Calzoni* mitbringen, nicht anziehen

Unser Sonntag fing mit Regen an. Wohltuendes Prasseln auf dem Dachfenster der Künstlerbude. Der Garten freute sich. Wir uns auch.

Am Nachmittag oder gegen Abend wollten wir unsern Freund S. besuchen. Lieber um vier zu Kaffee und Kuchen oder um fünf mit Calzoni?, fragte Irgendlink den Freund per Mail. Gern die Calzoni, mailte S. zurück.

Vor ein paar Wochen haben wir dieses feine Rezept bei mir daheim das erste Mal ausprobiert (abgeguckt aus einem Outdoor-Video (Lagerfeuerpizza) – damals mit selbstgemachtem Pizzateig, diesmal mit gekauftem.

Während Irgendlink eine köstliche Füllung aus dem, was Kühlschrank und Garten hergaben, kreierte, knetete ich den ausgewallt gekauften Teig zusammen und formte sieben flache, handgroße Teigkreise (ca. 20 cm im Durchmesser).

In diese legten wir je etwa anderthalb Suppenlöffel der leckeren Füllung und verschlossen sie durch zuklappen. Bisschen andrücken und gut.

Auf dem gelochten Pizzablech fanden die sieben Calzoni perfekt Platz und weil unser Blech wegen der Löcher die Temperatur gut leitet, war ein Wenden der Gebäckstücke nicht nötig. Bei mir daheim, auf dem Kuchenblech, haben wir die Dinger mittendrin mal gedreht.

Was soll ich sagen? Wir haben ein tolles Mitbring-Rezept entdeckt, das super schmeckt. Jedenfalls aus dem Ofen. Und bestimmt auch vom Grill. Das werden wir das nächste Mal testen.

fertig gebackene Mini-Calzone
fertig gebackene Mini-Calzone

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Unsere Füllung bestand aus:
einer kleinen Zwiebel (angedämpft)
einem großen Champignon (mitangedämpft)
(ebenfalls möglich: andere Gemüse wie Karotten, Knoblauch, Lauch, Kohlarten etc.)

ungedämpft außerdem:
3/4 Paprika, fein gewürfelt
1/4 Zucchini, fein gewürfelt
etwa zwei EL fertige Tomatensauce
etwa 100 g geriebener Mozzarella
ein paar Löffel Kapern
(das sind ein paar Möglichkeiten)
frisch gemörserter schwarzer Pfeffer
ca. ein TL Salz

Alles gut mischen.

Gekauften Teig nehmen und in kleine Stücke teilen oder ihn selbst machen. Für unsern Teig für ungefähr 6-8 Calzoni nahmen wir:
300 g Dinkelmehl (halb hell, halb Vollkorn oder nach Belieben)
1/3 Hefewürfel, mit lauwarmem Wasser (von der Gesamtmenge) anrühren
1 – 2 El Olivenöl (nach Gefühl)
1 TL Salz
ca. 1,9 dl lauwarmes Wasser

Teig anrühren, gut kneten, bis er sich so richtig nach Pizzateig anfühlt.
Mit feuchtem Tuch zugedeckt an einem lauwarmen Ort (im Sommer reicht Zimmertemperatur) ein paar Stunden gehen lassen.

Aus dem Teig kleine Kugeln um die 60 – 80 g formen, zu Kreisen entweder flach drücken/ziehen oder auswallen.

Die Füllung in die Mitte der Kreise geben und die Kreise durch Zusammenklappen in kleine Calzoni verwandeln, Hosenbeinen* übrigens gar nicht mal so unähnlich. Was vielleicht sogar den Namen erklärt.

Im Backofen dauerte es ca. 15 Minuten bei 230 Grad, bis die Höschen fertig gebacken waren. Und wie gesagt: Sie waren sehr sehr lecker!

Und ach: Aus der restlichen Füllung gab es gestern Morgen ’Tortilla-Rühreier’ zum Frühstück.


*Calzone ist – wen wunderts? – italienisch und heißt Hose. Calzoni sind mehrere Calzone aufs Mal. 🙂

Minestrone alla Rinckenhofese

Hilfe – Foodporn nun auch auf Sofasophien?! Ähm, ja, oder … eher nein … denn so richtig Foodporn kann ich nicht. Und nein, auch zu einem Kochrezepteblog soll dieses Blog hier nicht mutieren – keine Angst.

Aber heute muss es einfach mal sein, dass ich was Essbares blogge. Nicht nur, weil wortwörtlich Saure Gurken-Zeit ist (und ja eh kaum jemand da ist und Blogs liest?) und wir heute den ganzen Tag Gemüse und Früchte geerntet und geschnippelt haben, sondern einfach weil es mir Spaß macht, eines meiner Lieblingsrezepte mit euch zu teilen.

Nach einem Nachmittag mit süß-sauren Zucchini einmachen und Johannisbeerkonfitüre kochen, meinte Irgendlink auf einmal:
Ich hätte heute Abend Lust auf Minestrone! Da läuft mir doch glatt das Wasser im Munde zusammen.

Minestrone hat viele Gesichter – jede Region und jede Köchin hat ihr eigenes Rezept. Diese „dicke Suppe“ aus Italien und der Südschweiz basiert auf kleingeschnittenem, nicht püriertem Gemüse. Bei mir sind Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Pasta und Karotten Pflicht. Die Kür machen jene Gemüse und Pilze, die es grad im Kühlschrank oder Garten hat. Die einen tun auch Bohnen und Erbsen rein, andere Fleisch. Als Vegi brauche ich letzteres nicht. Zumal die Suppe, mit Parmesan bestreut, eine vollwertige, gesunde Mahlzeit ist. Heute haben Kohlrabi und Zucchini die Kür gebildet.

Nein, hier gibt es kein Rezept, sorry!
Dies nur: Basis ist Gemüsebrühe, dazu Salz und Pfeffer und viel Gemüse.

Alle Zutaten, ausser dem Käse, den Penne und Gewürzen, stammten heute aus dem Irgendlinkschen Garten … 🙂

Guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren!