Leben, träumen & schreiben

Lebst du noch oder träumst du schon? Irgendlink hat in mir was losgetreten, als er letzte Woche seine neu überarbeitete Roadmap bloggte. Was für eine Karte, was für ein tolles Fährtenbuch, in welchem er seine Abenteuer – die erlebten ebenso wie die zu bestehenden – begeschrieben hat. Seine Leitplanke, um im Ideenfluss der Künste nicht zu ertrinken.

Wo Wunsch ist, kann Wirklichkeit werden. Oder andersrum: Jede Wirklichkeit fing klein an, war zuerst eine kleine Idee, ein Wunsch, ein Traum.

Welche Bücher möchte ich gerne schreiben?, fragte ich mich also, als ich über meine eigene noch ungeschriebene Roapmap nachdachte – und über jene Dinge, die in meinem Fährtenbuch erwähnt werden wollen.

Kaum gedacht, standen auch schon ein paar Ideen Schlange. Nun ja, meine angefangenen, eingeschlafenen, an Keine-Zeit-Haben eingetrockneten Projekte möchte ich fertigstellen, natürlich. Jedenfalls, wenn ich sie bei näherer Betrachtung noch gut finde … Noch lieber jedoch möchte ich ein neues Buch schreiben. Ich habe Lust, mich vom biografischen, essayistischen Schreiben zu entfernen und wieder mehr zusammenhängende Geschichten zu schreiben, längere Geschichten, Romane.

Auf einmal stand die Protagonistin vor mir. Sie gleicht mir ein wenig und ist doch ziemlich anders. In etwas aber gleicht sie mir sehr: Sie ist eine Anti-Heldin, eine Hochsensible, die aneckt mit ihrem Gespür. Aber sie ist dennoch eine, die – ja, das muss sein! – ihren Weg geht und Dinge schafft, die womöglich gegen alle Vernunft sind.

Nun ja, zur Krimiautorin fühlte ich mich bisher nicht berufen, darum wird es wohl keine Leichen in meinem neuen, angedachten Buch geben, aber ein paar Abenteuer natürlich schon. [Keine Ahnung, ob ich jemals von meinen zentralen Themen (Tod, Amok, Suizid) wegkomme.]

»Schreib über jene Themen, die dir unter den Nägeln brennen!«, riet mir ein bekannter Schweizer Autor in einem Schreibseminar. Ich kann ja im Grunde nicht anders, denn alles andere wäre gekünstelt und gebastelt und an den Haaren herbeigezogen. Ich kann ja zum Beispiel auch nicht reimen und etwas damit anfangen auch nicht, wozu also sollte ich es versuchen? Das überlasse ich anderen. Also bleibe ich bei meinen zu meinem Fuß passenden Schustersleisten.

Nicht, dass ich mich nicht weiterentwickeln will. Und das Abenteuer des Lebens besteht ja oft genau darin, Grenzen auszuloten und auszudehnen. Doch noch habe ich meine Schreibgrenzen längst nicht ausgereizt, wozu also sollte ich sie schon jetzt ausdehnen?

Da träume ich lieber zuerst ein wenig von meinen Schreibabenteuern, auf dass sie wirkliche Wirklichkeit werden.

Und schon bald träume ich übrigens im Zelt liegend. Übermorgen geht’s los! Wanderst du mit uns mit am Rhein entlang? > flussnoten.de

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