Farben weben

Grad hab ich so eine Phase, wo ich mich intensiv mit Farben und Formen auseinandersetze. Mit Bildern und Worten.

Bild: Bern. Letztes Mal als Bernerin in der Altstadt. Letzte Besorgungen am letzten Dienstag. Kurz darauf die Fahrt nach Deutschland.

Bild: J. und ich haben über die möglichen Folgen eines Super-Gaus philosophiert. Nicht auszudenken … oder eben: BESSER NICHT!

Bild: Der Beweis ist erbracht. Heute Morgen nach dem Frühstück kann J.s Finger nicht ruhen, meiner – ich gestehe es – auch nicht: J. und ich sind hochgradig süchtig. Schon denken wir über die Gründung einer Gruppe Appsüchtiger nach. Die AA, die Anonymen Appsüchtigen. Nein, wir langweilen uns nicht miteinander, wir inspirieren uns.

Bild: Das Leben ist verrückt. Die einen sterben, andere werden geboren. Wieder andere müssen fliehen. Und ich darf hier in relativer Sicherheit leben. Verrückt.

Bild: Hast du noch Worte?

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Zur Technik: Alle diese Bilder sind mit dem iPhone aufgenommen und auf dem iPhone bearbeitet worden. Hochgeladen aufs Blog habe ich diese fünf hier allerdings auf dem heimischen Rechner. Hätte ich sie, wie oft, direkt vom iPhone ins Blog geschubst, wäre es iDogma-Art pur.

Ich liebe es, mit den verschiedene Möglichkeiten zu spielen. Zum Beispiel kann ich mit der App „Diptic“ Bilder und Bildausschnitte spiegeln. So setze ich mir gerne hin und wieder die Welt neu zusammen.

Grenzgänge

Die Zeit ist wie ein teures Lebensmittel, hat U. heute kommentiert. Eine Minute mit Schmerzen beim Zahnarzt ist länger als eine Minute am abendlichen Feuer. Zeit – so relativ und unfassbar. Eine halbe Stunde liebevolles Kochen in der neuen Küche, die schon fast fertig eingerichtet ist, ist um Längen köstlicher als eine halbe Stunde Abkratzen von Window-Color-Bildern, die mir meine Vermieterin gut meinend überlassen hat. Damit ich selbst entscheiden könne, ob ich sie behalten oder eben entfernen wolle.

Jeder Ton, den wir hier auf Erden erzeugen, setzt sich ins Unendliche im Universum fort, zitiert Freundin U. im Kommentar zu meinem gestrigen Artikel. Alles, was wir sagen, wird gehört. Jede Aktion erzeugt eine Reaktion. Während ich an den Fensterbildern rum mache, agiere, mich abreagiere, sende ich allerdings nicht sehr schöne Wellen ins Universum, muss ich gestehen. Denn die erwähnten Fensterbilder lassen sich leider, trotz Hilfe eines Putzmittels, nur mit brachialer Gewalt – will heißen durch intensivstes Kratzen mit dem Glaskeramikspachtel – entfernen. Ich spintisierte dabei über meinen Raum. Meinen neuen Wohnraum. Lebensraum. Lebenstraumtraum.

Landnahme. Wie wird ein Raum zu meinem Raum? Wie kann ich meinen Raum – ob gemietet oder gekauft ist für die persönliche Mentalität vermutlich zweitrangig – bewahren, im Wissen, dass ich überall nur Gast bin. Hier wie dort. Besucherin.

Und wieso muss ich mich bloß so ärgern über die Klebkraft dieser Fensterbilder? Je mehr ich mich ärgere, desto fester scheinen sie zu kleben. Hat mein Ärger mit der dabei verrinnenden Zeit zu tun, die mich reut? Mit meinen müden Füßen, die sich seit Tagen kaum mehr zu erholen scheinen? Oder weil ich lieber Kisten auspacken als farbverschmierte Fenster putzen würde? Ein Kopfproblem, sagt Irgendlink.

Die Zeit ist wie ein Lebensmittel. Wie wahr. Ein teures Gut.

Inseln schaffen. Wie die kleine Siesta im neuen Schlafzimmer mit den Dachfenstern, nachdem Irgendlink und ich mir einen wunderbaren großen Arbeitsplatz direkt unter einem dieser Dachfenster kreiert haben. Eine neue, größere Tischplatte und schon bin ich glücklich und sehe mich hier sitzen und an meinen Texten weben.

Mein (T)Raum: Wahren. Teilen. Bewahren. Grenzen weiten. Grenzen hüten. Ich bleibe dran.

alles neu

Just another Blog?

Alles neu macht …
Für einmal ist es bereits der April, der alles neu macht, denn ungefähr am ersten April – kein Scherz, nein! – werde ich hier den Vorhang lüften und erzählen, wie es mir in der Fremde ergeht.

In der Fremde?
Na ja. Irgendwie nah und irgendwie fern …
fern von Bern …?

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Was bisher geschah?

Sofasophia verlässt ihre geliebte Heimat. Bern – die Stadt ihres Herzens. Sie will es wissen. Sie will Neues entdecken. Dem Ruf der Liebe folgen. Nein, der Liebste hat sich nicht gedrängt, aber er hat sie eingeladen, an seiner Seite – in der schönen Pfalz, jenseits der schweizerischen Grenze – zu leben, zu spinnen, zu wohnen, zu lieben und zu sein.

Sofasophia ist neugierig. Und auch ein wenig ängstlich. Und sie freut sich auf deinen Besuch hier.

Demnächst in diesem Kino!