Noch immer da.

Gestern die Entscheidung, doch noch bis morgen zu bleiben. Einen Tag länger als anfänglich geplant. Den Abschied aufzuschieben. Zu gut tut es, hier zu sein. Am liebsten bin ich ja beim und mit dem Liebsten.

Wie die Welt in zehn Tagen aussehen wird, wenn wir uns – würden wir unsern präcoronaesken Rhythmus als Maß nehmen – das nächste Mal sehen wollen, weiß niemand. Ich hoffe, dass weder die Deutschen noch die Schweizer:innen über die Stränge hauen und so einen neuen Lockdown nötig machen. Vernunft hülfe allen.

Doch ich will jetzt und hier nicht über Corona reden, nicht über die Dummheit jener Menschen, die die Gefahren leugnen, auch nicht jener, die dafür sogar aktiv Gefahren heraufbewören.

Heute will ich über die Natur reden und wie gut sie mir tut. Über den Wald. Über die Wiesen. Über das Grün da draußen. Gestern habe ich nach über sechs Wochen das erste Mal wieder einmal anderne als die Waldgebiete meines Dorfes betreten. Irgendlink ebenfalls. 

Gerademal neun Bilder habe ich gemacht, so ungewohnt war es, dieses Draußen-auf-freier-Wildbahn-Sein. Genossen haben wir es. Sehr. All diese Gerüche nach den reichen Regengüssen. Die Luft riecht lila. Nach Flieder. Das Grün ist jetzt satt, nicht mehr frühlingsfrisch-hell. Da und dort pfützen ein paar Tümpelchen vor sich hin und bilden den Himmel ab. Und die Luft ist so sauber wie lange nicht mehr, nicht mehr so dicht und voller Blütenstaub wie noch vor ein paar Tagen.

Wie gut es tut!

Im Wald guck ich überall hin, nehme wahr, schaue und staune und vergesse, dass ich Bilder machen wollte. Erst, als wir bereits auf dem Rückweg sind, über Land, denke ich daran. Mache ein paar Aufnahmen. Für andere Zeiten. Vorrat. Herzfutter.

Diese Tage dehnen sich, breiten sich aus, umarmen mich, umhüllen mich wie eine kuschelige Decke. Trotz Krise zusammensein zu dürfen ist ein großes Glück. Gnade von mir aus.

Aus dem Stricken der Socken für Freundin Lakritze ist nun doch (noch!) nichts geworden, weil der rechte Arm wieder zickt. Nähen geht. Also nähte ich noch ein paar Masken. Von Hand. Einen Abend lang stichle ich, was mit der Maschine zehn Minuten dauert. Egal. Die Langsamkeit tut gut.

Diese Art Maske finde ich persönlich von den inzwischen Genähten und Getesteten die am angenehmsten zu Tragende. Ist aber bestimmt Geschmackssache. Weil es recht dünner Stoff war, den ich diesmal verwendet habe, wurde die untige Maske vierschichtig. Die Obenrumbändel mit der Bindung im Nacken ist übrigens sehr ohrenschonend. Irgendlink mag sie jedenfalls.

Ach. Und zu guter Letzt hat sich meine Befürchtung vom letzten Sonntag nicht bestätigt. Nämlich dass Herr Irgendlink sein aktuelles Reiseblogprojekt nicht mehr weiterführen könnte. Ihr erinnert euch?
»Noch weiß ich also nicht, ob die (fiktive) Vélodysee weitergeschrieben wird oder nicht. Und das macht mich traurig«, schrieb ich.

Hat er aber dann doch. Und wie! Diesmal – anders als auf irgendlink.de die Route Zweibrücken-Andorra – ist die Tour am Atlantik entlang ganz und gar fiktiv. Und zwar so fiktiv wie ein Roman. Dennoch so echt, dass Mitlesende zugegeben haben, dass sie dachten, Irgendlink sei wirklich mit dem Rad unterwegs. Und schreibe wirklich von unterwegs.

Wer also ein bisschen Meeresbrise braucht: Herzlich willkommen auf Irgendlinks Gepäckträger:
radlantix.de

Screenshot des Reiseblogs
Screenshot des Reiseblogs