Lövö | #kursnord

Sagt man eigentlich Hej oder Hejhej, wenn man jemanden grüßt, frage ich die freundliche Dame in Mösterås‘ Touristinfo. Weil, manche sagen ja so, andere so …

Oh, sagt sie lächelnd und in ziemlich gutem Deutsch; mit diesem hübschen schwedischen Akzent, den ich so mag, man kann das so oder so sagen. Zum Abschied sagt man gerne auch Hejdooo. Sie sagt es mir zwei drei Mal vor, mit diesem Mix-Laut am Ende. Eigentlich sollte ich solche Zwischenlaute ja bestens beherrschen, so als Schweizerin, meine ich. Laute zwischen a und o zum Beispiel oder diese Kehllaute zwischen ch und g, wie es sie für Worte wie Sieben oder See im Schwedischen braucht. Ich scheitere. Finde den Ort im Mund nicht, wo dieser Klang hervorgebracht wird und scherze, dass es sich anfühlt wie damals, als wir als Kinder das engliche Tiieitsch (th) geübt hatten.

Schließlich erzählt sie uns von der Schönheit der Gegend, von ihrer Abscheu vor Lappland und dessen Mücken und dass es viele gut integrierte eingewanderte Deutsche hier in der Gegend habe. Man spürt, wie sehr sie ihren Beruf und ihre Heimat liebt.

Mit ein paar Karten bepackt radeln wir weiter. Dabei wollte ich ja nur fragen, ob sie allenfalls ein Werkzeug habe, damit wir den einen Fahrradsattel höher schrauben können. Hatte sie. Zum Glück.

Hach, diese Fahrräder! Hübsch sind sie ja, weiß, mit vorne Körbchen, wo die Rucksäcke flach reinpassen. Und mitohne Kette dafür mit Automatik.

Zwei weiße Räder mit Körben vorne auf Wiese vor Wald

Ein Novum für den Radler Irgendlink, der sich bestimmt da und dort noch über unsere gestrigen Gefährte(n) auslassen wird. Von mir darum nur so viel: Bequem geht anders. So für in die City sind sie wohl ganz okay. Aber nur schon nach dem gestrigen Rumkurven vom Zeltplatz in die kleine Stadt und dort rundum waren unsere Pos schon ganz wund. Und die Handgelenke steif. Dennoch hatten wir es uns in den Kopf gesetzt, nach dem Stadtbesuch nicht bloß zum Camping zurückzuradeln, sondern weiter, auf die Nachbarhalbinsel, nach Lövö … Und wieder fühle ich mich hundert Jahre zurückversetzt. Vom Teer auf der Straße einmal abgesehen, könnte das alles hier in einer anderen Zeit spielen. Und als der Teer schließlich aufhört, sowieso. Noch sind es ab da über drei Kilometer bis zum Inselzipfel. Und es könnte so schön sein, wenn der Po nicht. Und die Hände.

Endlich finden wir das Ende der Welt. Eine grüne Bucht. Picknicken von unseren Einkäufen. Und naschen. Lättyoghurt. Naschwerk.

Eigentlich fahren wir ja nur wegen der Süßigkeiten nach Schweden, scherzen wir. Diesen Selbstbedienungstheken oder eher -wände, wie es sie in den meisten schwedischen Supermärkten gibt, ist wahrlich schwer zu widerstehen.

Naschwerktüteninhalt

Als wir unsere Bucht verlassen, ist es bereits nach fünf. Meistens haben wir die Bundesstraße für uns, denn der Feierabendverkehr zwischen Halbinsel und Zeltplatz summiert sich auf etwa zehn Autos. Boah, fett das!

Zurück zuhause, im Zelt, auf dem Platz, lassen wir uns erschöpft auf unsere Matten fallen … Zum Glück ist die Rezeption schon zu, sonst “müssten“ wir ja noch endlich unsere Runde Minigolf spielen.

Ach, und geschlafen habe ich heute übrigens wie ein Stein.

Heute? Hier? Jetzt? Seit gestern Abend schützt uns Irgendlinks selbstgebautes Tarp vor scharfen Böen. So siehts aus.

Blick aus dem Zelt mit Sandalen, Teetasse, vorne das Tarp, am Horizont Bäume und Meer

Teetrinkend geschrieben.

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