Die echte und die echte Welt dicht an dicht in der Galerie Beck – reblogged

Wenn die Welt im Kopf ein genauso starkes Bild ist, wie die “echte” Welt, ist es dann nicht verkehrt, sich an den Parametern der echten Welt zu orientieren, und krampfhaft daran festzuhalten, anstatt an der Realisierung der Parameter der selbst erzeugten Welt zu arbeiten?

(28. September 2009 – im Vorwort zu “Schon wieder ein Jakobsweg – Yet Another Saint James”)

Was ist überhaupt echt?, muss ich heute fragen. Oder unecht? Oder ist die Grenze zwischen Echt und Unecht nur ein individuelles Empfinden? Ein Prozess jahrelanger Prägung, der einen nach dem Irgendwann-ist-aber-mal-Schluss-Prinzip einen Strich auf der imaginären Landkarte ziehen lässt, auf deren einer Seite die vermeintlich echte Welt ist und auf deren anderer Seite die unechte, virtuelle Welt?

screenie appspressionismusMit einem eigenartigen Gefühl betrete ich gestern die Galerie Beck zur Eröffnung der Ausstellung “Geschichte und Geschichten”. Die Galerietür aus Kirschbaumholz quietscht wie eh und je, genauso wie damals 2007, als meine erste Ausstellung bei den Becks präsentiert wurde. Es ist geraten, wenn man die Galerie betritt, die Tür am Knauf ein bisschen anzuheben, um das Quietschgeräusch zu vermeiden. Scherzhaft mutmaßte man einst, das sei passiver Diebstahlschutz. Neben den vielen Hunden, die überall auf dem Gelände ein eingeschworenes Rudel bilden ist es eine weitere Sicherungsmaßnahme, um den Heiligen Gral der feinen Künste zu schützen.

(Text von Jürgen Rinck | Irgendlink)

Weiterlesen? Gerne! Bei Irgendlink drüben gehts weiter …

Advertisements

2 Kommentare zu „Die echte und die echte Welt dicht an dicht in der Galerie Beck – reblogged“

  1. Puah! Das sind spannende Fragen. Darüber könnte ich stundenlang diskutieren.

    Für mich ist die Wirklichkeit, das was ich wahrnehme und die ist echt. Ich weiss jedoch, dass dies ausschliesslich meine Wirklichkeit ist. Jeder Menschen hat seine eigene Wirklichkeit, die für ihn auch echt ist. Es gibt deshalb sehr viele verschiedenen Wirklichkeiten, die alle echt sind.
    Zum Glück ist das so, sonst hätten wir einander nichts mehr zu sagen. Die Kommunkiation würde überflüssig und das Leben darum ärmer.
    Beat

    Gefällt 1 Person

    1. Es ist hier halt dieses Spielen mit den echten Zeitebenen, den vergangenen, den gegenwärtigen … ein gedankenspiel, das wir oft miteinander spinnen. Weil, was wirklich wirklich ist, weiß man nun wirklich nicht so genau. Ich jedenfalls nicht. Und ja, das macht das Leben und die Kommunikation herausfordernd.
      Danke!

      Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.