Innen und außen

In der Stadt ist mir draußen nicht draußen genug, bloggte Lakritze gestern und hat mir voll aus dem Herzen geschrieben. Wie Irgendlink und ich gestern Nachmittag durch den Wald wanderten, der einst als Park das längst von der Natur wieder verschlungene Lustschloss Tschifflik umrundete, wurde mir genau dies klar. Mein Draußen, das ich brauche, heißt Wald. Heißt Erde unter den Füßen. Heißt Laub, heißt Baum, heißt Himmel-über-mir. Gut, den gibts auch in der Stadt, falls man ihn denn sehen kann (hochblicken ist in der Stadt zudem nicht ganz ungefährlich …).

Ich fühle mich hier unendlich weit und geborgen. Werde ruhig. Atme tief.

Wir bücken uns nach Kastanien, füllen alle Säcke unserer Jacken und ich sage zum Liebsten:
Arme Menschen, die noch nie im Wald waren, die noch nie Kastanien gesammelt haben, die noch nie Erde unter den Fingernägeln hatten.

Das Glück liegt auf dem Waldweg
Das Glück liegt auf dem Waldweg

Auf dem letzten Stück unserer kleinen Wanderung regnet es ein bisschen. Guter Laufregen. Reinigt Luft und Lungen. Tut gut. Spült den Stadtstaub von den Autoscheiben.

Nun sitze ich in meiner gemütlichen Schweizer Wohnung. Am Schreibtisch. In der Waschküche kurbelt sich die Ferienwäsche Richtung Sauberkeit. Draußen regnets. Innen drin in mir ist es wieder ruhig geworden.

Langweilige Ruhe? Nein, ja, heilsam-langweilige Ruhe. Wohltuende Ruhe.

Neben mir eine Liste. Dinge, die getan werden wollen und sollen.
Eins nach dem andern.

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