämpfen und töten nämlich und sich hassen –, sondern zu wahren Menschen werden, die sie im Grunde sind, und sich die Hände reichen.

Versöhnung ist der einzige Weg zum Frieden. Krieg ist NIE eine Lösung, NIE!

Doch nur Menschen, viele einzelne Menschen, können das Perpetuum mobile des Krieges stoppen. Viele einzelne mutige Menschen.

Ich will nie aufhören, an den Mut von Menschen zu glauben, auch wenn man mich nun gewiss naiv oder illusorisch nennen wird. Warum auch immer glaube ich trotz allem noch an die verändernde und heilende Kraft von Mut und Versöhnung.

luisa in bayern – 25.07.2014 um 07:02:43

Vor den augen der welt werden in palästina frauen und kinder massakriert und niemand kann es scheinbar verhindern. Dabei ist es ein aussichtsloser krieg der erbittert geführt wird, immer von neuem, und der nie gewonnen werden kann. Schaut man sich die situation von gaza an: umschlossen von israel versteht man die angst. Schaut man sich aber die situation von israel, umschlossen von arabischen ländern an, versteht man auch, warum israel glaubt stärke zeigen zu müssen. Krieg funktioniert aber nie. Palästinensische und israelische polizei hätte die jugendlichen gemeinsam verfolgen müssen, die drei israelis entführt und umgebracht haben und dann auch die, die den palästinensischen jungen gefoltert und getötet haben.

all diese menschen sterben und nichts wird sich ändern. Wenn man schon so oft und so lang krieg geführt hat und nichts ist besser geworden – ist es da nicht zeit umzudenken?!

in diesen kriegskonflikten denkt aber anscheinend niemand und schon gar nicht um. Und weil am krieg kräftig verdient wird (auch von europa), männer anscheinend den ständigen kampf brauchen und frauen ihre männer und söhne in den krieg hinein hetzen wird’s halt so weitergehen. Ja klar, frauen sind genauso beteiligt. Kinder wachsen mit trauma und hass auf. Die situation wird perpetuiert. Ist es möglich, dass die verantwortlichen das nicht sehen wollen/können?!

Quelle: Luisa Francia auf salamadra.de

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13 Kommentare zu „Stell dir vor, es ist Krieg und niemand schiesst“

    1. nur schon, dass wir es für noch-immer-möglich halten, macht mich dankbar. eine wende für unmöglich halten, wäre der anfang vom ende – denk ich grad.
      die hilflosigkeit macht mich sehr traurig.
      danke!

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  1. Natürlch hast Du ja so recht., diese mörderschen Untaten müssen endlich beendet werden. Tagtäglich sind unschuldige Menschen bedroht und werden dahingerafft. Aber wir müssen bei uns selbst anfangen, wir müssen begreifen, dass ein Zusammenleben nur funktioniert, wenn wir es nicht mehr zulassen, dass wir uns gegenseitig zerstören. Das erfordert aber auch einen Sinneswandel in unserer sogenannten heilen Welt . Männer und Frauen bekämpfen sich und nehmen die Vernichtung des Anderen dabei in Kauf. Das Raubtier in uns denkt sich dabei immer perfidere Methoden aus, Methoden, die zumeißt nicht mal strafbar sind.
    Und wir zeigen mit dem Finger nur immer auf die Anderen – sind aber selbst um keinen Deut besser. Lasst und doch bei uns selbst anfangen friedlich und respektvoll miteinander umzugehen!
    Sollte uns das nicht gelingen werden wir auch unsere Welt nicht besser machen und wir werden weirehin das „Kainsmal“ tragen müssen.

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  2. klar, mich beschäftigt dieses Thema auch in aller Länge und Breite, es würde jetzt hier den Rahmen sprengen alle meine Gedanken aufzuschreiben, vielleicht schreibe ich dazu selbst noch etwas, aber eins weiss ich: SO kann es doch wahrlich nicht weitergehen, ob nun Israel_Palästina oder Ukraine-Russland und … in Afrika gibt es so unendlich viele Kriege und Greuel, da wird mir wirklich schlecht und Angst und Bang …
    es ist eins bei sich selbst anzufangen, was ich ja nun auch schon seit Jahrzehnten predige und lebe, aber man muss auch Stellung beziehen und wieder laut werden!
    schön, liebe Soso, dass du es auch wurdest …

    herzliche Grüsse Ulli

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  3. Ja, diese schlimmen Zeiten beschäftigen die Gemüter, so stark wie nie zuvor, jedenfalls kommt es mir so vor. Und es ist ja gut, dass die Menschen anfangen, sich aufzulehnen. Ich habe speziell zu diesen beiden aktuellen Kriegen vor ein paar Tagen auch einen Text geschrieben und darin kommt unter anderem der Satz „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“ vor. 😉 Genau, Krieg ist niemals eine Lösung. Bei sich selber anfangen ist gut, aber es reicht nicht aus. Ich bin so traurig und wütend und versuche aber gerade, das alles nicht ganz so nah an mich heranzulassen.

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  4. Um vergeben zu können, ist Empathie nötig. Vielleicht muss man auch nicht vergeben, vielleicht ist es manchmal gar unmöglich, ich bin keine Vertreterin des Allesvergebenmüssens (mehr). Vielleicht reichte es einfach oft, empathisch zu sein und sich in die Motive, Ängste und Gefühle der anderen Seite hineinzuversetzen. Aber gerade zwischen Israel und den Palästinensern erkenne ich das nicht. Wenn man sieht, wer dort die Fäden in der Hand hält – aktuell Netanyahu und die Hamas -, sehe ich nur Macht- und Hassdenken und null Empathie für den „Gegner“. Kürzlich kam mir der Gedanke, ob nicht die meisten dieser Befehlshaber und Kriegstreiber Psychopathen sind, die ja bekanntlich kein Herz und Gewissen haben und unfähig zu Empathie sind. Und leider gelingt es ihnen, bei der Bevölkerung immer weiter, Hass zu schüren und bei den „Ausführenden“ eine Art Gehirnwäsche zu betreiben. Ich wünschte mir, dass die, die den Krieg in ihren Ländern nicht wollen – die gibt es ja -, laut ihre Stimme erheben würden und sich zusammenschlössen. Wozu gibt es das Internet und die Straße?

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    1. ja, liebe rote welt, das mit der vergebung ist in der tat ein schwieriges thema. ich hatte es bis vor kurzem ähnlich betrachtet wie du, doch der nachfolgende artikel von desmond tutu hat mir eine neue perspektive zu diesem heiklen thema aufgetan – losgelöst von „christlichen vergebungsmustern“ geht es dabei als hauptthema darum, sich selbst durch den schritt der vergebung von hass und anderen lebensfeindlichen emotionen zu befreien. den artikel kanst du online hier lesen: http://spuren.ch/content/magazin/single-ansicht-nachrichten/datum////das-prinzip-vergebung.html
      empathie … ich frage mich, ob bei wahrer umfassender vergebung der andere verstanden und „gemocht“ werden muss. nicht unbedingt. man muss dazu auch nicht seine taten gutheißen.
      ach, ein großes, ein schwieriges thema. ich merke grad, wie komplex ich darüber denke und fühle und dass mir die worte fehlen, das zu formulieren.
      schwierig ist auch das thema manipulation … da einen weg ins selbständige freie denken zu finden, ist wohl eine der grössten befreiungsschritte, die ein mensch tun kann/darf …
      danke für deine gedanken …
      auch mich beschäftigt das alles sehr tief und lässt mich hilflos und doch auch hoffend sein.

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  5. Nun wollte ich gerade den Artikel von Desmond Tutu lesen, aber der Link funktioniert nicht.
    Ja, wer Hass empfindet, der muss vielleicht wirklich zuerst vergeben, bevor sich etwas ändert. Mir selbst ist Hass zwar bisher fremd, ich habe ihn nie empfunden, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es nur so funktioniert, sonst brodelt der Hass unter der Oberfläche weiter.
    Ich denke auch nicht, dass der andere „gemocht“ werden muss, um ihm vergeben zu können, aber ich glaube schon, dass man sich in den anderen einfühlen können muss, in seine Sicht- und Handlungsweise, also Empathie und Verstehen als Voraussetzung für Vergebung.
    Aber ich stimme dir zu, das ist wirklich ein komplexes Thema und umso schwieriger, wenn man es in der Theorie bespricht.

    Oh ja, und manipuliert werden wir von allen Seiten, das kommt noch dazu! Aber Hauptsache, man ist wachsam und findet seinen eigenen Filter.

    Es tut aber gut zu wissen, sich nicht alleine zu fühlen mit seiner Hilflosigkeit angesichts all der aktuellen Gewalt in der Welt, merci, Soso.

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    1. beim copypasten habe ich das letzte l der URL verloren, nun geht der link … verzeih.
      desmond tutu würde deinem ansatz, dass man sich in jemanden einfühlen können muss, um ihm vergeben zu können, vermutlich widersprechen. sein ansatz ist sehr radikal und macht mir mut, grösser zu denken und die hoffnung erst recht nicht aufzugeben.
      hilflosigkeit nützt niemandem etwas, und doch fühle ich sie sehr oft. aber immer noch besser als ohne gefühle zu sein und alles einfach zu ignorieren …

      gewalt kann nur mit gewaltfreiheit beantwortet werden.

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  6. Danke, Soso, jetzt hat der Link funktioniert. Ich kann mich vielen Dingen anschließen, die Tuto sagt. Vor allem auch darin, dass Vergeltung und beständiger Groll niemandem nutzen, sondern allen Beteiligten schaden. Ob er mir widersprechen würde, weiß ich nicht, lach. Zumindest spricht er auch von Mitgefühl und sagt, dass es kein Schwarzweiß gibt und wir alle in Situationen geraten können, in denen wir uns nicht fein verhalten. Die Psychologie ist sich ja nicht einig darüber, ob man in jeden Fall (ich spreche jetzt nur von privaten Beziehungen, nicht von Kriegen) unbedingt verzeihen muss. Man kann auch das, was einem angetan wurde, einfach lassen, wie es ist und weiterhin nicht gut finden, ohne diesen Menschen zu hassen und weiter zu grollen. Manchmal erkauft man sich mit Verzeihen auch ein gutes Gewissen oder macht sich selbst klein und bleibt dadurch unfrei.

    Aber hier geht es ja um Kriege gegen Völker, und da bin ich völlig mit dir d’accord, dass man Gewalt nicht mit Gegengewalt beantworten sollte, weil es alles schlimmer macht, wie man ja aktuell auch sieht, leider.

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    1. ich denke, beim verzeihen gibt es kein allgemeinrezept. aber spuren, denen man folgen kann um herauszufinden, was passt.
      erzwungenes verzeihen funktioniert sicher nicht.
      danke für deine gedanken dazu!

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