Bücher

Mit Büchern ist es ja so eine Sache. Sie erzählen dir Geschichten und machen immer etwas mit dir. Oft sogar etwas, das du im Voraus gar nicht ahnen kannst.

Früher habe ich viele Sachbücher gelesen, oder sagen wir mal Selbsthilfebücher. Bücher, von denen ich mir versprochen hatte, dass es mir hinterher besser gehen würde. Wenn ich sie gelesen hatte. Einfach so. Weil ich sie gelesen hatte.

Nun ja, nur durch das Lesen wird normalerweise nichts anders, auch wenn uns ein Text berührt, etwas mit uns macht. Lernen tun wir erst durch Wieder- und Wiederholungen, und wir lernen, in dem wir uns auf etwas einlassen. Wir lernen auch dabei, wenn wir uns und unseren Gedanken zuhören. Den Geschichten, die wir in uns tragen, diesen Büchern in uns drin sozusagen.

Barbara Walti, eine liebe Frau, eine Mutter, deren Sohn gestorben ist, hat ein Buch geschrieben, das trosthandbuch. Kürzlich hat sie es mir geschenkt und nun arbeite ich mich langsam in dieses neue Land ein, in das sie mich mitnimmt. In ihrem Buch geht es nämlich nicht nur um den Tod ihres Sohnes und ihre Trauer, es geht vielmehr darum, wie sie aus der Trauer, aus den Schulgefühlen, aus der Not einen neuen Umgang mit ihrer eigenen Geschichte gefunden hat. The Work ist zu ihrem Weg geworden. Ich gestehe, ich habe schon oft von The Work gehört und auch von Byron Katie, die das Ganze initiiert hat. Ich habe es sogar, wenn auch sehr skeptisch, angeschaut damals, habe mich ein wenig eingelesen, es halbherzig ausprobiert, vor vielen Jahren, als das Konzept erst in englisch verfügbar war. Mehr schlecht als recht hatte ich mir nämlich ein paar Dinge selbst übersetzt. Kurz und gut: Ich war vermutlich einfach noch nicht bereit.

Heute Nachmittag nun, als ich das trosthandbuch von Barbara Walti zu lesen angefangen hatte, stieg eine leise Ahnung in mir auf, die Ahnung nämlich, dass ich mich diesmal darauf einlassen will – frei nach dem guten alten Spruch: hilft es nicht, so schadet es wenigstens auch nicht. (Nur: Ob sich damit auch Depressionen und andere chronische Geschichten wandeln lassen? Ich weiß es nicht. Ich werde es aber erfahren.)

The Work ist keine Lehre und auch kein Dogma, weder religös noch sonst etwas seltsames, es ist eigentlich nichts mehr und nichts weniger als ein Erfahrungsweg, der uns dabei hilft, unsere Denkmuster zu verstehen und zu wandeln. Und sich vom Leiden zu verabschieden.

Ich bleibe dran. Danke, Barbara.

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2 Kommentare zu „Bücher“

  1. … Ach du liebe… du weißt wie gerne ich deine Texte lese… Und nun, lese ich, dass du dich mit einem Werkzeug befasst… mein Werkzeug… Und ich hoffe so sehr, dass es auch dir hilft… Ich finde es toll, wie du das machst

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