Eingeholt

Seit Wochen war ich mir hinterher. Die Arbeit im Büro, dazu all meine privaten Baustellen und Projekte, die mir unter dem Herzen und den Nägeln brennen.

Schlecht abschalten zu können, ist dann etwas vom nächsten. Wenig Schlaf, schlechter Schlaf, viele Träume, Kopfweh, Unruhe … und trotzdem fühlte ich mich gut und wohl. Aber eben. Ein Zustand, der kein Dauerzustand sein sollte. Nicht, wenn man gesund leben will, sich zuliebe leben will, wie ich das anstrebe.

Vorgestern Nachmittag, nachdem mein Chef gesehen hat, dass ich schon über zwei Wochen Überzeit habe, schickte er mich – zumal ich Kopfweh hatte und mich ein wenig angeschlagen, fast krank fühlte – nach Hause. Wir hatten für das Konzert am Abend alles vorbereitet, die Tische mit Tüchern bezogen die Sachen für den Aperitif bereitgestellt.

Geschenkte Zeit.

Mittwochabendstimmung

Zeit?

Ich versuche immer, so viel wie möglich aus ihr zu quetschen. Wie doof eigentlich.

Besser ich streiche sie glatt, die Minuten. Besser ich lasse sie zu, die Stunden.

Ausgerechnet als ich gestern auf der Fahrt zum Liebsten bei Strasbourg im Stau stand, fand ich zurück zur Ruhe.

Und nun, nun bin ich da. Bei mir. Außen und innen wieder kongruent. So gut es geht, wo doch alles immer im Wandel ist. Immer.

Jetzt.

Jetzt auch.

Und jetzt ist es gleich zwölf. Oder war es eben?

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8 Kommentare zu „Eingeholt“

  1. Das Bild passt perfekt zu deinem Text. Die dunklen Wolken sehen, sie sind ja nun mal da und wir sollten den Regenschirm nicht vergessen. Aber dann doch eine Grenze ziehen zu dem Gedräu. Schon kommt man zu sich. 🙂

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    1. Das Bild war zwar schon zwei Tage alt, aber eben, es hat – wie du schreibst – genau zu meiner Stimmung gepasst.
      Nun, hier, in der Pfalz, ist es endlich wieder am Aufklaren. Vollmond vorbei, nun wendet das Wetter hoffentlich.
      Frühling, komm endlich! 🙂

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  2. Ja, manchmal und gern, da vergisst man die Eigenheit der Zeit. Stets mache ich mir zur Besänftigung die Natur bewusst, dass sich die ach so liebe Konstante, nicht einholen lässt. Sie wird auch nie Verstecke mit uns spielen, oder sich finden lassen, die Allgegenwärtige. Sie „rast“ und „rastet“ immer zu gleich schnell, unabhängig davon, wie schnell wir zu werden vermögen. Viel mehr erlebt man positiv von ihr, wenn man in genau der Geschwindigkeit lebt, in der das Scheinbare, eben, kommt und geht.

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    1. Ob sich die Zeit „erleben“ lässt, bezweifle ich immer mehr.
      Ich denke, dass es sie nicht wirklich gibt. Oder dann so ähnlich, wie es die Nichtmaterie gibt, die Ideen, die Vorstellung von etwas, ein Plan vor der Umsetzung. Etwas, dass immer da ist, aber nur von uns bewusst wahrgenommen kann, wenn wir es zu etwas materiellem in Bezug setzen.
      Zu beobachten, wie du so schön sagst in der Natur, den Jahreszeiten.

      Die Zeit ist uns Menschen, denke ich, ein Hilfskonstrukt wie so vieles, um Unfassbares zu zähmen. Und uns selbst vermutlich ganz besonders.

      Danke für deine anregenden Zeilen und willkommen hier!

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