Lebenssinne, rote Fäden und eine grosse Bitte

In jedem Leben gibt es Themen, die eine Art roter Faden sind.
Bei mir sind dies

  • allgemeine Lebenssinnfragen
  • eine intensive Auseinandersetzung mit der immer schärfer schneidenden und weiter sich öffnenden Arm- und Reich-Schere und meine dabei gefühlte Hilf- und Machtlosigkeit
  • Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit, Wahrheit und Authentizität in meinem Leben, in dem meiner Mitmenschen sowie in meinem eigenen Ausdruck
  • eine Ablehnung allzu einfacher Lösungen
  • ein Kaumertragenkönnen von Leid im Leben anderer und in meinem Leben
  • Ästhetik in Kunst und Sprache

  • Metaphorik, Gleichnisse, Bilder als Brücken zum Verständnis des Lebens
  • sofasophische Gedankenspinnereien
  • Gedanken-, Herz- und Sprachspielereien

Wie ich heute Morgen erwachte und mich noch immer zu krank für die Arbeit fühlte, mich – nach einer SMS an meine Scheffin und den Bürokollegen – nochmals auf die Seite drehte, schlief ich mit dem Gedanken ein, was andere wohl als ihren Lebenssinn betrachten. Ob andere auch so sehr etwas brauchen, wofür es sich zu leben lohnt oder ob das nur Menschen wie ich kennen. Wie viel, wie wenig und vor allem was brauchen andere, um morgens aufstehen zu können?

Ich döste mit Gedanken an ein neues Kapitel meines entstehenden Romans Loch im Eis ein und erwachte später erneut. Diesmal mit der Idee zu einer Blog-Umfrage.

tobeornottobe

… alles Zufall, was du würfelst?

Ja, mir wurde klar, dass ich hierfür die Hilfe anderer brauche.

Bitte maile mir kurz, wenn du magst, dein Lebensmodell. Oder meinetwegen dein Lebens(un)sinnmodell.
Das, was dich motiviert zu leben.

Vermeide aber bitte Dogmen, Plattitüden und Klischees, sondern stell dir vor, es geht um Leben und Tod. Was hält den Stürmen stand? Was hilft dir in Krisen? Stell dir meinetwegen vor, du liegst auf dem Sterbebett und es geht dabei darum, mit dir selbst Frieden zu finden.

Ich bin mir sehr bewusst, dass das ein großes Thema ist. Fühl dich von meiner Bitte nicht unter Druck gesetzt, mach nur mit, wenn du das willst. Ich bin natürlich froh um jeden Beitrag, da es mir bei meiner schriftstellerischen Arbeit hilft, mehr über menschliche Vielseitigkeit zu verstehen. Natürlich wird alles streng anonym gehandhabt, es geht mir einfach um eine Erweiterung meines Horizonts.

Herzlichen Dank allen, die mitmachen. Und auch allen, die hier mitlesen. Längst kenne ich nicht mehr alle meine FollowerInnen, aber es ist schön, euch als Lesende zu haben. DANKE!
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Appspressionismus: Bilder auf dem iPhone kreiert und mit Gimp wassergezeichnet. Das fotografierte Objekt ist ein Werk von Jürgen Rinck.

Alltagskurzfilme

Ich sitze halb gedreht zwischen meinen beiden Laptops. Irgendwie typisch für mein Lebensgefühl. Während der eine Rechner mein iPhone backuped, schreibe ich am andern diese Zeilen hier. Zwischendurch switche ich auf fb oder lese Blogs und Mails, weil es immer wieder irgendwo gebimmelt hat. Wie ablenkbar ich doch bin! (15.5.)

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Neben mir auf dem Tisch liegen einige Notizzettel. Dieser eine hier passt sehr gut zu dem hier. Und er ist auch ein Postskriptum zu meinem Blogartikel von neulich, als ich über Zerlegen und Zusammensetzen geschrieben habe. Die Notiz scheint sich auf einen Traumerkenntnis zu beziehen: Ich bin zersplittert, habe überall, wo ich je gewohnt habe, Teile von mir zurückgelassen. Nun liegen meine Einzelteile in der ganzen Schweiz verteilt herum, in Deutschland und Frankreich auch gleich ein paar. (15.5.)

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Wie soll das denn gehen, das Ganzwerden?, frage ich mich jetzt, wo ich den Zettel wieder lese. So wie man einen Rechner defragmentiert vielleicht? Kann man die Defragmentiertung metaphorisch auf den Seelenzustand des Menschen transportieren? [Womöglich könnte das Ritual der Rückholung von Seelenteilen eine Antwort sein?] (15.5.)

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Unser Weltbild spiegelt den mehr oder weniger erfolgreichen Versuch,  das lebenverbotenLeben irgendwie zu verstehen und auszuhalten, zu ertragen. Falls wir es nicht ertragen, könnte es sein, dass wir unser Weltbild irgendwie auf den Kopf stellen müssen, denn die Welt als solche können wir nicht grundsätzlich ändern. Nur das Bild von ihr. Resignation? Fatalismus? (15.5.)

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Später am gestrigen Nachmittag. Ich möchte die Erweiterung einer Bildbearbeitungsapp aufs Telefon laden, mit der ich schon länger liebäugle. Ich muss dies jedoch von meinem deutschen iTunes-Konto aus machen, da ich die App damals in Deutschland gekauft hatte. Dumm nur, dass ich auf dem deutschen Konto kaum mehr Guthaben habe. Noch genau 27 Cent. Darum versuche ich, bei den Kontoeinstellungen meine Schweizer Prepaid-Kreditkarte anzumelden. Geht nicht, weil es keine deutsche Karte ist. Also will ich meine Wohnadresse (es ist noch meine deutsche) endlich ändern. Geht auch nicht, weil ich ja noch Guthaben auf dem Konto habe. Okay, dann kauf ich halt irgendeine App, die 27 Cent kostet.  Dachte ich. Gibt es aber nicht. Alle kosten entweder nix oder mehr als das. Ergo: Ich kann das Land nicht verlassen, denn ich habe zu viel Guthaben. Hilfe, was geschieht hier – mit mir, mit der Welt!? Längst gehen meine Recherchen nicht mehr primär um das Laden der App-Erweiterung, sondern darum eine Lücke im System zu finden. Die grüne Grenze finde ich schließlich, als ich dank Suchmaschinen auf einer Seite lande, wo ich iTunes-Guthaben für Deutschland online kaufen kann und mit meiner Kreditkarte sogar zahlen darf. Voll krass irgendwie! (15.5.)

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Das Leben ist eigentlich ganz schön schizophren. Zum einen sollen wir uns nicht mit anderen vergleichen, zum anderen ist alles relativ. So verhält sich alles irgendwie zu allen Irgendwems und allen Irgendwassen da draußen – und natürlich auch irgendwie zu uns.  Irgendwie krass auch das … (16.5.)

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Die meisten Dinge tun wir, weil sie (oder wir) entweder vernünftig sind oder sie uns jemand aufgetragen, gezeigt oder vorgemacht hat. Zum Glück geht die Vernunft kurz vor zehn Uhr ins Bett. Ob ich darum die Nacht so mag? (16.5.)

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Vorhin bei Luisa Francia aufgeschnappt:
„’bleibe dir selbst treu‘ steht auf dem titel der neuen happinez, in der’s auch ein kleines gespräch mit mir gibt. wie ist das – sich selbst treu sein? auf den ersten moment fühlt es sich wohlig an, genau, sich selbst treu sein. allerdings heisst das sehr oft, mit anderen in konflikt sein. heisst vielleicht kontakt, zuwendung und alles andere zu verweigern, das eigene leben komplett umzukrempeln. heisst wissen lernen was man wirklich will, dem – oft unpraktischen – gefühl folgen. dann taucht das „aber“ auf, das von der vernunft diktiert wird, die vernunft, die sich jedem blödsinn beugt: sei doch vernünftig! schöne herausforderung, es vielleicht auch mal nicht zu sein.“
Quelle: salamandra.de, tagebuch vom 15.5.

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Appspressionismus: Bilder auf dem iPhone kreiert und mit Gimp skaliert und wassergezeichnet .

Dies und das …

Bis die nächste Geschichte von unterwegs eintrifft, geht es hier weiter wie gehabt. Alltagszöix zum hingucken oder wegschauen.

Gestern, nach der Arbeit, war ich mit Freundin B. (2) zum Pizzaessen verabredet. Da ihre Jüngste sie, im Sockennotstand, bekniet hatte, ihr doch bittebiiitte endlich neue Socken zu kaufen, irrten wir kurz im Kinderkleiderwarenhaus herum bis wir eine Sockenwühlkiste vom Feinsten entdeckten.

Wie schwierig die Sockenwäsche in einem sechsköpfigen Patchworkhaushalt sei, erzählte Freundin B. eben, da fast alle schwarze Socken trügen und dazu noch sehr ähnliche Größen, als ich die hier entdeckte. Und kaufte. Zehn auf einen Streich.

antilottisocken

Endlich wieder mal neue Socken!, dachte ich. Erst zuhause begriff ich, wie kuhl die Dinger auch noch sind. Da kann ich wild drauflos kombinieren, denn alle passen zu allen. Sockenlotties gehören hiermit der Vergangenheit an … Yesss!

Beim Durchgucken meiner Wochenende-Bilder vorhin das hier entdeckt … Was die wohl über bunte Socken denken? 😉

Oldmansmeeting2

Old Man’s Meeting … oder?

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Appspressionismus: Bilder auf dem iPhone kreiert und mit Gimp nachbearbeitet.