Die Sache mit den Träumen

Frau Samtmut hat mich angesteckt. Obwohl … Ich habe ja schon immer gerne geträumt und das im Traum Erlebte aufgeschrieben, aber dass ich mir vorgenommen hätte, zu einem bestimmtes Thema oder Wort zu träumen, ist mir vorher nie eingefallen. Seit Frau Samtmut Wörter gesammelt hat, um sie in der Traumwelt zu beackern, stelle ich mir am Abend zuweilen vor, worüber ich träumen könnte.

Nun ja, zuweilen ist bisher nicht mehr als ein Vorsatz. Gemacht habe ich es ja erst einmal. Gestern. Im Fieberdelirium. Nach der Arbeit hätte ich eigentlich mit Freundin L. (1) thermalbaden gehen wollen − mein diesjähriges Geburstagsgeschenk von ihr, schon mehrmals verschoben − doch aus mir unerfindlichen Gründen konnte ich mein Auto − oder wohl mein „Selbst“, wenn wir das Wort wortwörtlich nehmen − nicht starten. Für Rad oder Zug war ich zu müde, zumal ich im Grunde total den sozialen Overflow hatte; und kalt war mir auch. Und heiß. Fieber ein wenig. Der Tag war intensiv gewesen. Neben etwa vierzig bis fünfzig Mails klingelte dauernd das Telefon (ich müsste mal zählen!) und ständig klopfe es an der Tür und alle mussten kurz, wollten schnell, möchten was … und nebenher hätte ich ja auch noch ein paar andere Dinge bearbeiten sollen. Eigentlich.

An so Tagen wie gestern, an so Abenden vor allem, bin ich davon überzeut, dass ich doch nicht zur fähigen Dienstleisterin tauge, für die ich mich bisher gehalten habe. Oder schon, aber anders. Weil ich immer alles gebe. Und danach bin ich leer. So leer, dass ich gestern, als das Auto nicht anspringen wollte, meiner Freundin absagte und mir ein heißes Bad einlaufen ließ. Traurig zwar das eine, herrlich dafür das andere.

Später, im Bett, Tatort „Vebrannt“ gucken (empfehlenswert!). Früh das Licht löschen und als letztes an Samtmuts Traumexperimente denken. An Hallimasch, Emils Wortwunschbeitrag, und an den Knoten im Schlauch, den ich vorgeschlagen habe.

Dass ich danach einen so wunderbaren Traum träumen konnte, der mit einer alten, noch immer oft blutenden Wunde zu tun hat, überraschte mich. Im Traum war die Wunde, das Trauma, jedoch ungeschehen. Ich träumte, als wäre alles gut. Als wäre da nie ein Knoten gewesen. Im Schlauch. Auf dem ich noch immer viel zu oft stehe. Seltsam das.

Seltsam auch, dass das Auto heute wieder lief als wäre nichts gewesen. Eine Erweiterung meines Körpers, auf den ich gestern nicht hatte hören wollen?

[Und mein Scheff im Büro meinte sogar, er hätte mich abgeholt, wenn das Auto nicht gegangen wäre. Damit ich bei diesem Ekelwetter nicht hätte radeln müssen. Flott das!]

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8 Kommentare zu „Die Sache mit den Träumen“

  1. kein Knoten mehr im Schlauch … das ist doch auch schön 😉
    und Frau Samtmut hat mich auch schpon angesteckt, die olle Viralin – lach und dir eine gute Besserung wünschen und dir zuwinken, vom Berg ins Tal … uselig ist es hier, wie da …

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  2. Auch von mir ein sehr herzlicher Gruß. Ich habe das sehr gerne gelesen und mich über den guten Traum sehr gefreut. Und wie schön, dass du so ein kluges Auto hast, das genau weiß, wann es mal so tun muss, als könne es seinen Job gerade nicht erledigen …

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  3. Vorhin antwortete ich schon an Ulli: wir werden noch ein Dreamteam! 🙂 Und ich freue mich, dass meine Träumerei so hot rüber kommst, dass Dich auch das Traumfieber packt. Ach so, das war körperlich, echt und so.
    Ernsthaft, manchmal habe ich dieses fiebrige Gefühl auch, wenn es einfach zu viel war und vor allem, wenn ich dann gnadenlos noch mehr in Planung habe. Falls Du Dein Auto bald verkaufen willst, melde Dich bei mir. 😉

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    1. Ähm, das Auto ist erst ein paar Wochen bei mir. 15 Jahre alt, gebraucht. Das Vorgängerding ist zu haben, 19 Jahre alt. Aber nicht so klug wie das neue Alte. 😉
      Lach. Dreamteam – jetzt erst den Doppelsinn kapiert. Klasse, ja!

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  4. ach wie verrückt spannend, das ich jetzt seit langem mal wieder hier lese bei dir und auf das Träumen stoße. Und ich doch genau die letzten 2 Abende vor dem Schlafen gehen Wünsche an mein Träumen richte, Themen, die sich mir doch endlich im Ganzen oder von anderer Seite her zeigen dürfen… wie wunderbar farbig sich dann auch die Traumwelt zeigt, auch wenn man am Tag sich so leergetrampelt fühlt und man dann ja auch weiß, dass das alles in uns ist – in unseren Fasern, Faszien, Unterbewussten und wir diese Schätze oder auch Ängste träumen können, auch ganz bewusst unterbewusst quasi 😉 liebe Grüße und danke für die Gedanken!

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    1. Bewusst unterbewusst ist ja gut. Genau, so denke ich, funktioniert das: Wir entscheiden uns bewusst, das Unterbewusstsein die Dinge klären zu lasssen. Oder so.

      Danke dir fürs Hierlesen und deine Zeilen!

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