Ausgelesen II. #15 – Stoner

cover_williamsZwar ist Stoner ein älteres Buch, es wurde vor 50 Jahren das erste Mal gedruckt, doch deswegen ist es – weder in Sprache noch inhaltlich – nicht überholt. Ich mag die Zeitlosigkeit der Geschichte. Diese ewige Sehnsucht und Suche nach Lebensqualität, nach Liebe, nach Berufung. Immer dabei Erkenntnisse, Rückschläge, Alltägliches, Banales, Dramatisches, Mobbing. Unspektakulärer alltäglicher Wahnsinn eines Universitätsprofessors, der bei seiner Geburt hätte Bauer werden sollen.

Ob man Stoner ein gescheitertes Leben nachsagen könnte? Vielleicht. Von außen betrachtet vermutlich schon. Ich weiß es aber besser.

Besonders gut gefällt mir, wie sensibel der Autor, John Willams, mich das Sterben seines Protagonisten Stoner, zeitlebens auf der Suche nach Erfüllung, erleben lässt. Ich bin ganz nahe dran. Und doch in respektvollem Abstand. Ich spüre den Frieden, den Stoner in sich findet. Die Versöhnung mit sich, seiner Frau und dem Leben.

Well done, Herr Williams, well done, Stoner!

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