Kunst aufgeräumt

So ein Galerie-Umzug ist zeitaufwändig. Zuerst gilt es alle Bilder von den Wänden zu hängen, denn die alte Galerie hat dicht gemacht. Bilder abhängen und möglichst ohne Ecken anzustossen sowie Dellen und Scherben zu produzieren, zu verpacken. So weit, so gut.

Und jetzt, wohin damit? Sie einfach in den Keller stellen mag ich nicht. Dort stauben sie nur ein. Wohin also?
DSC_0684b_fG_In Berns Straßen
Ich könnte ja auf diesem Blog hier eine Galerie eröffnen? Doch nein, halt, hier sind eher Texte als Bilder zuhause. Wie wäre es dagegen mit meinem zweiten Bilderblog namens Sofasophia appt die Welt?

Hm, ja, stimmt, die Bilder, die ich heute Nachmittag von den Wänden gehängt habe, sind keine Appspressionismen. Somit gehören sie nicht wirklich in die Räume einer Appspressionismen-Galerie, richtig, aber ein neues Blog eröffnen, bloß um meine Erinnerungsbilder zu publizieren, will denn doch nicht. Hat ja genug Platz an den Wänden.

Kommt doch vorbei und schaut euch ein bisschen Frankreich, Nordspanien, Skandinavien, Bern und anderes Zöix an, falls ihr Lust habt … Keine neuen Bilder zwar, aber es  hat ein paar feine Impressionen darunter, nämlich genau hier: Sofasophias Fotogalerie.

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Immer bewegt

Heute bin ich mit dem Gefühl erwacht, immer irgendwie in Bewegung zu sein. Lärm im Kopf. Herzrasen. Wenn nicht außen, dann zumindest innen. Diese innere Unruhe macht mich schlaflos. Und weil ich nicht schlafen kann, bin ich immer irgendwie unruhig (Huhn und Ei – wer war zuerst?). Schlaflosigkeit ist Daueranspannung, Festhalten, Anhaftung. Unruhe eben. Schlaf aber ist Ruhe. Entspannung, Loslassen, Hingabe. Danach sehne ich mich sehr, doch der Weg dahin ist kaum zu gehen, denn ich muss doch schließlich …

Kaum erwacht, wecke ich normalerweise mein Telefon, damit es mir erzählen kann, was ich in den letzten acht Stunden alles Unwichtiges verpasst habe. Heute zögere ich. Will ich das überhaupt? Will ich ständig wissen, was (nicht) läuft? Will ich oder muss ich gar?

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Natürlich tue ich es dann doch und lese im WordPress-Reader, dass sich auch Sherry Gedanken über digitale Existenzen macht. Erstaunlich, wie manchmal bestimmte Themen von da nach dort schwappen. Gestern zum Beispiel stieß ich an mehreren Stellen auf das Mutterthema. Heute nun ist es offenbar die Internetsucht.

In der Kommentardiskussion, die sich an Sherrys Artikel anschließt, geht es um den Umgang mit dieser Sucht und um die Auswirkungen derselben. Sherry schreibt: Unser Gedächtnis diffusiert, weil wir nichts mehr tief verarbeiten, im Grunde gehen wir nämlich davon aus, dass unser Smartphone unsere externe Festplatte ist und wir uns ja nichts mehr merken oder tief verstehen brauchen, Google ist ja immer da.

Das Verrückte: Wir tun das alles freiwillig – am Anfang jedenfalls. Wie bei jeder Sucht eben. Wir wollen vernetzt sein, dazugehören, mitreden, kommentieren, unsere Gedanken hinausschrei(b)en.

Vernetzt, ja, genau. Wichtig. Fällt mir dazu ein, dass ich neulich ein ziemliches Problem mit meinem Netzwerk hatte. Aus irgendwelchen Gründen synchronisiert iTunes (das ich mehr hasse als liebe, aber dennoch für Backups verwende) meine iPhone-Kontakte nicht mehr auf mein Google-Mailaccount wie gehabt, sondern neuerdings irgendwo mit einer und auf eine Windowsschiene. Warum auch immer.

Nichts böses ahnend ließ ich dummerweise die Synchronisation einfach mal zu. Danach war mein Telefon gefüllt mir uralten Mailadressen vom alten Windows-Laptop, den ich nur noch für iTunes und hin und wieder für Word-Office verwende. Über eine Stunde Arbeit hatte ich, um ungefähr vierhundert alte und doppelte Mailadressen hinterher wieder zu löschen. Auf dem Telefon will ich nämlich nur aktuelle Daten und in erster Linie Wohnadressen und Telefonnummern. Immerhin entdeckte ich später, dass sich das Telefon direkt mit meinem Googleaccount synchronisieren lässt – genau wie beim Kalender. Ein-zwei Sachen neu einstellen und gut ist. Eigentlich.

Erst allmählich entdeckte ich, dass alle Geburtstage, die ich je auf meinem iPhone unter den Adressen eingegeben hatte, weg waren – offenbar hatte die mein Googleaccount bei früheren Synchronisationen bis dahin gar nie zur Kenntnis genommen. Mist! Zwar gibt es ja noch die gute alte Liste auf Papier, zum Glück, doch da drauf habe ich seit ungefähr zwei oder drei Jahren kaum mehr neue Namen und Daten geschrieben. Schließlich habe ich ja mein iPhone und mache regelmäßig Backups – wozu also eine Liste führen? Dass ein Backup eigenen Gesetzen gehorcht und nicht alle Daten frisst, habe ich nun begriffen und bin noch immer dran, Daten zu rekonstruieren. Um der Geburtstage willen. Damit ich mir nicht selbst merken muss, wem ich wann gratulieren darf.

Wie sagte Sherry so schön? Unser Telefon ist unsere externe Festplatte. Wir lagern unser Gedächtnis aus. Damit wir nicht mehr selbst nachdenken müssen?, frage ich mich.

Also echt, das gibt mir wirklich zu denken …

Selbstverständlichkeiten

Ohne zu überlegen wie das geht, öffne ich ein Beitrag erstellen-Fenster. Beim Hacken dieser Zeilen überlege ich mir schon deutlich mehr, doch das Handling von WordPress geschieht inzwischen so automatisch, dass ich mich kaum mehr erinnern kann, wie es war, damals vor über vier Jahren, als ich WordPress kennengelernt habe. Nach vielen Jahren Webtagebuch auf einer handgestrickten Webseite fiel mir die Umstellung auf ein CMS-Programm allerdings sehr leicht, denn ich kannte ja die meisten Icons, viele Funktionen und ein bisschen HTML bereits, so ungefähr wie man eine Fremdsprache kennt.

Wie es dagegen ist, wenn jemand dieses ganze Basiswissen noch nicht hat, erlebten Irgendlink im August und gestern bei unserm zweitägigen Blogkurs … (siehe auch hier und hier).

Bei einer umfassenden Einführung in WordPress und einer rudimentären in GIMP wurde mir bewusst, wie viel ich inzwischen weiß und kann. Und zugleich auch wie wenig ich weiß. Denn es gab sie natürlich auch, die Situationen, wo Irgendlink und ich auf Anhieb keine Antworten kannten, erst welche finden mussten und schließlich doch alle Probleme irgendwie lösen konnten, die auftreten, wenn man WordPress-Land noch nicht gut kennt.

Ja, so vieles mache ich selbstverständlich und doch habe ich alldas auch einmal gelernt. Alles habe ich ein erstes Mal gemacht, ein erstes Mal entdeckt, vieles mir unterwegs selbst beigebracht, durch Experimentieren herausgefunden … Viel Neues habe ich gestern dazugelernt – by doing aber auch durch Irgendlink.

In Kursen Wissen vermitteln ist darum auch immer Selbstentwicklung. Ich bin sehr dankbar für die neuen Erfahrungen. Ganz besonders über die Erkenntnis, dass das, was für mich selbstverständlich ist, nicht nichts ist, sondern – besonders für andere – sogar ziemlich viel …

Der Bücherverschenktag

Morgen ist es soweit. Morgen ist der Welttag des Buches. Morgen publizieren alle teilnehmenden Blogs einen Beitrag, in dem sie ein vorher definiertes Buch verlosen. Wer dieses Buch gewinnen will, kommentiert einfach den Beitrag. Verlost werden die Bücher am 30.04.2013.

Also, Leute, klickt euch morgen durch die teilnehmenden Blogs (hier oder aufs Logo unten klicken) und kommentiert, was das Zeug hält. Ich selbst werde es wohl genauso tun.

[Leider habe ich die Anmeldefrist verpasst, aber es macht sicher auch als Besucherin und Besucher Spaß, mitzumachen.]

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