Tag Null

Was es heute noch alles zu tun gibt! Neben Packen stehen leider noch ein paar andere Stichworte auf dem Zettel. Ölwechel zum Beispiel. Kann nun zum Glück bereits abgehakt werden. „Focus“ ist bereit für die Reise. Eine letzte Wäsche dreht ihre Runde in der Maschine. Faserpelze. Falls es kalt ist unterwegs. Nicht auszuschließen, wenn ich mir den Wetterbericht so angucke.

Doch überall – sogar in Stockholm – ist es wärmer hier. Also bloß weg! Und wer weiß, vielleicht laufen wir ja irgendwo dem Sommer über den Weg? Weil es hier regnet, hängt eine lange Wäscheleine quer durch meine Wohnung. Riecht irgendwie gut und aussehen tut’s auch witzig. So what?

Meine Vorfreude wächst, seit wir gestern beim Frühstück beschlossen haben, doch nordwärts zu fahren. Was Entscheidungen doch an Kräften freizusetzen vermögen! Seit wir in der Pension in Rendsburg bei Kiel ab morgen Abend zwei Übernachtungen gebucht haben, wird die abstrakte Reiseidee plötzlich konkrekt. Danke, Andrea, für den Tipp!

Im Urlaub kann ich einfach einmal nur das tun und lassen, was ich will, sagte J.s Mutter, bevor sie neulich weggefahren sind. Ich muss mich einmal um nichts sorgen. Außer um mich.

Ja, und das ist es genau, was ich jetzt auch brauche. Und Abstand zum Alltag. „Uf u drvo“ nennt sich dieses Lebensgefühl gut Berndeutsch, „auf und davon“.

Noch sind aber ein paar letzte Dinge zu erledigen. Im Garten ebenso wie im Haus gilt es Ordnung zu schaffen. Ach, und die Qual der Wahl steht mir auch noch bevor: Welches Buch soll ich bloß mitnehmen? Ob ich wohl überhaupt zum Lesen kommen werde?

Klopfen oder doch lieber streicheln?

Manchmal werden alte Träume plötzlich wahr. Und hoffentlich ist die Wahrheit des Steinehauens noch schöner, als ich es mir erträume. Schon seit vielen Jahren ist sie da, diese Faszination, Steine zu formen. Oder wohl vielmehr, im Stein zu finden, was immer schon ist. Teil meiner Geschichte: Steine aller Art berühren mich. Diese uralte Affinität lebt in mir, seit ich denken kann. Mit Speckstein, dem weichen Bruder des großen Steins, habe ich einige schöne Erfahrungen in Sachen Bearbeitung gesammelt, doch wie wird es wohl mit dem harten Stein sein?

Stein bietet eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten und Herausforderungen: Klopfen – Spitzen – Kröndeln – Zahnen – Schleifen – Streicheln, heißt es auf der Website meiner Kursleiterin. Wie sich das alles anfühlen wird, erfahre ich ab morgen Nachmittag bis Sonntagnachmittag. Bei Walburga in der Oberpfalz (Bayern). Axel, darf ich dazu Bayern sagen? Franken ist es jedenfalls nicht, soviel ich weiß. Reicht Oberpfalz? Und, nein, liebe Ortsunkundige, das ist nicht hier um die Ecke, nur weil es ebenfalls Pfalz heißt. Sternchen und ich müssen nämlich ein paar Stunden ostwärts fahren, bis wir da sind … Na, nach Bayern eben. 😉

>>> zur Steinbildhauerei von Walburga Herrmann: hier klicken
>>> zu Walburgas Kunst früher in meinem Blog: hier klicken

Statt dessen

Statt meine viermonatige Auszeit, wie ich es mir vorgenommen habe, für die Vollendung meiner Manuskripte – nur schon eins wäre toll! – zu nutzen, bin ich zur In-den-Tag-hinein-Lebenden geworden. Unter dem Strich bin ich halb so leistungsfähig, halb so kreativ, halb so unternehmungslustig wie gedacht.

Vielleicht sollte ich einfach meine Pläne und Ziele loslassen und stattdessen einfach die Gegenwart, und mit ihr jeden einzelnen Moment zulassen, sagte ich gestern am Feuer zu meinem Liebsten. Zumal sich meine Kreativität im Moment eher innerlich abspielt …

Lassen statt leisten. Wenn das bloß nicht so verd… schwer wäre! Denken, was die andern denken, wenn ich so-und-so bin, ist das eigentliche Gift, der größte Bremsklotz, das mühsamste Sandkörnchen im Getriebe meines Lebens und meiner Lebensfreude. Selbstsabotage. Will ich nicht mehr. Brauche ich nicht mehr. Lieber weniger, dafür bewusst. Ohne Druck.

Ach, und genau dahinein habe ich – fast zufällig – erfahren, dass innerhalb unserer Webcommunity von zig eingereichten Bildern für eine Apple Präsentation in Chicago nur knapp dreißig Bilder ausgewählt worden sind. Darunter eins von mir.

Der ewiger Birnbaum. Guckt hier …!

Meine Mutter, die vor vielen Jahren in Chicago geboren wurde, würde sich darüber sicherlich freuen, wäre sie noch im Diesseits. So freut sie sich vielleicht im Jenseits mit. Ich tu’s auf jeden Fall … 🙂

innen und außen

Im Zimmer oder im Regen. An der Sonne sogar.
Immer im Flur irgendwie, immer ein
Luftzug, der durch mein Leben fegt …

… nicht mehr – noch nicht …
Neuanfänge immer wieder

Wie und woher blicke ich
in die Welt? Und wohin? Wozu?
Was wirkt und was wirke ich?

Wie anders ist, was ich sehe, wenn ich
von innen als wenn ich von außen schaue?

Wo prallen Vorurteile an mir ab? Wo bleiben
sie schwer an mir hängen ?

Gefangene der Konsequenzen meiner freiwilligen
Entscheidungen bin ich.
Bist du. Sind wir.