Diese Reise da

Dank Samtmuts Traum komme ich dem Knoten in meinem Schlauch, über den ich mich schon so oft genervt habe, von einer neuen Seite auf die Schliche. Ich stehe in ihrem Traum, wenn ich mich denn als die Akteurin in ihrem Traum sehen darf – und das stimmt mit meiner eigenen Wahrnehmung überein –, wohl wieder einmal am Anfang einer Reise. Von hier aus, am Bahnsteig stehend, habe ich Samtmuts Traumtext in mich hineingelassen und meinem Kopf-Herz-Team erlaubt, an ihrem Text so lange herumzuschrauben, bis er in mein Jetzt passt. Die Knoten haben mich am allermeisten überrascht, denn Knoten waren für mich bisher – obwohl ich Knoten in Schnüren und Wollknäueln fürs Leben gerne entwirre – immer negativ konnotiert. Als Blockaden und als Krebsgeschwüre gehörten sie für mich zu den lebensfeindlichen Dingen, die der Heilung und Entwicklung eher abträglich sind.

Und nun das: Am Anfang steht dieser ganz besondere Fahrkartenautomat, an dem man jede gewünschte Reise buchen kann. Die Front des Automaten, sein Display, zeigt ein Netzwerk an. Spiele wie Scotland Yard mochte ich ja immer gerne, und ja, das hier fühlt sich wie ein Spiel an, das Spiel vielleicht, aus dem mein Leben gewoben ist. Die einzelne Linien verbinden Knotenpunkte und das Gebiet, das hier gezeigt wird, ist unfassbar. Alle Linien aller Punkte sind miteinander verknüpft und erinnern mich an mein Weltbild, mein verinnerlichtest, schamanisch geprägtes: Alles ist miteinander verbunden, verwandt, voneinander abhängig und zusammenhängend, alles beeinflusst alles andere. Jede Handlung ist Teil von allem und hat (Aus-)Wirkungen.

Ich erkenne beim Blick auf das Netz, das ich auf dem Display sehe, dass ich theoretisch auf allen möglichen Umwegen an jedes erdenkliche Ziel gelangen kann, denn ich kann von jedem Punkt an jeden Punkt gelangen. Weil jedem Knotenpunkt, der gleichzeitig Zielpunkt sein kann, ein Steckloch zugeordnet, ist kann ich mit meinem Stäbchen meine Reise zusammenstellen. Ich mag es, dass keiner der Punkte mit Namen gekennzeichnet ist. So kann ich mich auf meine mentale Fähigkeit verlassen und aktiviere meine Intuition, statt mich von Wörtern, unter denen ich mir womöglich etwas ganz falsches vorstellen würde, bremsen zu lassen. Ich will den heute und hier richtigen Knotenpunkt erahnen, wissen, erkennen. Nun klinke ich mein Stäbchen in das entsprechende Loch. Das kleine Ding besteht aus weißer Energie, die sich mental sehr genau lenken lässt.

Weil ich inzwischen meinen vorläufigen Zielpunkt – und damit auch meine Reiseroute – näher bestimmt habe, kann ich mich nun voll und ganz – mental und auch physisch – auf dieses Ziel und auf diese Reise einlassen. Wenn der gewählte Knotenpunkt zugleich Zielpunkt ist, entsteht ein dicker Schlauch aus goldgelbem Licht, der aus meinem Bauch herausströmt und wie ein farbiger Regenschauer das anvisierte Ziel begießt. Eine Interaktivität, die ich nicht begreife, macht, dass ein innerer Energiestrom durch einen Schlauch aus Licht zwischen mir und dem Ziel hin- und herfließt. Dieser löst offenbar den abschließenden Buchungsvorgang im Automaten aus, denn ein violettes Klacken bestätigt die aktivierte Verbindung. Nun kann ich meine Reise beginnen.

[In der Übersetzung ins Leben hänge ich noch fest: Wo genau, weiß ich noch nicht so genau, aber dass ich von jedem Knoten an jeden Ort gelangen kann, ist unglaublich motivierend! Danke, liebe Samtmut, für dein Traumgeschenk.]

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