Unter der Decke

Wieder hat sich die Welt um mich herum in einen weißen Pelz gehüllt, einen nassen, kalten Pelz, der sie isoliert und vor Eisschmerz schützt. Ich gestehe dennoch, dass ich genug von Kälte und weißem Einerlei habe. Täglich schiele ich auf die Prognosen und zähle die Tage, bis nachts wieder Plusgrade sein werden und wir hier, auf dem einsamen Gehöft, die Wasserleitungen erneut öffnen können. Fließend Wasser ist nicht zu unterschätzen!

Sonntags, im Oberwürzbacher Wald auf Geocachingtour*, haben wir uns diese angekündigten Schneefälle ja kaum vorstellen können, doch gestern, in Saarbrücken unterwegs, war der kurze Frühlingseinbruch von letzter Woche nur noch eine Mär.

Jetzt leben solle der Mensch … Stimmt ja, zumal es jetzt viel zu tun gibt. Irgendlink trifft Vorbereitungen für die Ausstellung LENZ, an der er mit seiner Kunstgruppe Prisma beteiligt ist (Flyer großklickbar).

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Wer weiß, vielleicht hast du Zeit und Lust, bei der Vernissage mit uns anzustoßen? Herzliche Einladung!

Und wenn ich schon am Verbreiten guter Nachrichten bin: Auf Sofasophia appt die Welt zeige ich heute ein Bild, das ich zu meinen eigenen Favoriten zähle: Love Your Shadows (und gestern das Rohbild dazu).

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Habe ich eigentlich hier mal vom neuen Zyklus auf pixartix_dAS bilderblog erzählt? Strassen & Wege lautet das aktuelle Thema. Wieder beteiligen sich bereits ganz unterschiedliche FotokünstlerInnen, die sich täglich abwechseln. Andere werden später dazustoßen.

Viel Spaß beim Reinschauen!

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* Geocaching ist eine Outdoor-Schatzsuche in der realen Welt. SpielerInnen dieses Spieles versuchen, versteckte Behälter, Geocaches genannt, mithilfe eines Smartphone oder GPS-Gerätes zu finden, um anschließend ihre Erfahrungen online zu teilen. Mehr auf www.geocaching.com.

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wahrer, am wahrsten

A Making-of …
1.)
Wenn ich das Bild des Cheisacherturmes (siehe gestern) statt in einem in zwei Schritten zusammenfüge – will heißen, zuerst die zwei oberen Bilder von Autostich montieren lasse und erst anschließend das unterste zufüge –, kommt ein ganz manierliches Bild dabei heraus. Wenn ich das Ergebnis mit Gimp noch ein bisschen nachbearbeite, ist das Ergebnis sogar vorzeigbar. 

Ich lerne dabei …
– dass interdisziplinäre Arbeit ein toller Ansatz ist
– meine Werkzeugkiste besser handhaben
– die Möglichkeiten und Grenzen der Programme besser kennen
– dass der Weg der kleinen Schritte manchmal zuverlässiger ans Ziel führt, als jener des großen Sprungs
– Geduld

turm gegimpt2_autostich_sm2

2.)
Im nächsten Schritt habe ich den Spitz des Turmes, respektive alle Teile, perspektivisch bearbeitet. Gimp hat die Bilder aus unerfindlichen Gründen in grau verwandelt, was die Übergangbearbeitung einiges leichter macht. Das Finale habe ich mit dem Cartoonfilter geschärft.

Ob ich damit der Wahrheit wohl ein bisschen näher gekommen bin?

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(Draufklick für groß)

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Bilder:
Undogmatische Appspressionismen (iPhoneArt mit Gimpunterstützung)

Patchwork

Wir fühlen uns richtig gut, wenn wir tun, was uns gut tut. Und wir tun uns und anderen gutes, damit wir uns gut fühlen. Soweit so gut, denn wir fühlen uns gerne gut. Eigentlich. Dumm nur, dass wir uns auch gut fühlen, wenn wir tun, was uns nicht gut tut, weil wir es zum Beispiel tun und taten, um uns selbst zu bestrafen. Was uns nur vermeintlich gut tut. Und dumm auch, dass wir uns oft schlecht fühlen, wenn wir tun, was uns eigentlich richtig gut tut. Weil wir es uns nicht gönnen.

***

Sie hütet sie gut, ihre Geheimnisse. Längst hat sie dicht gemacht. Ihre Schutzhaut gleich einer Jeans, jahrelang getragen, bequem, doch dünn da, wo wieder und wieder an ihr herum gerieben, gedrückt, gedrängt und gezwängt worden ist. Beinahe durchsichtig an besonderen Stellen. Berührbarer dort mehr als anderswo. Besonders dort. Ausgerechnet dort. Abgewetzte Schutzhaut. Anfällig für neue Wunden, wo es am meisten schmerzt. Empfindlicher, empfänglicher. Zum Glück auch für Glück.

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Baustelle betreten auf eigene Gefahr. Schutzhelm obligatorisch. Ist das Kunst, oder was? Darf man Baustellen sehen, das Making-of, den Prozess, bevor etwas veröffentlicht wird und muss etwas, das veröffentlicht wird, perfekt sein? Was ist mit Ready-mades/Objets trouvés? Ist es eine Abwertung, wenn man den Vorhang öffnet, bevor …? Wird Kunst künstlich verklärt? Ich sag nur Fluxus*, John Cage, Marcel Duchamp. Von ihm übrigens der wunderbare Satz:
Der Betrachter vervollständigt das Kunstwerk.

Lebe deine Kunst, verkunste dein Leben.

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* Mehr dazu auch bei Wiki