Einfach so

Wenn ich grad mal nicht Bewerbungen schreibe, am neuen Romanprojekt arbeite, ein Buch lese, im Haushalt schufte, einkaufe oder spazierengehe, bin ich oft am Kritzeln. Abends auf dem Sofa vor allem. Das Ziel ist eigentlich immer runterzukommen, mich zu entspannen.

Ich denke dabei nichts, ich verfolge kein Ziel. Ich überlasse das Kritzeln meiner rechten Hand. Es ist ein bisschen wie Écriture automatique, das automatische Schreiben, das eine Schreibmethode, bei welcher Bilder und Gefühle so unzensiert wie möglich wiedergegeben werden sollen. Dabei wird der Stift nicht abgesetzt. Geschrieben wird pausenlos, ohne Nachzudenken. Beim Kritzeln halte ich es sehr ähnlich. Meine Hand kritzelt einfach vor sich hin.

Gestern hatte ich mein Gekritzel sogar fotografiert und mit einige Apps nachbearbeitet. Die nachfolgende Version hier mag ich besonders. Weil sie grad so meinen Zustand – irgendwo zwischen fluffig-schwebend-ungeordnet und doch irgendwie strukturiert – wiedergibt.

Auf einmal habe ich in obigem Bild einen Indianerkopf entdeckt, der sich eingeschlichen hat. Sogar doppelt, von oben und von unten.

Ich bin als Hinschauerin geboren worden. Schade, dass das kein Beruf ist. Oder doch?

Eigentlich

Hier würde jetzt, wenn ich nicht so müde und so abgelenkt wäre, eigentlich mehr stehen. Oder zumindest sinnvolleres. Ein Text über Werte. Und dass jede Arbeit, je nachdem aus welcher Richtung sie betrachtet wird, eine andere Bedeutung und einen anderen Wert hat. Je nachdem, was wir für Werte haben eben auch. Und wie Werte unsere Sichtweisen verstellen und/oder prägen.

Aber ehrlich, dazu bin ich schlicht und einfach zu müde.

Dafür teile ich heute einmal wieder ein Kritzelbild. Es entstand während eines feinen Telefongesprächs heute Nachmittag. Wer Lust hat, darf frei assoziieren. Zum Inhalt des Gesprächs verrate ich aber nichts.

Telefonkritzelei
Telefonkritzelei | © by Sofasophia