Süß versus grau

Als ich heute Morgen zwei Scheiben meines Superbrotes aß, die ich mit Kokosmuß und Ahornsirup genoß, fiel mir eine Diskussion ein, die ich neulich mit anderen Histamin-Nichtvertragenden in einer FB-Gruppe geführt hatte.

Es ging um unsere zeitweilige Lust auf Süßes. Gerade jetzt. Im Winter. In dieser tristen graunebligen Zeit, in der wir alle in eine Art Wartemodus festgetackert sind. Die eine warten auf den Impfstoff, die andern aufs Christkind, nochmals andere auf Besserung der Gesundheit und wieder andere darauf, dass die Menschheit endlich aufhört, sich zu bekriegen. Und manche sogar auf alles miteinander.

So oder so. Auch Histaminas haben süße Lüste, doch die ist für die meisten von uns nicht soo einfach zu befriedigen. Zwar ist Zucker histaminfrei, aber in der Regel essen wir Zucker ja immer in Kontext mit anderen, für uns oft unverträglichen Dingen. Gerade Milch- und Getreideprodukte erzeugen sehr unangenehme Symptome, ich sag nur Weizen, Joghurt und Co.

Nach fast zwei Monaten ohne Zucker hat sich mein Blutzuckerspiegel so positiv verändert, dass ich kaum mehr Heißhungerattacken habe und auch kaum mehr diese oft stressigen Unterzuckerungszustände bei Hunger, bei denen es mir flau wurde und ich sofort etwas essen musste.

Dennoch habe ich ab und zu die eine oder andere süße Lust, gerade weil das Leben zurzeit eher unlustig ist. Darum auch die Apfelmuffins neulich. Mein erster, erfolgreicher Süß-Versuch. Heute nun gönnte ich mir ein weiteres kleines Kochexperiment und zauberte mir einen carameligen Brotaufstrich.

Sehr lecker geworden. Vegetarisch sowieso, und sogar fast vegan, aber da ich noch Butter im Kühlschrank hatte, habe ich diese verwendet.

Fast vegane gesalzene Caramelbutter (Brotaufstrich)

200 g Zucker
3 EL Wasser
100 g Butter oder Pflanzenmargarine: entweder gesalzen oder dann süß plus 1 flachen TL Meersalz
> in Stücke geschnitten

2 dl Haferrahm*

Den Zucker mit dem Wasser in einer Pfanne ohne Rühren aufkochen. Hitze reduzieren, unter gelegentlichem Hin-und-her-Bewegen der Pfanne köcheln, bis ein hellbrauner Caramel entsteht. Butter beigeben, unter Rühren schmelzen.

Den Rahm/die Sahne dazugießen, alles gut mischen und immer mal wieder umrühren. Etwa 5 Min. weiterköcheln, bis die Masse dickflüssig ist. Diese schließlich hei in vorbereitete saubere, vorgewärmte Gläschen gießen und sofort verschließen.

Pfanne mit Caramelbutter, die vor sich hin blubbert, am oberen Bildrand der Schwingbesen.
Caramelbutter im Topf
Zwei Gläschen mit Caramelbutter, auf Holztisch schattenwerfend
Caramelbutter im Glas

* Meinen Haferrahm (2 dl) habe ich aus Hafermilch selbst gemacht.

Das geht zum Beispiel so:

Zuerst im Standmixer oder Mixbecher Hafermilch herstellen:
2-3 EL Haferflocken in etwa 2 dl heißem Wasser einweichen (5-10 Min.)
1 TL Kokosfett
2 Prisen Salz
Nach der Einweichzeit sehr fein pürieren.

Bis es soweit ist in großer Tasse (ca. 3 dl) folgende Zutaten anrühren, bis die Maße dickflüssig, sämig und klumpenfrei ist:

1 TL(gehäuft) Maranta-Tapioka-Stärke (oder andere?)
1 TL Xanthan
1 TL (gehäuft) Kokosfett
wenig Ahornsirup
1 Prise Salz
wenig heißes Wasser (3-6 EL, nach Bedarf)

Wenn die Milch fertig püriert ist, die Tasse auf die Waage stellen und die Hafermilch durch ein Sieb dazu geben bis die Gesamtmenge von 200g erreicht ist.

Fein rühren bis die Konsistenz von Rahm/Sahne erreicht ist und den Haferrahm für Rezepte verwenden wie Rahm/Sahne.

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Ha, und genau jetzt drückt sich die Sonne sich ein klein bisschen durch den dicken Hochnebel. Wie schön ist das denn?