Depression zwischen Buchdeckeln #3 – Rattatatam, mein Herz von Franziska Seyboldt

Zwar steht nicht eigentlich die Krankheit Depression im Mittelpunkt dieses Buches, dennoch gehört es unbedingt in meine Rezensionsreihe über Bücher zu diesem Thema. In dieser autobiografischen Erzählung erfahren wir mehr über ein Leben mit Angststörung. Dass im Laufe der Zeit auch Depressionen in Franziska Seyboldts Leben auftauchten, verwundert nicht. Eine nicht unübliche Kombination. Ungeschönt und hautnah nachvollziehbar erzählt Franziska Seyboldt; ihr Augenzwinkern zwischen den Zeilen hilft die Schwere ihrer Erfahrungen zu ertragen. Cover des besprochenen Buches. Gelbe Wellen auf weißem Hintergrund, von oben nach unten, die die Herzwellen symbolisieren. Darauf folgender Text: Titel und Autorinname, Verlagsname. Von keinem Pseudonym geschützt redet sie über ihre ganz eigene, ganz persönliche Angst. Ich sitze mit ihr und ihrer Flugangst im Flieger und schaue ihr dabei zu, wie sie sich am nächsten Tag in Lanzarote notgedrungen nach vielen Jahren doch wieder hinter ein Autosteuer wagt.

Die Angst vor dem Fall, vor dem Sturz. Dazu die Scham.
Immer sind es Gratwanderungen.

»Jeder 6. Deutsche leidet im Laufe seines Lebens einmal unter einer Angststörung«, schreibt der KIWI-Verlag in seiner Buchvorstellung. »Angststörungen treten laut einer internationalen Studie häufiger auf als Depressionen. Und doch sind sie immer noch ein Tabuthema. Franziska Seyboldt will dies mit ’Rattatatam, mein Herz’ ändern.«
Quelle: www.kiwi-verlag.de

Die Angst sitzt Seyboldt im Nacken und oft genug am Tresen vis-à-vis. Angst vor öffentlichen Auftritten, Angst vor Wortmeldungen im Team, Angst vor U-Bahn-Fahrten, Angst vor Ärzten. Kaum einen Lebensbereich gibt es, den sie ohne Angst betreten kann, weshalb sie ihrer Angst in ihrer biografischen Erzählung gleichsam die Rolle einer Protagonistin erteilt. Und nein, die mag es natürlich überhaupt nicht, dass Seyboldt über sie spricht. »Verräterin!«, zischt sie.

Angst macht Stress, Stress macht Angst. Was aber ist Stress wirklich? Keine Währung kann ihn beschreiben oder fassen, letztlich ist er das, was wir aus dem machen, was uns tagtäglich über den Weg läuft. Stress ist eine mögliche Reaktion auf die Anforderungen des Lebens. Darauf mit Panikattacken zu reagieren ist typisch bei Angststörungen.

Die Angst kommt aus dem Hinterhalt, setzt den Verstand außer Gefecht. Dann heißt es abwarten »bis das Kribbeln aufhört und das Leben wieder einrastet. […] Nach einer halben Minute ist alles vorbei. In meinem Körper jedoch machen kleine, emsige Bauarbeiter Überstunden, um das Adrenalin und Noradrenalin abzubauen. Sie schuften lautlos und unbemerkt, arbeiten an der Wiederherstellung des Normalzustands.« Omnipräsent ist Seyboldts Angst vor der Ohnmacht. Zusammenbrechen mitten auf der Straße – eine »dystopische Zukunftsvision, sozusagen der Worst Case, der dann doch nie eintrifft. Gefühlt befinde ich mich jedoch ständig kurz vor dem Knock-out.«

Derart dünnes Eis lockt depressive Episoden an, diese temporäre flächendeckende Abwesenheit von Gefühlen, dieses Schwarz, diese Leere. Für einen Menschen wie Seyboldt, der immer über eine große Palette von Wahrnehmungen verfügt hat, ist diese Erfahrung, als sie das erste Mal kommt, schier unfassbar. Auf einmal ist da nichts mehr. »Als hätte jemand den Haupthahn zugedreht. Da kommt gar nichts mehr, kein warmes Wasser, kein kaltes Wasser. Ich bin innendrin null. Ein Scheißgefühl, aber ich fühle ja nichts. […] Dass ich mich irgendwann wieder besser fühlen werde? Ausgeschlossen.« Endlich begreift sie, dass der Satz ’Reiß dich zusammen!’, den sie sich und anderen zuweilen um die Ohren gehauen hat, niemandem hilft. Und sie begreift, dass sie selbst sich schon immer die schlimmste Kritikerin war.

»Auf eine merkwürdige Art war es befriedigend«, schreibt die Autorin, »immer wieder alle Eventualitäten durchzuspielen, um für jede Situation gewappnet zu sein. Als würde ich ein mentales Kampftraining absolvieren.« Und das ist es auch, sage ich als ebenfalls von einer Angststörung Betroffene. Es braucht unglaublich viel Energie, den eigenen irrationalen Ängsten immer wieder neu entgegenzuhalten, dass sie letztlich ’nur in unseren Köpfen’ sitzen. Dennoch sind sie sehr real in ihren Wirkungen und mischen sich in unsere Leben ein.

Im Laufe ihrer Auseinandersetzung mit ihrer Angststörung hat Seyboldt viel recherchiert und unterschiedliche Therapieformen kennengelernt. Als sie eines Tages erkennt, dass ihre Angststörung mit der ihr angeborenen Hochsensibilität korrespondiert, fängt sie an, mehr und mehr ihre Hochsensibilität ernst zu nehmen, in ihren Alltag zu integrieren und sich mehr persönliche Rückzugsräume zu öffnen. Über ihre Hochsensibilität schreibt sie: »Andere hatten Antennen, ich einen Fernsehturm, 368 Meter hoch und immer auf Empfang. […] Ich arbeitete unermüdlich und zwar hauptsächlich daran, andere aufzuheitern. […] Ich war Duftkerze, Raumspray und Wunderbaum in einem und versprühte gute Lauten wie Monsanto Glyphosat.«

Humor- und gehaltvoll zugleich schreibt sie, Franziska Seyboldt, und dass sie immer mal wieder über sich selbst und ihre Angst schmunzeln kann, hilft ihr sehr beim Heilerwerden. Irgendwann weiß sie, dass sie nur, indem sie sich outet, indem sie öffentlich über ihre Angst spricht, eine Chance hat, mit der Angst leben zu lernen. Sie schreibt von ihrer festen Überzeugung, dass man, um Macht über psychische Krankheiten erlangen zu können, sie so konkret wie möglich benennen muss. »Wenn jemand untenrum blutet, klebt man schließlich auch nicht einfach ein Pflaster drauf und wartet, bis es von allein weggeht. Man findet erst mal raus, was der Grund dafür ist. […] Nicht die korrekte Diagnose zu verwenden macht die Krankheit größer als sie ist.« Anonym über die Angst zu schreiben war für die Autorin keine Option gewesen. Es sei sinnlos darauf zu warten, bis die Gesellschaft soweit sei, Angst oder andere psychische Krankheiten als normal zu anerkennen. »Tatsachen werden dadurch geschaffen, dass sich sehr viele Menschen so zeigen, wie sie sind.

Und irgendwann guckt keiner mehr doof.«

Ein biografisches Sachbuch, eine literarische Biografie, ein Lebenshilfehandbuch gar? Egal. Lesen!


Kiepenheuer & Witsch
256 Seiten,
ISBN: 978-3-462-31684-1; eBook: 16,99 € (D)
ISBN: 978-3-462-05047-9; Buch: 18,00 € (D)
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Depression zwischen Buchdeckeln #2 – Depression abzugeben von Uwe Hauck

Vor etwas über drei Jahren habe ich meine erste Buchrezension über ein Buch zum Thema Depressionen gebloggt. Kathrin Weßling hat mich damals mit ihrem biografisch eingefärbten Roman Drüberleben mehr als nur tief berührt. Auf hohem literarischem Niveau erzählt sie in Romanform über eigene Erfahrungen. Doch es muss kein Roman sein, denn über erlebtes Leid zu schreiben, über  Depression zu schreiben, wirkt zum einen selbsttherapeutisch zum andern ziehen auch andere Menschen – Betroffene ebenso wie Interessierte – heilsamen Nutzen aus solchen Büchern.

Depression ist noch immer eine Krankheit, die nur bedingt heilbar ist und oft freitödlich endet, obwohl die Möglichkeiten, Depressionen zu therapieren, gewachsen sind. Depression ist eine Art Krebsgeschwür, das in der Seele wuchert – oft heilbar, manchmal auch nicht – und darum ist es wichtig, darüber zu sprechen, zu schreiben, zu lesen. Für Betroffene, um ernst genommen zu werden und mehr Lebensqualität zu finden; für Nichtbetroffene, um besser zu verstehen.

Auch die Möglichkeiten, sich über Depression auszutauschen, sind dank sozialer Medien gewachsen. Zum Beispiel auf Twitter. Mit Hashtags, also Schlagwörtern, wie #notjustsad oder #ausderklapse.

Cover Buch von Uwe HauckDen zweiten dieser beiden Hashtags hat Uwe Hauck kreiert, als er sich nach seinem Suizidversuch vor bald zwei Jahren entschied, mit Hilfe von Klinikaufenthalten den Weg zurück ins Leben zu wagen. Zu twittern, so schreibt er wiederholt, sei Teil seiner Therapie gewesen.

Gleich zu Anfang seines sehr persönlichen Erfahrungsberichtes stellt er seinen erfolglosen Versuch, sich das Leben zu nehmen. In Rückblenden zeigt er uns, wie es soweit kommen konnte. Dabei taucht er mit uns Lesenden sowohl in seine Kindheit als auch in sein berufliches Umfeld ein.

Als ebenfalls von der Krankheit Betroffene beeindruckt es mich, ihm bei seinem rasanten Wechsel der Perspektiven zuzuschauen. Damit meine ich weniger seine Sprünge auf der Zeitachse als die Erzählperspektiven, die er fliegend wechselt. Eben noch der rational denkende Mensch, der sich selbst analysiert, versteht, auswertet, taucht er unvermittelt in Grauzonen ein, in diesen Raum zwischen rationaler Auswertung einer Situation und emotionaler Bewertung und Beurteilung derselben. Oft genug Verurteilung. Blitzartig wachsen aus Selbstverurteilung düstere Wahrnehmungen, Interpretationen, Misstrauen, die in von Schmerz gesteuerte Gedanken, Worte und Handlungen münden. Hoffnungslosigkeit und Hoffnung auf der gleichen Schaukel, mal die eine oben, mal die andere.

Wir erleben an seiner Seite mit, wie er zuerst in der geschlossenen, später in der offenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik den Weg zurück in einen lebbaren Alltag angeht, unterstützt von seiner Frau und seinen drei Kindern. Auf diesem Weg macht er auch in einer Tagesklinik an seinem Wohnort Station und erlebt eine Rehaklinik von innen. Sein Erzählton wechselt von persönlich, herzlich und betroffen fließend zu ironisch und augenzwinkernd, bitterböse. Eben noch hat er sich mit Floskeln selbst Mut gemacht als ihn auch schon eine neue Panikwelle überflutet. Galgenhumor wechselt sich ab mit kostbaren Erkenntnissen, die er in seinem Tagebuch festgehalten hat. Diese ganze Palette eben von Angst und Unsicherheit, gepaart mit Hoffnung und dem Mut des Verzweifelten.

Zwar ging er die Sache mit dem Aufenthalt in pychiatrischen Einrichtungen sehr unbedarft an, dennoch kleben am Anfang viele Vorurteile an ihm, die er sich mit seinen persönlichen Erfahrungen teils bestätigt, teils aufhebt. Mich berührt, wie er die Kollegialität unter den Patientinnen und Patienten und ihre Natürlichkeit im Umgang miteinander und mit den eigenen Krankheiten  seiner Abteilung erlebt.

Kritik am Ärzteapparat, an der Ressourcenknappheit, an Maßnahmen und Therapien und an der Betreuungsstrategie an sich kommt in eher leisen Tönen daher, teils pauschal, teils differenziert. Doch Hauck benennt auch die erfreulichen Seiten, insbesondere das Engagement der Betreuenden.

Alles in allem macht Uwe Hauck (Twitter: @bicyclist) Mut, sich selbst nicht aufzugeben. Ich schließe darum mit einer herzlichen Leseempfehlung und einigen Zitaten aus dem Buch.

Über die Depression:

Was immer man erlebt, wird erst durch einen Filter gejagt, das Positive entfernt, und was dann im Verstand ankommt, ist eine grauschwarze Melange von Trostlosigkeit und Katastrophenvorahnungen. Dazu noch diese Angst, dass eine der Katastrophen eintrifft, die man sich in aller Konsequenz ausmalt.

Man will ja nicht tot sein. Man möchte nur das Leben nicht mehr, das man zu dem Zeitpunkt führt.

Die Gedanken werden wieder zu Selbstläufern.

»Aber ich fühle mich gar nicht krank. Traurig, ja, aber so richtig krank nicht wirklich«, erwidere ich.
»Bist du aber, sehr schwer, fast todkrank.« Sie blickt mich an und nickt.
»Schon, aber wenn ich mir ansehe, was hier sonst zum Teil für Schicksale behandelt werden, dann geht es mir doch verdammt gut.«

@bicyclist Depression ist wie ein Gefängnis für gute Gedanken. Nur sind die guten Gedanken ausgesperrt. #notjustsad #ausderklapse

In mir rumort es, ich spüre, wie sich mein Magen verkrampft und meine Glieder kribbeln, als wollten sie einen Marathonlauf zurücklegen. Dieses Gefühl hasse ich, weil ich es nicht kontrollieren kann. Und weil ich dann nicht für meine Reaktionen garantieren kann. Erst als ich mit meinen Medikamenten befüllt im Bett liege, komme ich langsam runter und zu mir.

Über das Leben in der Klinik:

Überhaupt, das wirst du bald merken, sitzen hier keine Dummköpfe, die nix im Kopf haben, sondern lauter Leute, die eher zu viel im Kopf haben, zu viele Gedanken, Ängste, Sorgen, Traurigkeiten(, sagt ein Mitpatient.)

»Aber es gibt da draußen doch auch sogenannte normale Menschen, die keinen Dachschaden wie wir haben. Wie haben die das hinbekommen?«, fragt Laura.
»Na, die hatten zum Beispiel keine Scheißkindheit. Die haben nicht allen möglichen Mist ertragen müssen.« Zum ersten Mal merkt man Elke die versteckte Wut an.

Zusammenfassend sei gesagt …

»Kauen Sie auf einer scharfen Peperoni«, rät sie mir. Funktioniert, stelle ich mir aber mitten in einem Meeting im Büro durchaus lustig vor, genauso wie den Druck auf einen Schmerzpunkt an der Hand: Das daraus resultierende schmerzverzerrte Gesicht könnte falsch gedeutet werden.

Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Wenn ihr schwarze Gedanken habt, am Sinn eures Lebens zweifelt oder Panik und Angst euch immer wieder lähmt, sucht euch Hilfe. Ihr seid nicht schwach, wenn ihr euch Hilfe holt. Ihr seid klug und so mutig, eure Dämonen zu bekämpfen. Das ist ein Zeichen sehr großer Stärke.
Das alles wird mir nie wieder passieren, ganz sicher …
Hör auf, du lügst ja schon wieder.
@bicyclist Dein Leben ist ein Roman, für dessen Happy End du selbst verantwortlich bist.

Depression zwischen Buchdeckeln #1 – Drüberleben von Kathrin Weßling

Gestern Morgen im Zug habe ich die ersten Seiten eines Buches gelesen, vor dem ich mich ebenso gefürchtet habe wie mich darauf gefreut. Gefürchtet, weil das Thema kein einfaches ist, denn Drüberleben erzählt die Geschichte einer depressiven jungen Frau, zumindest von einer Phase ihres Lebens, einer schwierigen, beinahe ausweglosen Phase sogar. Eine depressive Episode, wie sich das in Arztdeutsch nennt.

Von der ersten Seite an hat mich der Erzählstil berührt. Die Autorin und Bloggerin Kathrin Weßling, die bei ihrer Erzählung aus dem eigenen biografischen Brunnen schöpft, ist zwar noch jung, doch sie ist nicht nur eine wunderbare Beobachterin, sondern auch eine gnadenlos ehrliche Erzählerin.

coverVon der ersten Seite an bezieht sie mich ein in diese Grauzone zwischen Noch-einigermaßen-normal und Schon-neben-der-Spur. Wie sie über die Ängste ihrer Protagonistin schreibt, über deren Unvermögen, normal und gesund zu leben, ist meisterhaft. Da ist zu wenig vorhanden für ein glückliches Leben, aber noch zu viel um keine Hoffnung mehr zu haben, ganz aufzugeben. Eine Sackgasse …

Ich bin mittendrin im Buch, gehe mit Ida durch die Flure der Klinik, in die sie sich selbst eingewiesen hat und begreife, wie viel Mut es braucht, sich (immer wieder) fallen zu lassen und Hilfe anzunehmen. Denn eines Tages ging einfach gar nichts mehr.

Weßling schreibt essentiell und dennoch fast wie nebenbei über Themen wie Scham, Demütigungen, Ängste, Panikattacken, Abstürze. Und dies alles in einem latent galgenhumorigen Ton, dem ich mich nicht entziehen kann. Das Buch eignet sich besonders für alle, die entweder selbst depressiv sind oder aber mit Menschen zusammenleben, die es sind.

Mir tut es gut, zu lesen, dass ich nicht allein bin mit dieser „Veranlagung“, und dass ich nicht allein mit mit all diesen kruden Gedanken, die – wenn man erst mal drin ist – die einzige Wirklichkeit darstellen.

Mir wird auch bewusst, wie unterschiedliche Gesichter Depression hat und dass sie eigentlich kein Grund zur Scham ist. Eigentlich nicht. Aber uneigentlich schon, denn mir fällt es verdammt schwer, hier darüber zu schreiben. Schwächling. Mimose. Jetzt hab dich nicht so, du musst nur wollen, grübel halt nicht so viel! Das Gefühl, falsch zu sein, übersensibel, asozial … ach, viele Stempel werden uns aufgedrückt im Laufe eines Lebens.

Manchmal denke ich auch, dass es für jene unter uns, die sich mit größter Willensanstrengung noch oder immer wieder irgendwo im Bereich der Normalität aufhalten können, möglicherweise schwieriger ist, Depressionen zu haben, oder sich als depressiv zu outen – schließlich geht es ja irgendwie.

Wir schimmen im Lebenssee. Immer knapp am Ertrinken, aber dennoch geben wir nicht auf. Oder vielleicht doch. Und was dann?

Fällt mir ein, wie ich heute Morgen – wie schon oft – über Wolfgang Herrndorfs selbstbestimmtem Tod nachgedacht habe. Hätte er in der Schweiz gelebt – oder in Holland –, ob er wohl zu einer Sterbebegleitungsinstitution gegangen wäre? Wieso ist selbstbestimmter Tod noch immer mit so unglaublich vielen – auch moralischen – Tabus behaftet?

Ich hoffe auf ein gesellschaftliches Umdenken, ein umfassendes Sensibler-Werden. Auch im Umgang mit Krankheiten, die nicht sichtbar sind. Wie Depressionen. Wie Posttraumatischen Belastungsstörungen. Wie Tinnitus.

Und wieder einmal fällt mir kein guter Schlussatz ein. Also setze ich einfach hier ein paar Punkte …