Wie Menschsein sein könnte

Ich habe da schon lange so ein Ideal vom Menschen und vom Menschsein in mir drin. Mein Ideal, wie wir sein könnten. Wie wir sein sollten. Wie ich gern wäre.

So ist mein idealer Mensch liebevoll und geht sowohl mit sich selbst als auch mit seinen Mitmenschen achtsam um. Selbstliebe und Liebe sind seine innere Haltung, die sein Handeln steuert. Ungekünstelte Liebe, die aus dem Selbstverständnis und dem Verständnis vom eigenen Wert und dem Wert jedes anderen Wesens gewachsen ist.

Mein idealer Mensch handelt respektvoll, kreativ, reflektierend und auch wenn er Fehler macht – denn die macht er, und nicht zu knapp! –, bleibt er den anderen und sich selbst gegenüber liebevoll. Er verzeiht sich selbst.

Je nachdem, was mein idealer Mensch für ein Temperament und für einen Charakter hat, arbeitet er eher still vor sich hin oder macht sich sichtbar. Er setzt sich für eine lebenswertere Welt ein, im Bewusstsein, dass alles vergänglich ist. Er ist gegenwärtig, ist sich aber sein Vor- und sein Nachher jederzeit bewusst. Mein idealer Mensch ist in der Lage, jetzt aus Überzeugung zu agieren und auf Umstände zu reagieren.

Dieser ideale Mensch ist sich nicht zu schade, den Dreck aufzuwischen, den andere verursacht haben – zum Wohl aller. Er tut es ohne jede Servilität, weil er weiß, dass alle zusammen im gleichen Boot sitzen. Aber er tut es auch in einer kritischen Haltung, denn er lässt sich nicht ausnützen. Er hat Rückgrat und eine klare innere Haltung.

(Ja, ich weiß, ich habe sehr hohe Ideale. Geht das auch in kleiner?, fragen manche. Nö, geht nicht.)

Ein solcher Mensch gedeiht natürlich nicht von allein und das ideale Umfeld um darin ideal aufzuwachsen gibt es natürlich auch nicht, so wie es auch die ideale Kindheit nicht gibt. Und auch die idealen Lebensbedingungen gibt es nicht.

Außerdem haben manche mehr Glück als andere. Und manche haben tauglichere Krücken als andere. Manche können mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen besser umgehen als andere. Manche haben von Natur aus ein sonnigeres Gemüt als andere. Und vergessen wir nicht: Ganz viel, was geschieht, mit uns geschieht, können wir nicht beeinflussen. Und alle erleiden wir im Laufe des Lebens Verletzungen, die uns beeinflussen. Unser Denken, unser Handeln.

Kurz: Wir alle leben nicht unter idealen Bedingungen und unsere Befindlichkeiten sind selten ideal. Darum können wir oft nicht unseren Idealen gemäß denken und handeln. Ich jedenfalls bin von meinem Ideal weit entfernt. Dennoch und vielleicht auch darum bin ich froh, dass ich ein paar Vorbilder habe, die Selbstliebe, Schwachseindürfen, Empathie leben. Ja, ich weiß, Vergleiche sind müßig und ja, auch diese Menschen sind nicht ideal. Dennoch denke ich, dass wir alle Vorbilder und Ideale brauchen, um uns vorwärts zu entwickeln.

Es braucht Menschen wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer. Oder auch wie die neuseeländische Präsidentin und viele andere, die im Stillen handeln. Es braucht Menschen, die nicht aus Profiliersucht Gutes tun, denen es egal ist, was die andern von ihnen denken, die ihr Handeln am Nutzen für andere messen, nicht am Nutzen fürs eigene Ego.

Es braucht einen Wertewandel. In allen Lebensbereichen. Je länger je dringender.

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Apropos Wertewandel:
Gestern habe ich das neue Asterix-Heft – Die Tochter des Vercingetorix – verschlungen. Ich kann es nur herzlich empfehlen.

Hier gibts einen kleinen Happen zum Anfixen:

Die vier abgebildeten Comic-Strips aus dem neuen Asterix-Band zeigen eine Szene auf dem Schiff. Im ersten Bild sieht man zwei alte und einen jungen Gallier, die darüber reden, dass sie die Tochter des Häuptlings in Sicherheit bringen müssen. Der junge Mann ist Kapitän des Schiffes und heißt Letibix. Normalerweise transportiert er Blumen. Er zitiert im dritten Bild den Beatles-Song Imagine. Ihr mögt sagen, ich bin ein Träumer, doch wie ihr, glaube ich, dass eines Tages Frieden herrschen wird.  Im vierten Bild sagt er: Stellt euch vor, es gibt keine Grenzen mehr, Römer und Gallier tauschen ihre Waffen gegen Saatgut und pflanzen überall gemeinsam Getreide und Blumen ...
Halbe Seite aus dem neuen Asterix-Band (Bildbeschreibung im Quelltext)

Notizen am Rande #4

Früher war das Internet – die Blogosphäre insbesondere, und ja, auch Twitter – eine Spielwiese; wie Frisbees flogen unter den Blog- und Twitterparkbäumen Texte und wohlwollende Kommentare durch die Luft das Netz, man begleitete sich gegenseitig , man besuchte sich, diskutierte miteinander, hatte Spaß.

Und nein, das wird jetzt kein ’Früher war alles besser’-Text. Denn das stimmt so nicht. Früher war es nicht besser, früher war es anders. Der Kontext ist schwieriger geworden, der Wind rauher und die Temperatur ist gestiegen. Die Welt hat Fieber. Wir sind immer mehr geworden, wir sind so viele geworden. Unüberschaubar viele. Dieses Wachstum hat uns maßlos werden lassen, hat unseren Glauben an Grenzen und Gebote getilgt und uns respektlos zu sein ermöglicht. Wir sind ein unorganischer Dreckhaufen geworden.

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’Einisch im Jahr’, so sang Hanery Ammann auf seiner schon bald zwanzig Jahre alten Solo-Platte Solitaire, exakt einmal im Jahr durften die Mönche im Kloster, hoch oben im Himalaya, etwas sagen. Genau einmal im Jahr hatten sie die großartige Gelegenheit, zu sagen, was sie dachten, fühlten, sahen, erlebten. Und das taten sie auch. Einmal im Jahr kritisierten oder lobten sie dann auch den Brei, der ihnen tagtäglich vorgesetzt wurde.

Warum bloß schwirrt mir zurzeit dieser Song mit dieser seiner bizarren Metapher immer mal wieder durch den Kopf?

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Ich denke, dass die meisten von uns sich – trotz allmöglicher Selbstzweifel – unter dem Strich doch eher als guten denn als bösen Menschen denken. Ich jedenfalls denke mich als ’nicht in der Lage, schreckliche Dinge zu tun’.

Ziemlich sicher hocken jedoch all die schrecklichen Dinge ebenso in mir wie die guten. (Und in dir und in dir.) Bestimmt hockt das Glück neben der Scheiße und das Gut neben dem Böse.

Ist Glück in uns drin angelegt oder besucht es uns eher von außerhalb? Ist Glück etwas Seiendes oder etwas Geschehendes?

[Notiert, nachdem ich das Buch ’Der dunkle Garten’ (2019) von Tana French fertiggelesen hatte.]

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Heute hat fast alles einen politischen Subtext, ein politisches Vorzeichen. Alles, was wir tun und sagen und machen, ist eine Aussage. Steht in einem Zusammenhang zu. Ist Teil von. Daran lässt sich nichts ändern. Eine Nicht-Aussage, eine Nicht-Haltung gibt es nicht, denn mit allem, was wir tun-sagen-denken, bewirken wir etwas.

Und ja, das war früher auch schon so. Das war immer so. Darin ist sich der Mensch gleichgeblieben. Geändert hat sich nur die Menge an freischwirrenden Gedanken; sie ist mitgewachsen.

Die größte Herausforderung unserer Zeit scheint mir, mit dieser unübersichtlichen Masse umgehen zu lernen. Mit der Masse an Mitmenschen. Mit der Masse an Meinungen. Mit der Masse an Befindlichkeiten. Mit der Masse an Kaputtheit. Mit der Masse an Dreck, den wir hinterlassen.

Alledem etwas Lebensbejahendes entgegenzuhalten ist die eigentliche Herausforderung unserer Zeit.

Dieses Menschsein aber auch

Neulich las ich Andreas Altmanns philosophischen Lebensreisebericht ’Triffst du Buddha, töte ihn’. Ein Buch, das mir unter die Haut gegangen ist wie schon lange keins mehr. Ausgerechnet Altmann also, den ich immer ein klein bisschen für abgehoben und zynisch gehalten hatte. Doch schon nach den ersten Seiten revidierte ich mein Vorurteil. Da schreibt einer, der sucht, einer, der finden will. Der schon vieles probiert hat und schon vieles gesehen. Und viel gelitten. Einer, der sich kein A für ein U vormachen lässt und keine seichten Antworten will. Und vor allem aber einer, der radikal ehrlich mit sich selbst ist und sich nicht schont.

Auch ist er, wie ich, mit dem Christentum fertig, fertig mit dem ganzen Monotheismus. Mit dem ganzen Götterkram.

Mit diesem Lebensrucksack macht er sich auf den Weg nach Indien, um endlich jemanden zu finden, der ihm sich selbst zeigt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Über Umwege findet er in ein buddhistisches Meditationszentrum, denn die buddhistische Philosophie – nicht zu verwechseln mit jener Buddhaverehrung, die manche buddhistische Lehrrichtungen als Religionssynonym erschaffen haben – hat ihn bis jetzt von allen erlebten Lehren über das Leben am meisten überzeugt.

Die Themen, die ihn – ähnlich wie mich – immer wieder bewegen:

  • Radikale Selbstverantwortung
  • Praxis der Achtsamkeit
  • Hoffnung auf mehr Herzweitung, Warmherzigkeit und Freundlichkeit
  • Nicht urteilen: Umgang mit anderen Menschen, vor allem mit mir Unangenehmen
  • Innere Ruhe und Frieden finden
  • Meditation für den Alltag

Solchen Dingen spürt er nach, während er sich mit sich selbst auseinandersetzt und ein zehntägiges Schweigeretreat absolviert. Eins, das ihn an seine Grenzen bringt.

Immer wieder dachte ich beim Lesen seiner Erfahrungen an unsere Fernwanderungen, ans Pilgern an sich. Natürlich kann man gesammelte Erfahrungen letztlich nie vergleichen. Wir haben zum Beispiel auf unseren Wanderungen weder geschwiegen noch bewusst meditiert. Dennoch: manches, was er erlebt, durfte auch mir im Unterwegssein in der Natur passieren: Diese Herzöffnung zum Beispiel. Achtsames und bewusstes Sein in Selbstverantwortung … Dinge, die in unserer Welt je länger je weniger Raum haben.

Eigenverantwortliches Handeln, Denken und Verhalten – ich habe manchmal Angst, dass es uns als Gesellschaft immer mehr abhanden kommt. Dabei ist es ja letztlich nur ein kleiner Teil der Menschheit, der sich schei**e verhält. Leider aber vergiftet diese Schei**e – wie Öl das Wasser – das soziale Klima auch in kleinen Dosen nachhaltig.

Wie können wir das verhindern?

Wenn ich so über die Zukunft unserer Gesellschaft nachdenke, spiele ich zuweilen mit dem Gedanken, wie eine Gesellschaft aussähe, die keine Nachwuchslehrkräfte mehr hätte, keine Nachwuchspflegepersonal, niemanden mehr, der putzt und keine Polizei mehr – weil diese Jobs niemand mehr machen will. Weil diese Jobs immer unzumutbarer geworden sind. Weil jene pensioniert werden und aussterben, die noch mit Leidenschaft in diesen Berufen gearbeitet haben. Gedankenspiele, wie gesagt.

Ein weiteres Gedankenspiel ist mein Nachdenken über die Zukunft, global ebenso wie persönlich und auf uns als Einzelne bezogen. Wie wir denken, wie wir uns verhalten, was wir mit unserem Verhalten auslösen (Massenphänomene, wie kleine Steintürmchen, die, wenn sie in Massen auftreten, ganze Strände, ganze Ökosysteme zerstören). Wir hinterlassen vorsätzlich Spuren, weil wir uns unserer Anwesenheit auf dieser Welt vergewissern wollen.

Schnitt.

Womöglich – nein, ziemlich sicher sogar – ist ’Gott’ vor allem ein Synonym, ein Sammelbegriff für all das, was unseren Verstand übersteigt, für all das, was wir mit unseren Sinnen und Unsinnen nicht erfassen können.

»Eigentlich ist es ja verrückt mit diesem Christentum. Wir sagen ja in unserer aufgeklärten Gesellschaft gerne über Menschen aus nativen Völkern, dass sie an Mythen glauben. An Märchen. Aber schauen wir uns doch mal die Basis des Christentums an: Etwas anderes als ein Mythos sind Jungfrauengeburt und Auferstehung ja auch nicht.« So irgendwie brachte es neulich eine Freundin auf den Punkt.

Und wo wir grad beim Glauben sind: Meditieren soll ja zu Gleichmut empfundenem Unrecht und Leid gegenüber verhelfen und dabei eben auch Leid reduzieren. Ist aber Leid und Ungerechtigkeit empfinden zu können nicht eigentlich total wichtig, wenn wir etwas zum Besseren wenden wollen – persönlich, lokal und global?

Ach, und warum man Buddha töten soll, wenn man ihn gefunden hat, verrät Altmann am Ende des Buches.

»Buddha soll dir Hebamme sein, Guru und Mentor. Um das in dir schlummernde Potential zu wecken, es zur Welt zu bringen. Aber wenn es geweckt ist, dann musst du dich verabschieden, ihn von dir weisen, ihn ’töten’. Selbstverständlich nicht durch einen mörderischen Akt […], sondern mit der symbolischen Geste eines definitiven Abschieds.«

Oder wie Goenka sagt: »Der spirituelle Lehrer ist nur Wegweiser. Du musst dein eigener Meister werden.« Und deine eigene Meisterin auch.

Notizen am Rande #3

Ich finde es wertvoll, dass wir Menschen die immer wieder gleichen Erkenntnisse, Wahrheiten und Weisheiten in immer wieder von Mensch zu Mensch andere Bilder packen, um uns ihrer Essenz anzunähern und sie zu verstehen versuchen.
Vielleicht entstand aus dieser Fähigkeit die Literatur. Und die Philosophie. Und die Wissenschaft.

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Ja, natürlich, es sind vor allem die Großen, die in Sachen Klimakatastrophe tätig werden müssten, ja, die sich regelrecht einen Wettkampf in Sachen C02-Reduktion liefern sollten. Doch dort stehen leider noch immer andere kurzfristige Interessen im Vordergrund.

Umdenken geht uns aber alle etwas an, es ist etwas, das wir alle können – nicht nur Schüler*innen, Eltern und Wissenschaftler*innen. Es ist unser aller Zukunft und unabhängig davon, dass ich persönlich eher ein pessimistisches Zukunftsbild hege, möchte ich es dennoch nicht unterlassen, meinen Teil dazu beizutragen, den CO2-Ausstoß möglichst gering zu halten.

Ich fange dort an, wo ich es kann. Umweltschutz durch Vermeiden von Müll zum Beispiel oder Umweltschutz durch Benutzen von möglichst natürlichen und schadstofffreien Produkten. Und natürlich auch durch möglichst bewussten und möglichst wenig Konsum.

Spüli, Waschmittel, Putzmittel und Pflegeprodukte selbst herstellen ist einfacher als du denkst – mit Efeu aus dem Wald oder mit Zitronenschalen zum Beispiel.* Oder dann an Orten einkaufen, die nachhaltig handeln.

Nachhaltigkeit. Puh, ein großes Wort. Eins aber auch, das – ähnlich wie der Begriff Bio – droht, überstrapaziert und damit verwässert zu werden, seine Schärfe zu verlieren. Nichtsdestotrotz können wir versuche, dem was wir tun, mehr langfristigen Wert zu verleihen

Ja, natürlich, was ich als Einzelne tue, ist immer nur ein winziges Tröpfchen auf einen riesigen heißglühenden Stein. Aber wir wissen ja alle, dass noch jeder Regen mit einem kleinen Tröpfchen angefangen hat. Wenn wir also immer mehr sind, immer mehr werden, die bewusster leben, können wir etwas verändern. Hoffentlich.

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Wenn ich die Festplattenordnung meines Rechners anschaue, ist das wie ein Blick in mein Hirn. Eine Ordnerstruktur, die ich völlig logisch finde. Andere müssten sich erst einarbeiten. Ja, da gibt es manche Parallelen zwischen Hirn und PC. Dennoch ist der PC weit weniger komplex als mein Hirn.
Zuweilen wünsche ich mir beinahe, dass ich im Hirn auch so einfach aufräumen könnte.

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Zugegeben, die Umstellung vom gekauften Spülmittel meiner Biomarke auf mein selbstgemachtes war nicht ganz einfach. Mir fehlte vor allem der mit Frische verknüpfte Duft. Natürlich, ich könnte meinen Mitteln ätherische Öle zusetzen, doch wozu eigentlich? Frische Düfte sind in Sachen Sauberkeit ziemliche Verarsche. Frische Düfte sind in unserem Erfahrungsschatz mit Sauberkeit verknüpft, dabei sind die meisten Düfte synthetisch und tragen schon deshalb nicht zu Sauberkeit bei. Eher belasten sie das Abwasser.

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Ich fühle die Gedanken, die ich denke, ich fühle mein Gedachtes.
Und umgekehrt denke ich meine Gefühle. Nahtlos sind die Übergänge.
Trennen kann ich die beiden Bereiche nicht, so es überhaupt zwei sind.

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In der aktuellen ’Ökologie als Lifestyle’-Diskussion stört mich, dass immer mal wieder die Rede von Ersatz ist. Dieses Produkt hier ersetzt Fleisch, jenes Produkt ersetzt Haushaltfolie, Plastik, Kunststoff …

Mich macht das stutzig. Warum Ersatz? Wer braucht schon diesen ganzen Kunststoff wirklich? Oder Fleisch? Dafür brauche ich wirklich keinen Ersatz. Es gibt so viele wunderbare, köstliche Dinge, die meinen Bedarf an all den lebenswichtigen Dingen decken – Genuss inklusive.

Oke, bei Haushaltfolie sieht es ein wenig anders aus, manchmal ist sie einfach toll. Aber oft geht es ohne. Darum habe ich mir Bienenwachstücher selbst gebügelt.

Zurück zum Stolperbegriff ’Ersatz für’. Setzt diese Formulierung denn nicht gesellschaftlich verankerte Gewohnheiten und Muster voraus? Die gilt es heute zu überdenken. Welche Dinge, welche Produkte brauche ich wirklich? Welche benutze ich ohne über ihre Notwendigkeit nachzudenken?

Nein, mir geht es nicht darum, mir oder uns allen wegen unserer Nutzgewohnheiten ein schlechtes Gewissen einzureden. Eher darum, mir meine einmal näher anzuschauen. Und dich zu ermutigen, es mit deinen auch zu wagen.

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Du und ich können die gleichen Krankheitssymptome haben. Aber ob es die gleiche Krankheit ist, wissen wir oberflächlich betrachtet nicht. Und selbst nach einer genauen Diagnose ist es nicht gesagt, ob die Behandlung, die wir brauchen, für beide gleich ist noch ob sie bei dir und mir gleich wirken wird.

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Gott, so glaube ich übrigens, ist letztlich nur ein menschgemachter Begriff. Ein Hilfskonstrukt. In diesem Begriff steckt die geballte Sehnsucht der Menschheit danach, Unerklärliches zu verstehen. Gott wird so zur personifizierten Brücke von innen nach außen. Nachvollziehbar.

Doch, aufgepasst, sobald wir etwas derart Unfassbares personifizieren, dogmatisieren und mit Macht aufladen, kann es uns in Abhängigkeiten bringen, die denen zu Suchtmitteln ähneln.

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Ob das Chaos da draußen in dieser Menschheit daher rührt, dass wir den Kontakt zum Erdboden, zu den Wurzeln von Bäumen und Gräsern, verloren haben?


*Die Rezepte unter den Links habe ich erst teilweise getestet, eine Art Auswertung folgt später mal.