Reiseerinnerungen | #nordwärts im Rückspiegel – Teil 3

Heute noch ein paar teils recht konfuse, eben gefundene Reisenotizen:

  • Wer nicht deichen will, muss weichen. (Weis- und Wahrheit aus dem Alten Land Niedersachsen)
  • Wie wohl die Welt heute aussähe, wenn sie damals den gordischen Knoten statt zerhauen aufgedröselt hätten?
  • Stöberstübchen, das: Jener Ort in meinem Kopf, wo alles drunter und drüber ist.
  • In meinem nächsten Leben werde ich Stöberstubenhocker.
  • Aus Jux ’isst’ statt ’ist’ zu schreiben ist ja sowas von abgelutscht. Ausgegessen sozusagen.
  • Wir alle reden so viel und wir sagen so wenig.
  • Die Warwerorter Küstenschafe grasen im Regen.
  • Büsum: Krasse Strandkorbinflation. Der Mensch als Nutzvieh.
  • Meldorf: Wattwandern in der Nordsee: Der Stoff aus dem meine Glücke sind.
  • Was in Skandinavien das Rentier, ist in Nordsee-Schleswig-Holstein das Schaf.
  • – Was ich an Deutschland lustig finde?
    – Wie jetzt? Gibt es in Deutschland etwas Lustiges?
    – Ja. Aber nur ein bisschen. Die Nummernschilder nämlich.*
  • Mit dem Dreigänger im ersten Gang auf den Deich: Der Gotthard des kleinen Mannes.
  • Dieser radelnde Schweizer am Deichtor auf Nordstrand: Wie lange er wohl noch in Gesprächen mit immer neuen Radlern hängenbleibt, nachdem wir Tschüss gesagt haben? Das Deichtor als Wurmloch.

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Und hier nun noch die versprochenen Bilder der zweiten Woche unserer Nordwärts-Tour.


*Anmerkung für andere Auch-Nicht-Deutsche wie ich: Das deutsche Kennzeichen lässt sich teil mitbestimmen. In Kiel zum Beispiel sind  KI vorgegeben, danach können zwei Buchstaben gewählt werden, und dahinter die drei Zahlen ebenfalls. Also KI-FF 123 oder so …

Zurück aus dem Norden

Gestern Nachmittag sind wir wieder auf dem einsamen Gehöft angekommen, dem Zuhause meines Liebsten. Die lange Rückfahrt aus Dänemark, will heißen aus Kiel, haben wir uns auf zwei Tage aufgeteilt. Haben so das Ferienende sozusagen hinausgezögert.

In der Nähe von Northeim, wo wir schon auf unserer ersten gemeinsamen Reise in den Norden eine Nacht  – damals unter dem Sternenhimmel, wild, zwischen Feldern verborgen – eingeschoben hatten, fanden wir diesmal einen kleinen feinen Zeltplatz. Mit dazu gehörte diesmal sogar ein Freibad, so dass ich zum zweiten Mal in diesen Ferien doch noch ein wenig schwimmen gehen konnte. Das erste Mal war vor acht Tagen gewesen, in der Nordsee. Auf Nordstrand, während unserer kleinen Inselradtour.

Vielleicht ist das das Einzige, das ich auf dieser Reise vermisst habe: warm genuge Gewässer am Wegrand. Und vielleicht auch warm genuge Luft, um baden zu wollen. Durchschnittlich hatten wir so um die 18-20 Grad gehabt, nachts kühlte es manchmal wohl bis auf zehn Grad runter. Obwohl es – verglichen mit den südlicheren Gefilden – eine doch eher kühle Zeit war, fand ich das nicht schlimm. Das Wetter war nämlich immer besser als die Prognosen. 😉 Wir hatten eh totales Wetterglück. Geregnet hat es immer nur nachts oder morgens, wenn wir sowieso nicht draußen sein wollten oder mussten.

Neben viel Meer, Natur, Watt-, Deich- und Strandwanderungen und den Spaziergängen durch die Orte am Wegrand, kam auch die Kunst nicht zu kurz. In Stade besuchten wir die Ausstellung von Wolfgang Herrndorf, in Itzehoe die Ausstellung der über Ecken mit uns bekannten Malerin Theresa Fritz, im Flandernbunker Kiel die Ausstellung Nawodo des Künstlers Manuel Zint aus Itzehoe, den wir aus Itzehoe kennen und der – wie Herrndorf – ein wahres Multitalent ist. Über die Ausstellungen und die Reise an sich werde ich hier in den nächsten Tagen noch ein wenig mehr erzählen.

Hafen in der Kieler Förde – Heikendorf
Der Möwenfotograf Irgendlink am Werk

Kurz und gut: Wir haben uns prächtig erholt, nicht zuletzt auch, weil wir diesmal nicht gebloggt und nur wenig getwittert haben. Einzig auf Instagram habe ich ein paar Bild-Spuren hinterlassen. Hier und heute einfach mal nur dieses kleine Lebenszeichen. Sagen, dass ich wieder da bin.

Am Meer und anderswo

Eigentlich hatte ich erst ein paar Tage vor unserer Reise in den Norden Muße, mir die Unterlagen zu unserm Feriendomizil, das wir beinahe beiläufig gebucht hatten, anzuschauen. Ein kleines nordisches Holzhaus in direkter Meernähe. Wie sich herausstellen sollte eine gute Wahl!

Zwei Wochen sind leider immer viel zu schnell vorbei. Zwei Wochen mit ausschlafen, Strandspaziergängen, Fahrradtouren, Geocaching, Fotografieren, Philosophieren, Städte erforschen, meinen Cousin und seine Familie in Svendborg besuchen und dort, ganz nebenbei, das beste Bier der Welt entdecken. Kopenhagen erleben. Zwei Wochen ohne Blog. Zwei Wochen nach der eigenen inneren Uhr leben. An den Abenden die zweite und dritte Sarah Lund-Staffel auf DVD genießen. Einen Fernseher zu haben und seinen Freuden und Leiden zu erliegen (z.B. beim ersten Horrorfilm meines Lebens).

Ferien wie im Bilderbuch, wenn ich es mir so recht überlege …

Hier eine kleine optische Zusammenfassung für jene unter euch, die ein bisschen Ostsee-Nordwind um die Ohren mögen …

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Bilder:
Nikon/Gimp &
Appspressionismen (iPhoneArt)