Winke-winke bis im August

Die nächsten Wochen wird dieses Blog hier ruhen, dafür geht es woanders weiter.

Noch einmal schlafen, dann geht es los. Irgendlinks Reise fing schon am Dienstag an. Er ist in der Pfalz Richtung Schweiz losgeradelt und hat untewegs gebloggt.

Gestern Abend bin ich ihm spontan entgegen geradelt und habe ihn auf dem Bözberg getroffen. Hach. Und nun sind wirklichwirklich Ferien!

Heute haben wir gewaschen und gepackt und morgen wandern wir los. Ich habe lautes Herzklopfen. Wie es wohl wird? Kommt ihr mit? Wie gesagt: Hier werde ich, wie gesagt, in dieser Zeit nicht bloggen, dafür drüben auf Flussnoten – im Duett mit Irgendlink – über unser Unterwegssein schreiben. Immer mit dem Liebsten an der eine und dem Zauber der Einfachheit auf der andern Seite voranwandernd, mit dem Rhein als Wegweiser.

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die göttin der weisheit – sophia | reblogged

Danke, liebe Kerstin ecki*soap, für diesen feinen Text – und die Seife dazu! 

Seifenkünstlerin du!

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Ich zitiere:

sophia ist sowohl ein name als auch eine endung. unterschiedliche schreibweisen sind möglich. sophie oder sofia, sofie oder sophia sophia wird als göttin der weisheit oder als frau weisheit beschrieben. sophia, die weise göttin des ersten wortes oder des ersten klangs der schöpfung – so wird von ihr in mysthischen geschichten erzählt. diese hier hat mir gezeigt, […]

WEITERLESEN:

https://siedendbunt.wordpress.com/2015/09/14/die-goettin-der-weisheit-sophia/

Anders fasten

Vor zwei Tagen habe ich bei Frau Rebis gelesen, wie wichtig es ist, nicht zu erstarren ob all des Umbruchs um uns herum.

„Doch, ja, wir leben hier weiter. […] sind viel bewusster als sonst dankbar für das, was wir haben, gestalten unsere Tage bunt und farbenreich, begegnen einander. Und das alles ist wichtig. Sich der Lähmung nicht hingeben. Und sich um sich selbst kümmern, scheinen die Befindlichkeiten noch so nichtig zu sein. Wenn ich selbst nicht hell bleibe, kann ich nicht nach außen strahlen. Niemandem würde das nützen.“

Quelle: gestreift-beruehrt-geteilt.blogspot.de

Sie hat so recht.

Ich neige zu Extremen. Erstarre ich nicht, verliere ich mich dafür in höchst leidenschaftlichen Aktionismus. Mache dies, mache das, will und will die Welt noch immer retten und merke dabei kaum, wie ich mich immer näher an ein Ich-kann-nicht-mehr manövriere. Mein Körper sagt schon seit Tagen – seit Wochen, wäre ich ehrlich – dass ich ruhiger treten soll. Ein Fieberfeuer bremst mich aus und die Ärztin schreibt mich krank. Die ganze Woche soll ich mich auskurieren.

Ich neige zu Extremen. Ich gebe mich mit Haut und Haar hin. Ganz oder gar nicht. Obwohl ich so viel Lauwarmes in meinem Leben kenne. Tue. Habe. Ambivalenzen überall.

Tagelang habe ich alles über die Flüchtenden aus Syrien gelesen. Kaum etwas anderes gedacht und gefühlt. Mich erinnert an die Zeit, als ich im Flüchtlingszentrum gearbeitet habe. An die Gespräche mit den Geflüchteten. An ihre Erfahrungen. Und schließlich räume ich im Fieberrausch meine Schränke aus. Verpacke. Liefere ab. Spende. Überlege, im Dorf eine Hilfsmittelsammlung anzuleiern. Oder zumindest im Haus. Oder doch nicht. Und ich lese auf Twitter, was andere tun. Was andere können. Was andere schaffen. Wo Hilfe nötig ist. Was schon erreicht wurde. Und ich lese auch auf FB. Ich teile da und dort. Retweete. Verlinke. Vernetze. Und ich leide. Ich leide mit. ich leide körperlich. Ich bin, so scheint es mir jetzt, wieder einmal besessen vom Leid anderer, weil ich es lösen möchte und nicht kann. Und weil es mir das eigene Leid erträglicher macht.

Doch auf einmal geht gar nichts mehr. Wie ein Ballon mit Loch sacke ich in mir zusammen.

Hochsensibilität ist Segen und Fluch. Ich sehe und nehme wahr, was andere nicht sehen und spüren. Aber ich kann so verdammt schlecht priorisieren, kann mich schlecht abgrenzen, bewerte alles gleich wichtig. Was es im Grunde ja auch ist. Weil jeder Mensch gleich wichtig ist.

Heute aber, heute – morgen vielleicht auch und vielleicht die ganze Woche? – heute faste ich Nachrichten, Krautreporter, Twitter, FB und Co.. Nennt mich egoistisch. Egal.

***

Und ganz allmählich tauchen wieder eigene Wörter auf. Und ich verstehe: Mich interessiert nicht das Abbild, sondern die Interpretation. Dieses Da. Dieses Jetzt.

Eine Geschichte ist das, was bleibt, wenn der Wasserstand sinkt. Das Schwere. Die Schicht da, die Insel, die sich nicht wegspülen lässt. Wörter sind Sandkörner. Erdklumpen die Sätze.

Gezeiten

Ich gehe. Meistens vorwärts. Manchmal rückwärts. Aufwärts. Abwärts. Und ich gehe manchmal auch im Kreis. Aber immer im Stechschritt gehe ich. Immer schnell. Einzig, als ich krank war – zwei Monate lang – da ging ich langsam. Langsam und bewusst. Weil ich nicht anders konnte. Keine Kraft für Eile. Doch jetzt, jetzt gehe ich wieder schnell.

Schließlich bin ich wieder gesund. Wie krank ist das denn?

schräge Welt

Gezeiten, dachte ich gestern beim Spazieren. Immer das eine oder andere. Eben hatte ich Flut. Die letzten zwei Wochen galt es, ein paar zeitaufwändige Aufträge für eilige Kunden (männlich) zu erledigen. Keine Zeit für Kreativität. Dafür Aufträge, die mir viel Freude gemacht haben. Inhaltlich zum einen – aber auch, weil ich weiß, dass ich gut arbeite und meine Kunden zufrieden sein werden. Das, was ich kann, können sie nicht so gut wie ich. Ich verkaufe ihnen mein Talent, mein Gespür, mein Können für Texte. Zu andern Zeiten kaufe ich bei andern das, was ich nicht gut kann. Leben ist Austausch. Ist Fließen. Nun hat mein Geschäft wieder Ebbe. Ich atme aus. Nehme mir Zeit für meinen eigenen Dinge. Für kreative Dinge. Für meine Manuskripte. Für mein Blog. Für Besuche. Für Mails.

Flut am einen Ende meines Meeres  heisst Ebbe am andern.