Ludvika

Ludvika, so sind wir uns nach kurzer Zeit einig, ist eine ziemlich gesichtslose Stadt. Wäre da nicht dieser feine Campingplatz mit seinen Linden und der Standort zwischen Uskavi und Falun, wären wir hier wohl vorübergefahren. In Erinnerung wird mir dieser Ort dennoch bleiben. Wegen der Begegnungen und Erlebnisse.

Vorgestern der freundliche Autofahrer, der mich hierher gefahren hat. Gestern die Begegnung mit Thorsten, der schon seit Mai durch Schweden wandert. Und auch unsere Stunde in der Kirche werde ich wohl nicht vergessen. 

Mangels wirklichem Futter für unsere von Kunst verwöhnten Augen haben wir uns der Kirche Ulrika (?) genähert. Ich mag ja Friedhöfe sehr. Auf einmal, wir sitzen auf einer Bank, fallen die ersten Regentropfen und wir überlegen, ins Zentrum zurückzugehen und uns bei Kaffee und Tee aufzuwärmen. Aber wieso eigentlich nicht in der Kirche den Schauer abwarten?

Eine katholische Kirche. Gebaut mit vier Flügeln, wie ein Kreuz also. Anders als die romanischen Katholen-Kirchen ist diese hier angenehm unkitschig (wer mich kennt, weiß, dass ich mit Kirchen, insbesondere katholischen, wenig am Hut habe). Ich fühle mich hierdrin richtig wohl. Das Klo ist hochwillkommen, eine Steckdose fürs Handy gibt es auch. Und Innehalten hat noch niemandem geschadet. Ich schließe die Augen, döse im Sitzen weg, genieße die fast totale Stille. 

Später appe ich ein paar Bilder, das hier zum Beispiel, und wir spazieren zurück ins Zentrum.

  

Mangels wirklicher Augenweiden, nehmen wir Dinge wahr, die wir womöglich sonst übersehen hätten. 

  

Gras und Mauern mal anders …

  

Als wir die zweite Tasse Tee resp. Kaffee trinken, regnet es sich ein. Nicht schlimm, guter Radlerregen, aber eben nicht wirklich gemütlich. Wie anders hätten wir die Stadt wohl wahrgenommen, wenn wir gestern Sonne satt gehabt hätten?

Zurück auf dem Platz – von einem Busfahrer, der seinen Job zu lieben scheint und die Menschen, die er herumkutschiert auch gleich mit – legen wir uns für ein Nickerchen ins Zelt. Schön, dieses Plätschern an der Außenwand. Warm ist es hier drin. 

Pünktlich um 19 Uhr, wie die Wetterapp vorhergesagt hat, hört der Regen auf. Wir gehen wieder zu den Linden rüber, an einen Tisch, der fast trocken geblieben ist, und kochen uns ein leckeres Essen.

Zu Reis gabs gestern Fetagemüse. Geht übrigens mit fast allen Gemüsen. Klein geschnitten in die Trangia-Pfanne, also in den beschichteten und gefetteten Deckel, geben (gestern waren es Zwiebeln, Pilze, Brokkoli). Darüber einen ganzen Fetakäse in Streifen geschnitten. Zuerst eine Weile anbraten/andämpfen, damit das Gemüse unterm Fetadeckel garen kann, dann umrühren. Der Feta zerfällt so und würzt das Gemüse. Fertig garen. Genießen. Aufgeschrieben auf Irgendlinks Wunsch. 🙂

Und nun? Packen und frühstücken wir und dann gehts los. Per Bus & Zug nach Falun bei mir, per Rad bei Irgendlink.

Ich freue mich schon sehr aufs Häuschen … 🙂

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PS: Wer eine der obigen Bilder als Postkarte will, schreibe es mir als Kommentar. Ich verlose drei Karten unter den Interessierten.

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3 Kommentare zu „Ludvika“

  1. Hab eine gute Reise heute zum Häuschen …
    und immer noch sooo viel und oft Regen, herrjeh! Hier immer noch nichts! Umso mehr Bilder, die kreiert werden und leise Gedankengänge, ziemlich leise, es ist ihnen zu heiss 😉
    herzliche Grüsse
    Ulli

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    1. Du Liebe, ich war um halb drei schon hier und habe geduscht und gewaschen. Ist schon irgendwie schön, so ein Dach überm Kopf … *kicher*
      Der Regen hat sich mal wieder verzogen, schöner Sonnenuntergang ist hier, am See … hach …
      Herzlichst SoSo

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