In einem Zug gelesen #15 – Stoner

cover_williamsNein, nicht in einem Zug. Weder in einem Zug, noch in einem Zug. Aber gelesen. Und für eine herzliche Leseempehlung gut befunden.

Zwar ist Stoner ein älteres Buch, es wurde vor 50 Jahren das erste Mal gedruckt, doch deswegen ist es – weder in Sprache noch inhaltlich – nicht überholt. Ich mag die Zeitlosigkeit der Geschichte. Diese ewige Sehnsucht und Suche nach Lebensqualität, nach Liebe, nach Berufung. Immer dabei Erkenntnisse, Rückschläge, Alltägliches, Banales, Dramatisches, Mobbing. Unspektakulärer alltäglicher Wahnsinn eines Universitätsprofessors, der bei seiner Geburt hätte Bauer werden sollen.

Ob man Stoner ein gescheitertes Leben nachsagen könnte? Vielleicht. Von außen betrachtet vermutlich schon. Ich weiß es aber besser.

Besonders gut gefällt mir, wie sensibel der Autor, John Willams, mich das Sterben seines Protagonisten Stoner, zeitlebens auf der Suche nach Erfüllung, erleben lässt. Ich bin ganz nahe dran. Und doch in respektvollem Abstand. Ich spüre den Frieden, den Stoner in sich findet. Die Versöhnung mit sich, seiner Frau und dem Leben.

Well done, Herr Williams, well done, Stoner!

Bitte auf die Bilder klicken zum Vergrößern.

Mehr: Stoner bei Wikipedia

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15 Kommentare zu „In einem Zug gelesen #15 – Stoner“

  1. ich las das Buch zwischen den Jahren und es hat mich sehr beeindruckt, soll heissen Stoner hat mich beeindruckt, er geht seinen Weg und dieser Weg wirkte auf mich still und tief …
    schön, dass du es hier vorstellst!

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    1. Es hat mich auch streckenweise traurig gemacht. Er ist so verdammt integer. Hihi, ja, das finde ich toll. Und aber eben auch … hm, manchmal hätte ich ihm einfach mehr Glück gewünscht. Oder was auch immer. Du weißt schon …

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  2. habe das Buch heute in einem Rutsch zu Ende gelesen…hat mich ziemlich aufgewühlt diese Lebensgeschichte…die so wahrhaftig wirkt, traurig und tröstlich zugleich…irgendwie will man den Protagonisten immer wieder aufrütteln und schreien, bitte tue etwas, gehe, ändere dein Leben, verlasse die Universität und gleichzeitig weiß man, dass ihm keine andere Wahl bleibt als dieses sein Leben so zu leben und anzunehmen…

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