Notizen am Rande #4

Früher war das Internet – die Blogosphäre insbesondere, und ja, auch Twitter – eine Spielwiese; wie Frisbees flogen unter den Blog- und Twitterparkbäumen Texte und wohlwollende Kommentare durch die Luft das Netz, man begleitete sich gegenseitig , man besuchte sich, diskutierte miteinander, hatte Spaß.

Und nein, das wird jetzt kein ’Früher war alles besser’-Text. Denn das stimmt so nicht. Früher war es nicht besser, früher war es anders. Der Kontext ist schwieriger geworden, der Wind rauher und die Temperatur ist gestiegen. Die Welt hat Fieber. Wir sind immer mehr geworden, wir sind so viele geworden. Unüberschaubar viele. Dieses Wachstum hat uns maßlos werden lassen, hat unseren Glauben an Grenzen und Gebote getilgt und uns respektlos zu sein ermöglicht. Wir sind ein unorganischer Dreckhaufen geworden.

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’Einisch im Jahr’, so sang Hanery Ammann auf seiner schon bald zwanzig Jahre alten Solo-Platte Solitaire, exakt einmal im Jahr durften die Mönche im Kloster, hoch oben im Himalaya, etwas sagen. Genau einmal im Jahr hatten sie die großartige Gelegenheit, zu sagen, was sie dachten, fühlten, sahen, erlebten. Und das taten sie auch. Einmal im Jahr kritisierten oder lobten sie dann auch den Brei, der ihnen tagtäglich vorgesetzt wurde.

Warum bloß schwirrt mir zurzeit dieser Song mit dieser seiner bizarren Metapher immer mal wieder durch den Kopf?

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Ich denke, dass die meisten von uns sich – trotz allmöglicher Selbstzweifel – unter dem Strich doch eher als guten denn als bösen Menschen denken. Ich jedenfalls denke mich als ’nicht in der Lage, schreckliche Dinge zu tun’.

Ziemlich sicher hocken jedoch all die schrecklichen Dinge ebenso in mir wie die guten. (Und in dir und in dir.) Bestimmt hockt das Glück neben der Scheiße und das Gut neben dem Böse.

Ist Glück in uns drin angelegt oder besucht es uns eher von außerhalb? Ist Glück etwas Seiendes oder etwas Geschehendes?

[Notiert, nachdem ich das Buch ’Der dunkle Garten’ (2019) von Tana French fertiggelesen hatte.]

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Heute hat fast alles einen politischen Subtext, ein politisches Vorzeichen. Alles, was wir tun und sagen und machen, ist eine Aussage. Steht in einem Zusammenhang zu. Ist Teil von. Daran lässt sich nichts ändern. Eine Nicht-Aussage, eine Nicht-Haltung gibt es nicht, denn mit allem, was wir tun-sagen-denken, bewirken wir etwas.

Und ja, das war früher auch schon so. Das war immer so. Darin ist sich der Mensch gleichgeblieben. Geändert hat sich nur die Menge an freischwirrenden Gedanken; sie ist mitgewachsen.

Die größte Herausforderung unserer Zeit scheint mir, mit dieser unübersichtlichen Masse umgehen zu lernen. Mit der Masse an Mitmenschen. Mit der Masse an Meinungen. Mit der Masse an Befindlichkeiten. Mit der Masse an Kaputtheit. Mit der Masse an Dreck, den wir hinterlassen.

Alledem etwas Lebensbejahendes entgegenzuhalten ist die eigentliche Herausforderung unserer Zeit.

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Von brechenden Deichen und Menschen, die Fakten verleugnen, während andere sie ernst nehmen

Am meisten unter die Haut ist mir jene Szene, wo Sonja ihre Tochter Femke sucht – in der Leichenhalle eines Krankenhauses unter vielen toten, mit weißen Laken zugedeckten Kindern, welche die Überschwemmung der holländischen Küstenregion nicht überstanden haben. Und ja, sie findet Femke.

Überhaupt: In den ersten drei Folgen der niederländisch-belgischen Mini-Serie Wenn die Deiche brechen gibt es viele sehr dramatische Szenen (2017, aktuell in der NDR-Mediathek), während die Folgen 4-6 vor allem davon erzählen, wie das Leben nach der Überschwemmung weitergeht.

Ganz am Anfang der Serie begleiten wir die junge Mutter Sonja und ihre Kinder Femke und Kevin, auf dem Weg ins Gefängnis, wo Ronnie, Sonjas Mann, eine Strafe abbüsst. Sonja und ihre Kinder sind bereits auf dem Weg dorthin in die Vorboten eines gewaltigen Sturms geraten und verunfallen auf dem Heimweg beinahe.

Nicht nur Sonja, auch Ronnie, treffen wir im Laufe der sechs Folgen immer wieder. Und Samir, einen Gefängnismitarbeiter, der bleibt, als längst alle anderen gegangen sind. Weiter treffen wir das wohlsituierte Ehepaar Wienesse samt ihren zwei Teenietöchtern und einem Haufen Eheprobleme; und wir beobachten den niederländischen Premierminister Kreuger, der mit seiner Regierung und jener Belgiens die folgenschwere Entscheidung trifft, die Küste noch nicht sofort zu evakuieren. Eine Entscheidung, die er später sehr bereut. Später, als ein Drittel der Niederlande unter Wasser steht und unzählige Menschen gestorben sind und noch mehr vermisst werden.

Weitere Leidtragende sind Kimmy, die – weil ihre Mutter es von ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus aus nicht schafft, ihre Tochter von der Schule abzuholen – bei Herr Stein, einem alten Mann, der eigentlich mit dem Leben abgeschlossen hat, Unterschlupf findet. Auf ihrer Flucht treffen sie Samir und Ronnie und landen Tage später halberfroren in einem Flüchtlingslager.

Geschichten und Gesichter. Menschen. Menschen auf der Flucht. Flüchtlinge im eigenen Land.

Trailer

Zu heftig? Zu dick aufgetragen? Ich glaube nicht. Ich bin fast sicher, dass sich solche Dramen bald auch in Europa abspielen werden. Sie geschehen so ähnlich bereits, doch bis jetzt noch so weit weg, dass wir weggucken können, wenn wir wollen.

Seit ich das Buch Szenen aus dem Herzen gelesen habe, das die Mutter von Greta Thunberg vor anderthalb Jahren, also noch vor Gretas erstem Schulstreik für das Klima, geschrieben hat, bin ich sicher, dass uns nur noch ein sehr radikales Umdenken und Andershandeln helfen kann. Ich las zwischen diesen Buchdeckeln gründliche Recherchen, Fakten und Zahlen, von Gesprächen mit Expert*innen, vor allem aber auch die turbulente Geschichte einer Familie, die sich dem Klima verschrieben hat.

Buchcover zeigt Greta am Boden sitzend neben ihrem Schulstreikplakat, darüber Titel in roter Schrift, darüber die Namen der Autor*innen und des Autors (ganze Familie Thunberg-Ernman)
Buchcover | Szenen aus dem Herzen

Es gibt Menschen, welche die ganzen wissenschaftlichen Fakten zur Klimakatastrophe, die inzwischen weltweit und von unabhängigen Stellen benannt werden, als Weltverschwörung, als Klimahype, als Klimahysterie abtun. Sogar Medien wie die Weltwoche – na ja, wirklich wundern tut es mich natürlich nicht –  machen bei diesen Schmutzkampagnen mit und teilen in ihren Medien Artikel von Klimaleugne-Lobbyisten. Mich gruselt.

Die Argumente der Leugnenden sind so populistisch wie polemisch und gleichen im Prinzip jenen, die in der rechtsradikalen Politik verwendet werden. Was mich ebenfalls nicht wirklich wundert. Die Antwort auf die Frage, wessen Interessen da mit welchen Mitteln bedient werden, entlarvt. Wo es um die kurzfristige Wohlstandsmehrung einiger weniger geht, wurden Fakten schon immer nach Belieben zurechtgebogen.

Für mich und für immer mehr Menschen aus allen Generationen aber geht es um alles. Es geht uns um die langfristige Verbesserung der Lebensqualität all jener, die auf dieser Erde leben.

Darum auch teile ich die Anliegen der internationale #FridaysforFuture-Bewegung. Heute und in den nächsten Tagen- in der Schweiz zum Beispiel am 28. September – gehen so viele Menschen wie noch nie für einen grundsätzlichen Systemwechsel auf die Straßen; für ein globales Umdenken, nicht nur wie bisher im Kleinen, sondern eben auch im Großen.

Doch wer nicht auf die Straße kann, muss nicht untätig bleiben. Solidarität und Flagge  zeigen gehen auch anders. Zum Beispiel mit einem Like für Frau Traumspruchs CybDemo-Aktion Alles fürs Klima auf Blog und Twitter:

Ausgelesen #29 | Es ist Sarah von Pauline Delabroy-Allard

Das Cover zeigt die schwarzweiße Fotografie einer rauchenden, jungen Frau, die in einem weißen Hemd oder Bademantel links im Bild auf dem Fensterbrett sitzt und nach außen rechts guckt. Draußen sind Bäume zu sehen. In schwarzen Großbuchstaben steht der Titel im untersten Bildfünftel, der Name der Autorin in weißen kleineren Großbuchstaben in der Bildmitte rechts.
Buchcover

Die junge Französin Pauline Delabroy-Allard schreibt als ginge es um Leben und Tod. Und letztlich tut es das auf temporeiche, geradezu schwindligmachende Weise auch.

Das hier ist eine Liebesgeschichte, wie ich sie so noch nie gelesen habe. Eine Amour fou, die je länger je mehr weh tut. Die zwei bis dahin heterosexuellen jungen Frauen – Sarah und die Ich-Erzählerin – begehren und lieben sich schon bald mit einer Raserei, die einem Flächenbrand ähnelt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Sarah, klassische Musikerin und Künstlerin, lebt zudem so ganz anders als die Ich-Erzählerin, die als Lehrerin arbeitet. Schon bald können die beiden nicht mehr ohne einander sein. Doch auch miteinander wird es immer schwieriger. So schwierig, dass die Ich-Erzählerin sich immer wieder krankschreiben lassen muss. Als Alleinerziehende mit einer kleinen Tochter und bis dahin immer zuverlässig Agierende steht ihre Welt auf einmal Kopf. Sie verliert ihre innere Mitte immer mehr, und der Boden unter ihren Füßen beginnt zu schrumpfen.

Es kommt wie es muss. Die beiden trennen sich. Das heißt, Sarah trennt sich von der Erzählerin. Doch nur, um immer wieder zu ihr zurückzukommen. Bis Sarah eines Tages ihrer Partnerin etwas erzählt, das das Leben der beiden noch grundlegender verändert als alles Bisherige.

Nach und nach wird Es ist Sarah auch zur Geschichte einer Depression, ja, es ist nicht zuletzt eine Geschichte zweier depressiver Frauen. Eine Geschichte von Verlassen und Verlassen werden. Eine Geschichte von Krankheit und der Sehnsucht nach Ganzheit. Eine Geschichte von der leisen Hoffnung, beim Versuch eines Tages wieder ein überschaubares, aushaltbares Leben zu führen, nicht kaputt zu gehen. Denn ja, dieses früher so normale, so alltägliche Leben ist für die Erzählerin inzwischen unvorstellbar geworden.

Pauline Delabroy-Allard hat mich mit ihrer eindringlichen Sprache und der allumfassenden Sinnlichkeit ihrer Erzählung buchstäblich aus den Socken gehauen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, bis ich es fertig hatte. Weil es mitreißt. Weil es so rasant, so intensiv, so berührend, so erschöpfend, so aufwühlend geschrieben ist. Und so traurig. Es nicht gelesen zu haben, wäre allerdings keine Option.

Ich bedanke mich herzlich bei der Frankfurter Verlagsanstalt und der Autorin, die mir mit diesem Rezensionsexemplar aufwühlende Lesestunden geschenkt haben.


Frankfurter Verlagsanstalt FVA
Übersetzt von Sina de Malafosse
192 Seiten
Hardcover
Ca. € 22,– (Print, D), € 14,99 (eBook, D)
ISBN 978-3-627-00266-4 (Print), 978-3-627-02276-1 (eBook)
FVA

Seifenblasen, aber anders | #lesswaste #unverpackt #DIY #selbstgemacht

Angefangen hat bei mir das alles nicht erst, als die Diskussionen über Plastik in den Weltmeeren immer lauter geführt wurden. Und auch nicht erst, als Greta Thunberg vor über einem Jahr leise ihren öffentlichen Protest begonnen hatte. Mein Bewusstsein für die Umwelt und ihren Schutz war schon immer dagewesen.

Vielleicht weil wir arm waren, hatte ich schon immer versucht, die Ressourcen, die mir zur Verfügung standen, so schonend wie möglich einzusetzen.
Ein paar kleine Beispiele gefällig?
Wasser sparen: Nicht bei laufendem Wasser einseifen oder Zähne putzen.
Strom sparen: Licht löschen, wenn ich ein Zimmer verlasse.
Motor ausmachen, wenn ich an der Ampel stehe.
Auto nur benutzen, wenn ich etwas nicht mit dem Fahrrad oder ÖV schaffe.
Müll trennen und wo möglich vermeiden.
Naturschutz sowieso: Keinen Müll in die Natur werfen. All das war für mich immer das Normale.

Dennoch gestehe ich, dass ich noch vor einem Jahr weit weniger konsequent und nachhaltig handelte als heute. Und ich hoffe, dass ich weiterhin dranbleibe und meinen ökologischen Fußabdruck noch kleiner machen kann.

Im Haushalt habe ich inzwischen einiges, worüber ich früher milde lächelte oder auch nur zu faul dazu war, umgesetzt. Insbesondere im Bereich Körperpflege und Reinigung, denn Wasser ist jene Ressource, die ich aktuell als die Bedrohteste aller Ressourcen vermute. Seit ich das erste Mal über das Vorkommen von Mikroplastik in Körperpflegeprodukten und selbst in der Nahrungskette las, habe ich angefangen, Wasser noch mehr zu schützen und ich habe inzwischen anders putzen gelernt.

Putzen als Politikum? Ja. Denn längst ist alles politisch. Sogar Müll. Oder vor allem Müll. Kurz: Alles, was wir tun und lassen, alles, was wir hinterlassen.

Natürlich ist der Versuch, den eigenen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten, ein winziges Tröpfchen auf den heißen Stein. Aber ich stelle mir ja gern vor, dass wir alle, wenn wir alle bewusster leben, doch noch etwas verändern können, doch noch der Klimakatatrophe Einhalt gebieten können. Vielleicht.

Darüber diskutieren, ob sie menschengemacht ist oder ob das, was da weltweit gerade geschieht, eine dieser Katastrophen ist, die die Erde immer wieder heimgesucht haben, ist letztlich müßig. Die Fakten einer rasanter als noch vor Jahren gedachten Veränderung lassen sich nicht mehr leugnen. Die Erde hat Fieber, nannte es eine liebe Freundin neulich. Und das, ihr Lieben, das geht uns alle etwas an.

Angesichts des Ausmaßes dieser unabsehbaren Veränderungen ist mein kleiner Versuch, wenigstens im eigenen Haushalt etwas zu tun, natürlich lachhaft. Aber vielleicht kann ich dich anstecken. Und dich und dich. Und dann sind wir schon ein paar mehr.

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Als ich als Sechzehnjährige entschied, keine Tiere mehr zu essen, gaben dazu vor allem politische Themen wie Massentierhaltung und Tierfutterzucht und damit natürlich die Welthungerthematik den Ausschlag. Der Gesundheitsaspektgelangte erst nach und nach in mein Bewusstsein, doch von meiner Mutter habe ich eine gewisse Vorliebe für Reformhäuser geerbt. Also rückte auch gesunde Ernährung mehr und mehr in meinen Fokus. Damals, in den frühen Achzigern, waren meine Freundin und ich mit unserer Entscheidung vegetarisch zu leben noch Exotinnen gewesen, belächelt, unverstanden. Später lernte ich zum Glück immer mehr Gleichgesinnte kennen. Auch meinem damaligen Entschluss, Nestlé zu boykottieren, bin ich bis heute, mehr oder weniger konsequent, treu geblieben.

Ja, manches tue ich, um mich besser zu fühlen, auch wenn ich nicht an eine Auswirkung meines Handels glauben kann.

Und nein, ich bin beileibe nicht in allem konsequent. Manchmal weiß ich schlicht zu wenig über die Herkunft eines Produkts und manchmal bin ich schlicht zu faul, mich vertiefter zu informieren. Außerdem sind es so viele Baustellen und es ist unmöglich, sie alle zu überblicken. Ernährung und Wasser sind ja nur zwei Themen. Dennoch hängt letztlich alles zusammen und das hier ist eine Stelle, an der ich konkret etwas tun kann.

Ich begrüßte es sehr, wenn unsere Gesetzgebung nachziehen würde. Ich wünsche mir, dass die Menschen, die wir gewählt haben – und in diesem Herbst in der Schweiz neu oder wieder wählen werden –, um unsere Legislative und Exekutive zu bilden, handlungsbereiter wären. Konkreter. Effizienter. Ich glaube inzwischen, dass es ohne Verbote oder massive Einschränkungen und Nutzer*innen-Steuern nicht mehr geht (ich sage nur Fliegen und Kreuzfahrten).

Wenn Politiker*innen statt an den eigenen Geldsäckel primär an das Wohlergehen der Menschen, und zwar nicht nur denen im eigenen Land, denken würden, wäre ein erster Schritt getan, die Katastophe vielleicht noch abzuwenden.

(Geht wählen, Schweizer*innen, aber wählt weise!)

Global denken, lokal handeln.

Der gute alte Ökospruch aus meiner Jugend hat nicht an Aktualität verloren.

Darum habe ich eines Tages an einem Ende des riesigen unüberschaubar großen und unfassbar komplizierten Puzzles angefangen. Und du? Machst du mit?

Essig hast du bestimmt im Haus, aber wie sieht es bei dir mit Soda, Natron, Zitronensäure und Kernseife aus? Hast du diese Dinge, kannst du deinen Putzschrank nach und nach ausmisten. Abgesehen davon, dass diese Dinge das Abwasser weniger belasten, sind sie auch viel günstiger als all die Chemiebomben.

Im Mai habe ich hier bereits einige Rezepte vorgestellt. Manches habe ich ausprobiert, manches davon hat sich bewährt.

Hier sind meine Lieblingsrezepte:

1.) Körperpflege

  • Körper (Seife)

Ich benutze zum Duschen und Händewaschen schon sehr lange vorwiegend Naturseifen gerne auch mit guten, natürlichen Düften. Meine Lieblingsseifen lege ich gerne vor dem Gebrauch im Schrank zwischen die Kleider, damit sie da vor sich hinduften können.

Vor einigen Monaten habe mich in die Seifen von Dr. Bronners verliebt, aber inzwischen gibt es ja in jedem guten Bioladen, jeder guten Drogerie und jedem guten Unverpackt-Laden eine große Körperseifenauswahl.

Einzig bei den Haaren war ich mit Seife nie wirklich glücklich, darum suchte ich weiter und fand folgende Lösung, die sich ziemlich einfach selbst machen lässt (und in entsprechenden Läden und im Internet erhältlich ist).

  • Haare: Festes Shampoo (keine Seife, sieht aber so aus)
  1. 6 g Kakaobutter oder Sheabutter
  2. 25 g des pfanzlichen Tensids SLSA (Sodium Lauryl
    Sulfoacetate)* (nur mit Feinstaubmaske anwenden)
  3. 25 g Speisestärke
  4. 6 g Brokkolisamenöl
  5. optional 5-7 Tropfen ätherisches Öl (ich habe Rosmarin genommen)
  6. optional Lebensmittelfarbe (fürs Auge, wer mag)

Die Butter in einem Glas im Wassserbad schmelzen. Die trockenen Zutaten in Schale mischen. Die flüssige Butter dazugeben. Mischen. Vor dem Kneten die ätherischen Öle zugeben. Gut durchkneten und in drei Stücke formen. An der Luft oder in Förmchen trocknen lassen. Vor der ersten Anwendung mindestens einen Tag gut durchtrocknen lassen. Direkt aufs Haar anwenden oder in kleine Seifensäckchen gelegt.

Sollten die Stücke bröseln, lassen sie sich gut wieder zusammenfügen und neu formen. So aufbewahren, dass die Stücke immer wieder trocknen können.

Wichtig: SLSA nur mit Mundschutz (Maske oder großes Tuch) anwenden, da es sehr fein ist (Feinstaub).

*alternativ Tensid SCI (Sodium Cocoyl Isethionate) verwenden. Es ist besonders mild und palmölfrei, allerdings etwas schwerer zu bekommen.

Quelle: spinnrad.ch

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2.) Verpacken: Statt Haushaltfolie Bienenwachs-Tücher

Mit dem überflüssigen Bienenwachs aus den Bienenstöcken eines Freundes habe ich mir Bienenwachstücher selbst gemacht (mit dünnem Bauwollstoff und Jojobaöl und einem Bügeleisen).

Das Bienenwachs-Tuch duftet herrlich nach Bienenwachs und hat außerdem antibakterielle Eigenschaften. Je nach Größe ist es geeignet zum Zudecken oder Verpacken von angeschnittenem Obst & Gemüse, frischen Kräutern, Schälchen und Schalen, Salatschüsseln oder Kuchen sowie zum Einpacken von (geschmiertem) Brot und Käse und vielem mehr.

Durch die Wärme der Hände wird es formbar und flexibel und haftet so an allen glatten Oberflächen und an sich selbst. Brot lässt sich darin auch einfrieren.

Gereinigt wird diese ökologische Frischhaltefolie mit etwas lauwarmen Wasser und einem Lappen. Das Wasser perlt vom Wachstuch sofort ab und trocknet schnell. Bei stärkeren Verschmutzungen kannst du auch ein wenig biologisch abbaubares Spülmittel verwenden.

Dank des eingearbeiteten Jojobaöls bleiben die Tücher lange elastisch und hygienisch (ca. ein Jahr).

Ältere Wachstücher können wieder aufgearbeitet werden. Entweder du gibst sie kurz in den Backofen oder du bügelst nochmals kurz (unter Backpapier) drüber.

Eine gute Anleitung gibt es hier.

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3.) Geschirr spülen

  • Mit Zitronenspüli
  1. 3 Bio Zitronen
  2. 100 ml Bio Apfelessig
  3. 200 Gramm Speisesalz
  4. 400 ml Wasser

Die Zitronen einfach vierteln und mixen. 200 g Salz dazu und nochmals mixen. Alles zusammen mit dem Wasser und dem Apfelessig in einen Kochtopf. Aufkochen und etwa 5 – 10 Minuten warten. Fülle das Spülmittel in deine Behälter. Es schäumt nicht, macht aber schön sauber. Da kein Konzentrat, braucht es davon ein bisschen mehr als von üblichen Spülis.

Quelle: careelite.de und andere

  • Mit Efeuspüli
  1. Ca. 20 Blätter zerkleinerte Efeu-Blätter in einen Kochtopf mit 500 ml Wasser aufkochen
  2. Nach 5 Minuten auf hoher Temperatur Herd ausschalten.

In Gläser abfüllen und immer mal wieder kräftig schütteln um die Saponine zu lösen. Es schäumt, aber nicht sehr stark, was aber auf die Reinigungswirkung keinen Einfluss hat. Nach frühestens fünf Stunden die Blätter absieben.

Für den Geschirrspüler ein wenig Waschsoda dazugeben.

Kühl aufbewahren, hält sich nicht sehr lange.

Quelle: diverse

  • Pulver für die Geschirrspülmaschine
  1. 100g Zitronensäure
  2. 100g Natron
  3. 200g Waschsoda

Alles gut mischen und in ein Glas oder Gläser abfüllen. Ein bis zwei Esslöffel Pulver vor jedem Spülgang in das dafür vorgesehene Fach der Spülmaschine geben.

Durch die enthaltene Zitronensäure sparst du dir den Klarspüler.

Quelle: utopia.de 

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4.) Wäsche waschen

  • Mit Efeu
  1. 10 Efeublätter
  2. 2 EL Waschsoda
  3. für Wollwaschmittel: 2 EL Natron anstatt des Waschsodas
  • Für eine normale Ladung Wäsche einfach 10 frische große Blätter in eine Socke oder ein Waschsäckchen packen und mit in die Waschmaschine geben. Bei stärkeren Verschmutzungen oder hartem Wasser ein bis zwei EL Waschsoda ins Waschpulverfach geben.
  • Keine Sorge: Mit Efeu kannst du Wäsche jeglicher Couleur waschen! Weiße Wäsche wird nicht grün.
  • Für Wolle oder Seide statt des Sodas besser Natron verwenden, denn das wäscht schonender.

Alle 4-5 Wäschen mal einen Schuss Essig ins Waschmittelfach dazugeben, um einer Verkalkung vorzubeugen. (Der Geruch verfliegt.)

Quellen: paleo360.de und experimentselbstversorgung.net

  • Mit Kernseife und Soda
  1. 30 g Kernseife raspeln
  2. 4 EL Waschsoda
  3. 700 ml Wasser

Alles in hohem Topf aufkochen, gut rühren, abkühlen lassen (ca. eine Viertelstunde)

⇒ jetzt noch nach Wunsch 3 Tropfen Ätherisches Öl zugeben

Wieder umrühren. Das fertige Waschmittel in die Wunschbehälter abfüllen.

Vor jeder Anwendung des Waschmittels die Flasche kurz kräftig schütteln. Pro Waschgang etwa 200 ml der selbst gemachten Flüssigkeit nehmen, je nach Wasserhärte.

Für Wolle oder Seide statt Soda Natron verwenden. Soda ist zu stark für solche Fasern.

Alle 4-5 Wäschen mal einen Schuss Essig ins Waschmittelfach dazugeben, um einer Verkalkung vorzubeugen. (Der Geruch verfliegt.)

Quelle: hier und andere

Weitere konkrete Optionen: smarticular.net

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6.) Allzweckreiniger und Entkalker

  • Aus Orangenschalen und Essig
  1. ein großes Einmachglas oder ein anderes Schraubglas
  2. eine Sprühflasche
  3. Schalen von ungespritzten Zitrusfrüchten (etwa von Zitronen, Orangen oder Limetten)
  4. hellen Tafelessig
  5. Vier Wochen Geduld

Zitrusfrüchte eignen sich super für Reinigungsmittel, denn sie haben aufgrund der enthaltenen Säure eine hohe Reinigungskraft und punkten durch ihre ätherischen Öle mit einem frischen Duft. Zitronen sind in Reinigungsmitteln besonders effizient.

Für das Rezept reicht ein günstiger Tafelessig.

Quelle: paleo360.de

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7.) Diverses

Verstopfe Abflüsse reinigen:

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8.) Hilfsmittel & Links

Waschen mit dem Guppyfriend- Waschbeutel
Das ist eine erste pragmatische Lösung gegen Mikroplastikverschmutzung durch Waschen. (Unbezahlte Werbung.) [Mehr Infos …]

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Weiteres kluge Tipps zum ökologischen Haushalt gibt es hier [klicken, careelite] und auf vielen anderen Seiten im Internet wie
und anderen