Heimaten

Vor ein paar Tagen in Bern die plötzliche Erkenntnis: Das hier ist ein Stück von mir.

Das hier ist Heimat. Ich fühle mich in dieser Gegend daheim, fühle mich vertraut. Nicht nur die Stadt ist es, auch das Umland, das ich oft durchwandert und durchradelt habe in meinen total doch fast zehn Jahren in dieser Gegend. Das Bedürfnis ist riesig, jede Ecke, die ich früher gekannt, erlebt und geliebt habe, aufzusuchen, mich zu erinnern.

Fahre ich irgendwann wieder Richtung Osten, heimwärts, nun ja hierher, wo ich heute lebe, schmerzt mich der Abschied am Anfang immer fast körperlich. So lange bis es irgendwann irgendwo in mir drin ploppt, so lange bis etwas in mir drin fast hörbar zerreisst. Ähnlich wie der Druck in den Ohren bei schnell zurückgelegten Höhenmetern sich irgendwann wieder auflöst. Der Schmerz lässt nach, wenn ich wieder genug Abstand zwischen dort und hier gelegt habe. Nach einigen Tagen vergesse ich diese kurz aufgeflackerte Heimatgefühle und ich vergesse den Blick hinter den Vorhang wieder.

Und eigentlich geht es mir ja ein bisschen mit all den Orten so, an denen ich je gelebt habe. Frankreich und die Pfalz inklusive. Und natürlich auch mit der Gegend hier, mit der Heimat meiner Kindheit. Jedefalls wenn ich lange genug weg war. Heimkommen zu können ist etwas unglaublich Kostbares.

Aber was ist Heimat wirklich und was machen sie mit mir, diese meine vielen Orte, Gegenden, Landschaften? Und wie kann eine so viele Heimaten haben und sich dabei dennoch so heimatlos fühlen?

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