Ungekünstelt

Neulich hat Jürgen Küsters Alterego Buchalov über Zufall gebloggt. Darüber, dass ihm da, beim Bild unten, ein Fehler unterlaufen sei. Der zweite Druck mit der Farbe Orange sei nicht genau an die vorgegebene Markierungen gelegt worden. Erst habe er über das Ergebnis geflucht und sich geärgert. Irgendwann muss wohl die Einsicht gekommen sein, dass das Ergebnis doch eigentlich ziemlich gut geworden ist.

Zweifarbiger Holzdruck von Jürgen Küster
Bild von Jürgen Küster, frech zu Illustrationszwecken ausgeliehen | per Klick aufs Bild direkt zum Blog/zurBildquelle

UnArt nannte ich solche Bilder in einem Kommentar.

Zufällig oder absichtlich entstanden? Dass der Zufall mitspielt und nicht jede Pinselstrichwirkung voraussehbar ist, wissen wir längst. Auch, dass aus vermeintlichen Abfallprodukten durch Wiederverwendung Gefälliges oder gar richtig Kunstvolles entstehen kann. Ja, darüber, was Kunst ist, habe ich hier, im Blog, schon wiederholt nachgedacht. Ein endloses Thema.

Manchmal fühlt sich das Leben für mich jedenfalls an wie das obige Bild von Jürgen Küster. Mehrere Schichten, die eigentlich synchron, kongruent, deckungsgleich, verbunden sein sollten – jedenfalls nach Plan des Kunstschaffenden –, es aber aus irgendwelchen Gründen nicht sind. Auf dem Bild hier sieht das scheinbar Missglückte toll aus, in mir drin fühlt sich das allerdings eher schief an, unausgewogen, schwindligmachend.

Bildbearbeitungsprogramme wie GIMP & Co. ermöglichen es, verschiedene Bildebenen übereinander zu legen. Für Bildmontagen nutze ich diese Technik regelmäßig.

Im echten Leben mag ich Ebenenverschiebungen nicht wirklich. Obwohl Leben ja auch irgendwie Kunst ist. Oder eben doch eher UnKunst?

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