Parallelen

Gestern hat Irgendlink (hier) bloggenderweise über Paralleluniversen nachgedacht. Ein Thema, das mich auch immer mal wieder streift, mit dem ich hin und wieder gerne flirte. Ich weiß echt nicht so recht, was ich darüber denken soll.

Ich mag den Gedanken, dass ein anderes Wesen, das auch ich bin, oder so ähnlich irgendwie, Seiten von mir lebt, die ich hier auf diese Weise nicht lebe, nicht leben kann. Weil ich zu wenig Zeit habe zum Beispiel oder zu wenig Energie. Womöglich gibt es da ein paar andere Ichs, die auch ich bin (ähm, oder sind?), die viel mutiger, böser, frecher, braver sind als das Ich, das ich hier bin. Wenn oder falls es denn Paralleluniversen gäbe.

Zuweilen überlege ich mir, ob ich in einem Paralleluniversum wohl Bestsellerschundromaneautorin wäre und in einem andern Philosophie- oder Literaturprofessorin? Und manchmal stelle ich mir vor, dass wir unsere Auch-Ichs in unsern Träumen besuchen oder beobachten. Und ich frage mich, ob es unsere Auch-Ichs sind, die unsere Wünsche mitbringen in dieses Ich-Leben hier. Und wie steht es wohl mit unseren Sehnsüchten? Womöglich sind sie auch die, die unseren Hunger nach Mehr und damit unsere latente Unzufriedenheit kreieren.

Erklärungsansätze der etwas anderen Art.

Psychologisch betrachtet ist das Glauben an Paralleluniversen vielleicht ein Krankheitsbild. Flucht vor der Wirklichkeit. Ob Internet ebenfalls eine Art Paralleluniversum ist, oder mein Blog? Alle meine Avatare und Pseudonyme da und dort.

Egal.

Ich kann, zumindest wenn ich wach bin, nur dieses eine Leben leben. Oh, das klingt ja furchtbar moralisch.

Macht nichts, tröste ich mich, eins meiner Auch-Ichs hält bestimmt einen besseren Schlusssatz bereit. Vielleicht bloggt es sogar auch gerade jetzt – falls es woanders auch Blogs gibt.

Nun denn, ihr da draußen, ihr meine Auch-Ichs und alle andern … den Schlusssatz müsst ihr euch heute selbst ausdenken.

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8 Kommentare zu „Parallelen“

  1. Oh, das ist für mich mit meinen zwei ichs — Der Emil und der Ausweisnamensmensch — und den noch mehr Autorennamen (nein, keine Auto-Renn-Amen, sondern Autoren-Namen) und Avataren usw. usf. hochinteressant, aber zur Zeit nicht bearbeitbar.

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  2. Wenn man das Pralelluniversum Traum oder Fantasie nennt, dann bin ich sicher, dass es in jedem Menschen zu finden ist. Und ich halte es auch für gesund sich manchmal ‚weg zu träumen‘. Von einem Krankheitsbild kann ich da nichts erkennen (solange man noch weiß, was wo stattfindet). Aebr liegt vieleicht auch daran, dass ich auch so das ein odere andere Paralleluniversum für mich verbucht habe 😉

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    1. Vielleicht gibt es ja ganz viele verschiedene Paralleluniversen? Eins wäre die Traumwelt. Und da gibts ja auch schon viele verschiedene Ebenen.
      Wie du sagst: Das eine oder andere Paralleluniversum trägt wohl jeder irgendwie in sich. 🙂
      Danke für deine Zeilen und willkommen hier!

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  3. Wenn ich über sowas nachdenke kommt mir immer der Gedanke: würde ich mich mögen? Würden wir uns verstehen?! Mir könnte ich nichts vormachen – oder doch? Super Thema, kann man unendlich drüber philosophieren! 🙂 psychologisch so lange in Ordnung, solange Ich auch wirklich im Ich bleibt, würde ich sagen… Soviel Ich – Jetzt bin ich verwirrt. 😀

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    1. Echt jetzt, das dachte ich auch schon. Und ja, ich denke schon. Aber ich würde mich auch oft mit mir streiten, tu ich ja eh schon.
      Wir sind viele, sagte ja schon der gute Pessoa.
      Danke dir für deine Rückmeldung. Willkommen hier!

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