Wirklichkeiten oder die ungeahnte Kreativität der Digitalität

(Verdichtete) Kreativität ist in der kleinsten Hütte. Schon kurz nach dem Erwachen geht es los. Wir sprudeln über von schlauen Gedanken. Irgendlink steht auf und schon bald höre ich die Tastatur klappern. Bei mir ist die Müdigkeit stärker. Ich schlafe einfach wieder ein. Als mir Irgendlink eine Tasse Tee ans Bett bringt, lese ich einige erste Tweets.

Ich lache Tränen. Wieder fangen wir an, über das Leben zu spinntisieren und wie Kunst wirkt. Und dass Kunst, wie sie Irgendlink praktiziert, ziemlich suspekt ist. Weil es für sie keine Schublade gibt. Ist es eine Performance, wie er da radelnd ans Nordkap reist und unterwegs velosophische Texte in die Tasten haut? (Danke, Emil, für dieses Gutwort!) Oder ist es Reisereportage (und damit eher in der Kategorie Handwerk anzusiedeln), oder ist es Reisefotografie? Womöglich ist es Abenteuer? Oder Visionssuche ohne Ziel? Macht die Tatsache, dass er seine Kunst, seine Texte, seine Bilder (abgesehen von den iDogma-Postkarten, die man bestellen/kaufen/zahlen kann) kostenlos ins Netz stellt, seine Kunst wertlos? Ist kostenfrei gleich wertfrei und wertlos? Mitnichten.  Ich persönlich – okay, objektiv bin ich natürlich nicht! – finde ja seine künstlerischen Beiträge immer eine Bereicherung für diese Welt. Weil sie mich nähren.

Artist in Slow Motion | … und er bewegt sich doch

Das Bild hier zeigt ein bisschen, was ich meine. Zerlegung nämlich – mit dem Ziel einer neuen Konzentration. Sich teilen. Sich selbst relativieren. Sich selbst in einen neuen Kontext bringen. Sich selbst in Frage stellen. Das alles macht das Reisen mit einem Menschen. Kann es machen. Das letzte der vier Bilder simuliert eine Bewegung des Künstlers innerhalb seiner Grenzen, seiner Haut. Sage keiner, Technik könne nicht kunsten! Irgendlinks heutigen Artikel, als Auftakt quasi zum zweiten Teil seiner Radreise #ansKap, verstehe ich als Nabe, als Dreh- und Angelpunkt seiner Art in Motion.

Übergang – Blogartikel von Irgendlink

Zitat:
„Kein anderes „Element“ lässt einen besser seine Aggregatszustände erfahren, als Wasser. Bei Null Grad Celsius gefriert es. Bei hundert Grad verdampft es. Vielleicht liegt es daran, dass wir Menschen überwiegend aus Wasser bestehen, dass wir es beim Wechsel von einem Zustand in den anderen so anschaulich beobachten, ja, erfahren, können? Vielleicht ist es, weil wir ES sind? Minutenlang stehe ich bis zu den Knien im Wasser, starre hinaus auf den See und stelle mir vor, wie ich langsam in die Knie gehe, die Wasseroberfläche sich an meinem Körper hochschiebt bis zum Hals, ich mich abstoße und endlich hineingleite. Drüben am Ufer schimmern Boote und zwischen den Bäumen lugen Holzhäuser. Es ist wie aus dem Alltag in das Reiseleben hinüber gleiten, denke ich noch. Das Reiseleben erscheint einem ja zu Hause, „im laufenden Betrieb“ des eigenen Lebens auch wie eine kühle, unheimliche Wassermasse, in die man hineinsteigt. Ich weiß, dass es nur ein kurzer Moment ist, an dem ich ein bisschen frösteln werde. Der See ist nicht besonders kalt, vielleicht 18 Grad, kaum kühler also, als die Luft. Und dennoch, diese Minuten des da Stehens und den See Beobachtens …“ [Unbedingt weiterlesen …] Quelle: http://irgendlink.de/

Echt oder Fake?

Situationskomik? Zufall? Oder eine kleine Illustration über das Leben, hinter und vor den Kulissen?

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8 Kommentare zu „Wirklichkeiten oder die ungeahnte Kreativität der Digitalität“

  1. Jürgen K. meinte bei seinem Besuch, ob nun Künstler oder was oder nicht ( 😉 ) er ist unterwegs … Unterwegs sein statt Schublade Kunst/KünstlerIn hat es mir gleich angetan … damit kann dann natürlich die sogenannte Kunstwelt wieder nichts anfangen, aber dazu gehören wir wohl alle nicht und sind es eben doch: Menschen, die unterwegs sind und dabei kunstschaffend …
    ich lache und winke euch herzlich vom blauen umstürmten Berg nach Schweden zu-
    Ulli

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